Snooze

Mit der Snooze-Taste vom Wecker ist es so eine Sache. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie und paradoxerweise sind die aktivsten Nutzer oftmals die größten Hasser. Ich selbst snooze nicht, gehöre zu den Menschen, die nach dem dritten Piep das Bett schon verlassen haben. Andere snoozen ausgiebig über Stunden und planen den Zeitverlust sogar in die Rechnung für die perfekte Aufstehzeit mit ein.

Erfunden wurde die Snooze-Taste in den 50er Jahren von einem Wissenschaftler, der das Aufwachen angenehmer gestalten wollte. Der ursprüngliche Gedanke der Funktion war, durch das einmalige Nutzen, den Körper langsam auf das bevorstehende Aufstehen vorzubereiten. Beim ersten Klingeln beginnen die Hormone auf „Tagmodus“ umzustellen um dann, neun Minuten später, bereit zu sein um aufzustehen; die Blase drückt, der erste Hunger stellt sich ein und plötzlich ist es gar nicht mehr so schlimm. Der Gedanke war gut und funktioniert tatsächlich tadellos – bei korrekter Anwendung.

Korrekt anwenden beinhaltet natürlich das nur einmalige Nutzen der Funktion; so viel kann sich jeder vorstellen. Viel wichtiger ist aber eine regelmäßiger Tag-Nachtrythmus, der es den zuständigen Hormonsystemen erst ermöglicht zuverlässig zu arbeiten und – ausreichend Schlaf! Denn ist der Körper nach 5 oder 6 Stunden Schlaf einfach noch nicht ausgeruht, beginnt er nicht beim ersten Piepen hochzufahren. Im Gegenteil, er gibt alles um genau dies zu verhindern. Das übermüdete Gehirn entwickelt schnell die Fähigkeit, wie in Trance den Wecker immer und immer wieder auszuschalten. Mit jedem verpatzten Durchgang schaltet das Hirn auf „tiefer schlafen“ um endlich die ersehnte Ruhe zu bekommen. Das Wecken wird zur Tortur.

Die durchschnittliche Schlafdauer eines Erwachsenen liegt bei 7-8 Stunden. Weniger Schlaf bedeutet für den Körper nur eins: Stress. Ohne ausreichend Ruhe sammelt sich Cortisol im Körper an, genau wie es zum Beispiel bei BurnOut-Patienten der Fall ist. Schlaf ist elementar. Leider ist es viel mehr als nur guter Wille, diese 7,5 Stunden Schlaf auch zu bekommen. Frühe Arbeitszeiten, Schule und all das zwingen uns viel zu früh aufzustehen und das frühe ins Bett gehen lässt sich oftmals nicht mit dem Sozialleben vereinen, auf das man ja auch nicht verzichten möchte. Nichtsdestotrotz steht fest, das wiederholte nutzen der Snooze-Taste schaden dem Körper, stresst ihn enorm und war so nie gedacht. Um gegen diese Angewohnheit anzugehen braucht man vor allem viel Disziplin; ganz viel. Und eben Schlaf.

Übrigens, die meisten Wecker haben die Snooze-Funktion mit 9 Minuten voreingestellt. Dies kommt daher, dass die ersten Wecker mit dieser Funktion natürlich noch mechanisch liefen. Um das doppelte Klingen hinzubekommen, durften die zwei Weckzeitpunkte nicht im zweistelligen Minuenbereich von einander entfernt sein. Um eine maximale Zeitausbeute zu haben, wurde es also die neun.

4 Gedanken zu “Snooze

  1. Also ich nutze jede Minute die ich bekommen kann, aber da ich schon zur Grundschule um 7 Uhr am Bus stehen musste, ist mir das frühe Aufstehen indoktriniert. Aber ich liebe eine Funktion meines Smartphones (ok viele Wissenschaftler verbannen das SPh aus dem Schlafbereich). Es erkennt an meinen Bewegungsmustern, auf der Matratze liegend, wann ich dabei bin fast wach zu sein und wenn das in der Nähe meines eingestellten Aufwachzeitpunktes ist, weckt es mich. Ich finde das praktisch

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