Elternabend 

Nach vier Jahren Grundschule im staatlichen System dachte ich eigentlich, ich wüsste was mich an so einem Elternabend erwartet. Nach 3 Stunden an einer Privatschule bin ich nun eines besseren belehrt worden. 

In der Grundschule kamen zum Elternabend 6 Elternteile, zwei stellten sich später als Paar heraus. Man saß gemütlich im Kreis auf winzigen Stühlen und sprach über den Bio- Anteil im Essen, über ein gesundes Frühstück und über den Schulweg. Irgendwann fragte immer jemand, ob denn nicht der Schulweg gleich in Hausschuhen gemacht werden könnte, das spare ja das doppelte Umziehen, oder ob es denn ok wäre den Schulranzen zu verkaufen und eine Tüte zu nehmen. Die Themen wiederholten sich Jahr für Jahr und die Antworten auch. Der harte Kern von drei Eltern kam immer, die anderen variiereten und hielten somit den Fundus an irren Fragen aufrecht. So war es und so wird es immer sein. 

Heute kamen zum Elternabend 21 von 24 Elternteilen. Es war voll. Die Tische waren gefüllt mit sogenanntem bildungsnahem Publikum. Man sprach über die lustigen Unterschiede zwischen Glockenkurven und Sinuskurven, tauschte Praxisadressen und war sehr hipp. Die Leherschaft gab Antworten auf tausend Fragen und analysierte mit den Eltern die genaue Notenzusammensetzung, den Klausurenschlüssel und den prozentualen Anteil der germanisch-stämmigen Vokabeln im Englischunterricht. Man war interessiert. Schnell war klar, hier gehen zwar die Kinder zu Schule, die Fäden im Hintergrund ziehen aber die Erwachsenen. 

Wieder einmal bin ich gespannt auf das Leben in dieser Christlich geprägten Klasse, in diesem angeblichen Verbund, in dem es aber am Ende nur um eins zu gehen scheint: Leistung. Ob das denn alles so Gottes Wille ist? 

Die Hausordnung 

An A-Hörnchen’s neuer Schule gibt es eine Hausordnung, soweit so gut. In dieser Hausordnung ist unter anderem auch die Bekleidung der Menschen an der Schule geregelt. Bauch, Rücken und Schultern sollen bedeckt sein. Hosen und Röcke sollen unterhalb des Knies enden und die Unterwäsche soll nicht zu sehen sein. 

Soweit so gut. Ich finde mit diesen Regeln kann man leben und auch das A-Hörnchen was einverstanden. Nun liegt es ihm aber leider gar nicht eine Regel einfach so hinzunehmen. Von daher dachte er nur kurz nach bis er Kritik anbrachte. „Die Unterwäsche soll nicht zu sehen sein, aber das darunter ist ja egal!“ Er kicherte und ging seiner Wege. Vielleicht sollte er diesen Aspekt in der Schule aussparen. Ebenso wie die Information, dass der Gottesdienst am ersten Schultag „gar nicht so schlimm war wie er dachte“.