Ohne Daumen

Mein Garten ist ja seit einigen Jahren meine große Liebe. Im vergangenen Jahr habe ich Unmengen an Gemüse und Obst geerntet, und das trotz anhaltender Dürre. Dieses Jahr ist das Wetter viel gnädiger. Es regnet regelmäßig, ist angenehm warm und die Sonne brennt nicht so erbarmungslos. Klasse Bedingungen also; denkt man.

Die Vor-Saat ist dieses Jahr gründlich in die Hose gegangen. Naja, um ganz genau zu sein ist sie auf der Treppe gelandet, da das A – Hörnchen früh im Jahr ein Großteil meiner Pflänzchen hat fallen lassen. Halb so wild, ich habe neue gepflanzt. Von denen ist fast nichts gekommen, etwa 15 Setzlinge habe ich dann noch aussetzen können. Von den wiederum sind gut zwei drittel eingegangen, so dass ich fleißig im Freiland nachgesäht habe. Ohne jeden Erfolg! Inzwischen kann ich verzeichnen, dass zehn Maispflanzen, 25 Bohnen, fünf Kürbisse, diverses an Brokkoli, Blumenkohl und Rosenkohl sowie 15 Paprika und Tomaten Pflanzen erfolgreich verstorben sind. Mein Garten gleicht einem Riesen großen Friedhof! Es ist wirklich ein Trauerspiel und ich weiß nicht genau was mein Fehler ist.

Ich weiß es nicht genau… Um ganz genau zu sein weiß ich es halt überhaupt nicht! Irgendwie mag mich Mutternatur dieses Jahr nicht, vielleicht habe ich braune Daumen. Vielleicht habe ich auch überhaupt keine Daumen oder einfach unfassbar schlechtes Karma. Immerhin stehen etwa 40 Kartoffelpflänzchen in Reih und Glied, sie sind meine Hoffnungsträger. Drei Gurken, die eine Freundin für mich gezogen hat, trotzen der Katastrophe sowie einige Salatköpfe. Dennoch möchte ich euch mit ein paar Impressionen versorgen, dann das erfreuliche ist: wenn man das richtige fotografiert, sieht es immer noch total hübsch aus!

Hier also mein wunderschöner, gut gepflegter und reich tragender Garten. Es wäre nett, wenn ihr ein paar nette Sachen sagt – dann bin ich nicht ganz so traurig. Es ist nämlich schon irgendwie ganz schön traurig. Schniff😩

Madame Gurke
Last Tomate steanding
Frohe Pfingsten

Allium

Mrs. Radie and her sweet Chen.

Der Staatsfeind Nummer 1

Rettet die Bienen, schreien sie alle, ohne die Inseken sind wir alle tot! Und ich habe alles gegeben, habe Blumen gepflanzt, welche die Bienen mögen, welche, die für Hummeln gut sind und welche, die die Schmetterlinge beglücken. Haben ein Insektenhotel und schleppen jede einzelne Biene, Hornisse und Hummel wieder raus, die sich an unseren Scheiben verfangen hat. Ich rettete die Bienen, ich gab alles. Habe mich akribisch eingelesen, jeden Rat hinterfragt. Habe verendende Bienenköniginnen mit Zuckerwasser hochgepäppelt und theatralisch vor Glück und Rührung geweint, wenn sie alsbald wieder flogen. Ich habe gegen Glyphosat gestimmt, protestiert und versucht aufzuklären, den kleinen Tierchen eine Lobby zu bieten. All das habe ich gern getan. Für die Bienen, für die Welt.

Und dann das. Ich laufe heute über meine Wiese, mit bedacht selten gemäht und der Klee blüht prächtig. Laufe da so lang, barfuß und genieße die Verbundenheit zu Mutter Natur und all das und da sticht mir so eine abgetakelte Scheiss-Biene in meinen Fuß. Hinterfurzig von unten, behauptet noch sie sei erster gewesen und krepiert dann jämmerlich. Und ich stehe da, Schmerzen und den Stachel noch im Fuß. Ein Stück Arsch von der undankbaren Verräterin hängt noch dran, von der Biene der blöden Kuh. Undankbar hat sie meine scheinbare Schwäche, meine Nacktheit ausgenutzt und mich da erwischt, wo ich am verletzbarsten bin; na ja fast.

So nicht! Habe ich noch gerufen, bevor ich jämmerlich wimmernd auf einem Stuhl zusammenbrach, sehr litt und mir eine selbstverständlich selbst gezogene Zwiebel auf das Weh drückte. Die Zwiebel nämlich die half mir, für die Lohnt es sich zu kämpfen. Mit Bienen bin ich fürs erste fertig. Mit Blumen auch.

Nicht die Mama!!

Ein Kind im Kindergarten lobt das wunderschöne Armband der Erzieherin. Ein Sibler-Pinkes Blümchenbanf schmückt das Handgelenk der jungen Frau und der Junge staunt. Dann sagt er:“So eins haben wir auch!“ 

Die Erzieherin lobt den guten Geschmack der Mutter und der kleine Junge erwidert:“Nicht Mama! Papa hat so eins!“

Schweigen