Maschenwahn

Meine Freundin hat ein tolles Halstuch; gehäkelt. Die kann nämlich häkeln. Ich hätte auch gern so ein Tuch, ja und da kam mir die Idee, mir das Häkeln zeigen zu lassen. Zunächst war es nicht so kompliziert. Binnen kürzester Zeit war auch das B-Hörnchen angesteckt und häkelte munter drauf los. Nach drei Reihen kommentierte der Menne mit zynischem Unterton: „Das ist ja genau das richtige für dich!“. Die Sache mit der Geduld, und die mit der Ausdauer…

Was soll ich sagen, B-Hörnchen hatte nach wenigen Tagen einen Eierwärmer, einen Topflappen und sogar ein prächtiges, dreieckiges Tuch gehäkelt. Ich kam wieder einmal schnell an die Grenzen meiner Geduld. Es klappte nicht, zumindest aber nicht so gut, wie es klappen sollte. Ich kann Dinge gern gut, bin gern erfolgreich in allem. Hürden bringen mich aus der Ruhe und frustrieren mich enorm schnell. Alles hat gefälligst zu klappen, Punkt.

Ich bleibe am Ball; noch. Ich versuche es zu Ende zu bringen, erfolgreich ausgehalten zu haben und nicht verzweifelt zu kapitulieren. So wie damals, als ich den Hörnchen Schals stricken wollte und meine Mutter das Werk vollenden musste weil ich am Ende war. Oder wie bei so vielen anderen Dingen, die einfach nicht sofort hinhauen wollten; nein. Geduld habe ich nicht. Dafür eben andere Talente.

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