Morgen kommt der Weihnachtsmann

Morgen ist es endlich so weit, es ist Weihnachten. Wie in jedem Jahr rate ich den Hörnchen, die Zimmer noch mal gründlich aufzuräumen, damit morgen auch kräftig losgespielt werden kann. Jeder versteht was ich sagen und die vier ziehen los.

D-Hörnchen räumt fleißig die Autos in die Autokiste, die Flugzeuge in die Flugzeuge- Kiste und das Lego und die Legokiste. Er stellt schnell 3-4 Bücher ins Bücherregal und bringt dann noch seinen Schreibtisch in Ordnung, falls er etwas zu malen bekommt. Nach etwa einer halben Stunde ist er fertig, sein Zimmer sieht super aus. Der Menne kann staubsaugen, alles ist toll!C – Hörnchen räumt die Puppen zu den Puppen-Sachen, sortiert Bücher ins Bücherregal, vergisst einiges an Playmobil und ist dann aber nach kürzester Zeit auch soweit, dass Staub gesaugt werden kann. Der Schreibtisch sieht so aus, dass drauf geschrieben werden kann, das Bastelregal ist eingeräumt und alles ist bereit. Sie ist begeistert, ich bin begeistert und somit ist alles bestens! B-Hörnchen motzt zwar jedes Mal vor dem aufräumen kräftig, ist dann aber schnell soweit, dass die abschließenden Arbeiten beginnen können. Alles in einem kein Problem.

Am schnellsten geht das aufräumen bei A-Hörnchen. Nach nur 10 Minuten kam er freudestrahlend aus seinem Zimmer und verkündete, dass er fertig sei. Als ich in sein Zimmer kam stellte ich fest, dass unsere Ansichten von „aufgeräumt“ wieder einmal stark voneinander abweichen. Er hatte nicht aufgeräumt, er hatte alles irgendwie zusammen gestellt. Etwa 1 m² des Flures vor dem Zommer war zusätzlich mit Dingen voll gestellt, weil sie einfach nicht mehr ins Zimmer passen. Jedes einzelne Regalfach sowie der Schreibtisch waren mit Bergen und Türmen von „alles mögliche“ voll. So nicht! Ich wies ihn zurecht, dass zumindest der Flur wieder frei sein müsste. A-Hörnchen argumentierte jedoch, dass dies nicht ginge weil seine Regale ja so voll wären. So begann ich ein Regal Fach, dass für mich nicht allzu voll gestopft aus sah, zu leeren. Ich fand zwei verknickte Schnellhefter, 7 Löffel Konfetti, zwei Flummis, drei Würfel, 87 Büroklammern, 35 Zahnstocher, 17 Q-Tipps (acht davon mit Tusche gefärbt), zwei Medizini-Zeitschriften, ein Buch und diverses undefinierbares Zeug. Jedes einzelne Teil war 1. überflüssig und 2. obdachlos. Im zweiten Regalfach fanden wir einen leeren, zerschnittenen Karton, etliche knitterige Notenblätter, ein weiteres Buch, drei weitere zerpflückt der Schnellhefter (auf einem stand das Wort „Noten“), einige Stifte, 9 Radiergummis, Legosteine, Elektrobauteile und einen halb auf- gelutschten Lolli.

Das A- Hörnchen hat über 20 kleine Regalfächer, IKEA sei Dank. In jedem einzelnen fand ich erstaunliche Schätze, erschreckende Kreationen und einige Dinge, die schon lange gesucht hatte. Nur eines fand ich abermals nicht: die Erkenntnis, wieso um alles in der Welt das immer wieder so sein muss. Um das Zimmer von „vollkommen aufgeräumt“ zu „vollkommen desaströs“ zu verwandeln, braucht er genau zwei Wochen. Immer und immer wieder, jedes Mal! Wieder einmal habe ich heute verfügt, dass wir keine alten Zahnstocher sammeln, das Kronkorken, Gips-Stückchen, Steine, kleine Stöcker, leere Überraschungseier, Anspitzderdreck, leere Tintenpatronen und all die anderen Dinger zwar irgendwie faszinierend sind, aber nicht einfach so in Haufen gesammelt werden können. Das erklären habe ich aufgegeben. Ich verfüge jetzt, bestimme einfach über seinen Kopf hinweg und ignoriere, dass er wegen jedem einzelnen Teil leidet wie ein Tier.

Ganz in Wirklichkeit leider auch ich. Wenn ich das Zimmer sehe, wenn ich es aufräumen muss und wenn ich sehe, wie sehr er leidet. Den Schlüssel zum Glück habe ich noch lange nicht gefunden – werde ich vielleicht auch niemals finden. Aufräumen ist scheiße, war es früher, war es ganz früher, war es damals, war es neulich und ist es heute.

Frohes Fest. 🎄

Quartett

Im Adventskalender waren heute vier Quartetts. Im Vorfeld hatte ich jedem Hörnchen eins zugedacht, dass seinen Interessen halbwegs nah kommt und so gab es giftigen Tieren für das A-Hörnchen, eins mit Pferden für das B-Hörnchen, Meerestiere für C-Hörnchen und für D-Hörnchen Feuerwehrautos. Der Plan war gut, ich wusste das. Als ich am Morgen runter kam, sass das B-Hörnchen zufrieden vor ihrem bereits ausgepackten Pferdekarten.

25 Minuten bis alle vier das Haus verlassen mussten.

C-Hörnchen hielt mit angeekeltem Gesichtsausdruck die giftigen Tiere in der Hand und traute sich nicht die Ekelviecher auszupacken. D-Hörnchen freute sich auch über die Meerestiere, während A-Hörnchen etwas verwirrt aber mit Fassung ein Spiel mit Feuerwehr-Autos in der Hand hielt. Nein, freuen tat er sich nicht, das sah man deutlich, aber er schwieg. Schnell war klar, ich hatte fast alles vertauscht. Nun gut, ist ja nicht so schlimm, dachte ich. Ich tat überrascht kund, dass ich da einen Fehler gemacht hatte und das nicht jeder das hat, was er haben sollte. Für mich war die Angelegenheit dumm gelaufen, ich entschuldigte mich und dachte es sei damit gut. Haha

In 20 Minuten mussten alle los zur Schule

Das Drama nahm seinen Lauf. D-Hörnchen krallte sich an die Meerestiere vom C-Hörnchen, schnell flossen die ersten Tränen; erst beim D-Hörnchen und dann schnell auch beim C-Hörnchen. B-Hörnchen stimmte mit ein und das große A-Hörnchen stand stoisch guckend neben der Szene. D-Hörnchen kreischte mit jeder Sekunde mehr und mir ging mächtig die Düse.

15 Minuten bis zum Aufbruch zur Schule.

Keiner hatte gefrühstückt, drei heulten, einer schwieg. Was für ein Quartett. Es kostete mich eine Menge Geduld und Fingerspitzengefühl den Knoten zu lösen. Ich hatte einen fatalen Fehler gemacht und dessen dramatisches Ausmaß nicht erkannt. Am Ende waren alle zufrieden, hatten gefrühstückt und drei verließen pünktlich das Haus. Das D-Hörnchen, der am aller meisten geschrien hatte nicht tauschen wollen und plötzlich Feuerwehrautos hasste, zeiget im Kindergarten allen stolz sind Errungenschaft.

Und ich hatte das Quartett gewonnen. Vier Hörnchen zur richtigen Zeit, im richtigen Zustand am richtigen Ort.

Mehr Brücken

Mehr Brücken braucht Bremen und breitere Straßen. Und eigentlich auch mehr Straßen, viel mehr. Die Stadt steht vor dem Kollaps, etliche Haupverkehrsadern sind chronisch so überlastet, dass kürzeste Wege 90 Minuten und mehr dauern. Ein neuralgischer Punkt hierbei sind die Weserquerungen, von denen es nur drei gibt. Auf allen drei Strecken geht nix, fast immer. Neue Brücken also.

Ich bin dafür, natürlich! Oft genug will ich nur eben über die Weser, auch per Rad, und muss dafür einen 4km Unweg in Kauf nehmen. Dass ein Plus an Straßen und Brücken jedoch das Problem an sich langfristig löst, kann ich mir nicht vorstellen. Sind denn nicht das eigentliche Problem die zu vielen Auto? Brauchen wir wirklich breitere Straßen, mehr Spuren und all das? Eigentlich nicht, es fahren genug Autos und die Umwelt dankt jede vermiedene Fährt. Ein Großteil der Fahrten könnte vermieden werden, wenn es nur attraktiver wäre die Öffis oder das Rad zu benutzen. Auch Fahrgemeinschaften wären eine Option. Die Frage ist also die, wo es denn hakt? Was bringt Tausende dazu, täglich endlos lange im Stau zu stehen und das auch noch zu einem immens hohen Preis? Hätte ich was zu sagen, wären es einige simple Punkte, die ich verändern würde.

Öffentliche Verkehrsmittel würde ich kostenlos anbieten. Ein Großteil der Betriebskosten ist eh subventioniert, spart man dann die Kosten für Ticketverkauf, Automaten, Kontrolleure und den dazugehörigen Verwaltungsapparat ein, würde es laut Studienlage gut aufgehen. Einfach, fair und eine deutliche Motivation.

Die Stadt würde ich viel fahrradfreundlicher gestalten. Mehr Raum, bessere Radwege, ein Plus an Sicherheit und gern mehr Brücken um Umwege zu umgehen. Die Anschaffung von Fahrräder sollte gefördert werden, zumindest aber könnten Krankenkassen und Arbeitgeber Anreize schaffen.

Park and Ride-Lösungen müssen besser ausgebaut werden. Auch die Möglichkeit ein Fahrrad im Zug mitzunehmen oder es am jeweiligen Bahnhof sicher abzustellen wären für viele Menschen sicherlich ein Anreiz.

Zu guter Letzt würde ich gemeinsam mit Schulen und Kindergärten nach Lösungen suchen, den unglaublichen Kinder-Lieferverkehr einzuschränken. Vielleicht der härteste Brocken; gegen Eltern in Rage kommt keiner an.

Übrigens, ich habe nix zu sagen. Dem entsprechend, vergesst alles was ich gesagt haben.

Wimmelbild

Küche und Esszimmer bilden den Kern unseres Hauses, hier findet alles statt und so sieht es dort auch oft aus. Aktuell sitze ich im Chaos von zwei Tagen und kann mich nicht entscheiden, womit ich anfangen soll.

Das Regal im hinteren Teil des Esszimmers ist halb leer und halb durcheinander. Man hat massiv gepuzzelt in den vergangenen Tagen, es stapeln sich Kartons, die alles andere als Sortiert wieder eingeräumt wurden. Zwei Regalböden sind leer und geben den Staub von mehr als drei Tagen preis, ein anderes wird von etlichen „Was ist was“ Büchern dominiert, die ebenfalls nicht in Reih und Glied stehen sondern viel mehr belebt daliegen. Die Sparschweine der Kinder sehen alle im dritten Boden, auf dem Kopf. Aus einem gucken neugierige 20€. Lediglich das obere Brett ist sauber und ordentlich, das Bild meines verstorbenen Opas und eine Modell seines Bootes stehen dort und begutachten belustigt mein Durcheinander.

Die Matte vor der Tür ist voll von braunen Blättern, Sand und Katzenstreu, das die Tiere imposant über Nacht in einem Radius von gut 1,5 Metern verteilt haben. Dieser Bereich knirscht erstaunlich deutlich unter den Füßen. Ins besondere Barfuß kein Vergnügen. Die Türen des alten Buffetschrankes stehen offen, sein Innenleben fügt sich friedlich in den Rest des Raumes. Alles ist übereinander reingestopft und irgendwie. Bastelpapier, Altpapier und ein alter Brautschleier bilden dort eine eigenartige WG zusammen mit Tischdecken, Luftballons und einem Kohlensäurezylinder. Ich glaube sie verstehen sich. Auf dem Schrank wohnt eine angefressene Tafel Schokolade. Neben einem Ikea-Bambus, der seine besten Zeiten hinter sich hat, stehen außerdem diverse selbstgebastelten Kerzenhalter aus altern Marmeladengläsern. Ein paar Zettel, ein Kuli und eine kleine Kiste, in die immer alles hineingeworfen wird, vollenden das Bild. Der Schrank ist beklebt mit Kunstwerken der Hörnchen und Postkarten. Er ist alt und trägt sein Schicksal mit Würde.

Der Esstisch ist gut belegt. Kaffeeetassen, Saftbecher und Malsachen sind gleichmäßig verteilt. Lediglich um die große Lache Apfelsaft ist etwas Platz gelassen. Er ergießt sich ambitioniert am Tischbein herunter und sifft gleichmäßig auf dem Boden in Richtung der Glasplatte vom Ofen. Drei karierte Geschirrtücher liegen in und um die Pfütze. Etwas abseits der Lache, auf dem Tisch, steht ein Teller mit drei Pfannekuchen, ein weiterer Pfannekuchen liegt sorgfältig drappiert daneben. Eine To-do Liste und ein Einkaufszettel liegen neben dem Kuli und dem Block Post-Its, der irgehdwie bedrohlichnach mehr aussieht. In der Mitte des Tisches steht meine rote JBL Musikbox, die Rettende Insel.

Der Boden zwischen Buffetschrank und Esstisch ist krümelig. Das alte Parkett verbirgt Brotkrümel prinzipiell lange, heute sieht man sie jedoch deutlich. Zwei Wimmelbücher liegen in den Krümeln und bidlen, zusammen mit einigen Papierschnipseln und den schon genannten Puzzlekartons ein schönes Bild. Am Rand stehen zwei Pakete, die dringend mal jemand zur Post bringen müsste, daneben auf einem Stuhl unbeeindruckt die Katze. In einer Ecke liegt ein Lego-Duplo Geschoss, irgendwann mal effektvoll abgeschossen und dann dort vergessen. In einer anderen Ecke ein schrumpeliger, gelber Luftballon, den bestimmt noch jemand lieb hat. Mein Rucksack steht in der Tür, als wollte er schon mal vorgehen. Ich kann es ihm nicht verübeln.

Auf einem Stuhl sitze ich. Telefon in der Hand, tippe. Mein kalter Kaffee steht vor mir und gleich werde ich anfangen. Gleich.

Was zählt

Was sind die Dinge, die man in den letzten Minuten, bis man zur Schule muss, noch erledigen muss? Einfach!

„Oh, ich hab Sport. Ich geh Sachen packen.“ Sagt das B-Hörnchen fünf Minuten vor dem Abflug. „Ich auch!“ kräht C-Hörnchen und springt ebenfalls auf. Sekunden später nimmt das Elend seinen Lauf. „Ich kann meine Hose nicht finden, ist mein Leoparden T-Shirt nicht gewaschen, meine Sportschuhe sind zu klein, die Tasche ist ja voll dreckig, kannst du schnell noch meinen Badeanzug waschen, ich brauche noch isotonisches zu trinken, kannst du mal diese neues Flechtzopffrisur ausprobieren, die die Frau in der Zeitung neulich hatte, eigentlich hätte ich auch gern braunere Haare, mein Leoparden T-Shirt ist zu klein und ich mag meine Sporttasche nicht mehr und ich bekomme das auch auf dem Rad alles gar nicht mit, meine Regenjacke ist mir zu pink.“

Als die Mädels los müssen ist irgendwie alles gut. Bis auf dass das D-Hörnchen bemerkt, dass er noch Wechselzeug,Gummiestiefel, Muffins, einen Atomreaktor und einen Zwergwal braucht. Jetzt!

An Tagen wie diesen

Der Wecker klingelt früh, verdammt früh. Anstatt ins Büro geht es heute direkt in eine Klinik, außerhalb. Von meinem 9.00 Termin trennen mich allein 1,5 h Fahrt. Ich beginne solche Tage strukturiert, versuche gut vorbereitet zu sein um mir Stress und Zeit du sparen. So klingelte also der Wecker; früh.

Geistesgegenwärtig schnappte ich meine Klamotten und zog in die Dusche. Wenig später war alles erledigt, die Katzen gefüttert und ich machte mich mit einem Kaffee in der Hand auf den Weg. Der Bus kam schnell, fast schnell genug, denn inzwischen hatte ich bemerkt, dass ich meinen Kalender im Büro vergessen hatte – böser Fauxpas. Es nahm an fahrt auf. Im Bus war es voll und der Kaffee und ich fanden nur mit Mühe einen Platz. Erst beim hinsetzten bemerkte ich die helle Hose an meinen Beinen – böser Fauxpas.

Hier würde es hektisch. Für gewöhnlich schaffe ich es nicht lange unbekleckert zu bleiben, schon gar nicht wenn es gut wäre. Panisch balancierte ich Kaffee und Handy und nahm irgendwie Platz. Nachdem ich schon 30 Sekunden im Bus war, klatschte mein Handy schallend auf den Boden, der Kaffeebecher hinterher. Ich gratulierte mir selbst zu diesem großen Erfolg und kann mit Freuden vermelden: Hose sauber (7.19 Uhr…), Handy heil und die beste Investition aller Zeiten war der Kaffeebecher, der artig dicht hielt.

Und jetzt auf auf in den Tag. Es könnte der beste meines Lebens werden. Oder ein anderer.

Angrillen 

Die Sonne lacht und so haben wir heute beschlossen anzugrillen. Und da wir mit jedem Jahr schlauer werden, haben wir mittags angegrillt. Denn abends, das wissen wir inzwischen, wird es leicht ungemütlich. Da friert der eine und ich hol ne Jacke. Dann friert der nächste und ich hole ne Mütze und am Ende, also nach 20 Minuten, schleppen wir alles rein und essen im Esszimmer. Dieses Mal also schlauer gedacht, Grillen am Mittag. Sommer Sonne Heiterkeit, herrlich! 

Im Punkt eins war das erste Fleisch des Jahres gar, der Tisch gedeckt und das Wetter kooperativ. Wir riefen die Hörnchen zu Tisch und der Spaß sollte beginnen. Als alle saßen fiel mir auf, dass Sonne und Migräne ungut sind und ich holte schnell meine Sonnenbrille. Dies stellte sich als erst recht unklug raus und so kam was kommen musste. A-Hörnchen holte seine Sonnenbrille, dann C- und B-Hörnchen. D-Hörnchen zog seine lange Hose aus, woraufhin A-Hörnchen nach oben ging sich eine kurze Hose anzuziehen. C-Hörnchen stieg drei Treppen und wechselte Jeans in Minirock. B-Hörnchen zog von dannen um einen Sonnenhut zu holen. Dieser war, zusammen mit all seinen Brüdern und Schwestern noch in einer Kiste. So musste ich hoch um sie alle zu bergen. B-, C- und D-Hörnchen bekamen Sonnenhüte und das A-Hörnchen lief los um seinen zu suchen. B-Hörnchen stellte fest, dass es in Leggins zu warm ist und wechselte in 3/4 Leggins. Es folgten böse Vorwürfe um noch nicht besorget Sandalen. 

Um 13.20 Uhr war das Essen dann beendet. Irgendwie hatten alle irgendwann mehr oder weniger gegessen, gemütlich geht anders. Memo an mich: Nächstes Jahn noch mal irgendwie anders. 

Aufräumen 

Es gibt Stellen in unserem Haus, die räume ich jeden Tag auf. Immer und immer wieder sortiere ich das blöde Regalfach und misste den Schrank aus. Und sobald dort wieder ein wenig Platz ist passier das einzig logische: Jeder legt wieder etwas hin. Ich verzweifle an manchen Tagen, an anderen ignoriere ich das Chaos. An wieder anderen Tagen meckere ich mächtig und suche den oder die Schuldien. Nichts zu machen; wo sechs Leute stapeln entstehen für sechs Leute Stapel. 

Heute kam mir dann doch eine mögliche Lösung in den Kopf. Könnte es die quasi ewige Strafe für die Verfehlungen meiner Kindheit und Jugend sein? Mein Zimmer war immer eine Hölle aus allem, nie habe ic aufgeräumt. Ich war stets Herrscherin über das vollendete Chaos – und ich war es gern. Heute bin ich einen Platz aufgerutscht. Ich bin jetzt die Mama. Das Chaos nervt mich, stört beim Putzen und ist mir peinlich wenn Besuch kommt. Und plötzlich wird es mir klar: Die anderen stört es gar nicht! Scheiss drauf Mama! Hier ist es auch mit Chaos im Ragal schön.  Gut irgendwie. Aber eben auch nur irgendwie. 

Schönheit liegt im Auge des Betrachters

A-Hörnchen hat einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik und Ordnung. Ganz besonders ordentlich und ästhetisch findet er es wenn man den Boden nicht sieht, alle Regale vollgestopft sind und der Schreibtsich mindestens 50 cm hoch mit Dingen bedeckt ist. Absolution erhält dieses ästhetische Bollwerk wenn es zudem unangenehm müffelt und mit Geschirr und Essensresten versetzt ist. 

Außerhalb der Ferien funktionierte es mit wöchentlichem Pflichtaufräumen das Chaos in wenigstens hygienischen Bahnen zu halten; in den Ferien ist diese Struktur verloren gegangen und zurück blieb ein … vollkommen wunderschönes Kinderzimmer zum nicht-Spielen und nicht-Ausruhen und nicht-Wohlfühlen. Es musste aufgeräumt werden, keine Frage. Da dies mit einer einfachen Bitte nicht zu erreichen war, fuhr ich nach drei Tagen bitten und betteln schweres Geschütz auf und gab ihm 36 Stunden. Danach Müllsack; welche Mutter kennt das nicht. 

In den vergangenen 36 Stunden wurde ich nun 12 mal nach oben gerufen. „Fertig!“ lautete die Diagnose des Ästheten. Mich traf, zumindest die ersten 9 Male der Schlag. Denn die einfache Taktik des Hörnchens: Schiebe Haufen A auf Stelle B; entferne vorher Haufen B von Stelle B und mische Haufen C und Haufen A. Taktik Nummer zwei: Schiebe alles Unters Sofa, dich gefolgt von Taktik Nummer drei: Kloppe alles in Kiste X. So fand ich ein und das selbe Stück Holz mit Nägeln drin an fünf verschiedenen, nicht akzeptablen Orten, bis es endlich seinen Weg in den Garten fand. Selbiges ereignete sich mit endlosen anderen Gegenständen und einigem Müll. 

Im 12. Anlauf war dann alles ok. Lediglich ein großes Lego-Reservoir befand sich noch unter dem Teppig; aber ich will nicht kleinlich sein. Und nun bin ich gespannt, wie lange es dieses Mal hält. Eine Woche wäre toll!