Wusstet ihr xx ……?

…dass es ein normiertes Standartverfahten zum Test von Toiletten gibt? Neben einem Test, in dem es um das Herunterspülen von Sägespäne geht, geht es in zwei weiteres Tests um

Pflaumenmus.

In einem werden mit Kunstfäkalien befüllte Kunstdärme von außen mit Pflaumenmus bestrichen um eine möglichst optimale Kopie von menschlichem Kot zu erstellen. In einem andern Test werden mit einem Tupfer 100 Pflaumenmus- Punkte in der Schüssel verteilt, die dann weggespült werden sollen.

Bei den Tests geht es unter anderem um die ausreichende Spülintensität aber zum Besitzt auch um die Qualität von Lotus-Beschichtungen. Es versteht sich von selbst, dass die Anordnung der Punkte aber auch das Gewicht der Kunst-Kacke streng normiert sind. Auch die jeweilige Wassermege ist streng vorgegeben. Außerdem erwiesen ist, dass Pflaumenmus der deutschen Durchschnittskacke am aller nächsten kommt. Wie man das herausgefunden hat… Was für ein beschi**enes Forschungsgebiet.

Worauf es ankommt

Meine Haushaltsführung, die damit verbundene Überforderung und vor allem die Unzufriedenheit waren hier immer mal Thema. War es zu Hause schick und schön, litten Kinder und Job, ließ ich den Haushalt schleifen, war ich auf kurz oder lang schlimm unzufrieden, weil es nicht mehr schick und schön war. In dieser Schleife befand ich mich die letzten Jahre. Um einen Ausweg zu finden, habe ich verschiedene Modelle versucht: Mehr Tolaneranz meinerseits (es ist ja gar nicht so schlimm hier…), mehr Mithilfe der Kinder (was oftmals in noch mehr Arbeit endete), gemeinsames Putzen am Wochenende (und, wie war dein Wochenende so?) und immer wieder auch die Suche nach einer Haushaltshilfe. Letztere könnte ich jetzt gefunden haben.

Vergangenen Freitag war sie da und ich muss gar nicht viel sagen; wenn das alles so weiter geht, wie es begonnen hat, habe ich endlich ein Problem weniger. Nach einer kurzen Einweisung ging ich zur Arbeit und als ich nach Hause kam, war endlich alles gut. Anstatt schon beim Reinkommen genervt zu sein, startete ich mit einem wohligen Räkeln ins Wochenende. Anstatt mich über den dreckigen Fußboden aufzuregen, tobten wir zunächst ausgelassen in der Küche um dann entspannt zu essen. In die Wochenendplanung musste kein Kloputzen und Durchsaugen aufgenommen werden, so dass wir am Samstag Vormittag zwei Stunden lang gemeinsam malten und puzzelten und später eine Torte backten. Wir hatten Zeit!

Und spätestens hier wird mehr als deutlich, worum es im Leben zu gehen hat. Entspannt miteinander, zufrieden und ohne Stress. „Krass, du leistest Dir eine Putzfrau?!“, sagte eine Nachbarin am Freitag und heute kann ich sagen: Nein! Ich leiste mir wertvolle Stunden mit meiner Bande, in denen ich mich um nichts kümmern muss als um uns. Diese paar Euro sind das best-angelegteste Geld, das ich jemals ausgegeben habe!!

Palindrome

Nachdem ich heute morgen feststellte, dass ich noch gut 30 Jahre bis zur Rente habe, möchte ich nun zu weit erfreulicheren Themen kommen. Das schöne Wort „Rentner“ ist nämlich ein besonderes Wort: Es ist ein Palindrom. Ein Wort, dass aus beiden Richtungen gelesen das selbe bedeutet. Weitere Beispiele sind zum Beispiel: Otto, Anna, naben oder Reittier. Das längste deutsche Palindrom ist Reliefpfeiler.

Man unterscheidet zwischen Satz- und Wortpalindromen. Satzpalindrome sind zum Beispiel: „Die Liebe ist Sieger, stets rege ist sie bei Leid.“, „Dreh Magiezettel um, Amulette zeig am Herd!“ oder „Einhorn roh? Nie!

Das längste Palnindrom aller Sprachen ist das Finnische Wort: saippuakivikauppias, was soviel bedeutet wie „Seifensteinverkäufer“.

Das Wort Palindrom stammt übrigens aus dem Griechischem und ist zuerst im späten 17. Jahrhundert verzeichnet. Es setzt sich aus den Worten „daramein“ und „palin“ zusammen die „rennen“ und „nochmal“ bedeutet. Palindrom bedeutet also „nochmal rennen“.

Noch 30

Wieder einmal fühle ich mich schwer übernächtigt. Ich kann gar nicht genug schlafen, es passiert viel zu viel drumherum und dann immer noch dieses Gearbeite. Wenn ich in Rente bin..! Dann schlafe ich immer. Den ganzen Tag, bis nachmittags und dann esse ich und gehe aus und danach schlafe ich..!

Wenn ich in Rente bin also. Das ist in… 30 Jahren.

Ob ich das dann noch will? Ob ich das dann noch kann? Vielleicht stehe ich dann auch jeden Tag um 6.00 auf weil mein Rücken schmerzt. Vielleicht bin ich dann auch zu arm um zu leben, vielleicht auch zu einsam. Vielleicht bin ich dann tot oder krank. 30 Jahre, das ist noch ein ganzes Leben hin.

Wie also geht dieser Trick mit dem entspanntem Leben, in dem nichts zu kurz kommt, man vor allem sich selbst gerecht wird und glücklich ist.

Aussteigen! Schreit mein Hirn dann immer. Bali, Hütte, Strand. Du spinnst! Schreit mein Mann dann immer. Sicherheit, Altersvorsorge! Freiheit, sage ich dann, schon leicht angeschlagen; Freiheit stirbt mit Sicherheit.

30 Jahre sind eigentlich zu lang für einen Kompromiss und doch fällt mir nichts klügeres ein als dem nachzugeben, dass ich es an sich schon ganz gut getroffen habe. Ich habe einen Job den ich liebe, eine tolle Familie, bin nicht bitterarm und gesund. Na dann, Danke Leben. So sollte es sich doch noch 30 Jahre aushalten lassen. Übermüdet, zeitweise überlastet, latent eingesperrt aber im Durchschnitt glücklich.

Bowie & Goethe

Ich sitzen vor dem Haus in der Sonne. Wie an jedem guten Sonntag trage ich meinen Bowie-Hoodie, in dem ich mich pudelwohl fühle. In der Hand halte ich meine Goethe-Kaffeetasse, die macht mich schlau. Für meine Hörnchen ist Anblick vertraut und dennoch bemerkt D-Hörnchen aufmerksam, dass ich ja heute beide Lieblingssachen bei mir habe. Er erkundigt sich, ob der Mann auf der Tasse der selbe sei wie der, auf dem Pulli. Ich verneine. „Kennen die sich?“, fragt er weiter und ich wiederum kläre auf, dass der eine schon seit 200 Jahren tot ist und der andere erst seit drei Jahren.

„Dann kennen die sich jetzt zusammen im Himmel!“ erklärt das Hörnchen und schließt die Frage an, ob die sich denn mögen würden.

Gute Frage! Was sie verbindet ist das Besondere, das Kluge und das Exzentrische. Beide waren ihrer Zeit voraus, lebten in Extremen, ohne Dogmen und Zwang; na ja fast. Vielleicht würden sie sich mögen, hätten sich bei einem Glas Wein auf Auerbachs-Wolke viel zu sagen. Vielleicht aber auch nicht, möglicherweise fänden sie einander in ihrer jeweiligen Eigenheit unmöglich und würden angeregt diskutieren oder schweigen.

Oder aber es gibt gar keinen Hinnel, keine Auerbachs-Wolke, keine Auferstehung und damit auch kein Ostern. Dann sind Goethe und Bowie vielleicht einfach tot und alles was bleibt sind ihre jeweiligen Lebenswerke. Und meine Tasse und mein Pulli. Immerhin.

Smoke on the water

Wusstet ihr,…

…dass das Lied „smoke on the water“ von Deep Purple von der Geschichte eines Brandes in einem Casino von Montreux erzählt?

Deep Purple waren 1971 in Montreux um in einem mobilen Plattenstudio das späterer Album „Machine Head“ aufzunehmen. Das mobile Studio war von den Rolling Stones gemietet und sollte im Casino von Montreux zum Einsatz kommen. Am Vorabend der ersten Aufnahmen kam es im Casino zu einem Brand. Die genauen Vorgänge sind im Lied verarbeitet, so zum Beispiel der Einsatz von Claude Nods „Funky Claude was running in and out/Pulling kids out the ground„. Der Refrain des Titels beschreibt den Rauch des brennenden Casinos der über den Genfer See zieht. Der bezaubernde Arbeitstitel von „smoke on the water“ lautete im übrigen: „Durth durth durth“, was das markanten Eingangsriff des Stückes wiedergeben soll.

Verletzt wurde bei dem Brand glücklicherweise niemand, und auch das Equipment der Stones blieb intakt.

Notre Dame

Ja, es war erschreckend, die Flammen zu sehen und mit anzusehen, wie etwas so altes und wunderschönes, etwas so beeindruckendes zerstört wird. Dennoch bleibt bei mir, angesichts der Hysterie ein fader Beigeschmack. Notre Dame ist Kultur, Geschichte, all das. Die Kathedrale ist ein Stück Paris und ich vermag mir nicht vorzustellen wie bestürzt ich wäre, wenn unser Bremer Dom abbrennen würde. Ebenso ist sie aber ein Wirtschaftsfaktor, ein Touristenmagnet und riecht nach Geld.

Noch während gestern die Flammen aus dem Dach stiegen, wurde beteuert, dass alles wieder aufgebaut würde. Die irrsinnig reiche Familie Pinault kündigte an 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau bereitzustellen und das Volk jubelt. Natürlich wird dies zur Folge haben, dass in etlichen Jahren die Kirche wieder steht, zum Glück aber auch, dass der Rubel weiter rollt.

100 Millionen Euro also. Das ist unfassbar viel Geld und ohne polemisch werden zu wollen, fallen mir sofort Dutzende Brandherde ein, an denen so viel Geld mitunter besser untergebracht wäre. 100 Millionen Euro. Die machen viele Menschen satt, retten tausende vor dem Ertrinken auf dem Mittelmeer, sorgen für sauberes Wasser, Abwassersysteme und Bildung. Sicher, in Paris stünde dann nur noch die tragische Rouine einer hunderte Jahre alter Kathedrale. Die Geschichte würde neu, würde weiter geschrieben und die Massen von Touristen könnten neben Louvre und Eifelturm eben nur die Rouine besichtigen; ein Stück Pariser Geschichte. Auf der anderen Seite der Welt würden Leben gerettet.

Leben. Unspektakuläre, nicht profitable Leben. Menschen, die uns nicht fehlen, weil wir sie nicht kannten. Leid würde gelindert, dass wir nicht leiden und das wir uns nicht vorstellen können. Die Zukunft von Millionen Kindern … All das ist jedoch nicht Notre Dame. All das ist weit weit weg. Und so sanieren sie eine Kathedrale, für 100 Millionen Euro oder mehr und es ändert nichts.

Hotelsachen

Eine Nacht in Amsterdam mit dem A-Hörnchen. Ich buchte ein Hotel, es sollte die erste Nacht des Hörnchens im Hotel werden. Ich las Bewertungen und suchte sorgsam aus. Schließlich sollte es etwas besonderes werden. Das wurde es ..

Die Gegend, in der das Hotel lag war .. interessant. Plattenbau und vielfältige Gastronomie; genau betrachtet hätte ich dort im Dunkeln nicht umhergehen wollen, es war echt spooky! Vor dem Eingang des Hotels eine riesen Baustelle, die Straße wird erneut; na gut! In der Lobby angekommen dominiert zunächst Staub das Bild. Erst auf den zweiten Blick realisiere ich, dass auch das Hotel offenbar eine Baustelle ist.

Wir checken ein und beziehen das Zimmer. Ein Vierbettzimmer wartet auf uns, gebucht war das nicht. Es riecht penetrant nach Mensch. Schwitzender Mann mit Rasierwasser liegt in der Luft, durchzogen von kaltem Zigarettenrauch. Die weiß bezogenen Betten sind dreckig, auch der Rest des Zimmers ist nicht sauber. Die Strassenbaustelle hämmert gnadenlos.

Ich reklamiere. Wir bekommen ein Zweibettzimmer zur anderen Seite. Die Baustelle ist hier leiser, lediglich die internen Renovierungsarbeiten sind zu hören. Das Zimmer riecht nicht so extrem und ist.. etwas sauberer. Die Betten haben Flecken, in der Gardine kleben undefinierbare Essensreste. Alles ist eben etwas schlecht gepflegt. Das A-Hörnchen ist dennoch begeistert und so beschließe ich, es gut sein zu lassen; um ihm das Erlebnis nicht zu nehmen. Am Morgen, als wir um 7.00 Uhr von intern ratternden Bohrmaschinen geweckt werden, ist alles überzogen von feinem Baustaub. Die Atemwege brennen, nach einer Dusche ist es etwas besser.

Beim Frühstück angekommen traf micht fast der Schlag. Der miefige Kellerraum offenbarte uns das liebloseste Buffet aller Zeiten und ich lasse an dieser Stelle Bilder sprechen…

Nein, es hat nicht geschmeckt und nein, es war nicht ganz ok. Es war wirklich furchtbar. Ich bin nicht kleinlich, brauche keinen Luxus. Ich brauche nicht viel und habe geringe Ansprüche. Wenig Auswahl am Buffet, egal. Einfache Einrichtung, ist mir Wurscht. Auch mit Camping oder einer Nacht im Auto kann ich leben. Aber derart verdreckt und ungepflegt, wie es da war..

Mir tut es in der Seele weh, dass dieser Reinfall die erste Hotel-Erfahrung meines Hörnchens sein musste. Denn spätestens beim Frühstück hatte auch er bemerkt, dass das alles nicht ganz ok ist. Natürlich haben ich den Preis gedrückt, 10% waren drin. Die doofe Erfahrung und die wenig erholsamen Stunden machen die ersparten 9,50€ nicht wieder gut.

Amsterdam

Vor etwa drei Monaten bat das A-Hörnchen darum, das Anne Frank Haus in Amsterdam besuchen zu dürfen. Ich gab ihm zu verstehen, dass er zunächst das Buch lesen solle. Wir würden uns gemeinsam in die Thematik einarbeiten und dann sei das kein Problem. Da mein Sohn nicht liest, niemals nicht, datierte ich die Reise in etwa auf Sommer 2026.

Drei Tage später hatte er das Hörnchen das Hörbuch durch; der Fuchs.

Heute war der große Tag. Wir brauchen in aller Frühe mit dem Zug nach Amsterdam auf; mit den Zügen um genau zu sein, denn wir stiegen fünf mal um. Keine Probleme, alles rollt. In Amsterdam beschlossen wir die traditionelle Form der Fortbewegung zu wählen und mieteten Fahrräder.

Fahrrad in Amsterdam hat es in sich. Eine wahre Freude sind die gut ausgebauten Radwege. Überall gibt es Fahrrad-Autobahnen, fast überall haben Radfahrer Vorrang, so dass man fix voran kommt. Weniger leicht hatten wir es mit dem enormen Verkehrsaufkommen. Massen an Radfahrern, Motorroller auf den Radwegen und eine Geschwindigkeit, die wir auf den Mieträdern kaum halten konnten. Die ins Gesamt 15 zurückgelegten Kilometer waren in Auszügen extrem stressig, in andern aber auch sehr schön.

Durchgängig stressig war die Orientierung. Ich bin eh schlecht orientiert. In einer fremden Grossstadt, dominiert von Radrennen und durchzogen von Grachten, war ich nahezu aufgeschmissen. Es kostete mich alle Konzentration und endete dennoch immer wieder im Chaos. Am Ende rettete es, wie so oft, das A-Hörnchen. Er fand uns den Weg.

Natürlich besuchten wir auch das Anne-Frank- Haus. Das A-Hörnchen war gut vorbereitet, dennoch war der Besuch beeindruckend. Das Museum ist gradezu überlaufen. Glücklicherweise werden nie zu viele Menschen auf ein Mal hineingelassen, so dass man an allen Stationen gut sehen und in Ruhe dem Audio-Guide lauschen kann. Der Weg durch das Versteck ist beklemmend und unwirklich zugleich. Man bekommt einen Eindruck von dem, was Anne und die anderen dort erlebt haben müssen. Mehr als eine wage Vorstellung hingegen kann man sich kaum machen. Jahrelang in Angst zu leben, tagsüber keinen Muks zu machen und auf engstem Raum mit acht Menschen zu leben, abhängig von der Hilfe anderer. Unvorstellbar, zum Glück.

Die Nacht verbringen wir im Hotel; gradezu dekadent selbstbestimmt. Was führen wir ein gutes, freies Leben, so die Essenz des Tages.