Stopp, schwere Not!

Das Prüfungsamt hat heute einen Anschlag auf mein Leben verübt. Ich lag gerade auf der Liege der Betriebsärztin meines neuen Arbeitgebers und bekam den einen oder andern Liter Blut abgenommen. Da ich bis spätestens heute die Nachricht vom Amt erwartete, zu wann meine Abschlussarbeit nun genehmigt werden würde, und bisher nicht gehört hatte, hatte ich heute morgen eine E-Mail an meinen Sachbearbeiter geschrieben um Klarheit zu bekommen. Die Antwort kam und war erschütternd! 

Ich wäre noch gar nicht zulassungsfähig. Mit würden noch vier Module, das seien zwei Semester, fehlen! Ich wiedersprach deutlich aber es half nichts. Keine Prüfungen aus den betreffenden Semestern im System; ich war geliefert. 

Nachdem die Nadel mich verlassen hatte, verließ ich die Praxis. Schwankend und mit rasendem Herz. Schnell nach Hause, schnell an den Rechner und schnell nachsehen was da los ist. Ich starb innerlich langsam und qualvoll! Zu Hause angekommen bestätigte sich, was ich eigentlich eh sicher wusste: Ich habe alle Prüfungen abgelegt und bestanden. Leider sah der Mann vom Amt das nach wie vor anders. Mein Hirn lief auf Hochtouren. Wie soll das mit dem Job gehen, was heißt das jetzt. Muss ich das wirklich alles nochmal machen? Kann das wirklich passiert sein? 

Dann das große Hopsalla: Der Mann vom Amt schreibt mir die nüchternen Worte: „Wir hatten ihre Leistungen im Sysem falsch abgelegt. Ihr Antrag wird nun bearbeitet.“ Ich glaube dem Menschen dort im Amt war nicht bewusst, dass er mich um ein Haar getötet hätte. Auch nicht, dass ich um ein Haar meinen brandneuen Job abgesagt hätte und nach Kurdistan ausgewandert wäre. Nix weiß der. Nichtmal entschuldigt hat er sich. Hässlich!

Zum letzten Mal

Zeit für ein wenig Sentimantalität. Ich habe eben mein letztes Semesterticket geklebt. Semestertickets sind Fahrkarten der Uni, mit denen man unglaublich billig unglaublich viel Bus, Bahn und Zug fahren kann. Seit Oktober 2010 habe ich dieses Prachtstück besessen und es mal mehr und mal weniger benutzt. Vollkommen konsequent hingegen habe ich vergessen es jeweils am Stichtag 1.10. und 1.4. zu erneuern. Hierdurch wurde es an genannten Stichtag jedesmal ungültig, was mir konsequent und regelmäßig erst bei der ersten Kontrolle nach dem Stichtag auffiel. 

In diesem Monat habe ich es zum 1. Mal rechtzeitig geschafft. Zum letzten Mal. Und außerdem habe ich endlich das nicht ganz unkomplizierte Prozedere des umklebens verstanden, das aus meinen einfachen Semesterunterlagen jedes Mal einSemesterticket  zaubert. Eine Art Origami für angehende Akademiker. Wer das nicht schafft, der hat es nicht verdient. Es erleichtert mich also durchaus, dass ich es dieses Mal, im 12. Durchgang endlich hinbekommen habe. Ganz genau rechtzeitig eben. 

Blan P. 

Das wäre geschafft. 34 Seiten ist meine Abschlussarbeit nun lang und wesentlich mehr wird es nicht mehr werden. Heute habe ich das primäre Schreiben für beendet erklärt und komme zu einer positiven Bilanz. Ich habe, heute eingeschlossen, genau 15 Tage an der Arbeit gearbeitet, Erhebungen im Feld eingeschlossen. Das ging fix. Viel fixer als erwartet. Erstaunlich. Entweder ist Bachelorarbeit wirklich erschreckend einfach oder ich bin, und das ist wahrscheinlicher, einfach erstaunlich gut. 

Um es gesagt zu haben, ich weiß, dass nach diesem Tag noch viel Arbeit wartet, und dass ich noch lange nicht fertig bin. Aber es fühlt sich gut an sozusagen einen Plan B zu haben. Wenn ab heute bis März 2017 immer alle krank sind und ich nichts mehr schaffe zu schreiben, dann kann ich sie so abgeben. Klasse Plan B. In diesem Falle aber eher ein Blan P, den for lauder rechtsschreipveler ist si kaum leesba. Aba gut ist si trozdem. 

Der erste Schritt

Seit inzwischen vier Wochen habe ich nun einen Betreuer für meine Bachelorarbeit. Ich habe ein Thema und seit zwei Wochen auch eine Gliederung. Ich habe Konzept und Plan und heute hatte ich endlich den Mut den ersten großen Schritt zu gehen. Ich habe meine ersten zwei Seiten geschrieben. Ufff

Es ist erstaunlich, in meinem Kopf geht alles immer ganz schnell, aber es dann in sinnvolle Sätze zu wurschteln ist manchmal schwer. Nicht etwa das Formulieren oder so. Nee, das was dauert ist … der solide Backround. Und so habe ich heute Stunden damit verbracht Zahlen zu suchen, Statistiken auszugraben und mich durch langweilige Studien zu wurschteln. Und das alles für tiefgrund-banale Sätze wie:“Die Zahl der Konsumenten sogenannter ‚harter Drogen‘ beläuft sich in Bremen im Jahr 2016 auf…“. Und so komme ich zu der Erkenntnis, dass ich ein spannendes Thema habe, das ich mit viel Leidenschaft angehe und das leider total schlecht dokumentiert ist. 

Der erste Schritt ist getan. Und wie erklärte schon Bilbo Beutlin:

„Est ist eine gefährliche Sache… Frodo, aus deiner Haustür hinauszugehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.“ 

Mal sehen wohin meine mich tragen. Ich folge ihnen bereitwillig. 

Harte Zeiten

Harte Zeiten brechen an. Anfang März habe ich zwei wichtige Prüfungen. Wichtig beide, und eine fast unlösbar. Seit inzwischen vier Monaten bereite ich mich vor so gut ich eben kann, und komme doch immer mehr zu dem Schluss, dass mein Bestehen viel mit Glück zu tun haben wird. Mir bleibt der Eindruck, dass ich nur fragmentarisch begriffen habe, worum es geht. 

Trotzdem, ich werde in den kommenden Wochen meinen opulenten Arsch ganz gewaltig aufreißen um diese fast letzten Hürden meines Endlos-Studiums zu nehmen. Und hoffen werde ich, dass alle gesund bleiben und ich keine Notbremsung einlegen muss. 

Mögen die Spiele beginnen.