Selbstfürsorge

Es gibt ja so Menschen, die sorgen für sich. Die kochen sich was leckeres und machen es sich gemütlich. Die treiben Sport, weil es ihnen gut tut und sie gönnen sich mal was. So Menschen, die sich eine Auszeit nehmen wenn alles zu viel wird, und die sich selbst loben und belohnen. Menschen, die am Ende der Woche ausgeruht, zufrieden und bei sich sind. Und dann gibt es mich.

Ich betreibe so in etwa das Gegenteil. Sorgen kann ich für Menschen. Für alle sorge ich, rund um mich herum. Nur eine vergesse ich regelmäßig: Mich! Wenn keiner außer mir im Haus ist, koche ich mir nix schönes. Ich bestelle mir auch nichts oder gehe essen. Nein nein. Die eine Möglichkeit ist nix zu essen oder eben Müsli. Müsli ist da, tut keinem weh und Peng. Auch in Sachen „gemütlich machen“ bin ich eine Krücke. Wird es zu dunkel ist es zwar nervig, jedoch stört es ja keinen außer mir selbst; ich lasse das Licht aus. Ebenso schlecht kann ich mir eine Decke holen, einen Tee kochen oder ein Glas Wasser einschenken. Bin ja nur ich… lass Ma.

Meine Königsdisziplin sind aufkommende Migräne-Attacken. Ich merke 1 bis 2 Tage im Voraus, dass da was kommt. Hilfreich ist: Ruhe, Wärme, Entspannung der Muskeln. Klingt nach einer machbaren Prophylaxe? Nicht wenn man ich ist. In aller Regel mache ich nichts außer normal weiter um dann Elend zu verenden und Tabletten zu fressen, die mir furchtbar auf den Magen schlagen. Glückwunsch! Zu essen mach ich mir ja eh nix.

Nun ja, Erkenntnis ist der erste Schritt und so versuche ich seit einiger Zeit nicht alle meine Bedürfnisse stumpf zu ignorieren. Gut für alle zu sorgen ist sicher nett, gut für sich selbst zu sorgen jedoch die Grundlage dafür, überhaupt für andere sorgen zu können. Immer zurückzustecken macht nicht glücklich, stark oder gesund. Am Ende der Woche ist es immer wieder nur anstrengend, zermürbend und niemals zufriedenstellend. Ich fahr jetzt erst mal zur Arbeit; wat mut dat mut. Und danach sorge ich für die Kinder – und danach für MICH!

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