Mein Lieblingsduft: Buch

Wenn der Aschenbecher voll ist, braucht man ein neues Auto, und wenn das Bücherregal voll ist, braucht man; na ja. Zumindest ein besseren, größeres Regal. Den heutigen Vormittag habe ich meinen Büchern gewidmet. Nachdem alle ein mal raus waren und das Regal gründlich geputzt, sortierte ich sie voller Hingabe nach Thema, Autor und Farbe.

Bücher sind schon lange meine große Leidenschaft. Seit der Grundschule lese ich viel, so viel, dass meine Mama auf Reisen die Bücher rationieren musste; 2 pro Woche. mehr passte nicht ins Gepäck. Am aller alle liebsten mochte ich schon immer eigene Bücher. Büchereien sind super, vor allem die Kinder lieben es sehr. Ich jedoch mag es Bücher auszupacken, den Duft des Neuankömmlings zu inhalieren und sie dann zu behalten. Ich erinnere mich an einen Großteil, habe an viele von ihnen bestimmte Erinenrungen, wann und in welcher Phase meines Lebens ich sie gelesen habe. Weggeben kommt nicht in Frage.

Mit 12 bekam ich das Buch „Christiane F.“ von meiner Mama. Was mich abschrecken sollte, stellte in Wahrheit die Weichen für meine heutige Berufswahl. Ich las es viel viele Male, kann es immer noch auszugsweise Auswendig und war von Anfang an hoch inspiriert von dem Thema Sucht und Suchtentwicklung. Heute sind es viele Bücher zu diesem Thema und es werden mehr werden.

Ebenfalls früh begann ich mich für das Thema „Drittes Reich“ und die Shoah zu interessieren. Mein erstes Buch zu diesem Thema war „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, es folgten Dutzende. Inzwischen horte ich Unmengen von Augenzeugenberichte, Studien, Analysen und allem anderen zu diesem Thema. Die Resilienz des Menschen ist es, die mich hier besonders interessiert, ebenso wie der Blick in Abgründe des menschlichen Seins.

Meinen dritte Leidenschaft ist der alte Goethe. Ich kann den gut leiden, so wie einige seiner Kollegen auch. Und so gibt es bei mir einiges von Goethe aber auch gern Brecht. Ein wenig Kafka und dann die alten Russen; Bakunin und Tolstoi. In anderen Phasen waren es die RAF und Che Guevara, die mich faszinierten. Wirklich wenig vertreten sind klassische Romane oder Krimis. Selten gelingt es mir einen Roman anzulesen ohne ihn bald gelangweilt wegzulegen.

Meiene Leidenschaft teilt vor allem das B-Hörnchen. Sie liest ganz ganz viel, liebt ihre Bücher und träumt davon, ein mal in einer Buchhandlung eingeschlossen zu werden. Jeder Einkaufsbummel mit ihr endet in einem Buchladen und mit mindestens einem Buch – das sie dann liebevoll an sich drückt und den Duft inhaliert.

Durchgelesen 

Vor den Herbstferien sagte die Lehrerin der zweiten Klasse den Kindern, sie sollen mehr lesen. Dann relativierte sie die Aussage und sagte:“Außer B-Horn!“. Denn wenn B-Hörnchen mehr lesen würde, würde sie nicht anderes mehr tun. Und das nennt man dann Verwahrlosung. 

Gestern kam mein Kind nach Hause und jammerte sie würde die Lesezeit in der Schule nicht mehr mögen. Überrascht erkundigte ich mich nach dem Grund; dieser war banal. Sie hat alles gelesen was die Klasse hergibt. Jedes Buch der Leseecke hat sie durch, aus Klasse 1 und 2. Nun soll sie Bücher von zu Hause mitbringen. Leicht gesagt, denn unsere Hausbücherei hat sie längst durch. So heißt es also noch mehr Schleppen. Denn alle 2-3 Wochen fahren wir in die Bibliothek. Dort leihen sich alle Hörnchen 3-4 Bücher aus und eine CD aus.  Außer B-Hörnchen. Die leiht sich so viele Bücher  aus wie wir gemeinsam tragen können. Dann legt sie sich auf ihr Bett und liest. Bis sie alles gelesen hat. Wenn wir jetzt zusätzlich für die Schule Bücher beschaffen müssen, wird es nicht lange dauern bis B-Hörnchen auch die Bibliothek durch hat. Und was kommt dann? 

Sonntag im Bücherland

Den gestrigen Sonntag haben wir genutzt um alle zusammen das Bücherregal zu sortieren. Eine ganz wunderbare Sache, wir alle sechs lieben Bücher und so saßen Vater und Sohn schnell auf dem Boden und debattierten diverse Rollenspiel-Literatur wärend das B-Hörnchen über meine alten Astrid Lindgren Bücher herfällt. Auch die Kleinen haben viel zu Blättern und begucken alles was Bilder hat. Und nach dem ersten „alles raus“ und „alles sauber“ folg das noch viel größere „alles viel zu viel“!

Bücher! Der Menne und ich wir sind beide nicht der Typ „Leihbücherei“. Und so sammelt sich Jahr für Jahr das eine oder andere Dutzend mehr an. Eine Liebe die gehegt und gepflegt wird. Bücher sind einfach toll. Sie rennen nicht weg, sind nie müde wenn man noch wach ist, halten den Mund wenn schlafen will und riechen immer gut wenn man sie auspackt. Hach! Bücher sind so gut. Ein gelungener Sonntag also. Zumindest bis ich die Treppe runter gefallen bin. 

Der Duft eines neuen Buches

Der Titel dieses Beitrages sagt eigentlich alles! Kennt ihr das, wenn man ein neues Buch aus der (völlig unnützen) Folie befreit, einmal durch die Seiten streift und einem der einzigartige Duft eines neuen Buches entgegenschlägt? Ich liebe diesen Moment. Ganz besonders toll soll es sein, am Tag der Buchmesse, morgens mit den ersten Menschen in die Halle zu kommen und den wundervollen Atem vieler tausend Bücher zu inhalieren. 

Ich liebe Bücher! Zugegeben, ich bin etwas eingefahren was die Thematik angeht, trotzdem kann ich -wenn der Inhalt stimmt- mir fast nicht besseres vorstellen als tief in irgendeinen gebundenen Stapel Papier zu sinken und mich mit Input befüllen zu lassen. 

Ich weder nun noch etwas an meinem neuen Buch atmen!

Bücherwurmin

Mein B-Hörnchen ist krank. Viel Fieber, ganz ätzend. Sie liegt freiwillig viel im Bett und ist ganz tapfer. Und was macht man wenn man sechs Jahre alt ist, doll krank und den ganzen Tag im Bett liegt? Na, ganz einfach: Sie liest! 

Gestern noch recht hölzern und angestrengt einige Pixi Bücher, heute dann schon fast galant den Rest des Bücherregals. Sie macht kaum eine Pause, nickt nur gelegentlich ein. Wie infiziert verschlingt sie alles was sie bekommen kann. Ich finde das großartig, erkenne ich mich doch selber so sehr wieder. Einzigst der nächste Urlaub macht mit etwas Angst: Wie sollen wir 10 Bücher mitbekommen? 

festgelesen

Ich erinnere mich an einen langen Urlaub aus meiner Kindheit, in dem meine Mama meine Bücher aus Platzgründen rationalisiert hat. Ein Buch pro Woche; mehr bekamen wir nicht mit.

Viel hat sich seit dem nicht geändert. Ich lese immer noch wahnsinnig gern und beherberge inzwischen eine halbe Bibliothek. Und nun hat es auch mein A-Hörnchen infiziert. Natürlich haben wir schon immer vorgelesen, aber seit ein paar Tagen liest er selbst wie ein Besessener. Immer, überall und ständig. Selbst beim Laufen muss er lesen. Und ich liebe diesen Anblick. Kann ein Kind etwas besseres tun als freiwillig zu lesen? Wohl kaum.