…weil du zu lange fernsiehst

Ja! Ich bin wirklich oft müde, und ja! Ich lege mich regelmäßig mal ne Stunde hin. Am Wochenende schlafe ich nach Möglichkeit lang, da ich sonst in der Woche darauf noch mehr durchhänge. Zugegeben, es ist ein Jammer. Auch die Hörnchen nehmen diesen Zustand wahr und lassen ihn nicht unkommentiert. „Du bist immer so müde, weil du viel zu lange fernsiehst!“ erklärte mir das C-Hörnchen jüngst und ich war etwas Sprachlos. Meine zwei Stunden vor der Glotze sind es nicht, nein. Aber was soll man einer siebenjährigen sagen,…

…dass man chronisch müde ist, weil man sich ununterbrochen zwischen Arbeit und Familie aufreibt, im Prinzip immer gegen ein schlechtes Gewissen arbeitet und nie an einer Stelle genug ist?

…dass einen der Haushalt überfordert und das ständig wiederkehrende Putzen der Böden, Toiletten und allen Andersens einfach traurig und ermüdend ist?

… dass mein persönlicher Lebensrythmus und der, der mir durch Kita und Schule vorgegeben ist, einfach nicht zusammen passen, und ich mich somit dauerhaft zwingen muss zu funktionieren?

Natürlich nicht, somit gebe ich ihr kurzum recht und gestehe ein, warscheinlich einfach früher schlafen gehen zu müssen…

…um damit auch das letzte Bisschen Freiraum und selbstbestimmte Zeit zu verlieren.

Klingt dramatisch? Ist es. In manchen dieser Phasen ist es nicht lustig in der Tretmühle „leben“ gefangen zu sein, in der jeder Ausbruch direkte Konsequenzen für alle die hat, die mit einem zusammen leben. Wenn ich verschlafe, kommen alle zu spät, wenn ich aufhöre zu putzen, kochen, versorgen, sind alle unversorgt. Arbeite ich, bis alles abgearbeitet ist, sind die Kinder allein, mache ich früh Feierabend, drückt der Schuh auf der andern Seite. Eine elende Klemme.

Klingt besorgniserregend? Ist es nicht. Ich durchlaufe diese Tiefs immer mal wieder; ich denke die meisten in meiner Situation tun das. Es geht vorbei; vorübergehend in den kommenden Tagen und dauerhaft in ca. 15 Jahren. Schön!

One night out

Tanzen bis zum Morgengrauen, nette Menschen, gute Musik und der simple Konsens einfach eine gute Zeit haben zu wollen. Das ist in etwas das Erfolgsrezept für eine gelungene Nacht. Gestern war eine dieser Nächte, die es mir erlauben meinen Hörnchen-Trott weitestgehend hinter mir zu lassen und einfach ich zu sein. Himmlisch, und viel zu selten.

Denn was immer mal vergessen wird ist, dass in diesen leicht staubigen Mutti-Hüllen auch immer noch echte Menschen stecken. Menschen, die früher mal Interessen hatten, ein abwechslungsreiches Leben und all sowas. Klingt frustriert? Ist es manchmal auch. Wenn aus einem jungen Menschen ein Mutti wird, gehen viele Dinge verloren. Schlafmangel, ständiges Gebraucht-werden und so manches falsch verstandenes Pflichtbewusstsein schalten häufig das „Ich“ aus und ersetztes es durch ein „Mutti“. Schrecklich, und für niemanden ein Vorteil.

Immer wieder rate ich Müttern im Beratungsgespräch auch an sich zu denken, zufrieden zu sein und sich nicht vollständig dem Kind zu unterwerfen. Um eine gute Mutter sein zu können, muss man zunächst glücklich sein, zufrieden und mit sich selbst sauber. Dann erst stimmt die Grundlage für alle möglichen pädagogischen Ausschweifungen, faires Handeln und gelebte Liebe. Was es braucht um glücklich zu sein, muss jedes Mutti selbst wissen. Manche gehen zum Friseur, andere gehen Shoppen. Ich muss einfach aus dem Haus. Kluge Gespräche und ein schönes Bier, Musik, Menschen und ab und zu eine durchtanzte Nacht. Das ist mein Ausgleichssport; der Stoff aus dem ich meine Energie gewinne, aus dem ich all meine Geduld und meine Ruhe schöpfe.

Laufen

Eigentlich wollte ich euch heute Bilder meiner liebsten Laufstrecke zeigen. Eigentlich wollte ich mich darüber freuen, dass es grad so gut läuft und ich mich mit meinen 10 km immer wohler fühle. Eigentlich. Leider bin ich gestern Abend die Treppe runter gefallen und nun sind meine Zehen blau. Blau und dick. Und nun läuft gar nichts mehr. Um nicht zu übertreiben, ich kann laufen, aber es tut au. 


Nichtsdestotrotz hier ein paar Bilder. Ich liebe es derzeit durch das hohe Gras zu laufen, immer unten am Wasser entlang. Dank meiner Schuhe (Vibram fivefingers) machen Schmodder, Lehm und Matsch mir nichts aus. Deutlich anstrengender ist es so, aber gleichzeitig Balsam für die Seele. Manchmal bemerke ich kilometerlang nicht, dass ich laufe. Keine Menschen, kein Krach, keine Gedanken. Ich mag das sehr. Wenn ich dann nach etwa 7km wieder auf Asphalt komme, ist es wie ein kleiner Schock. Hart, voll und irgendwie ganz anders. Vielleicht sollte ich einfach die selben 7 km wieder zurück laufen! 

Drei Fliegen mit einer Klappe

Laufpartnerin abkömmlich

A-Hörnchen kein Bock auf Vokabeln

und überhaupt viel zu wenig friedliche Zeit mit dem guten Kind verbracht.

Und manchmal liegt das Gute so nah. Das Hörnchen kommt mit Mutti. Er mit dem Rad, die Mutti mit ihren Füßen. Und so verbrachten wir eine wunderbar friedliche Stunde am See. Ein bisschen klönen, ordentlich Bewegen; den bockigen Kopf durchpusten lassen und ganz am Ende hat er sich sogar noch abfragen lassen. Was so eine Wegänderung doch manchmal so bewirken kann. Ich bin erleichtert und alles ist so friedlich. Gutes Hörnchen, gute Mama, gute Idee!!