Zum letzten Mal

Zeit für ein wenig Sentimantalität. Ich habe eben mein letztes Semesterticket geklebt. Semestertickets sind Fahrkarten der Uni, mit denen man unglaublich billig unglaublich viel Bus, Bahn und Zug fahren kann. Seit Oktober 2010 habe ich dieses Prachtstück besessen und es mal mehr und mal weniger benutzt. Vollkommen konsequent hingegen habe ich vergessen es jeweils am Stichtag 1.10. und 1.4. zu erneuern. Hierdurch wurde es an genannten Stichtag jedesmal ungültig, was mir konsequent und regelmäßig erst bei der ersten Kontrolle nach dem Stichtag auffiel. 

In diesem Monat habe ich es zum 1. Mal rechtzeitig geschafft. Zum letzten Mal. Und außerdem habe ich endlich das nicht ganz unkomplizierte Prozedere des umklebens verstanden, das aus meinen einfachen Semesterunterlagen jedes Mal einSemesterticket  zaubert. Eine Art Origami für angehende Akademiker. Wer das nicht schafft, der hat es nicht verdient. Es erleichtert mich also durchaus, dass ich es dieses Mal, im 12. Durchgang endlich hinbekommen habe. Ganz genau rechtzeitig eben. 

Blan P. 

Das wäre geschafft. 34 Seiten ist meine Abschlussarbeit nun lang und wesentlich mehr wird es nicht mehr werden. Heute habe ich das primäre Schreiben für beendet erklärt und komme zu einer positiven Bilanz. Ich habe, heute eingeschlossen, genau 15 Tage an der Arbeit gearbeitet, Erhebungen im Feld eingeschlossen. Das ging fix. Viel fixer als erwartet. Erstaunlich. Entweder ist Bachelorarbeit wirklich erschreckend einfach oder ich bin, und das ist wahrscheinlicher, einfach erstaunlich gut. 

Um es gesagt zu haben, ich weiß, dass nach diesem Tag noch viel Arbeit wartet, und dass ich noch lange nicht fertig bin. Aber es fühlt sich gut an sozusagen einen Plan B zu haben. Wenn ab heute bis März 2017 immer alle krank sind und ich nichts mehr schaffe zu schreiben, dann kann ich sie so abgeben. Klasse Plan B. In diesem Falle aber eher ein Blan P, den for lauder rechtsschreipveler ist si kaum leesba. Aba gut ist si trozdem. 

In großen Schritten voran

Bachelor of Sciences ist zwar ein dämlicher und liebloser Abschluss, jedoch macht es wenigstens Spaß eine Bachelorarbeit zu schreiben. Nachdem meine Interviews zum Thema Drogenkonsumräume binnen 14 Tagen erfolgreich abgeschlossen waren, hat es mich nun etwa 2,34 Tage gekostet die Daten auszuwerten. Ich bin vollkommen aus dem Häuschen-diese blöde Sisyphusarbeit macht sogar Spaß! 

Eben dann das nächste Highlight! Eine Mail vom Professor. Und wo so mancher voller Erfurcht schaudert, weil der hohe Herr sich bemüht, freue ich mich einfach über den bodenständigen Herren, der mir frische Urlaubsgrüsse aus dem Big Apple sendet. „Leider sei er vollauf mit seiner Erholung beschäftigt, würde sich aber Ende September gern melden.“ Wunderbar. Und so erkläre ich dem A-Hörnchen nun warum es ein außerordentlicher Grund zur Freude ist, wenn der Professor nett ist und aale mich in meinem Erfolg. 20 Seiten ist sie jetzt lang, und am Freitag macht sie einen Ausflug nach New York. 

Harte Zeiten

Harte Zeiten brechen an. Anfang März habe ich zwei wichtige Prüfungen. Wichtig beide, und eine fast unlösbar. Seit inzwischen vier Monaten bereite ich mich vor so gut ich eben kann, und komme doch immer mehr zu dem Schluss, dass mein Bestehen viel mit Glück zu tun haben wird. Mir bleibt der Eindruck, dass ich nur fragmentarisch begriffen habe, worum es geht. 

Trotzdem, ich werde in den kommenden Wochen meinen opulenten Arsch ganz gewaltig aufreißen um diese fast letzten Hürden meines Endlos-Studiums zu nehmen. Und hoffen werde ich, dass alle gesund bleiben und ich keine Notbremsung einlegen muss. 

Mögen die Spiele beginnen.