Die Wahl 

Noch drei Wochen sind es bis zu Wahl und ich fühle mich wieder einmal gestrandet in den Optionen und der Optionslosigkeit. Irgendwie kommt alles nicht in Frage. Die Großen eh nicht, was ich will und brauch verstehen die nicht. Die kleinen roten; denkbar. Viel mehr aber auch nicht.  Links riecht nach Kompromiss, Kommunist bin ich auch nicht und Piraten (zu denen rät der Wahl-O-Mat) sind irgendwie durcheinander. Letztlich lässt mir diese Wahl, bzw. dieses Wahlsystem keine Wahl. Ich will mich nicht für einen dieser Versuche entscheiden. Ich will keinen Kompromiss, kein kleines bisschen. Es geht um die Zufriedenheit in meinem Leben und um die Zukunft meiner Kinder – da ist ein Kompromiss nicht genug. 

Was also tun? Nicht wählen? No way! So googelte ich gestern ausgiebig, das Kanzlerduell im TV laberte während dessen  auf mich ein und trieb mich weiter an eine Lösung zu finden. Wendet man den Blick mal ab von all dem, was man eh so richtig scheisse findet, bleibt erstaunlich wenig über. Irgendwann fand ich die „Demokratie in Bewegung“, eine nagelneue Partei, die sich auf die durchaus rote Fahne schreibt Demokratie neu zu definieren. Ein Portal auf dem man mitbestimmen kann, eine Art Teilhabe ohne Parteimitglied zu sein. Die Richtung schmeckt mir. Weg von einem vorgefertigtem Manual, dass einem keine Luft zum denken lässt; hin zu Partizipation. Ich werde mich mal eindenken, in das Neue, das Mitbestimmende und das ganz andere. Am gespanntesten bin ich darauf, ob es denn wirklich anders und neu ist. Dann hat es vielleicht eine Chance verdient. 

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Monsterschleim! 

Heute war bei uns „kleine experimentelle Stunde“ angesagt. Wir wollten Monsterschleim herstellen; muuaahhhaaaa. Vergangene Woche hatte ich das Rezept auf der Arbeit schon einmal erfolgreich ausprobiert, und so versammelte ich die erwartungsvollen Hörnchen am Tisch. 


Das Rezept ist wirklich Simpel und so vermischten wir:

45g Bastelkleber

6g Kontaktlinsenflüssigkeit

12g Rasierschaum

4 Priesen Natron und 

Lebensmittelfarbe 

miteinander und rührten fleißig. 
Gespannte Blicke richteten sich in die Schüsseln und wir warteten in jede Sekunde mit dem coolsten Schleim aller Zeiten. Warteten, und warteten vergebens. Nichts passierte. Na ja, eine komische Masse entstand, nicht überzeugend. Die Hörnchen nahmens gelassen und machten das beste draus. Mit Mehl und Wasser verwandelten sie das „Komisch“ in ein „richtig Komisch“ und matschen so richtig los. Das Ergebnis war eine riesen Sauerei die einen heiden Spaß gemacht hat. Fotografieren konnte ich euch das leider nicht mehr – meine Hände waren zu … glücklich!! 

Der Fehler muss im Kleber gelegen haben. Kita-Kleber aus dem Kanister ging super. Der gelbe mit der Eule leider nicht. 

Klette

Das A-Hörnchen hätte gern noch etwas länger bei Oma bleiben können. Und das C-Hörnchen hatte den ganzen Nachmittag, bis nach dem Abendessen, bei Mieke spielen können. Wollt‘ ich aber nicht. Denn heute bin ich eine Klette, eine Glucke, eine Mama, die nicht teilen kann. Heute will ich sie alle um mich haben, den Wirbel und den Wind spühren und mein geliebtes Chaos inhalieren. 

Viel zu wenig bekomme ich mit von meinen Kleinen. Viel zu oft sind sie weg – verabredet, in der Schule, beim Sport oder oder oder. Mama bekommt immer die Randzeit. Morgens schlecht gelaunt am Frühstückstisch und Abends schlecht gelaunt beim zu Bett gehen. Heute will ich alles. Mein Kinder-Rückgewinnungsplan: Matsch und Feuer im Garten. Unwiederstehlich für meine Hörnchen, und so musste ich sie nicht mal direkt zwingen zu Hause zu bleiben. Zugegeben, leichtere Manipulation muss erlaubt sein. 

Urlaubsplanung

Nach drei Jahren „Wangerooge“ haben wir Fernweh. Fliegen! das wäre was. Und ich persönlich wünsche mir Urlaub im Warmen. Und so ist die ganze Familie am planen. Möglichkeiten, Finanzieller Rahmen und Zeitfenster werden gegeneinander abgewogen und wild korreliert und gestern haben dann die Hörnchen eins ihrer konspirativen Treffen abgehalten. Streng geheim versteht sich; Eltern unerwünscht. Und so klingt das dann, wenn vier kluge Kinder den nächsten Urlaub planen:

C-Hörnchen: „Wir wollen nach Römerland! Da ist es warm, man kann fliegen und es gibt ganz viele alte Häuser zum angucken, die noch nicht ganz kaputt sind.“ A-Hörnchen ergänzte weiter: „Rom meint sie. Rom wäre gut, besser aber irgendwo auf halbem Weg nach Pompeii.  Da wäre dann auch gleich der Vesuv und man kann die phlegräischen Felder sehen.“ Der Rest war schnell gegoogelt. Neapel wird für schlankes Geld aus unserer Heimatstadt angeflogen. Mit Mietwagen ist sowohl Rom als auch Pompeii gut zu erreichen und auch das Meer wäre in realistischer Entfernung. So einfach kann Urlaubsplanung sein. Wieso habe ich eigentlich geh angefangen zu denken? Können doch die Kinder für mich machen!

Hier kommt nix weg

Vor vielen Wochen entdeckte D-Hörnchen unglaubliches: Er hat verkleidete Autos. Die kleinen Kammeraden stammten aus Ü-Eiern und haben die tolle Eigenschaft, dass man sie auseinander bauen kann. Da eins weiß ist und das andere gelb, kann man die Autos „verkleiden“ indem man Front und Heck vertauscht. Der schiere Wahnsinn!! 

Einen ganzen Tag hat das D-Hörnchen mit seinen verkleideten Autos gespielt und sie sehr geliebt! Am kommenden Tag waren sie weg. Spurlos verschwunden. Da er so an ihnen hing stellten wir das Haus förmlich auf den Kopf. Jeden Quadratmeter durchsuchten wir zu sechst – ohne Erfolg. Die Autos waren wie vom Erdboden verschluckt. Im Grunde war mir klar: Hier kommt nix weg. Trotzdem war ich ratlos und ein wenig froh als das Thema nach drei Tagen vom Tisch war. Nur noch gelegentlich, alle paar Wochen erwähnte er die verkleideten Autos und dann waren wir kurz traurig. 

Gestern räumte ich dann anlässlich des anstehenden Kindergeburtstages sehr gründlich im Kinderzimmer auf. Anstatt alles in die Kisten zu verfrachten sortierte  und drappierte ich kräftig und brachte unter anderem die Spielküche auf Vordermann. Aus irgend einem Grund öffnete ich hierbei auch die kleine Waschmittelschublade der kleinen Waschmaschine. Und was ich da sah, ließ mein Herz hüpfen! Die verkleideten Autos schliefen den Schlaf der gerechten. Offenbar hatte das D-Hörnchen sie damals, am Tag ihrer Entdeckung ganz besonders liebevoll weggelegt und sie dann leider vergessen. Er ist gar kein D-Hörnchen; er ist ein Eichhörnchen. 

SchonwiedereineGeburtstagstagsparty

Total gern mag ich ja diese kleinen Partys, diese anspruchslosen. Zu Hause, im Garten und im Kinderzimmer. Ein paar Kleinigkeiten und ganz viel Raum zum Spielen. Heute feiert das D-Hörnchen seinen 4. Geburtstag. Seine erste Party und er ist so aufgeregt! 

Gemütlich wird es werden. Beim vierten Geburtstagen sind die Mamas teilweise noch dabei. Die Ansprüche der Kinder sind noch klein und die Freude über alles noch so kleine gigantisch. Viel zu schnell ist das leider vorbei. Es sind nicht meine Kinder, die Ansprüche haben, leider aber immer wieder die Gäste. Aber egal! Heute heißt es nochmals „Topfschlagen“ und „Sackhüpfen“ und alle werden es lieben. Ebenso wie die Brote mit Marmelade, die das Hörnchen sich als liebsten Wunsch zum Abendessen wünscht. Und ganz vielleicht, so seine Worte heute morgen, bekommt er ja sogar noch ein Geschnenk. 

Elternabend 

Nach vier Jahren Grundschule im staatlichen System dachte ich eigentlich, ich wüsste was mich an so einem Elternabend erwartet. Nach 3 Stunden an einer Privatschule bin ich nun eines besseren belehrt worden. 

In der Grundschule kamen zum Elternabend 6 Elternteile, zwei stellten sich später als Paar heraus. Man saß gemütlich im Kreis auf winzigen Stühlen und sprach über den Bio- Anteil im Essen, über ein gesundes Frühstück und über den Schulweg. Irgendwann fragte immer jemand, ob denn nicht der Schulweg gleich in Hausschuhen gemacht werden könnte, das spare ja das doppelte Umziehen, oder ob es denn ok wäre den Schulranzen zu verkaufen und eine Tüte zu nehmen. Die Themen wiederholten sich Jahr für Jahr und die Antworten auch. Der harte Kern von drei Eltern kam immer, die anderen variiereten und hielten somit den Fundus an irren Fragen aufrecht. So war es und so wird es immer sein. 

Heute kamen zum Elternabend 21 von 24 Elternteilen. Es war voll. Die Tische waren gefüllt mit sogenanntem bildungsnahem Publikum. Man sprach über die lustigen Unterschiede zwischen Glockenkurven und Sinuskurven, tauschte Praxisadressen und war sehr hipp. Die Leherschaft gab Antworten auf tausend Fragen und analysierte mit den Eltern die genaue Notenzusammensetzung, den Klausurenschlüssel und den prozentualen Anteil der germanisch-stämmigen Vokabeln im Englischunterricht. Man war interessiert. Schnell war klar, hier gehen zwar die Kinder zu Schule, die Fäden im Hintergrund ziehen aber die Erwachsenen. 

Wieder einmal bin ich gespannt auf das Leben in dieser Christlich geprägten Klasse, in diesem angeblichen Verbund, in dem es aber am Ende nur um eins zu gehen scheint: Leistung. Ob das denn alles so Gottes Wille ist? 

Easy-up Pants 

Manche Artikel für Babys und Kleinkinder habe ich viele Jahre lang nicht verstanden – so auch diese Höschenwindeln zum rauf und runter ziehen. Für mich war klar: Windel voll – Windel Müll. Windel leer – Windel Po! Warum man seinem Baby hinterher laufen soll um die Windel rauf und runter zu ziehen, erschloss sich mir nicht. Jetzt endlich habe ich das Konzept verstanden! 

D-Hörnchen ist grad vier geworden. Tags ist er seit 1,5 Jahren trocken, Nachts noch nicht. In den vergangenen Wochen begann er zunehmend zu bemerken wenn er nachts mal muss und rief dann zu jeder Nachtzeit und aller meistens früh morgens: „Iiich muuss auf Kloo-hooo!“ Vor etwa einer Woche erklärte ich ihm dann, er könne auch gern aufstehen und einfach die Windel abmachen (kann er schon lange!) und dann aufs Klo gehen. D-Hörnchen war begeistert und legte sogleich los. 

Den Teil mit „Windel ab machen“ hat er gut verstanden. Leider den mit „aufstehen “ weniger. Nacht für Nacht baute er sich nun seine Windel ab, schlief ein und wenn dann das Pipi kam… Schleif er halt. D-Hörnchen war genervt, wir erwachsenen allemal und die Waschmaschine beklagt langsam ein Burn Out. Heute dann die Lösung: Easy-up Pants – Windeln in Unterhosenform. Ab heute wird also alles besser! Also, ab nachher, oder so. Denn den ersten Abend verbrachte das D-Hörnchen damit, immer und immer wieder zum Klo zu gehen, allein! Er war begeistert und wenn der erste Gaudi raus ist, kann er vielleicht endlich malwieder ruhig schlafen. 

Helden der Nacht

Es sind Nächte wie diese, die aus Eltern wahre Helden machen. Um 4.15 weinte das D-Hörnchen; wie so oft in letzter Zeit. Und wie so oft hatte er  Pipi im Bett, fror und war sehr neben der Spur. Wie so oft wechselte der Menne das Bettzeug und versuchte das kleine Wesen zu beruhigen. Erfolglos, wie sich zeigte. Bauchweh schienen das Problem zu sein, ein Streichen über seine Bauchdecke zeigte: Kleiner Bauch, bretthart. Ich übernahm die Situation und begann zu trösten.  

Da liegen schlimm Aua machte und sitzen allgemein doof ist kauerte das kleine Männchen auf meinem Schoß. Ich wiederum kauerte etwa eine Stunde lang auf einem kleinen Kissen auf dem Fußboden, versucht mich an einen Schrank anzulehnen, der aber einen halben Meter von der Wand abgerückt war und hielt so das Gewicht. Lange. 

Die Nacht brachte nichts gutes mehr, und der darauf folgende Tag hatte es in sich. Inzwischen ist klar, das Männlein hatte einen – oder viele- Pups quer sitzen. Inzwischen ist wieder Abend ich ich hoffe mit aller Macht, dass heute Nacht alle Pupse ihren Weg finden und mein kleines Hörnchen in Ruhe lassen. Denn so ohne Schlaf… das ist nicht meins!