Ein Traum III

Es ist Nachts, halb drei. Ich bin nicht wach, nicht ganz jedenfalls. Schlafen hingegen tue ich auch nicht, nicht ganz jedenfalls. Mein Bewusstseinszustand befindet sich exakt auf der Grenze, in der Grauzone, in der wir nicht zwischen echt und Unrecht unterscheiden können, in der wir noch nicht handlungsfähig aber dennoch zu dem ein oder anderen Gedanken in der Lage sind. Ich liege im Bett, ich habe Angst!

Wenn auch ich in diesem Zustand nicht viel weiß, eins ist mir völlig bewusst: Über meinem Kopf liegt ein toter Baby-Panther! Gerade zu harmonisch und anschmiegsam formt er sich um meinen Kopf, bildet ein Halbmond und liegt halt dort. Noch nicht ganz kalt, vermute ich; wahrscheinlich noch weich und geschmeidig. Starr vor Angst traue ich mich nicht, mich zu bewegen. Was, wenn er doch noch nicht ganz tot ist und mich anfällt? Ich liege auf der Seite, angewinkelte Beine und die Arme eng am Körper. Regungslos liege ich da, hoffe auf eine Lösung und weiß doch nicht welche. Auch einen Arm auszustrecken, um nach dem mysteriösen Tier zu tasten, traue ich mich nicht. Erstarrt liege ich da, zunehmend machen sich Schmerzen im ganzen Körper bereit. Meine Position ist alles andere als gemütlich, zu dem drückt die Blase. Aber der Panther, was nur mit dem Panther?

Irgendwann ist die Situation nicht mehr auszuhalten. Ich reiße mich zusammen, sammle all meinen Mut und wage es für nur ein Moment, meiner Hand nach dem toten Tier auszustrecken. Als meiner Hand das Fell berührt, dass überraschend stumpf und wenig geschmeidig und nachgiebig ist, fällt es mir endlich wie Schuppen von den Augen. Ich bin nicht in Gefahr, alles ist in bester Ordnung. Endlich wird mir bewusst, dass ein großer Teil meines Hirns noch im Traum war und selbige mir einen mächtigen Streich gespielt hat. Über meinem Kopf liegt, halbmondförmig und geschmeidig an mich geschmiegt, mein Kopfkissen – welch eine Überraschung! Ich weiß nicht, ob es tot oder lebendig war; recht sicher bin ich mir darin, dass es nicht vorhatte mich anzugreifen.

Tief beeindruckt von diesem Traum, Albtraum, Bewusstseinszustand oder – nennen wir es Irrsinn, ging ich zum Klo und dann endlich einzuschlafen. Ein Panther in meinem Bett… Ach ja!In Sachen Traumdeutung lohnt es sich übrigens überhaupt kein kleines bisschen den Panther zu googeln. Völlig harmlos, ohne jeden Hintergrund. Ich denke ich werde überleben.

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