Das Bäumchen steht

Es weihnachtet, das erwähnte ich. Gestern haben wir den Baum aufgestellt und mussten abermals feststellen, dass sie Hörnchen immer größer werden. In diesem Jahr haben sie den Baum im Alleingang geschmückt, alles was wir erwachsenen machen mussten war auf dem Sofa zu sitzen und zu gucken.

Das Highlight in diesem Jahr? Das C-Hörnchen hat dem Baum ein Uno-Spiel gebastelt. Sie stellte in der letzten Woche fest, dass es ja auch langweilig ist, so lange im Wohnzimmer zu stehen und nichts zu tun. Somit hängen neben unzähligen bunten Kugeln jetzt auch etliche Uno-Karten aus Bastelpapier am Baum. Ich glaube ihn schon 2-3 Mal beim Zocken erwischt zu haben. Jedes Mal wenn man an ihm vorbei kommt, rascheln seine kleinen plastik Äste und er hängt schnell alles wieder ordentlich auf. Niedlich!

..von Erick Kästner

Grad fielen mir ein paar Zeilen von Erich Kästner über die Füße, die ich trefflich amüsant finde. Man könnte sagen „seiner Zeit voraus“, andererseits sicherlich auch damals schon schwer am Zahn der Zeit.

Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?

Plötzlich färben sich die Klassefrauen,

weil es Mode ist, die Nägel rot!

Wenn es Mode wird, sie abzukauen,

oder mit dem Hammer blau zu hauen,

tuns sie’s auch und freuen sich halbtot.

Wenn es Mode wird, die Brust zu färben

oder – falls man die nicht hat – den Bauch…

wenn es Mode wird, als Kind zu sterben

oder sich die Hände gelb zu gerben

bis sie Handschuh’n ähneln, tun sie’s auch.

Wenn es Mode wird, sich schwarz zu schmieren,

wenn verrückte Gänse in Paris

sich die Haut wie Chinakrepp plissieren,

wenn es Mode wird, auf allen Vieren

durch die Stadt zu kriechen, machen sie’s.

Wenn es gälte, Volapük zu lernen,

und die Nasenlöcher zuzunähn

und die Schädeldecke zu entfernen

und das Bein zu heben an Laternen

morgen könnten wir’s bei ihnen seh’n.

Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln

immer auf den ersten besten Mist.

Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln!

Und sie sind auf keine Art zu zügeln,

wenn sie hören, daß was Mode ist.

Wenn’s doch Mode würde, zu verblöden!

Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.

Wenn’s doch Mode würde, diesen Kröten

jede Öffnung einzeln zuzulöten,

denn dann wären wir sie endlich los.

Aus: «Was nicht in Euren Lesebüchern steht» von Erich Kästner

Alle Jahre wieder

Es weihnachtet ganz passabel, die Vorzeichen sind klar. Die Adventskalender haben nur noch 10 Tütchen, an diversen Stellen im Haus sind Geschenke versteckt und inzwischen sprechen wir täglichen über den Tannenbaum (der dieses Wochenende einzieht). Ein weiteres untrügerisches Zeicher dafür, dass es bald so weit ist, ist dass die Kinder kaputt gehen. Denn während allerorts von aufgeregten, überdrehten Zwergen die Rede ist, habe ich es primär mit rotzigen, hustenden, fiebrigen Menschlein zu tun. „Alle Jahre wieder“, hallt es in meinem Ohr, und „Last Christmas“.

Es begann in der letzten November-Woche. Ich freute mich auf den ersten freien Tag seit Menschengedenken und das C-Hörnchen wurde krank. Nach einer Woche war sie saniert und ich atmete auf; kurz und etwas hilflos, denn meine Lunge war dicht. Es hatte mich selbst erwischt. Eine weitere Woche zog sich dahin, ich kampierte im Bett und war nutzlos. Weihnachtsfeiern kamen und gingen, ich blieb. Am Freitag ging es besser und nahtlos reihte sich eine Mandelentzündung im Halse des A-Hörnchens an. Eine weitere Woche verbrachte ich im Krankenlager, pflegen, trösten und m mich selbst bemitleiden. Am kommenden Montag kann er nun endlich wieder zur Schule; und wonder what: Das B-Hörnchen begann gestern den internen Ofen hochzuheizen. Einer raus, einer rein; nächster sein.

Nun ja, Wetten werden angenommen. Werde ich es schaffen bis Heilig Abend vollständig kuriert zu sein? Wer hängt fiebernd unter’m Baum und wer mit Kotzschüssel? Und wen erwischt es im Urlaub zur Jahreswende? Fragen über Fragen, und eine die bleibt: Wieso ist Weihnachten eigentlich nicht im August?

Human Rights

Der 10. Dezember ist seit 1948 der „Tag der Menschenrechte“. Etwas genauer hingeschaut, beginnt die Geschichte der Menschenrechte nicht 1948 und noch genauer hingeschaut, sind wir vielerorts noch heute weit entfernt von dem, was die Human Rights deklarieren.

Die ersten Menschenrechte wurden im Jahr 538 v.C. von den Persern erlassen. Im sogenannten Kyros Zylinder, einer Tonrolle, sind sie eingebrannt und deklarieren Freiheit für alle Menschen der bekannten Welt, Freiheit der Sklaven sowie eine freie Wahl der Religion. Diese weitreichende und liberale Erklärung war in der Antike nicht üblich und konnte sich nicht durchsetzen. Zwar haben beispielsweise auch die Römer Rechte für die Menschen verlesen, jedoch galten die nur für den freien Menschen. Die jenigen, die keine Bürgerrechte hatten, waren von den Menschenrechten ausgenommen. Hiervon Betroffen waren natürlich Sklaven aber auch Frauen und Kinder.

Die Christen verfassten die 10 Gebote als Leitlinie für menschliches Miteinander, jedoch gab es auch hier große Ausnahmen. Sklaven waren zwar zur Einhaltung der Gebote angehalten, standen jedoch nicht unter ihrem Schutz. Außerdem war die „Vertreibung und Ausrottung von Völkern anderen Glaubens“ gewollt und legitim. Allgemein ging man bis ins Mittelalter von einer naturgegebenen Verteilung der Menschen in Freie und nicht Freie aus. So war es nur logisch, dass einige Über andere verfügten und diese, Unfreien eben ohne Rechte waren.

Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts setzte sich der Engländer Thomas Hobbes mit dem Begriff der Freiheit und dessen Bedeutung für den Menschen neu auseinander. Er kam zu dem Schluss, dass der Schutz des Menschen beim Staat läge und hiervon keine ausgeschlossen sind. Ein Staat, der die Sicherheit seiner Menschen nicht sichern könne, müsse seine Legitimation verlieren. Hobbes erschuf den Gedanken der Gewaltenteilung zwischen Legislative, Judikative und Exikutive und machte hiermit noch deutlicher, wie sehr der Schutz der Menschen unabhängig und gleich für alle vom Staat sicher gestellt sein müsse.

Im Zuge der Aufklärung deklarierten etliche Staaten ihre Menschenrechte. Als bekannteste Fassung wurde 1789 in Frankreich die „Erklärung der Menschenrechte“ erlassen, die durch den Marquise de La Fayette in Zusammenarbeit mit Thomas Jefferson, einem der Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, erstellt wurde. Zahllose Philosophen haben davor und danach über die Freiheit des Menschen, seine Gleichheit und seine Rechte gedacht und geschrieben. Ein jeder Krieg brachte neue Verletzungen der Menschenrechte und nach jedem wurden sie neu verfasst.

Die 1948 erlassenen UN-Menschenrechtskonventionen sind das Resultat der Menschenrechtsverletzungen des 2. Weltkrieges und noch heute werden sie diskutiert und angepasst. Erst seit 1979 ist die „Beseitigung der Diskriminierung der Frau“ in den Konventionen enthalten und seit 2010 gibt es ein Recht auf sauberes Wasser. Die Todesstrafe beweist nach wie vor an vielen Orten der Welt, dass eben nicht alle Menschen gleich sind und während man über Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit diskutiert,

ersaufen im Mittelmeer weiter Menschen,

verhungern sie im Jemen,

werden sie in halb Afrika von Waffen erschossen, die unser sauberes System zur Verfügung stellt,

fliehen, fürchten und verstecken sich Millionen. Ungleich, unfrei und alles andere als brüderlich.

Wusstet ihr…?

…dass der erste Adventskranz 1839 von Hinrich Wichern, dem späteren Mitbegründer der Inneren Mission, gefertigt wurde?

Wichern, der Theologe und Pädagoge war, betreute damals im Rauhen Haus Strassenkinder und Waisen aus den Armenvierteln Hamburgs. Wie alle Kinder, fragten die Kinder des Hauses in den Tagen vor Weihnachten immer und immer wieder, wie lange es noch bis sei. Wichern nahm, um die Zeit zu verdeutlichen, ein Wagenrad, legte es auf die Seite und stellte Kerzen drauf; für jeden Tag bis Weihnachten eine. Die Adventssonntage kennzeichnete er mit je einer größeren Kerze.

Seit etwa 1860 wird der Adventskranz aus Tannengrün und mit vier Kerzen gefertigt. In einigen Kirchen sowie im Rauhen Haus, das nach wie vor als Diakonische Einrichtung in Hamburg besteht, wird jedoch bis heute der traditionelle Wichern-Kranz aufgehängt. In einer Katholischen Kiche wurde zuerst 1925 in Köln ein Adventskranz aufgehängt. Erst 1930 folgte ein weiterer in München. Während des Nationalsozialismus wurde der Adventskranz durch den sogenannten „Lichterkranz“ ersetzt, der mit Sonnenrädern geschmückt die vier Jahreszeiten symbolisieren sollte. Erst nach 1945 konnte der Adventskranz, wie wir ihn kennen, sich in ganz Deutschland etablieren.

Mein Lieblingsduft: Buch

Wenn der Aschenbecher voll ist, braucht man ein neues Auto, und wenn das Bücherregal voll ist, braucht man; na ja. Zumindest ein besseren, größeres Regal. Den heutigen Vormittag habe ich meinen Büchern gewidmet. Nachdem alle ein mal raus waren und das Regal gründlich geputzt, sortierte ich sie voller Hingabe nach Thema, Autor und Farbe.

Bücher sind schon lange meine große Leidenschaft. Seit der Grundschule lese ich viel, so viel, dass meine Mama auf Reisen die Bücher rationieren musste; 2 pro Woche. mehr passte nicht ins Gepäck. Am aller alle liebsten mochte ich schon immer eigene Bücher. Büchereien sind super, vor allem die Kinder lieben es sehr. Ich jedoch mag es Bücher auszupacken, den Duft des Neuankömmlings zu inhalieren und sie dann zu behalten. Ich erinnere mich an einen Großteil, habe an viele von ihnen bestimmte Erinenrungen, wann und in welcher Phase meines Lebens ich sie gelesen habe. Weggeben kommt nicht in Frage.

Mit 12 bekam ich das Buch „Christiane F.“ von meiner Mama. Was mich abschrecken sollte, stellte in Wahrheit die Weichen für meine heutige Berufswahl. Ich las es viel viele Male, kann es immer noch auszugsweise Auswendig und war von Anfang an hoch inspiriert von dem Thema Sucht und Suchtentwicklung. Heute sind es viele Bücher zu diesem Thema und es werden mehr werden.

Ebenfalls früh begann ich mich für das Thema „Drittes Reich“ und die Shoah zu interessieren. Mein erstes Buch zu diesem Thema war „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, es folgten Dutzende. Inzwischen horte ich Unmengen von Augenzeugenberichte, Studien, Analysen und allem anderen zu diesem Thema. Die Resilienz des Menschen ist es, die mich hier besonders interessiert, ebenso wie der Blick in Abgründe des menschlichen Seins.

Meinen dritte Leidenschaft ist der alte Goethe. Ich kann den gut leiden, so wie einige seiner Kollegen auch. Und so gibt es bei mir einiges von Goethe aber auch gern Brecht. Ein wenig Kafka und dann die alten Russen; Bakunin und Tolstoi. In anderen Phasen waren es die RAF und Che Guevara, die mich faszinierten. Wirklich wenig vertreten sind klassische Romane oder Krimis. Selten gelingt es mir einen Roman anzulesen ohne ihn bald gelangweilt wegzulegen.

Meiene Leidenschaft teilt vor allem das B-Hörnchen. Sie liest ganz ganz viel, liebt ihre Bücher und träumt davon, ein mal in einer Buchhandlung eingeschlossen zu werden. Jeder Einkaufsbummel mit ihr endet in einem Buchladen und mit mindestens einem Buch – das sie dann liebevoll an sich drückt und den Duft inhaliert.