Semesterende und Frühlingsanfang 

Was für ein Tag! Der Garten auf Vordermann, die Sonne scheint. Mächtig Besuch und ein Lagerfeuer. Sieben Kinder und drei Erwachsene als Wächter über das Chaos und endlich mal wieder ein Tag unter freiem Himmel ohne zu frieren. 

Ein besonderes Anliegen war es mir mein Studium zu beschließen, in dem ich hunderte Karteikarten, die ich immer zum lernen benutzt habe, feierlich verbrannt habe. 

Zum Abschluss des Tages gab es Nudeln mit Sauce; aus dem Feuer. Besser geht es kaum! Als besonderes Schmankerl Klamotte das A-Hörnchen mir was auf der Gitarre, romantisch am Lagerfeuer. Himmlisch!

Tam Tam

Am 5. März habe ich keine Zeit, stand plötzlich in meinem Kalender. Rätseln sollte ich nicht. Gestern dann plapperte das A-Hörnchen beinahe irgendwas von Frühstücken und dann doch nicht. Parallel war das beherrschende Thema der letzten Tage meine Enttäuschung darüber, dass so ein Uni-Studium plötzlich zu Ende ist, und ein echter Schlusspunkt ausbleibt. Keine Feierlichkeiten, keine Zeugnisübergabe. Einfach irgendwann ein Brief; lange vorher der Job. Traurig irgendwie, mag ich doch Tam Tam. 

Heute morgen dann zogen wir wirklich los um Frühstücken zu gehen. Ich freute mich auf leckeres Essen und Zeit mit meinen Hörnchen. Alles ging seinen Gang. Im Restaurant angekommen traf mich dann fast der Schlag; äh das Tam Tam. Die komplette Familie erwartete mich. Ich bekam Geschenke und Glückwünsche. Mein Papa hielt eine kleine Ansprache und würdigte die Strapazen der vergangenen Jahre. Und so war er also endlich da, mein Schlusspunkt. Ende. Fertig. 

Danke meinem lieben Mann, der mir so viel Tam Tam gemacht hat. Und Danke meiner lieben Familie, dass ihr alle da wart. Es tat gut einen Punk setzten zu können und sich ein mal sicher zu sein, dass es jetzt alle wissen. 

Endspurt 

Morgen beginnt mein letztes Semester an der Uni. Und was eigentlich Grund zur Freude biete sollte, weckt in mir nur Unmut. Ich mag nicht mehr zur Uni. Ich habe keine Lust mehr auf Studenten und Vorlesungen und Gruppenarbeit. Ich will meine Ruhe… Die Luft ist raus, ich habe fertig!

Zu Anfang machte mir das alles Spaß. Ich traf junge Studenten und knüpfte Kontakte. Dann kam die erste Elternzeit, meine Kommilitonen studierten weiter und ich bekam das C-Hörnchen. Nach einem Jahr ging ich wieder an die Uni; ich knüpfte neue Kontakte und es kostete mich erneut einige Mühe mich in die bestehende Gruppe zu integrieren. Es folgte die nächste Elternzeit. Auch diese Kommilitonen sind inzwischen längst fertig mit ihrem Studium und ich muss wieder an die Uni. 

Ich weiß genau was vor mir liegt. 180 Studenten, grosse Sääle, Gruppenarbeiten, Hausarbeiten,… Um das gemeinsame KlimBim werde ich nicht drunrum kommen. Also heißt es ab heute wieder: Kontakte knüpfen, das Gefüge verstehen und loslegen. Ein letztes Mal, um diesen Abschnitt dann in drei Monaten endlich hinter mir zulassen. Uff…

Ende in Sicht

Die Tage werden kürzer und meine Bachelorarbeit länger. Das ist warscheinlich auch der Grund dafür, dass ich hier so wenig schreibe. Gefühlt sitze ich an meinem Küchentisch und die Welt wird auf großen Rollen an mir vorbei gezogen. Um neun setzte ich mich und und dann, ganz plötzlich muss ich die Kinder abholen. Meine neuste Errungenschaft: Eine Putzhilfe. 

Da war nix mehr zu machen. Man kennt das ja, in Prüfungsphasen ist die Bude am saubersten. Oder aber ich verwhrlose; und mit mir meine Lieben. Nichtsdestotrotz, es geht voran, es geht gut voran und ich hoffe mich zeitnah wieder anderen Dingen zuwenden zu können. Zum Beispiel meinem letzten Uni-Semester, das ab Oktober mit Anwesenheitspflicht lockt. Verlockend; nein. Gar nicht. Aber ein notwendiges Übel auf dem Weg in die verordnete Minderwertigkeit. 

Denn je näher ich dem ‚Bachelor‘ komme desto deutlicher wird mir, dass er keinen Abschluss im eigentlichen Sinne darstellt. Er beschämt mich, scheint so unvollkommen und vom Munde abgespart. Schade.  

Der erste Schritt

Seit inzwischen vier Wochen habe ich nun einen Betreuer für meine Bachelorarbeit. Ich habe ein Thema und seit zwei Wochen auch eine Gliederung. Ich habe Konzept und Plan und heute hatte ich endlich den Mut den ersten großen Schritt zu gehen. Ich habe meine ersten zwei Seiten geschrieben. Ufff

Es ist erstaunlich, in meinem Kopf geht alles immer ganz schnell, aber es dann in sinnvolle Sätze zu wurschteln ist manchmal schwer. Nicht etwa das Formulieren oder so. Nee, das was dauert ist … der solide Backround. Und so habe ich heute Stunden damit verbracht Zahlen zu suchen, Statistiken auszugraben und mich durch langweilige Studien zu wurschteln. Und das alles für tiefgrund-banale Sätze wie:“Die Zahl der Konsumenten sogenannter ‚harter Drogen‘ beläuft sich in Bremen im Jahr 2016 auf…“. Und so komme ich zu der Erkenntnis, dass ich ein spannendes Thema habe, das ich mit viel Leidenschaft angehe und das leider total schlecht dokumentiert ist. 

Der erste Schritt ist getan. Und wie erklärte schon Bilbo Beutlin:

„Est ist eine gefährliche Sache… Frodo, aus deiner Haustür hinauszugehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.“ 

Mal sehen wohin meine mich tragen. Ich folge ihnen bereitwillig. 

Puzzleteile 

Manchmal verstehe ich nicht was mein Leben mit mir vor hat. Die vergangenen Wochen waren purer Stress. Prüfungsvorbereitungen, Praktikum und das elende Problem keinen Professor für meine Bachelorarbeit finden zu können. Ich habe viel telefoniert, mit tausend Leuten gesprochen und irgendwie versucht das Puzzle „Studium“ zusammenzufügen. Ich habe jedes Teil probiert, habe andere Kartons geöffnet und auch diese Teile probiert. Am Ende habe ich versucht mein fehlendes Puzzelteil selbst zu basteln und das Puzzle zu überlisten. Ohne Erfolg; nichts passte. 

Heute war dann der Tag an dem sich alles fügte. Meine letzte große Prüfung im Studium absolvierte ich mit einer großartigen 1,0. Anschließend konnte ich den Professor für meine Bachelorarbeit gewinnen und sogar meine Thema segnete er ab. Nachdem ich dieses entscheidende Teil für mein Puzzle  gefunden hatte, besuchte ich die ehemaligen Kollgen meiner Praktikumsstelle. Und auch hier fügte sich alles zusammen. So werde ich ab Herbst dort zunächst auf 400€ Basis arbeiten und darf zusätzlich für meine Bachelorarbeit forschen. Alles passt. Puzzle fast fertig. 

Manchmal muss man im Leben etwas suchen. Manchmal lohnt es sich nicht aufzugeben und weiter daran zu glauben, dass das fehlende Teil nicht weg ist, sondern lediglich nicht da. 

Der beste Tag der Welt

Heute würde ich um 7.30 Uhr von einer Email geweckt. Zunächst ignorierte ich den Ton, sah dann aber zum Glück doch nach. Die Email war vom Zentralen Prüfunsamt und teilte mir mit, dass die Ergebnisse zu den Klausuren da sind. Zu den schlimmen Klausuren. 

Mein Herz blieb stehen und ich rannte im Schlafanzug in die Küche, wo ich die Zugangdaten für meinen Account aufbewahre. Mit bebenden Händen tippte ich die Ziffern ein. Zunächst konnte ich nichts erkennen aber dann stand es da, ganz groß und deutlich:

Modul 5; Kombiprüfung WS 15/16 best. 3,3. 

Es ist also vollbracht. Bestanden! Und endlich auch Erleichterung. Fast untertrieben. In Wahrheit rief ich von Schluchzen und Tränen der Erleichterung geschüttelt den Menne auf der Arbeit an. Nachdem er verstanden hatte, dass nichts schlimmes passiert ist, konnte  er sich dann auch mit mir freuen. 

Der erste Streich

Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt… kommenden Montag. Ich habe meine erste Klausur für dieses Semester erfolgreich geschafft. Ein genaues Ergebnis habe ich noch nicht, es wird aber gut oder so sein. Etwas unbefriedigend hingegen die Tatsache, dass Euphorie und Erleichterung fast vollständig ausbleiben. Diese Prüfung hatte  mir nie große Sorge bereitet, die kommende hingegen schon. So durchlief ich binnen weniger Stunden erst große Aufregung, dann große Konzentration und Erfolg der jedoch direkt abgelöst  wurde von wiederaufkeimender Anspannung und Nervosität. 

Also auf zum zweiten Streich. Und am kommenden Montag trinke ich zum Mittag ’ne Pulle Sekt. Zur Not einfach nur weil es vorbei ist.  

Harte Zeiten

Harte Zeiten brechen an. Anfang März habe ich zwei wichtige Prüfungen. Wichtig beide, und eine fast unlösbar. Seit inzwischen vier Monaten bereite ich mich vor so gut ich eben kann, und komme doch immer mehr zu dem Schluss, dass mein Bestehen viel mit Glück zu tun haben wird. Mir bleibt der Eindruck, dass ich nur fragmentarisch begriffen habe, worum es geht. 

Trotzdem, ich werde in den kommenden Wochen meinen opulenten Arsch ganz gewaltig aufreißen um diese fast letzten Hürden meines Endlos-Studiums zu nehmen. Und hoffen werde ich, dass alle gesund bleiben und ich keine Notbremsung einlegen muss. 

Mögen die Spiele beginnen.