Neues Jahr, neues Glück

Früher sah ich mir gern die Jahresrückblicke von RTL oder so an. Heute bin ich da skeptisch, zu gefärbt ist mir das ganze. Und so ziehe ich lieber selbst Bilanz. 2018, wie warst du denn?

Privat war es ein turbulentes Jahr. Ein Jobwechsel, ein Todesfall; beides emotional sehr markant. Auch sonst hat sich einiges bewegt, es wackelte hier, es zappelte da. Viele meiner Freunde erlebten kleine und große Dramen, andere erlebten aber auch wundervolles. So bekamen einige Freundinnen Babys, kauften Häuser oder heirateten. Ich persönlich fand 2018 schwergängig und anstrengend; einfach so.

Politisch betrachtet sieht die Sache ähnlich aus. Mehr als ich es jeh erlebt habe rückte rechter Terror in unseren Lebensalltag. Chemnitz ist nur ein Ort, dessen Name nicht mehr genannt werden kann ohne an Angst und Verfolgung zu denken. In den USA war es Charston, und auch Paris war unruhig. Die Essener Tafel lehnte Neuaufnahmen von Nicht-deutschen ab, da der Anteil dieser Gruppe bei über 75% läge; wieso so viele Menschen jedoch in Not geraten bedachte kaum einer. Es gab Terroranschläge und Amokläufe, viele Fragen blieben offen – die nach dem warum und wieder einmal die nach den Waffengesetzen der USA. Polizeigewalt war ein Thema 2018 und ebenso die Ignoranz von rechten Übergriffen von Seiten der Politik. Flucht blieb ein Thema und damit verbunden sorgten geschlossene Grenzen und die Kriminalisierung der Helfer auf dem Meer für Debatten. Kann es wirklich angehen, dass Menschen belangt werden, die Menschen retten? Ja, 2018 ging das. Es war das Jahr der paradoxen Sensationen. Cola-Hersteller und Helene Fischer stellten sich geschlossen gegen Rechts, der Bundesregierung gelang dies nicht.

Ja, es waren dezente Highlights 2018, kleine Mutmacher. Alles in einem aber war es schwermütig, immer wieder grausam und teilweise Angst einflößend. 2019 muss da besser werde, sagt mein Herz. Geht gar nicht anders, sagt die Seele und der Verstabd flüstert leise: Aber wie denn?

Off-line

Unser Urlaubsort liegt dieses Jahr im niergendwo. Im Umkreis von 3 km nur Wald, Felder und Schafe, es ist wirklich beschaulich. In der Beschreibung der Ferienwohnung stand: W-LAN und warscheinlich hätten wir es auch ohne genommen. Wie dem auch sei, das mobile Netz ist nicht zu gebrauchen, und das was man hier draußen W-LAN nennt, ist allenfalls ein gelegentlicher Anflug einer Spur Netz. Wir sind offline.

Und wie das so ist, bemerkt man erst wenn etwas mal weg ist, wie sehr man es mag. Ob die Bergbahn morgen geöffnet ist kann ich nicht herausfinden. Auch nicht wie man dahin käme. Google Maps; haha. Die Öffnungszeiten des Supermarktes an Silvester hätte man vor Ort herausfinden müssen, aber wer denkt denn an sowas. Auch das Fernsehprogramm bleibt ein Mysterium, ebenso wie das Wetter. Dass auch WhatsApp, Twitter und Facebook schweigen, muss ich nicht erwähnen. Na ja, gestern bekam ich eine E-Mail – Spam.

Trotzdem wissen wir uns zu helfen. Anstatt fernzusehen, spielen wir Spiele. Wir lesen Straßenkarten und sind eben spontan – alles easy. Und im herauszufinden wie das Wetter so ist, gucken wir die Schafe gegenüber an. Heute waren sie nass und gerade und standen nah beieinander. Es regnet, ist windstill und offenbar kalt. Nur ob es geschneit hat, ließ sich schlecht ermitteln; weiße Schafe und so.

…Gepostet vom Starbucks…

Augen auf!

Heute morgen um fünf wachte ich auf. Mein erster gequälter Gedanke war: Schüttelfrost! Mein ganzer Körper bebte, ich hatte Mühe meine Gliedmaßen zu kartographieren. “ Alle da, wenig Kontrolle“ war das Ergebnis nach wenigen Sekunden. Ich schleppte mich zum Klo, kam dort mehr schlecht als recht an. Das Klo ist nicht weit vom Schlafzimmer entfernt, jedoch ist es festerlos und innenliegend. Zwischen dem Schlafzimmer mit geöffnetem Fester und dem kleinen Abort lag ein Temperaturunterschied von gut 10 Grad. So bemerkte ich erst hier, dass mir sehr kalt war. Ich bibberte vor Kälte, so stark wie noch nie zuvor. Zurück im Bett deckte ich mich zu und brauchte ungefähr 12 Stunden um wieder warm zu werden. Ich musste meine Decke im Schlaf weggeschoben haben und dank der letzten REM-Phase lag ich bewegungslos und ausgeliefert da.

Kälte im Schlaf ist teuflisch. Zu Beginn ist sie deutlich unangenehm, Füße und Hände werden kalt, schmerzen heftig. Das liegt daran, dass der Körper die Peripherie nicht mehr versorgt wenn es zu kalt wird. Ab einer Körper-Kerntemperatur von etwa 35 Grad beginnt der Körper dann, ähnlich wie beim Schütelfrost, alle Muskeln zu kontraktieren um Wärme zu produzieren. Außerdem beginnt er Fett zur Wärmegewinnung zu verbrennen. Erst bei einer Kerntemperatur von 32 Grad hört das Zittern allmählich auf. Der Körper schaltet auf Ruhe. Von nun an werden nur noch Gehirn, Herz und Lunge versorgt. Der Herzschlag geht massiv zurück, bis auf 2 Schläge/ Minute. Das Denken wird zäh und wirr, Bewegungen sind fast unmöglich. Erst bei 29,5 Grad wird das Großhirn allmählich heruntergefahren – der Mensch stirbt.

Wohlgenährte m, nüchterne Menschen in Häusern erfrieren nicht. Und auch wenn es hoch unangenehm ist, durchgefroren aus wirren Träumen wachzuwerden, war ich zu keiner Sekunde in Gefahr. Mein Körper wusste was zu tun ist, er hat mir Bescheid gegeben. Jedoch sollten wir, gerade jetzt, immer bedenken, dass es in jeder Stadt Menschen gibt, die kein Zuhause haben. Obdachlose sind im Winter hoch-gefährdet. Schlechte körperliche Verfassung, Alkohol- und Drogenkonsum intensivieren die Ohnehin große Gefahr nachts zu erfrieren.

Bitte, wenn ihr einen Menschen in der Kälte seht, der möglicherweise gefährdet ist, sprecht ihn an! Vergewissert euch, dass der Mensch sich selbst helfen kann und versorgt ist. Bei der kleinsten Unsicherheit oder wenn ihr euch nicht traut (was total ok ist!!) ruft 112 und sorgt dafür, dass dem Menschen geholfen wird. Ohne gute Ausrüstung, das heißt Schlafsäcke, Iso-Matten, Winterkleidung und guter körperlicher Verfassung ist das Übernachten im Freien im Winter kaum zu schaffen. Alkohol und Drogen führen außerdem dazu, dass das körpereigene Alarmsystem wenig zuverlässig agiert. Jedes Jahr sterben, auch in Deutschland, Menschne durch Erfrieren. Also bitte, Augen auf!

Der Deutschen und seine Autobahn

Bis heute hält sich der Mythos, Adolf Hitler hätte die Autobahn erfunden. Tatsächlich ist das Quatsch! Wusstet ihr…

… dass die erste Autobahn bereits 1921 in Berlin gebaut wurde? Die „Avus“ war eine innerstädtische Straße, die nur von Autos benutzt werden durfte und vornehmlich als Renn- oder Teststrecke benutzt Ebenfalls in den 20ern gab es die Vision einer Kraftfahrzeugstraße, die von Hamburg bis nach Genua/Italien führen sollte. Diese Straße blieb jedoch Vision.

1930 kam Idee der „Nur – Auto – Straßen“ in den Reichstag. Sie wurde abgelehnt, da man ihrn Bau für nicht durchführbar hielt. 1932 erkannte Konrad Adenauer dennoch das enorme Potenzial der „Nur – Auto – Straße“ und setzte sich über den Reichstags- Beschluss hinweg. Vornehmlich um die enorm hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, ließ er eine „Kraftwagenstraße“ zwischen Köln und Bonn erbauen. Diese vierspurige Straße hielt was sie versprach, schuf viele Arbeitsplätze und versetzte die Menschen in stolz.

Fritz Todt von der NSDAP war es, der 1933 das Potenzial der Kraftwagenstraßen erkannte. Als „Generalinspektor für Straßenwesen“ bediente er sich an der Idee, degradierte Adenauers Autobahn zur Bundesstraße und propagierte von hier an die große Idee in Hitlers Namen. Die geschaffenen Arbeitsplätze, die großartigen Fortbewegungsmöglichkeiten, die bessere Kriegsführung – all das schrieb er auf Hitlers Fahne. Man geht im übrigen davon aus, dass in etwa je 6 km Autobahn ein Menschenleben gefordert haben. Schlechte Arbeitsbedingungen, ungelerntes Personal und großer Zeitdruck haben die deutschen Autobahn zwar so kostengünstig wie möglich gemacht, jedoch war es alles andere als ein Vergnügen am Bau beteiligt zu sein.

Übrigens gibt es auf den deutschen Autobahn insgesamt 24 Notlandeplätze, auf denen sogar große Transportmaschinen landen können. Diese Autobahnabschnitte sind schnurgerade, die Leitplanken sind leicht zu demontieren und der Mittelstreifen ist ebenfalls ausbetoniert. Im Osten hingegen gibt es angeblich sogenannte Sprengfallen; in die Straße eingelassene Bereiche, die im Angriffsfall gesprengt werden könnten, so dass der Feind von Osten die Autobahn nicht mehr nutzen kann.

Außerdem hübsch zu wissen: Die Autobahnen sind nach einem ausgeklügelten System nummeriert. Ungerade Nummern verlaufen von Norden nach Süden oder umgekehrt, gerade verlaufen von Westen nach Osten (oder umgekehrt). Die einstelligen Autobahnen verlaufen durch das ganze Land, zweistellige sind jeweils regionale Autobahnen und dreistellige die innerstädtischen. Die Regionalautobahnen sind ausserdem nach Bundesländern sortiert:

10er = Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg
20er = Schleswig-Holstein, Niedersachsen
30er = Südliches Niedersachsen
40er = Nordrhein-Westfalen, Hessen
50er = Nordrhein-Westfalen
60er = Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
70er = Bayern, Sachsen, Thüringen
80er = Baden-Württemberg
90er = Bayern

Heute ist in Frage zu stellen, ob man wirklich stolz sein muss auf dieses ausgeklügelte System von Schnellstraßen. Ich persönlich würde mich lieber mit einem guten Bahnnetz oder tollen Radwegen schmücken; aber da ist der Deutsche noch nicht. Der liebt ja seine Autobahn.

Frohes Fest und so

Ich kann mich noch in Schemen daran erinnern, wie furchtbar aufgeregt ich damals an Heilig Abend war. Alles lief nach einem immer gleichen Plan. Vormittags spielen, Mama und Papa waren mit Dingen beschäftigt. Am frühen Nachmittag saßen wir in der Küche, aßen und sahen ausnahmsweise in der fern. Meine Eltern hatten einen alten schwarz-weiß Fernseher, bei dem man die Sender mit so einem Rädchen einstellen musste, den packten sie zu diesem Anlass aus. So sahen wir irgendetwas in der Flimmerkiste, Bauchweh vor Aufregung und all das. Anschließend gingen wir spazieren, im halbdunkeln. Und man glaubt es nicht, genau in dem Moment kam immer der Weihnachtsmann. Jedes Mal. Den geschmückten Tannenbaum sahen wir Kinder erst zur Bescherung, denn das Wohnzimmer war am 24.12. geschlossen. Im Grunde was es immer gleich, mal mit Oma und Opa, mal mit Onkel und Tante. Es war einfach und beschaulich und dadurch gut!

Auch meine Hörnchen sind zum platzen gespannt. Den Vornittag haben sie tapfer gespielt und ein wenig geholfen. Die gröbsten Vorbereitungen sind abgeschlossen, in 1 Stunde kommen Oma und Opa. Jetzt grad sehen sie fern, ausnahmsweise. Unser Baum hingegen steht schon seit 1,5 Wochen und spielt Uno. Und später wird alles seinen Lauf nehmen, beschaulich und einfach und eben genau dadurch gut!

Frohes Fest euch da draußen.

Morgen kommt der Weihnachtsmann

Morgen ist es endlich so weit, es ist Weihnachten. Wie in jedem Jahr rate ich den Hörnchen, die Zimmer noch mal gründlich aufzuräumen, damit morgen auch kräftig losgespielt werden kann. Jeder versteht was ich sagen und die vier ziehen los.

D-Hörnchen räumt fleißig die Autos in die Autokiste, die Flugzeuge in die Flugzeuge- Kiste und das Lego und die Legokiste. Er stellt schnell 3-4 Bücher ins Bücherregal und bringt dann noch seinen Schreibtisch in Ordnung, falls er etwas zu malen bekommt. Nach etwa einer halben Stunde ist er fertig, sein Zimmer sieht super aus. Der Menne kann staubsaugen, alles ist toll!C – Hörnchen räumt die Puppen zu den Puppen-Sachen, sortiert Bücher ins Bücherregal, vergisst einiges an Playmobil und ist dann aber nach kürzester Zeit auch soweit, dass Staub gesaugt werden kann. Der Schreibtisch sieht so aus, dass drauf geschrieben werden kann, das Bastelregal ist eingeräumt und alles ist bereit. Sie ist begeistert, ich bin begeistert und somit ist alles bestens! B-Hörnchen motzt zwar jedes Mal vor dem aufräumen kräftig, ist dann aber schnell soweit, dass die abschließenden Arbeiten beginnen können. Alles in einem kein Problem.

Am schnellsten geht das aufräumen bei A-Hörnchen. Nach nur 10 Minuten kam er freudestrahlend aus seinem Zimmer und verkündete, dass er fertig sei. Als ich in sein Zimmer kam stellte ich fest, dass unsere Ansichten von „aufgeräumt“ wieder einmal stark voneinander abweichen. Er hatte nicht aufgeräumt, er hatte alles irgendwie zusammen gestellt. Etwa 1 m² des Flures vor dem Zommer war zusätzlich mit Dingen voll gestellt, weil sie einfach nicht mehr ins Zimmer passen. Jedes einzelne Regalfach sowie der Schreibtisch waren mit Bergen und Türmen von „alles mögliche“ voll. So nicht! Ich wies ihn zurecht, dass zumindest der Flur wieder frei sein müsste. A-Hörnchen argumentierte jedoch, dass dies nicht ginge weil seine Regale ja so voll wären. So begann ich ein Regal Fach, dass für mich nicht allzu voll gestopft aus sah, zu leeren. Ich fand zwei verknickte Schnellhefter, 7 Löffel Konfetti, zwei Flummis, drei Würfel, 87 Büroklammern, 35 Zahnstocher, 17 Q-Tipps (acht davon mit Tusche gefärbt), zwei Medizini-Zeitschriften, ein Buch und diverses undefinierbares Zeug. Jedes einzelne Teil war 1. überflüssig und 2. obdachlos. Im zweiten Regalfach fanden wir einen leeren, zerschnittenen Karton, etliche knitterige Notenblätter, ein weiteres Buch, drei weitere zerpflückt der Schnellhefter (auf einem stand das Wort „Noten“), einige Stifte, 9 Radiergummis, Legosteine, Elektrobauteile und einen halb auf- gelutschten Lolli.

Das A- Hörnchen hat über 20 kleine Regalfächer, IKEA sei Dank. In jedem einzelnen fand ich erstaunliche Schätze, erschreckende Kreationen und einige Dinge, die schon lange gesucht hatte. Nur eines fand ich abermals nicht: die Erkenntnis, wieso um alles in der Welt das immer wieder so sein muss. Um das Zimmer von „vollkommen aufgeräumt“ zu „vollkommen desaströs“ zu verwandeln, braucht er genau zwei Wochen. Immer und immer wieder, jedes Mal! Wieder einmal habe ich heute verfügt, dass wir keine alten Zahnstocher sammeln, das Kronkorken, Gips-Stückchen, Steine, kleine Stöcker, leere Überraschungseier, Anspitzderdreck, leere Tintenpatronen und all die anderen Dinger zwar irgendwie faszinierend sind, aber nicht einfach so in Haufen gesammelt werden können. Das erklären habe ich aufgegeben. Ich verfüge jetzt, bestimme einfach über seinen Kopf hinweg und ignoriere, dass er wegen jedem einzelnen Teil leidet wie ein Tier.

Ganz in Wirklichkeit leider auch ich. Wenn ich das Zimmer sehe, wenn ich es aufräumen muss und wenn ich sehe, wie sehr er leidet. Den Schlüssel zum Glück habe ich noch lange nicht gefunden – werde ich vielleicht auch niemals finden. Aufräumen ist scheiße, war es früher, war es ganz früher, war es damals, war es neulich und ist es heute.

Frohes Fest. 🎄

Wusstet ihr…

…, dass der erste Beleg für einen geschmückten Tannanbaum aus dem Jahr 1597 stammt und auf einen Baum in Bremen hinweist, der dort von der Zunft aufgestellt und mit Gebäck und Äpfeln geschmückt wurde?

Bis ins 18. Jahrhundert waren es nur die Zünfte, die hier und da einen Baum schmückten, erst dann begannen auch hohe Beamte und andere wohlhabende Personen sich zu Weihnachten Tannen aufzustellen. Die Bäume waren zu der Zeit rar und vor allem sehr teuer.

Im 19. Jahrhundert gab es erste Zuchtwälder für Tannen und Fichten, die Bäume wurden nach und nach erschwinglich und etablierten sich zunehmend. In der katholischen Kirche wurde jedoch zum ersten Mal Mitte des 20. Jahrhunderts ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Der Vatikan schmückte zum ersten Mal im Dezember 1982 einen Tannenbaum – warscheinlich zu ehren meiner Geburt.

Der Brauch Tannen zu schmücken und ihnen Bedeutung zukommmen zu lassen hingegen ist uralt und heidnisch. Immergrüne Pflanzen standen für Fruchtbarkeit und wurden schon im 9. Jahrhundert als heute bekanntes Tannengrün zum Wintersonnenwende in die Häuser gehängt um den Frühling wiederkehren zu lassen. Auch das schmücken der Zweige war früh üblich.

Der Begriff „Tannenbaum“ geht übrigens aufs 12./13. Jahrhundert zurück. Im Mittelhochdeutschen wurde zu erst ein „tanboum“ erwähnt, der einen immergrünen Nadelbaum bezeichnete. Der Begriff Tanne stammt aus dem althochdeutschem und leitet sich von dem Wort „tanna“ ab. Ursprünglich war dies die Bezeichnung für die genannten immergrünen Bäume und den Wald in dem sie stehen. Erst später bezeichnete die Tanne eine eigene Nadelbaumart. Trotz der vorhandenen Trennung zwischen Tannen, Fichten, Kiefern usw. ist Tanne nach wie vor das Synonym für eben das, was wir unter einem pieksenden, grünen Baum verstehen – inklusive Duft, Haptik und allem was dazu gehört.

Snooze

Mit der Snooze-Taste vom Wecker ist es so eine Sache. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie und paradoxerweise sind die aktivsten Nutzer oftmals die größten Hasser. Ich selbst snooze nicht, gehöre zu den Menschen, die nach dem dritten Piep das Bett schon verlassen haben. Andere snoozen ausgiebig über Stunden und planen den Zeitverlust sogar in die Rechnung für die perfekte Aufstehzeit mit ein.

Erfunden wurde die Snooze-Taste in den 50er Jahren von einem Wissenschaftler, der das Aufwachen angenehmer gestalten wollte. Der ursprüngliche Gedanke der Funktion war, durch das einmalige Nutzen, den Körper langsam auf das bevorstehende Aufstehen vorzubereiten. Beim ersten Klingeln beginnen die Hormone auf „Tagmodus“ umzustellen um dann, neun Minuten später, bereit zu sein um aufzustehen; die Blase drückt, der erste Hunger stellt sich ein und plötzlich ist es gar nicht mehr so schlimm. Der Gedanke war gut und funktioniert tatsächlich tadellos – bei korrekter Anwendung.

Korrekt anwenden beinhaltet natürlich das nur einmalige Nutzen der Funktion; so viel kann sich jeder vorstellen. Viel wichtiger ist aber eine regelmäßiger Tag-Nachtrythmus, der es den zuständigen Hormonsystemen erst ermöglicht zuverlässig zu arbeiten und – ausreichend Schlaf! Denn ist der Körper nach 5 oder 6 Stunden Schlaf einfach noch nicht ausgeruht, beginnt er nicht beim ersten Piepen hochzufahren. Im Gegenteil, er gibt alles um genau dies zu verhindern. Das übermüdete Gehirn entwickelt schnell die Fähigkeit, wie in Trance den Wecker immer und immer wieder auszuschalten. Mit jedem verpatzten Durchgang schaltet das Hirn auf „tiefer schlafen“ um endlich die ersehnte Ruhe zu bekommen. Das Wecken wird zur Tortur.

Die durchschnittliche Schlafdauer eines Erwachsenen liegt bei 7-8 Stunden. Weniger Schlaf bedeutet für den Körper nur eins: Stress. Ohne ausreichend Ruhe sammelt sich Cortisol im Körper an, genau wie es zum Beispiel bei BurnOut-Patienten der Fall ist. Schlaf ist elementar. Leider ist es viel mehr als nur guter Wille, diese 7,5 Stunden Schlaf auch zu bekommen. Frühe Arbeitszeiten, Schule und all das zwingen uns viel zu früh aufzustehen und das frühe ins Bett gehen lässt sich oftmals nicht mit dem Sozialleben vereinen, auf das man ja auch nicht verzichten möchte. Nichtsdestotrotz steht fest, das wiederholte nutzen der Snooze-Taste schaden dem Körper, stresst ihn enorm und war so nie gedacht. Um gegen diese Angewohnheit anzugehen braucht man vor allem viel Disziplin; ganz viel. Und eben Schlaf.

Übrigens, die meisten Wecker haben die Snooze-Funktion mit 9 Minuten voreingestellt. Dies kommt daher, dass die ersten Wecker mit dieser Funktion natürlich noch mechanisch liefen. Um das doppelte Klingen hinzubekommen, durften die zwei Weckzeitpunkte nicht im zweistelligen Minuenbereich von einander entfernt sein. Um eine maximale Zeitausbeute zu haben, wurde es also die neun.

Quartett

Im Adventskalender waren heute vier Quartetts. Im Vorfeld hatte ich jedem Hörnchen eins zugedacht, dass seinen Interessen halbwegs nah kommt und so gab es giftigen Tieren für das A-Hörnchen, eins mit Pferden für das B-Hörnchen, Meerestiere für C-Hörnchen und für D-Hörnchen Feuerwehrautos. Der Plan war gut, ich wusste das. Als ich am Morgen runter kam, sass das B-Hörnchen zufrieden vor ihrem bereits ausgepackten Pferdekarten.

25 Minuten bis alle vier das Haus verlassen mussten.

C-Hörnchen hielt mit angeekeltem Gesichtsausdruck die giftigen Tiere in der Hand und traute sich nicht die Ekelviecher auszupacken. D-Hörnchen freute sich auch über die Meerestiere, während A-Hörnchen etwas verwirrt aber mit Fassung ein Spiel mit Feuerwehr-Autos in der Hand hielt. Nein, freuen tat er sich nicht, das sah man deutlich, aber er schwieg. Schnell war klar, ich hatte fast alles vertauscht. Nun gut, ist ja nicht so schlimm, dachte ich. Ich tat überrascht kund, dass ich da einen Fehler gemacht hatte und das nicht jeder das hat, was er haben sollte. Für mich war die Angelegenheit dumm gelaufen, ich entschuldigte mich und dachte es sei damit gut. Haha

In 20 Minuten mussten alle los zur Schule

Das Drama nahm seinen Lauf. D-Hörnchen krallte sich an die Meerestiere vom C-Hörnchen, schnell flossen die ersten Tränen; erst beim D-Hörnchen und dann schnell auch beim C-Hörnchen. B-Hörnchen stimmte mit ein und das große A-Hörnchen stand stoisch guckend neben der Szene. D-Hörnchen kreischte mit jeder Sekunde mehr und mir ging mächtig die Düse.

15 Minuten bis zum Aufbruch zur Schule.

Keiner hatte gefrühstückt, drei heulten, einer schwieg. Was für ein Quartett. Es kostete mich eine Menge Geduld und Fingerspitzengefühl den Knoten zu lösen. Ich hatte einen fatalen Fehler gemacht und dessen dramatisches Ausmaß nicht erkannt. Am Ende waren alle zufrieden, hatten gefrühstückt und drei verließen pünktlich das Haus. Das D-Hörnchen, der am aller meisten geschrien hatte nicht tauschen wollen und plötzlich Feuerwehrautos hasste, zeiget im Kindergarten allen stolz sind Errungenschaft.

Und ich hatte das Quartett gewonnen. Vier Hörnchen zur richtigen Zeit, im richtigen Zustand am richtigen Ort.