The living Tinder

„Der Bachelor“ auf RTL ist gelaufen und wie so oft habe ich mir die erste Folge angesehen, Tipps abgegeben und eben, nach der letzten Folge, verglichen. Für die, die den Quatsch natürlich nicht gucken: In der ersten Folge steigen nacheinander viele, viele Damen aus einem Auto, begrüßen den Bachelor an einer Tür und gehen dann in eine Villa. Das ganze ist endlos langweilig und dennoch so aufschlussreich!

In diesem Jahr habe ich mir die Arbeit gemacht genau zu notieren, welche der Damen an welcher Stelle aussteigen wird. Für jede einzelne habe ich also einen Prozentrang aufgestellt, also die Wahrscheinlichkeit notiert, mit der sie am Ende die Auserwählte sein wird oder eben auch nicht. Tja, und was soll ich sagen? Ich bin sowas ähnliches wie eine lebendige Partner-Suchmaschine, ein lebendiges Tinder. Die durchschnittlich 90 Sekunden an dieser albernen Tür, reichen mir offenbar um alles zu sehen, was ich sehen muss. Aber seht selbst:

Für diejenigen, die sich diese bescheuerte Sendung selbstverständlich nicht angeguckt haben: die obersten drei Plätze habe ich richtig getippt, die hinteren ebenso. Lediglich im Mittelfeld gab es leichte Irritation, jedoch nicht signifikanter Natur.

Was lehrt uns das jetzt? Nun, im Prinzip sollte ich reich werden. Ich sollte mich in irgendwelchen Discos dafür bezahlen lassen, dass ich Menschen zusammenführen, die zwar wahrscheinlich nicht auf Dauer für einander gemacht sind, jedoch vermeintlich viel Spaß miteinander haben können und zumindest auf der ganz oberflächlichen Ebene hervorragend harmonieren. Was für eine Gabe! Was für ein Geschenk des Himmels – mit dem ich jetzt überhaupt nichts anfangen kann. Außer eben einmal im Jahr damit zu prahlen, dass ich den Ausgang des Bachelors vorher sagen kann. Heureka!

Plötzlich groß

Mein Kleinster kann schwimmen, ist das zu glauben? Eigentlich schon, denn auch die drei Großen haben in den Monaten vor ihrer Einschulung schwimmen gelernt. Auch auf die Tellerschaukel im Garten kommt er seit heute problemlos und beim Abendessen stellte er selbst fest: „Grad ist die Zeit, wo ich ganz viel lerne!“ Da hat er recht, grad geht es schnell und fast jeden Tag lassen wir ein Stück hinter uns und betreten neue Welten.

Schon lange macht keiner mehr Mittagsschlaf, seit zwei Jahren können alle radfahren. Ewig schon muss ich keinen mehr füttern und inzwischen putzen alle allein ihre Zähne. Meine Kinder werden groß, und ich bekomme Woche für Woche ein kleines Stück Freiheit zurück. Dennoch ist es schmerzlich sich von so manchem zu verabschieden; mit flauem Gefühl im Magen denke ich an den Sommer und die letzten Tage mit Kita-Kind. Ab August habe ich vier Schulkinder! Schritt für Schritt gehen sie da raus, in diese große Welt und Schritt für Schritt brauchen sie mich immer ein bisschen weniger.

Und ganz so drastisch ist es dann doch nicht. Bevor sie mich weniger brauchen, brachen sie mich erst mal anders. Aus der „Versorgerin“ wird eine „Beraterin“. Hausaufgaben, Referate, Liebeskummer. Das erste Deo, Pickel auf der Nase und Stress mit dem Kumpel; klar, die Probleme änderen sich und doch bleibt man noch ganz schön lange die Ansprechpartnerin Nr.1. Hoffentlich! Denn wenn meine zukünftigen Teenies mit all ihren Sorgen zu mir kommen können, ohne sich albern, dumm oder sonst was zu fühlen, dann ist alles ok. Und bis das so weit ist, freue ich mich wie eh und jeh über jeden Fortschritt, jedes Schwimmabzeichen und alles andere was sie so großartig schaffen, an dem ich nie Zweifel hatte.

Ohne Auto

Seit gut 6 Jahren nennen wir einen großen, blauen Bulli unser eigen. Mit sieben Plätzen und allerlei Chichi ist er wirklich komfortabel. Ohne Probleme transportiert er uns sechs sowei auch große Lasten und alles mögliche andere. Manchmal steht er 5 Tage rum, in anderen Wochen nutzen wir ihn mehr. Urlaub haben wir bisher immer mit dem Auto gemacht, es war ja da.

Neben all dem großen Komfort ist unser Auto, das wir liebevoll das Mammut nennen, leider auch sehr teuer. Der große Dieselmotor kostete einiges an Steuern im Jahr, außerdem ist er mit rund 10l/100km sehr durstig. Auch die Versicherung ist nicht ohne. Zudem ist das Mammut leider von Anfang an recht wartungsintensiv. Um es zu sagen wie es ist: Es hat ständig was. Die irrsten Defekte findet dieses Auto und die Reparaturkosten belaufen sich immer im vierstelligen Bereich. Ohne Übertreibungen, das Mammut frisst uns die Haare vom Kopf.

Wir leben in einer Grossstadt. Alle täglichen Wege funktionieren problemlos ohne Auto. Für den Einkauf konnte ich mir ein Lastenrad vorstellen, ebenso für allerlei Ausflüge innerhalb der Stadt. Der Badesee liegt vor der Tür, unser Kleingarten ist gut zu erreichen usw. Auch andere Verpflichtungen oder Gimmiks wie Ärzte, Schwimmbad, Theater etc. sind per Rad oder wenigstens mit Öffis zu erreichen. Car Sharing gibt es hier natürlich, jedoch gibt es bei den umliegenden Stationen keinen 7- oder 9 Sitzer, was die Sachen etwas humpeln lässt.

Was für mich unkalkulierbar bleibt sind spontane Ausreißer. Ein Besuch bei meiner Schwester, 100km entfernt, gerät plötzlich zum mittleren Staatsakt. Klar geht das mit Zug, jedoch nicht so mal eben. Unser Urlaubsmuster müsste sich massiv verändern und einige Freizeitaktivitäten neu durchdacht werden. Was ich sehr am eigenen Auto liebe, ist die große Unabhängigkeit. Man kann machen was man will.

Ganz genau überlegt, kann ich das ohne Auto auch. Es wäre anders, manches müssten wir anders planen und manches wäre ein wenig unständlicher. Anderes würde sich deutlich entspannen; erst heute stand ich in größter Zeitnot viel zu lange in einem völlig unnötigen Stau.

Und dann bleibt da noch die grüne Seele. Wir verzichten auf Plastik wo es geht, essen fleischreduziet und haben selbstverständlich grünen Strom. Täglich liegen wir den Kindern in den Ohren sich über das Ausmaß ihres Handelns bewusst zu sein und ökologisch zu denken. Und dann, fahren wir mit dem Auto Oma und Opa besuchen; 5 km entfernt und perfekt via Straßenbahn zu erreichen. Schon dumm.

Akzeptanz

Nicht immer verstehe ich was andere Menschen so tun; warum sie sich verhalten, wie sie sich verhalten, wieso sie sind wie sie sind. Nicht immer stehe ich hinter den Entscheidungen anderer, finde sie klug oder nett. Was ich dennoch immer kann ist akzeptieren. „Akzeptanz beschreibt die uneingeschränkte Bereitschaft zur Hinnahme eines Sachverhaltes, einer Situation und/oder einer Person„, heißt es und was so leicht klingt, ist oftmals so unsagbar schwer.

Einen Sachverhalt hinnehmen; klar. Das klingt total machbar und ist es doch oftmals nicht. Genau genommen gerät man fast täglich in Situationen, in denen man etwas anders machen würde, eine Entscheidung dumm, sinnlos, gemein, unfair oder fahrlässig findet. Wenn ein anderer sich schlecht ernährt, einer zu viel raucht oder zu viel am PC sitzt. Wenn einer sich unangemessen kleidet, sein Geld für Müll ausgiebt oder nie ein gutes Buch liest, dann kann man das registrieren, kann seine Meinung haben – angehen tut es einen jedoch nichts. Akzeptanz bedeutet es hinzunehmen, die Entscheidung des anderen anzunehmen und ihm nicht die eigene Meinung aufzudrücken.

In meinem beruflichen Alltag ist es manchmal schwer mit der Akzeptanz. Ich arbeite mit schwer Suchtkranken Menschen, die täglich Entscheidungen treffen, die mich erschaudern lassen. Akzeptanz jedoch ist die Grundlage meiner Arbeit. Die Lebenswirklichkeit des einzelnen zu erkennen, Entscheidungen zu akzeptieren und dann, gemeinsam mit dem Klienten, Perspektiven aufzubauen, darum geht es. Meine Meinung, meine eigene kleine Welt, ist hier nicht gefragt und mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das, was mein Gegenüber anstrebt.

Man muss nicht alles gut finden, was andere so machen. Ebenfalls ist es oftmals ok Bedenken, Sorgen oder Ideen zu äußern. Dennoch sollte Akzeptanz im Alltag, ob privat oder beruflich, oberste Priorität haben. Denn wenn wir einander nicht akzeptieren, können wir nicht auf Augenhöhe miteinander agieren. Und wenn wir das nicht tun, sind wir nunmal scheiße.

Diese ersten Tage

Ich liebe diese ersten warmen Tage im Jahr und genieße sie immer sehr. Eine kleine Komponente meiner Freude ist die Tatsache, dass ich nicht friere – das ist schick. Auch der Verzicht auf Mütze, Schal, Handschuhe, Strumpfhose und die 2. Jacke ist nett jedoch nicht der größere Anteil meiner Freude. Ja, die Sonne im Gesicht zu spüren ist großartig. Aber selbst die bringt mein Herz noch nicht so zum hüpfen, wie das was ich in den letzten Tagen genießen durfte.

Wenn es das erste Mal, nach dem langen, entbehrungsreichen Winter warm ist, eskalieren die Deutschen geradezu. Schon ab etwa 11° Außentemperatur rennen sie, wie die Verrückten, in kurzer Hose und T-Shirt auf der Straße herum. Als gebe es kein Morgen und als wäre der Sommer abgeschafft, rennen sie in kurzen Kleidchen, ohne Sinn und Verstand auf der Straße herum, packen die Sandalen und die Ballerinas aus und eskalieren ohne jeden Schutz im Straßencafe. Ab etwa 12,5° sitzt der gute Deutsche vor dem Café in der Sonne, verzichtet auf’s Deckchen und genießt ein kühles Bier in der Sonne. Manchmal beschleicht mich die Vermutung, dass das was wir in Deutschland eine Grippewelle nennen, in Wirklichkeit eine übergreifende Grippewelle ist, die nur dadurch verschuldet ist, dass eben alle halb nackt auf der Straße herum gelaufen sind.

Ebenfalls eine große Freude sind die vielen offenen Cabriolets. Ja, ich gebe zu – es ist lustig in einem offenen Auto spazieren zu fahren. Und auch mir ist bewusst, dass es selbst bei schneller Fahrt im Auto wenig windet; nichts desto trotz sind 12° nun mal 12° und nicht 28. Und nein, selbst mit ganz viel Wollen kann ich mich dem Eindruck nicht entziehen, dass der Wunsch nach Sommer hier mehr Anteil am sommerlichen Verhalten der Menschen hat als der Sommer selbst.

Morgen ist sie nun erst mal vorbei, die erste große Hitzewelle des Jahres 2019. Und ab 9°, darauf kann man sich verlassen, werden sie wieder schimpfend und schnaufend herum laufen – mit Mütze, Schal, Handschuhe, Strumpfhose und zweiter Jacke!

Slang

Was jedes Kind von zu Hause mitnimmt ist der Sprachgebrauch der Familie, der Slang. In jeder Familie gibt es ihn und in jeder bringt er zauberhafte Wortkreationen zu Tage, die nur von den Mitgliedern der Familie verstanden werden.

Fleischwurst heißt bei uns Schnitzwurst, weil man sie am Rand einschnitzen muss um die Pelle abzubekommen. Zu Joghurt sagen wir Gngnt, weil das A-Hörnchen das einst sagte. Selbst auf unseren Einkaufszetteln steht Gngnt. Schlafanzüge heißen Baggelanzug oder Bankzug. Unsere Katze heißt Pardona, nennen tun wir sie meistens Döner – weil das so ist. Wenn man bei uns ein Müsli möchte, bittet man um ein Mufli, was gleich viel besser klingt. Jedes meiner Hörnchen besitzt einen Jumpsuit, bezeichnet werden diese Anzüge als Tabbies. Jedgliche Sprays, also Deo, Haarspray oder ähnliches werden hierzulande kurzum als Sprüh bezeichnet. Ach hübsch: Käse mit Kräutern heißt Günabunda.

Besonders hübsch finde ich den Bupft, das ist ein Stift, und die beliebte Fortführung: Den Leih-Bupft. Dies ist ein Bleistift, aus dem sich wiederum der Leih-Leih-Bupft entwickelt hat: Ein Bleibstift, den man sich ausgeliehen hat. Logo. Unser Auto nennen wir übrigens das Mammut; schließlich ist es groß.

Neben den vielen Begriffen, die sich gebildet haben, trägt jeder von uns eine Vielzahl von unterschiedlichsten Spitznamen. Viele davon haben jeden Bezug zum eigentlichen Namen verloren, so dass ich euch problemlos mitteilen kann, dass Tuk, Puk, Getzi, Pupsu, Ugug Nunis oder Gugsu hier vollkommen gängige Namen sind, die zu keinerlei Verwirrungen führen. Ob das irre oder kreativ ist? Keine Ahnung!

Die Apothekerin

In der Apotheke löse ich ein Rezept über Hustensaft für das C-Hörnchen ein. Die nette Apothekerin stellt mir das Medikament hin und fragt ob ich wisse wie es anzuwenden ist. Ich antworte „ja“ und möchte schon gehen, da ergänzt sie: „zur Nacht oder zum Stillen!“

Etwas verwirrt antworte ich: „Das ist für ein Kind.“ und die Apothekerin gibt verständigt zurück, dass sie das wisse. Nach wie vor verwirrt füge ich hinzu, dass ich nicht mehr stille. „Das sollten Sie aber!“

Deutlich verwirrt weise ich mit der Hand auf das Geburtsdatum auf dem Rezept: 2011. „Der Zug ist abgefahren!“ , gebe ich zu verstehen und denke das Gespräch damit beendet. „Stillen ist wichtig!“ erklärt mir die Apothekerin ungefragt und ich weiß mir fast nicht mehr zu helfen. „Auch damit das Kind zur Ruhe kommt! Das ist ja sonst kaum möglich.“

In meinem Gesicht müssen sich 1000 Fragezeichen aufgetan haben, ich verstand die Welt nicht mehr. Dachte ich doch bis eben gerade ich sei wirklich ein toleranter Mensch und würde potentiell alles für möglich halten… Ja, ich weiß! Langzeitstillen ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und von mir aus völlig in Ordnung. Aber werde ich gerade wirklich in der Apotheke bedrängt, dass ich meinen sieben Jahre altes Kind stillen soll?

„Stillen? Sprechen Sie etwas davon, den Husten zu stellen?“. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die Apothekerin wollte mich nicht höflich darauf hinweisen, dass ich meinem Schulkind die Brust geben soll, sie hat es einfach nur für wichtig, den Husten zu stillen, damit mein armes Kind zur Ruhe kommen könnte. Ja, damit könnte ich gut leben und irgendwie war ich plötzlich auch ganz einsichtig.

Nachdem wir es verstanden haben dachten wir beide herzlich, ich noch den gesamten Weg nach Hause und die gute Frau hoffentlich bis weit in den Feierabend hinein.

Zu schlimm.

Es war halb zehn, als das B-Hörnchen gestern Abend weinend in unser Bett kroch. Sie bebte und war ganz aufgelöst. Das, was sie im Fernsehen gesehen hätte, mache ihr große Angst. Sie brauchte lange um zu benennen, was es denn war, das sie so lähmte. Am Ende war es eine gruselige Figur, die ihr im Kopf herumspukte und sie seit inzwischen 1,5 Stunden am Einschlafen hinderte. Der Menne hatte mit den Kindern ferngesehen, zum Glück. So wussten wir wenigstens worum es ging. Mit viel Kuscheln, wenig Worten, einem Teddy von Mama und Licht im Zimmer konnte sie nach einer halben Stunde wieder ins Bett.

Heute morgen thematisierte ich das ganze dann nochmal. Gradezu beschämt gab sie zu „sowas wohl noch nicht sehen zu können“. „Noch nicht“, hallte es in meinem Kopf nach.

Ich selbst kann bis heute keine spannenden oder gruseligen Dinge ansehen – und das wird so bleiben. Ich bin das, was man zart besaitet nennt, ein Weichei. Vor wenigen Wochen waren wir mit Freunden im Kino und haben den aktuellen „Bumblebee“ geschaut. Der turbulente Einstieg mit den vielen Kampfszenen brachte mich nach nur 10 Minuten an den Rand des Kollapses; ich musste die Augen schließen und wäre fast rausgerannt. Auch allerlei Zombie-Stoff führt bei mir unweigerlich zu schlimmen Alpträumen und Panik. Ich kann das nicht!

Das wichtige ist, und das erzählte ich auch meinen Hörnchen heute morgen, dass man das gar nicht können muss. Fernsehen ist keine Wettbewerbsdisziplin. Keine gruseligen Filme schauen zu können ist so egal wie nicht scharf essen zu können. Es hindert einen lediglich am scharfen essen – oder eben daran alles über fsk12 anzusehen. Ich werde es nicht trainieren, werde weiterhin ein Weichei sein und mir ggf. einen Schal ins Gesicht drücken. Ich bin so, das ist ok. Und genauso ok ist es bei meinem kleinen Mädchen.

Fuck cancer

Zwischen „Sie haben Krebs“ und „sie ist tot“ lagen genau drei Wochen. Wieder einmal hat der Krebs zugeschlagen, hat mir einen Menschen genommen. Heute, zwei Tage nachdem Jens Spahn über Twitter bekannt gab, wie man Krebs vermeiden könne:

Jeder kann seinen persönlichen Kampf gegen Krebs heute beginnen. Wie? So: Nicht (mehr) rauchen, sich mehr bewegen, gesund ernähren und die Haut vor UV-Strahlung schützen

Was sich liest wie ein schlechter Witz, ist nichts anderes als eine bodenlose Respektlosigkeit gegenüber den Bettoffenen und deren Angehörigen. In Wahrheit ist Krebs überall. Die Frage scheint nicht zu sein, ob man ihn bekommt sondern wann. Ja, es gibt eine Reihe begünstigender Faktoren und ja, Rauchen und Sonne gehören sicher dazu. Die Liste der Karzinogenen Stoffe, die von der WHO herausgegeben wird, umfasst aktuell 116 Stoffe – viele davon alltäglich. Dieselabgase, Ruß, gepökeltes Fleisch, hormonelle Verhütungsmittel oder Holzstaub. Unsere Lebenswelt ist Menschenfeindlich und das rächt sich – oh Wunder.

Zusammenfassend ist wenig zu sagen. Krebs ist ein Arschloch, er lähmt uns, macht einen hilflos und verfolgt keine guten Ziele. Das wichtigste aber ist, dass niemand Schuld am Krebst ist. Die Entstehung der diversen verschiedenen Arten ist nicht erforscht, die Liste der 116 Risikofaktoren ist garantiert unvollständig und somit weiß keiner von uns, was richtig oder falsch ist. Was wir beeinflussen können ist die Qualität unserer Zeit auf Erden. Verbringen wir diese nicht mit Angst und einem schlechten Gewissen! Unser Job hier ist zu leben; so gut und qualitativ wertvoll wie wir es hinbekommen. Risikofaktoren zu umgehen ist selbstverständlich, niemand bringt sich absichtlich in Gefahr. Und dennoch trägt jeder von uns das eine oder andere Laster, raucht, trinkt zu viel oder tut sonstwas. Leben kann nicht nur Obacht sein. Leben muss auch anders, denn sonst war es am Ende keins. Und das verzeihen wir uns nie.