Proud to be your mum!

Das A-Hörnchen erzählte eben, sie hätten in der Schule über „Obdachlose und so“ gesprochen. Dank meines Jobs ist das Thema bei uns häufig diskutiert, wir sprechen offen und viel über Wohnungslosigkeit, die Gründe und die Folgen. Ich erkundigte mich beim Hörnchen, worum es gegangen sei und er sagte es ginge um „deine Leute“ am Hauptbahnhof. Viele hätten Angst vor „denen“ und fänden sie ekelig. Andere sagten es sei schlimm, dass da keiner helfe, wieder andere seine der Meinung, jeder von „denen“ sei selbst schuld und solle halt aufhören. Ich hörte gespannt zu und fragte ihn ganz am Ende, ob er auch was gesagt hätte.

„Oh ja! Ich hab ganz viel gesagt“, antwortete er zu meiner großen Überraschung, und dann legte er los. Zunächst hat er den anderen erklärt, dass Wohnungslosigkeit jeden treffen kann, und dass es nicht so einfach ist wieder eine Wohnung zu finden. Er erklärte seinen Mitschülern, dass es zu wenig Wohnungen gibt und, dass viele von den Menschen, die auf der Straße wohnen, auch ein bisschen verrückt sind und das deshalb noch weniger gut können. Er erklärte, dass viele auch Alkohol trinken und Drogen nehmen und dass das eine Krankheit ist. Er erklärte die Mechanismen von Sucht und Entzug um deutlich zu machen, dass die Betroffenen nicht „einfach aufhören“ können. Am Ende hat er noch deutlich gemacht, dass es sehr wohl Hilfen für Bettoffene gibt, und dass viele Menschen am Bahnhof arbeiten um den Leuten da zu helfen; auch seine Mama.

Ja, er hat ein wahres Plädoyer hat er da gehalten, für die Menschlichkeit, für das Miteinander und dafür, die Menschen zu akzeptieren. Der Kerl ist 12 Jahre alt und steckt auf dem Gebiet der Menschlichkeit so manchen in die Tasche – und in jedem Fall fast alle Politiker.

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