Bowie & Goethe

Ich sitzen vor dem Haus in der Sonne. Wie an jedem guten Sonntag trage ich meinen Bowie-Hoodie, in dem ich mich pudelwohl fühle. In der Hand halte ich meine Goethe-Kaffeetasse, die macht mich schlau. Für meine Hörnchen ist Anblick vertraut und dennoch bemerkt D-Hörnchen aufmerksam, dass ich ja heute beide Lieblingssachen bei mir habe. Er erkundigt sich, ob der Mann auf der Tasse der selbe sei wie der, auf dem Pulli. Ich verneine. „Kennen die sich?“, fragt er weiter und ich wiederum kläre auf, dass der eine schon seit 200 Jahren tot ist und der andere erst seit drei Jahren.

„Dann kennen die sich jetzt zusammen im Himmel!“ erklärt das Hörnchen und schließt die Frage an, ob die sich denn mögen würden.

Gute Frage! Was sie verbindet ist das Besondere, das Kluge und das Exzentrische. Beide waren ihrer Zeit voraus, lebten in Extremen, ohne Dogmen und Zwang; na ja fast. Vielleicht würden sie sich mögen, hätten sich bei einem Glas Wein auf Auerbachs-Wolke viel zu sagen. Vielleicht aber auch nicht, möglicherweise fänden sie einander in ihrer jeweiligen Eigenheit unmöglich und würden angeregt diskutieren oder schweigen.

Oder aber es gibt gar keinen Hinnel, keine Auerbachs-Wolke, keine Auferstehung und damit auch kein Ostern. Dann sind Goethe und Bowie vielleicht einfach tot und alles was bleibt sind ihre jeweiligen Lebenswerke. Und meine Tasse und mein Pulli. Immerhin.

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