Durchgelesen 

Vor den Herbstferien sagte die Lehrerin der zweiten Klasse den Kindern, sie sollen mehr lesen. Dann relativierte sie die Aussage und sagte:“Außer B-Horn!“. Denn wenn B-Hörnchen mehr lesen würde, würde sie nicht anderes mehr tun. Und das nennt man dann Verwahrlosung. 

Gestern kam mein Kind nach Hause und jammerte sie würde die Lesezeit in der Schule nicht mehr mögen. Überrascht erkundigte ich mich nach dem Grund; dieser war banal. Sie hat alles gelesen was die Klasse hergibt. Jedes Buch der Leseecke hat sie durch, aus Klasse 1 und 2. Nun soll sie Bücher von zu Hause mitbringen. Leicht gesagt, denn unsere Hausbücherei hat sie längst durch. So heißt es also noch mehr Schleppen. Denn alle 2-3 Wochen fahren wir in die Bibliothek. Dort leihen sich alle Hörnchen 3-4 Bücher aus und eine CD aus.  Außer B-Hörnchen. Die leiht sich so viele Bücher  aus wie wir gemeinsam tragen können. Dann legt sie sich auf ihr Bett und liest. Bis sie alles gelesen hat. Wenn wir jetzt zusätzlich für die Schule Bücher beschaffen müssen, wird es nicht lange dauern bis B-Hörnchen auch die Bibliothek durch hat. Und was kommt dann? 

Sonntag im Bücherland

Den gestrigen Sonntag haben wir genutzt um alle zusammen das Bücherregal zu sortieren. Eine ganz wunderbare Sache, wir alle sechs lieben Bücher und so saßen Vater und Sohn schnell auf dem Boden und debattierten diverse Rollenspiel-Literatur wärend das B-Hörnchen über meine alten Astrid Lindgren Bücher herfällt. Auch die Kleinen haben viel zu Blättern und begucken alles was Bilder hat. Und nach dem ersten „alles raus“ und „alles sauber“ folg das noch viel größere „alles viel zu viel“!

Bücher! Der Menne und ich wir sind beide nicht der Typ „Leihbücherei“. Und so sammelt sich Jahr für Jahr das eine oder andere Dutzend mehr an. Eine Liebe die gehegt und gepflegt wird. Bücher sind einfach toll. Sie rennen nicht weg, sind nie müde wenn man noch wach ist, halten den Mund wenn schlafen will und riechen immer gut wenn man sie auspackt. Hach! Bücher sind so gut. Ein gelungener Sonntag also. Zumindest bis ich die Treppe runter gefallen bin. 

Bücherwurmin

Mein B-Hörnchen ist krank. Viel Fieber, ganz ätzend. Sie liegt freiwillig viel im Bett und ist ganz tapfer. Und was macht man wenn man sechs Jahre alt ist, doll krank und den ganzen Tag im Bett liegt? Na, ganz einfach: Sie liest! 

Gestern noch recht hölzern und angestrengt einige Pixi Bücher, heute dann schon fast galant den Rest des Bücherregals. Sie macht kaum eine Pause, nickt nur gelegentlich ein. Wie infiziert verschlingt sie alles was sie bekommen kann. Ich finde das großartig, erkenne ich mich doch selber so sehr wieder. Einzigst der nächste Urlaub macht mit etwas Angst: Wie sollen wir 10 Bücher mitbekommen? 

festgelesen

Ich erinnere mich an einen langen Urlaub aus meiner Kindheit, in dem meine Mama meine Bücher aus Platzgründen rationalisiert hat. Ein Buch pro Woche; mehr bekamen wir nicht mit.

Viel hat sich seit dem nicht geändert. Ich lese immer noch wahnsinnig gern und beherberge inzwischen eine halbe Bibliothek. Und nun hat es auch mein A-Hörnchen infiziert. Natürlich haben wir schon immer vorgelesen, aber seit ein paar Tagen liest er selbst wie ein Besessener. Immer, überall und ständig. Selbst beim Laufen muss er lesen. Und ich liebe diesen Anblick. Kann ein Kind etwas besseres tun als freiwillig zu lesen? Wohl kaum.