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Vor wenigen Tagen war es soweit. Das A – Hörnchen trat in meine dramatischen Fußstapfen und zertrümmerte sein Handy (Eigentlich bin ich ja in der Familie die, dass ständig und viel zu häufig passiert). Das Display war Schrott und nur noch durch eine Reparatur zu retten. Ich liest das Handy für 70 € reparieren und zusätzlich eine Panzerfolie springen. Das ganze war binnen zwei Tagen erledigt, Mutter glücklich, Hörnchen glücklich, Handy glücklich. Was bleibt wsr die Frage um’sGeld. 70 € sind 70 € und zumindest dieses Mal war es nicht ich, der das Telefon runtergefallen ist.

Mein erster Gedanke war, er soll etwas dazu geben. Ziemlich folgerichtig argumentierte er jedoch, dass von den 15 € Taschengeld im Monat nicht viel übrig bleiben würde, wenn er noch an einer so hohen Sommer abzahle. Da hatte er Recht! „Das Sparbuch“, Schlug das Hörnchen vor und ich argumentierte, dass die dort angesammelten Rücklagen für wichtige Dinge auszugeben wären, nicht für kaputte Handy Displays. Nein, das Sparbuch sollte auch nicht die Lösung sein. Dann überlegte ich weiter, was ich denn mit dieser Sanktion eigentlich bezwecken wollte.

Im Grunde war es Strafe genug, dass das Display kaputt war. Ein angehenden Teenager, der zwei Tage auf sein geliebtes Handy verzichten muss, das ist Drama genug! Außerdem stand es für mich keine Sekunde zur Debatte das Display reparieren zu lassen. Ich möchte das mein Sohn kommunizieren kann, ich halte den Luxus „Handy“ für wichtig und somit war es auch mein eigener Wunsch, dass es als bald wieder ganz ist. Im Grunde ging es mir nur darum, dass er auf irgendeine Art und Weise spürt, dass das ganze natürlich nicht ganz umsonst war. Ich war mit Aufwand, Ärger und Geld verbunden. Und plötzlich lag die Lösung auf der Hand!

Mein Sohn arbeitet ab. Wir einigten uns darauf, dass er zehn nützliche Tätigkeiten im Haushalt übernehmen wird. Müll raus tragen, Katzentoiletten sauber machen, Sonntags morgens Brötchen holen, im Notfall etwas einkaufen,… Die zehn Aktion waren leicht gefunden und wir verhandelten auf einem guten Niveau um nützlich und unnützlich. Es war ganz klar, ich habe etwas für ihn getan, nun ist er daran etwas für mich zu tun. Jeder gibt das was er kann, jeder in seinen Möglichkeiten. Natürlich kann mir ein elfjähriger keine 70 € geben, aber er kann viel mehr als das! Ich bin wirklich glücklich über diese Lösung. Auch wenn sie sicherlich nur dadurch gut funktioniert, dass kein Vorsatz vorlag und der Unfall an sich die „Strafe“ war. Trotzdem haben wir wieder einmal gut zueinander gefunden und gehen beide zufrieden aus der Sache heraus.

Man Leben!

Man Leben, so warst du doch nicht gedacht. Oder checke ich einfach nicht wie der Hase läuft? Eigentlich müsste ich doch froh sein. Ich habe ein Job, den ich abgöttisch liebe. Ich habe die vier wunderbarsten Kinder der Welt und ein tolles Haus in dem ich lebe. Alles stimmt! Mein Leben ist ein Paradies, besser als man es sich irgendwie vorstellen kann, es ist geradezu perfekt! Und ja, irgendwie ist es das auch. Manchmal. Aber manchmal eben auch nicht, da geraten diese wunderbaren Faktoren zu einer Spirale aus Stress und Anspannung.

Ich liebe meinen Job, wirklich! Ohne mit der Wimper zu zucken würde ich jederzeit auf 30 oder sogar 40 Stunden erhöhen. Ich genieße jede Stunde in dem verrückten Laden und mag unsagbar gern, was ich da tue. Das Problem bei der Sache? Meine vier wunderbare Kinder. Ab mittags arbeite ich gegen die Uhr. Ich muss pünktlich Feierabend machen damit ich pünktlich zu Hause bin. Oftmals schaffe ich es nicht ganz so gut, dann hasse ich mich selbst. Dabei ist das alles halb so Wild. Ich bin eine wunderbare Mutter, und eine noch viel wunderbarer wenn ich Zeit habe und mich nicht stressen muss. Wie großartig wäre ich, wenn ich nicht ständig den Haushalt und die Arbeit im Nacken hätte. Ich würde mit meinen Kindern backen, wir würden häkeln, basteln, Fahrradtouren machen und die Welt erkunden. Ich bin so unsagbar gerne mit ihnen zusammen und genieße jeden freien Moment. Nur leider kommen auch diese Momente viel zu kurz – Job und Haushalt…

Denn auch der, dass dieser dämliche und unsagbare Haushalt, fordert seine Zeit und meine Nerven. Alles halbwegs in Schuss zu halten, die Wäsche gewaschen, das Geschirr gespült, das Essen gekocht und den Kühlschrank gefüllt, erfordert doch schon einige Zeit. Zeit die ich nicht habe, weil ich ja eigentlich jede freie Sekunde mit meinen Kindern verbringen würde und so gern arbeiten gehe. Der Haushalt kotzt mich wirklich an! Schon morgens beginnt die Tretmühle mich zu quälen. Und nach der Arbeit beginnt dann der richtige Wettlauf gegen die Zeit. Kinder wieder einsammeln, Mittagessen für den großen kochen, Hausaufgaben, für Vokabeltests üben, Verabredung organisieren, Termine in der Schule wahrnehmen und all das prasselt auf mich ein und entzieht mir jede freie Sekunde. Ich renne und renne und renne und renne.

Einzeln betrachtet, bin ich in allem was ich so tue ganz gut. Ich mache meinen Job ganz gut, bin eine hervorragende Mutter und kannst voller Leidenschaft und Hingabe ein Haushalt führen. Ich mag es sauber und aufgeräumt und freue mich auch darüber wenn ich ganz in Ruhe putzen kann. Nur gestaltet sich die Sache eben ganz genau so, dass immer zwei Dinge auf der Strecke bleiben wenn ich eine vernünftig mache. Also mache ich alles nur halb, naja vielleicht auch nur ein Drittel. Das einzige was ich mit voller Hingabe mache ist unzufrieden sein. Ja, ich bin vollkommen angekotzt von dem Dreck hier zu Hause, der Unordnung, den Wäschebergen, den Fertiggerichten und der mangelnden Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringe. Ebenso Genervt bin ich davon, dass ich viel zu wenig im Job schaffe und noch so viel vor hätte. Ich bin einfach nicht genug!

Lösung gibt es einige aber dennoch keine die mir wirklich gefällt. Ein Au-Pair wäre großartig, aber ohne Zimmer auch nicht so richtig gut. Auch eine Putzfrau kann ich mir nicht leisten und umsonst macht es mir dann doch keiner. Wenn ich im Job reduziere, bin ich noch unzufriedener und unser Geld reicht von vorne bis hinten nicht und die Zeit mit meinen Kindern ein zu knappen – das kommt wirklich nicht infrage! So bleibt mir nur eins: weiter zu rennen, bis einer der Faktoren sich von selbst erledigt. Traurigerweise werden das meine Kinder sein, die mich mit der Zeit immer weniger brauchen. Und dann beruhigt sich alles, dann glätten sich die Wogen. Na herrlich

Ge-denken

Heute ist der 9. November und in diesem Jahr sind die Progrome der Nazis 80 Jahre her. 80 Jahre, in denen das unvorstellbar möglich wurde, in denen Menschenrechte scheinbar aufgehoben wurden und Millionen getötet. 80 Jahre, in denen ein Volk entnazifiziert wurde, in dem Prozesse gehalten und 80 Jahre, in denen doch nichts geschah. Heute sind wir dem Thema Hass und Gewalt so nah, wie lange nicht mehr. Öffentliche Diskriminierung ist an der Tagesordnung, Progrome wieder denkbar. Die Politik deckelt und verharmlost was geschieht und die jenigen, die für Menschnewürde und Zusammenhalt auf die Straße gehen fürchten um ihre Sicherheit. Die Geschichte wiederholt sich – und wir alle sehen dabei zu.

Gedenken, in diesem Wort steckt auch denken. Denken, das bedeutet auch selbstständig nachzudenken, sich mit dem auseinander setzen was passiert. Im Anblick eines Facebook-Memes zum 9. November einmal kurz zu ge-denken kann nicht alles sein. Um die Geschichte dieses Mal aufzuhalten braucht es mehr. In erster Linie Mut und Aufmerksamkeit. Jeder einzelne muss Unrecht und Verletzungen der Menschenrechte erkennen und sich einmischen. Die anderen sind laut und überzeugend – also lasst uns lauter und überzeugender sein.

Kein Mensch ist illegal, wir sind alle Menschen!

Ten times a day

Als ich heute morgen den Frühstückstisch erreichte, langsam und in meinem schönsten Gewand*, war mir schnell klar, dass ich am heutigen Sonntag nicht zu höherem berufen bin. Jede Bewegung war zu viel, ich wollte einfach nur da sitzen. Und so beschloss ich, den Tag über maximal 10x aufzustehen. Einmal war schon vergolten, war ich ja schließlich aus dem Bett aufgestanden.

Die ersten 200 Anfragen, die mit „Mama, kannst du mal eben…“ begonnen, wimmelte ich erfolgreich mit der Anzahl der Auferstehungen als Begründung ab. Läuft! Gegen 11 kombinierte ich dann das Einlassen des Badewassers für D-Hörnchen geschickt mit einem Toilettengang und dem Wechsel der Etage. ‚Zwei‘ also bis 11 Uhr, ich war so gut. Gegen Mittag musste ich ein bisschen Schwung in den Tag bringen, tatsächlich aber saß ich um 13.00 mit exakt 5 Auferstehungen am Tisch. Diverses „kannst du mal“ und „machst du mal“ hatte ich erfolgreich delegiert, andere Aktionen sinnig gebündelt. Herrlisch.

Nach dem Mittagessen versuchte ich der Aktion treu zu bleiben und schaffte es bis 18.15 mit 8 mal Aufstehen hinzukommen; mein Master in Prokrastination sollte geritzt sein. Ein mal Aufstehen spare ich mir für den Gang vom Sofa zum Bett auf und mit dem letzten gehe ich gleich was zu Futtern holen.

Natürlich weiß ich um den Blödsinn des ganzen, das putzige ist jedoch, dass man die anderen Bewohner des Hauses tatsächlich in Bewegung bekommt und vor allem, dass sie mir den Scheiß abgenommen haben. „Ach ja, dann mache ich das eben selber.“, sagten sie und holten frisches Brot, den vergessenen Löffel, die Klamotten und alles mögliche. Somit bleibt das Fazit: Ich bin ein dummes Schaf, das viel zu oft ohne zu denken aufsteht.

*liebevolle Umschreibung für Schlafanzug mit Hoodie und warmen Socken

VNV Nation/ Heimspiel

Tanzbare, elektrische Musik mit mächtig Bums und Texten die relevant sind, einem Sänger, der mit seiner Bühnenpräsenz und Ausstrahlung so mitreißt , dass man über Stunden wie abgeschossen ist; das ist mein Fazit nach meinem ersten Konzert von VNV Nation. Alter, war das gut! Mit mächtig Druck gingen die Bässe vom ersten Ton an direkt rein; Herzaussetzer gratis. Alles hat vibriert, alles in Bewegung. Das Publikum wir ein waberndes Gebräu im Hexenkessel, Ronan Harris der Hexer, der die Masse zum kochen bringt.

Nach dem ersten Lied kam im Übrigen die Bitte der Band, den Blitz am Handy auszumachen beim Fotografieren, und bitte haltet das Handy dabei nur vor eure eigenen Augen. „Es geht hier um Respekt!“ sprach Ronan und traf den Nagel so sehr auf den Kopf! Miteinander feiern, nicht gegeneinander, so die klare Message. Abgeschlossen wurde der Abend mit dem Stück „All our sins“, das sich mit dem Fristern der Menschen auf Erden befasst, mit dem Leid der einen und der Ignoranz der anderen. Ein klarer Apell: Die Uhr tickt, die Massen marschieren wieder. Handelt, bevor es zu spät ist!

Jeder vor seiner Haustür

Das A-Hörnchen hat Unfug getrieben. In der Schule hat er das Buch eines Mitschülers versteckt, leider kam es dabei zu Schaden. Als er zu der Sache befragt wurde, verleugnete er. Hässlich, zugegeben; aber kein Drama. Am Geschehen beteiligt war ein anders Kind, seine Rolle unklar. Gestern Abend rief mich dann die Mutter an.

Es gäbe Probleme, A-Hörnchen hat… Schlagartig hatte ich das Gefühl mit D-Hörnchen zu diskutieren, hörte aber dennoch weiter zu. Meiner hat, aber deiner auch, und deiner mehr und meiner eigentlich unfreiwillig; soweit so gut. Dann holte sie aus. Meiner sei recht gestört, das sagen auch andere. Meiner sei nicht normal, auch das wissen andere. Meiner sei ein Problem, das der anderen und ihrs und sein eigenes. Meiner ist falsch und isoliert und überhaupt müsse ich dringend handeln. Und sie müsse das auch, denn Ihrer würde durch meinen schon schaden nehmen. Das müsse ich auch mal sehen.

Es kostete mich alle Nerven, warscheinlich drei Lebensjahren und einige Telefonate um klarzustellen, dass ich das Handeln meines Sohnes deutlich nicht befürworten. Viel weniger aber kann ich die massive Grenzüberschreitung der anderen Mutter akzeptieren. Wir alle sehen unsere Kinder und die der anderen. Wir alle erziehen, mehr oder weniger bewusst, nach bestimmten Parametern, Werten und Prioritäten. Meine Aufgabe als Mutte ist es nicht, die Parameter, Werte und Prioritäten der anderen zu bewerten und zu überprüfen. Die Aufgabe jedes Elternteils ist es schlicht, das eigene Kind so zu erziehen, dass es zu den eigenen Wünschen und Werten und all dem und am Ende auch in diese Welt passt, also in der Lage ist, irgendwann ein selbstbestimmtes, glückliches Leben zu führen.

Unfug gehört dazu. Jetzt, mit 11 ist es ein. Verstecktes Buch oder eine geklaute Mütze, später werden es heimliche Zigaretten, Zündeleien oder andere Missetaten sein, die uns stets daran erinnern, unsere Wertesysteme zu überprüfen. Niemals aber sollte man beginnen die Systeme anderer zu überprüfen oder gar schlecht zu reden. Jeder in seinem Ramen, jeder vor seiner Haustür. Ernsthaft Kritik zu äußern ist mit Sicherheit den Pädagogen in Kita und Schule gestattet, ebenso sicher einigen engen Freunden. Nicht jedoch denen, die im Vorbeigehen meinen mein Kind oder unsere Erziehung beurteilen zu können. Fegt gern euer eigenes Laub. Meins gefällt mir gut.

Das Genie und das Chaos

„Ornung ist das halbe Leben, und du lebst in der anderen Hälfte!“ Dieses Mantra haben meine Eltern mir runter gebetet, damals, als mein Zimmer einem Tempel für das ultimative Chaos glich, man faktisch nie dem Boden sah und Schreibtisch und Fensterbänke nur zu erahnen waren. Damals, als jeder Millimeter meiner Wände mit Postern, Postkarten und allem erdenklich anderem tapeziert waren, als es den Anschein machte als müsste meine gesamte Persönlichkeit irgendwie in 8 m² untergebracht werden.

Heute bin ich es, die immer mal wieder zur Verzweiflung getrieben wird. Kinder vorbereiten Chaos, Eltern räumen auf. So ist es eben! Insbesondere das A – Hörnchen scheint aber immer wieder vollkommen nicht in der Lage zu sein, Ordnung zu halten. Nein, es ist gerade so als Zier er das Chaos magisch an und sei noch der natürliche Multiplikator. Sein Zimmer übertrifft alles was ich je gesehen habe, und das erstaunliche ist, dass er auch alle anderen Räume des Hauses immer wieder in Windeseile in völliges Chaos versetzt. Ja, es ist hier beeindruckend was er dazu Stande bringt.

Aber was hat es eigentlich auf sich mit dieser Ordnung? Was braucht ein Mensch Ordnung zu halten, was motiviert ihn und was hilft ihm dabei?“ Das Genie hält keine Ordnung, es beherrscht das Chaos!“, Eine Weisheit, die gern von all den Chaoten preisgegeben wird. Aber ist das so? Sind die klugen Menschen einfach chaotischer? Und wenn ja, was soll der Blödsinn dann? Oder ist es in Wirklichkeit einfach so, dass der Chaot zu blöd ist um Ordnung zu halten?

Und Ordnung zu halten braucht es erst mal einige wenige Grundvoraussetzung. Man muss Prioritäten setzen können, also entscheiden was benötige ich, was benötige ich nicht, man muss sich von Dingen trennen können – dieses berühmte Wegwerfen, dass so vielen Menschen wahnsinnig schwer fällt und man muss einen gewisse Grunddisziplin mitbringen, und Ordnung überhaupt aufrechtzuerhalten. Sind diese drei Eigenschaften ausnahmslos gut aus geprägt ist es vollkommen einfach. Nach dem man etwas benutzt hat, legt man es sofort wieder dorthin zurück, wo ist hingehört. Benötigt man etwas nicht mehr, schmeißt man es weg. Durch die Fähigkeit zur Priorisierung, fallen im Haushalt keine unnötigen Gegenstände an, die Unruhe und Chaos verbreiten könnten. Nur trifft dies ganz offenbar auf die aller wenigsten Menschen zu. In den meisten Wohnungen stehen Erinnerungsstücke, Fotos oder selbst gebastelte Accessoires. Es gibt hier mal einen Strauß Blumen, da mal ein bisschen Chichi und das ein oder andere Erinnerung Stück. Die meisten Menschen stellen ihre Kaffeetasse nicht sofort in die Spülmaschine und ebenso viele Menschen lassen hier und da mal eine Socke fallen. Wirklich von Grund auf aufgeräumt und damit in meinen Augen fast steril, Leben die aller wenigsten.

Nun lässt sich hier mit allenfalls festhalten, dass die allermeisten Menschen wahrscheinlich durchschnittlich gut in der Lage sind Prioritäten zu setzen, durchschnittlich gut dazu in der Lage sind, Dinge weg zu werfen und durchschnittlich diszipliniert sind. Der eine oder andere. Mag etwas besser oder etwas schlechter aus geprägt sein, in Mittel reicht es aber dazu nicht völlig im Chaos zu versinken und einen eben durchschnittlich aufgeräumtes Leben zu führen. Doch was ist mit diesen Chaoten, den Leuten bei denen es zwar nicht fürchterlich dreckig ist, bei denen aber ganz augenscheinlich das Chaos zu herrschen scheint und man weder Priorität noch Disziplin erkennen kann? Tatsächlich geht man davon aus, dass die Gruppe dieser Menschen sich in etwa zwei teilt. Die Strunkturlosen, die es einfach nicht können und die überdurchschnittlich Schlauen. Die eine Hälfte, nämlich die wirklich unstrukturierten, räum halt schlicht nicht auf. Dinge werden liegen lassen, es wird er gehortet als weggeworfen und die Priorität liegt in der Regel nicht auf dem, was gerade angesagt wäre.

Die andere Hälfte zelebriert ihr durcheinander. Diejenigen unter den Chaoten, die wirklich außergewöhnlich klug sind, halten keine Unordnung weil sie es nicht besser können, nein sie halten und Ordnung weil sie sich von ihr beflügelt und kreativ animiert fühlen. Das Chaos, oder das was von außen als Chaos wahrgenommen wird, ist ein geliebtes Mittel um die Umwelt attraktiv, vielfältig und abwechslungsreich zu halten. Und ja, das Genie beherrscht das Chaos! Denn der wirklich überdurchschnittlich schlaue Chaoten weiß in aller Regel ganz genau wo sich was befindet. In all seinem Durcheinander weiß er genau wo er die Fernbedienung gestern Abend hingelegt hat, wo der Deckel von dem besonders gut schreiben den Stift ist und wo sich im Zweifelsfall noch 0,20 € auftreiben lassen. Er geniest die Spuren seines Lebens und sieht kein Durcheinander sondern viel mehr Ideen und Gedanken in Form einer gelebten Umgebung.

Ich gehe fest davon aus, dass es auch in diesen Untergruppen, also den durchschnittlichen Aufräumern, den nicht – Aufräumern und den intelligenten-nicht-Aufräumern ausdrücklicher Ausnahmen gibt. Auch möchte ich erwähnen, dass Krankheiten wie das Messi Syndrom ganz bestimmt nichts mit mangelndem aufräum- Vermögen, hochintelligenz anderem zu tun haben. Eine Krankheit ist eine Krankheit, hat Ursachen und gehört behandelt.Trotzdem möchte ich mich persönlich damit trösten, dass mein A – Hörnchen einfach nur zu schlau zum aufräumen ist. Bestimmt.