Wenn Frauchen eine Panne hat

Eben machte ich den Motor im Auto an und A-Hörnchen teilte mir beiläufig mit, dass wir einen Platten hätten. Vorschriftsgemäß schaltete ich den Motor wieder ab, schließlich weiß ich, dass man mit einem platten Reifen nicht fahren darf.

Tatsächlich, der Reifen ist platt, ganz und gar platt. Keine äußeren Beschädigungen erkennbar, dennoch: Platt. Kurzerhand pfiff ich die Bande zurück und rief den ADAC an.

Der vermutlich ältere Herr am anderen Ende sprach hoch empathisch in einer ruhigen Stimme mit mir. Sehr betroffen und langsam eröffnete er das Gespräch mit den Worten: “Bleiben Sie erstmal ganz ruhig Frau Hörnchen. Und jetzt erzählen Sie mir mal ganz genau was passiert ist. “ Bis zu dieser Frechheit war ich ausgesprochen Ruhig. Im übrigen bin ich nicht dumm, hysterisch oder so, ich bin lediglich mir zwei X-Chromosomen ausgestattet, dennoch kann ich alles was meine artverwandten Y-Chromosom-Träger können. Und um es vorweg zu nehmen: Ich kann göttlich gut parken! Ich kann sogar tanken!!

Ich teilte dem Alten Sack freundlich mit, dass der vordere Reifen platt sei, das Auto zu Hause stünde und ich kein Ersatzrad hätte. “Verstehe!” Sagte er betont langsam und ruhig. “Ich werde Ihnen jetzt einige leichte Fragen stellen.” Kündigte er an und ich atmete schwer und vernehmbar. Mein Geduldsfaden spannte sich zunehmend. “Keine Angst, Frau Hörnchen! Das bekommen wir hin.” Fuhr er fort. Letztlich wollte er den Fahrzeugtyp (Groß), die Marke (Sternchen) und die Farbe (schön) wissen. Komplexe Fragen, zugegeben. Zum Glück gab er mir den wertvollen Hinweis, zur Not im Fahrzeugschein nachzusehen. Nachdem ich die Infos weitergegeben hatte, beschwichtigte er mich ungefragt zum Abschied mit der Weisheit, dass es völlig in Ordnung sei, dass man nicht über alles Bescheid wisse. Mein Mann kümmere sich gewiss um alles und jemand müsse ja auch bügeln und waschen. Genau Arschloch.

Im nächsten Schritt gelang es mir selbstständig und aus eigener Initiative, eine Autowerkstatt anzurufen. Ich weiß, trotz meiner Brüste, dass man Autoreifen nicht bei Rossmann oder Rewe bekommt, deshalb wollte ich den attraktiven Mann in blau bitten, mir einen klarzumachen. Gar nicht so leicht. Der junge Bursche war unsicher, ob ich ihm die Daten auf dem Reifen korrekt am Telefon durchgeben könnte und bat mich schnell herzukommen, damit er sich aufschreiben konnte, was er für einen Reifen er bestellen müsste. Mein Argument, dass ich grad nicht fahren konnte weil platt, fand er nur halb gut. Die Tatsache, dass ich vor meinem Auto saß und die Zahlen auf dem Reifen nur vorlesen müsste, ließ er nicht gelten. Wixxer.

Wir einigten uns darauf, dass ich ein Foto vom Corpus delikti schicken darf und er dann mal guckt, ob das damit geht. Sonst müsste ich aber wirklich eben herkommen, so einfach ist das ja gar nicht. Genau, Fick dich! Gleich kommt noch der Mensch vom ADAC, ich bin schon jetzt total gespannt…

Ohne Auto II

Seit einigen Wochen ist das Thema „Auto“ in den Fokus geraten. Abschaffen oder nicht, das ist hier die Frage. Neben der Recherche was Car-Sharing so hergibt, versuche ich so oft es geht im Alltag auf’s Auzo zu verzichten. Mädels zum Ballett; easy. B-Hörnchen zum Schwimmen, Check. Alle am Fasching samt Kuchen und Kostüm pünktlich in Zwei Schulen und Kita schaffen; erbärmlich aber – Check! Auch viele andere Erledingungen konnte ich vollkommen problemlos ohne Auto deichseln, so dass das gehasste Vehikel schon länger rumsteht.

Heute war dann der Kühlschrank recht leer. Also, sehr leer. Da ich aber eh los musste und mein Bio-Markt auf dem Weg lag, beschloss ich den Einkauf mit dem Rad zu machen. Easy, Denkt man. Für gewöhnlich kaufe ich für eine Woche ein, klar, dass das nicht funktioniert. Also strich ich den Einkaufszettel auf das nötigste zusammen und beschloss einen Einkauf für etwa zwei Tage zu machen.

Drei Liter Milch, in Glasflaschen (Plastik vermeiden), zwei 500ml Gläser Joghurt (…), ein Glas Pflaumenmus sowie ein Glas Bockwurst. Dann kamen Obst und Gemüse; ein paar Äpfel eben und Birnen. Suppengrün, eine Gurke, ein Salat und die Feststellung, dass der Wagen schon ganz schön voll ist. Ein Brot, 10 Brötchen, Linsen und Haferflocken später war der Einkauf erledigt, der Wagen halb voll und ich optimistisch.

Tatsächlich passte alles in die monströse Satteltasche, die ich dabei hatte und einen Umgängebeutel. Ich war begeistert und hatte fast leichtfüßig den Laden verlassen, als ich versuchte die 10 Zentner schwere Satteltasche anzuheben. Das kann ja lustig werden, dachte ich noch, und schleppte sie raus.

Es hatte angefangen mächtig zu regnen. Die Tasche am Gepäckträger zu befestigen war nicht leicht; es war ein Staatsakt. Ich war unsicher ob Tasche oder Gepäckträger als erster nachgeben würden und dennoch half es ja alles nix. Los! Die Fahrt im strömenden Regen gestaltete sich wackelig.

Katzenfutter vergessen. Zweiter Laden, halber weg. Katzenfutter in Beutel, los. Schnell war klar, etwa 15 kg einseitig an das Fahrrad zu hängen war nicht übermäßig schlau. An einer holprigen Stelle riss es mit das Rad unter dem Arsch weg, bei dem Versuch es enorm elegant zu fangen, zerrte ich mit den Rücken, wie durch ein Wunder ging kein Glas zu Bruch.

Lastenrad. Was habe ich für ein Lastenrad. Hat wer ein Lastenrad? Bitte.

Ohne Auto

Seit gut 6 Jahren nennen wir einen großen, blauen Bulli unser eigen. Mit sieben Plätzen und allerlei Chichi ist er wirklich komfortabel. Ohne Probleme transportiert er uns sechs sowei auch große Lasten und alles mögliche andere. Manchmal steht er 5 Tage rum, in anderen Wochen nutzen wir ihn mehr. Urlaub haben wir bisher immer mit dem Auto gemacht, es war ja da.

Neben all dem großen Komfort ist unser Auto, das wir liebevoll das Mammut nennen, leider auch sehr teuer. Der große Dieselmotor kostete einiges an Steuern im Jahr, außerdem ist er mit rund 10l/100km sehr durstig. Auch die Versicherung ist nicht ohne. Zudem ist das Mammut leider von Anfang an recht wartungsintensiv. Um es zu sagen wie es ist: Es hat ständig was. Die irrsten Defekte findet dieses Auto und die Reparaturkosten belaufen sich immer im vierstelligen Bereich. Ohne Übertreibungen, das Mammut frisst uns die Haare vom Kopf.

Wir leben in einer Grossstadt. Alle täglichen Wege funktionieren problemlos ohne Auto. Für den Einkauf konnte ich mir ein Lastenrad vorstellen, ebenso für allerlei Ausflüge innerhalb der Stadt. Der Badesee liegt vor der Tür, unser Kleingarten ist gut zu erreichen usw. Auch andere Verpflichtungen oder Gimmiks wie Ärzte, Schwimmbad, Theater etc. sind per Rad oder wenigstens mit Öffis zu erreichen. Car Sharing gibt es hier natürlich, jedoch gibt es bei den umliegenden Stationen keinen 7- oder 9 Sitzer, was die Sachen etwas humpeln lässt.

Was für mich unkalkulierbar bleibt sind spontane Ausreißer. Ein Besuch bei meiner Schwester, 100km entfernt, gerät plötzlich zum mittleren Staatsakt. Klar geht das mit Zug, jedoch nicht so mal eben. Unser Urlaubsmuster müsste sich massiv verändern und einige Freizeitaktivitäten neu durchdacht werden. Was ich sehr am eigenen Auto liebe, ist die große Unabhängigkeit. Man kann machen was man will.

Ganz genau überlegt, kann ich das ohne Auto auch. Es wäre anders, manches müssten wir anders planen und manches wäre ein wenig unständlicher. Anderes würde sich deutlich entspannen; erst heute stand ich in größter Zeitnot viel zu lange in einem völlig unnötigen Stau.

Und dann bleibt da noch die grüne Seele. Wir verzichten auf Plastik wo es geht, essen fleischreduziet und haben selbstverständlich grünen Strom. Täglich liegen wir den Kindern in den Ohren sich über das Ausmaß ihres Handelns bewusst zu sein und ökologisch zu denken. Und dann, fahren wir mit dem Auto Oma und Opa besuchen; 5 km entfernt und perfekt via Straßenbahn zu erreichen. Schon dumm.

Mehr Brücken

Mehr Brücken braucht Bremen und breitere Straßen. Und eigentlich auch mehr Straßen, viel mehr. Die Stadt steht vor dem Kollaps, etliche Haupverkehrsadern sind chronisch so überlastet, dass kürzeste Wege 90 Minuten und mehr dauern. Ein neuralgischer Punkt hierbei sind die Weserquerungen, von denen es nur drei gibt. Auf allen drei Strecken geht nix, fast immer. Neue Brücken also.

Ich bin dafür, natürlich! Oft genug will ich nur eben über die Weser, auch per Rad, und muss dafür einen 4km Unweg in Kauf nehmen. Dass ein Plus an Straßen und Brücken jedoch das Problem an sich langfristig löst, kann ich mir nicht vorstellen. Sind denn nicht das eigentliche Problem die zu vielen Auto? Brauchen wir wirklich breitere Straßen, mehr Spuren und all das? Eigentlich nicht, es fahren genug Autos und die Umwelt dankt jede vermiedene Fährt. Ein Großteil der Fahrten könnte vermieden werden, wenn es nur attraktiver wäre die Öffis oder das Rad zu benutzen. Auch Fahrgemeinschaften wären eine Option. Die Frage ist also die, wo es denn hakt? Was bringt Tausende dazu, täglich endlos lange im Stau zu stehen und das auch noch zu einem immens hohen Preis? Hätte ich was zu sagen, wären es einige simple Punkte, die ich verändern würde.

Öffentliche Verkehrsmittel würde ich kostenlos anbieten. Ein Großteil der Betriebskosten ist eh subventioniert, spart man dann die Kosten für Ticketverkauf, Automaten, Kontrolleure und den dazugehörigen Verwaltungsapparat ein, würde es laut Studienlage gut aufgehen. Einfach, fair und eine deutliche Motivation.

Die Stadt würde ich viel fahrradfreundlicher gestalten. Mehr Raum, bessere Radwege, ein Plus an Sicherheit und gern mehr Brücken um Umwege zu umgehen. Die Anschaffung von Fahrräder sollte gefördert werden, zumindest aber könnten Krankenkassen und Arbeitgeber Anreize schaffen.

Park and Ride-Lösungen müssen besser ausgebaut werden. Auch die Möglichkeit ein Fahrrad im Zug mitzunehmen oder es am jeweiligen Bahnhof sicher abzustellen wären für viele Menschen sicherlich ein Anreiz.

Zu guter Letzt würde ich gemeinsam mit Schulen und Kindergärten nach Lösungen suchen, den unglaublichen Kinder-Lieferverkehr einzuschränken. Vielleicht der härteste Brocken; gegen Eltern in Rage kommt keiner an.

Übrigens, ich habe nix zu sagen. Dem entsprechend, vergesst alles was ich gesagt haben.

Wer weiß wozu es gut ist!

Kinder im Auto sind eine einfache Angelegenheit. So lange sie halbwegs klein sind, setzt man sie hin, nach 10 Metern fallen die Augen zu und dann schlafen sie, bis man wieder anhält. Bei uns war das ganz ähnlich und dennoch völlig anders. Denn sobald wir unsere Kinder ins Auto gesetzt haben, haben Sie angefangen zu schreien was das Zeug hält. Und zwar so lange, bis wir wieder angehalten haben. Nichts half gegen diese Plage und der Fluch hat bei allen vier Hörnchen zugeschlagen. Auto fahren war eine Qual. Somit fuhren wir nur selten und kurz. Auto-Vermeidung stand in den ersten 9 Monaten eines jeden Kindes auf Platz eins. 

Hätte meine Omi noch gelebt, sie hätte gesagt:“Wer weiß wofür es gut ist!“, denn das sagte Omi in Situation die einem schrecklich, schlimm und sinnlos vorkamen. Und gestern erfahre ich dann, dass sich herausgestellt hat, dass Kinder, die in der Babyschale einschlafen, leicht Sauerstoffmangel bekommen, da die eh schädliche Haltung die Gefäße am Hals abdrücken kann. Plötzlich fand ich es gut, und plötzlich wusste ich wozu es gut war. Diese Schreitherapie hat den Hörnchen bestimmt tausende Hirnzellen gerettet. Puuu!!! Glück gehabt!!

Zugreifen

Man muss sich schon sehr wundern. Wir fahren an einem Gebrauchtwagenhändler vorbei und bei allen Fahrzeugen hängt dieser obligatorische Zettel in der Windschutzscheibe. 

  • TÜV / AU
  •  BJ 7/2009
  • Zweite Hand
  • 576 PS, 200l Hubraum 
  • Zugreifen 

Und ich wundere mich sehr. Zugreifen? Was sind das denn? Besonders kräftige Reifen um schwere Lasten zu ziehen? Besonders viel Grip, oder vielleicht Reifen um auf Schienen zu fahren? Dann nahm ich war, dass alle Autos, also auch die kleinen schmächtigen, mit Zugreifen ausgestattet sind. Ich war wirklich erstaunt. Etwas offenbar vollkommen gewöhnliches ist vollständig an mir vorbei gegangen. 

Dann fiel der Groschen; 

…. laaaaangsam. 

Zugreifen. Bitte greifen Sie zu. 

Autsch 

Herzkrank

Heut früh haben wir unser Auto zum Doktor gebracht. Es war in letzter Zeit etwas sehr durstig geworden, ins besondere das Kühlwasser hatte es ihm angetan. Anschließend sind der Menne und ich in die Stadt gefahren, wir hatten heute beide frei. Shoppen stand auf dem Plan. Shorts, T-Shirts, einen Badeanzug für mich und allerlei Kleinkram. Schön war es, so ganz ohne Kleinvolk. Und zum Abschluss gingen wir nich Mittagessen. 

Zu Hause angekommen rief dann der Auto-Doktor an, den ich im Shoppingrausch vollkommen vergessen hatte. Und Hiob hatte keine guten Neuigkeiten. Unser blödes Auto trinkt die gute Kühlflüssigkeit nicht etwa, nein nein. Es pumpt sie sich vollkommen sinnlos in den Motorraum. Ein Loch in der Herzklappe sozusagen. Und die OP wird nicht leicht. Herztransplantation und Reinigung des umliegenden Gewebes werden rund 500€ kosten. Und plötzlich verging mir die Lust auf Shoppen. Und selbst der super leckere Burrito schmeckte plötzlich nur noch zweitklassig.  

Passt, wackelt und … Scheiße!

Gestern Abend kam ich spät vom Einkaufen nach Hause. In unserer Straße sind Parkplätze etwas Mangelware und so nahm in die Herausforderung  an, mich in eine winzige Lücke zu quetschen. Natürlich gelang es mir mühelos unsere 5m Auto in die Ca. 5.40m Parklücke zu rangieren und ich war stolz. 

Genau so lange bis mit der Einkauf im Kofferraum einfiel. Um an diesen zu kommen, bräuchte ich am Heck nämlich mindestens einen halben Meter. Nichts zu machen also. Die Lösung lag auf der Hand! Ich rief den Menne zur Hilfe, kletterte in den Kofferraum und reichte den Einkauf durch. Easy. 

Gut, dass es dunkel war…Sonst hätte der Menne noch gesehen, was ich für einen Mist eingekauft habe;)

Ich sehe was, das du nicht siehst 

Auf einer längeren Autofahrt spielten die Hörnchen „Ich  sehe was, das du nicht siehst“. „… Und das ist blau-weiß!“ gab das B-Hörnchen zum Raten. A-Hörnchen erriet schnell die Verkehrsschilder auf der Autobahn und war der Nächste. Sein schwarzer Strassenbelag dauerte zwar etwas länger, aber ich erriet ihn heldenhaft nach einiger Zeit. C-Hörnchen landete den nächsten Treffer und erriet meinen rosa Gegenstand. Dann kam ihr Rätsel:“Ich sehe was das ihr nicht seht, und das ist schwierig!“ 

Wir unterdrückten stark das Kichern und A-Hörnchen sagte, dass „schwierig“ keine Farbe sei. Sie solle gefälligst die Farbe sagen! C-Hörnchen wiederholte sich und gab zu verstehen:“Die Farbe ist schwierig!“ Auch nach drei weiteren Anläufen kamen wir der Farbe nicht auf die Spur, bis sich schließlich rausstellte, dass sie die Farbe einfach nicht genau bestimmen konnte, da der Gegenstand schon längst vorbei war. So ein kompliziertes Spiel! Wirklich schwierig!!