Was bist du denn für einer?

Kennt ihr die Geschichte vom kleinen Tag? Die Idee ist, dass jeder Tag eine Persönlichkeit ist, jeder einzelne Tag bei uns von einem Tag ausgestaltet wurde und dessen Wünsche, Inhalte und Ziele wiederspiegelt. Ich bin ganz verliebt in den Gedanken. Und so mancher völlig chaotischer Tag lässt sich gleich viel besser ertragen, wenn man sich den Innitiator dazu vorstellt.

Manche Tage haben schon einige Jahre auf dem Buckel. Sie bewegen sich langsam und versuchen unnötiges zu vermeiden. Ihr Haar ist silbergrau und trotz der scheinbaren Tristesse, sind sie auf ihre Art und weise schön. Sie beginnen gemach, schleichen sich so dahin und enden ebenso.

Andere Tage sind dynamisch und gut strukturiert. Sie scheinen in ihrem ersten Semester an der Uni zu sein, hoch motiviert und voller Energie. Sie haben all ihre Unterlagen sortiert, schreiben sauber mit und genießen die letzten sonnigen Oktober Tage, während sie Kaffee auf dem Campus schlürfen und mit ihren Kommilitonen fachsimpeln.

Noch andere Tage sind scheinbar schwerfällig. Als würden sie von einer fetten Erkältung gequält, schleppen sie sich dahin und alles ist schwer. Immer wieder legen sie, in einen dicken Schal gehüllt und mit einem Taschentuch in der Hand, Pausen ein, sitzen auf Bänken und verpassen dadurch den Bus. Kommt dann endlich der nächste, sind die durchgefroren. Die Luft im Bus ist verbraucht, es ist überfüllt und kaum auszuhalten. Zu Hause angekommen ist der Kühlschrank leer. Die bestellte Pizza kommt nach über 1,5 Stunden und der Tag ist zu geschafft sie zu essen. Viel zu früh schläft er erschöpft auf dem Sofa ein.

Und dann gibt es diese Tage, die scheinbar von einem ADHS belasteten 15 jährigen gestrickt wurden und uns killen wollen. Alles kommt anders, alles ist schnell. Jeder Gedanke wird von einem weiteren in der Luft zerfetzt. Der Tag verschläft kolossal und streitet in der Haustür mit seinen besorgten Eltern. Er kommt zu spät zur Schule und stellt erst in der 1. Pause fest, dass er noch seine Pyjama-Hose trägt. Er raucht heimlich auf dem Klo, Kifft im Park und hat 10.000 Freunde. Den ganzen Tag über springt er von einem Schauplatz zum nächsten, eckt überall an und kommt abends zu spät nach Hause. Der Teenie-Tag liebt sich in seiner Rolle und hasst es zugleich, er ist alles oder nichts.

Genießt eure Tage. Jeder einzelne hat etwas besonderes und bestimmt einen guten Grund dafür, genau so zu sein wie er ist.

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