WhatsApp

Heute bekam ich zum ersten Mal ein GIf geschickt, eines dieser Mini – kurz – Filmchen, die über Facebook, Twitter und WhatsApp im Moment unterwegs sind. Ich war ganz begeistert über mein erstes eigenes Dingens und schickt es stolz meinem Sohn. Das A– Hörnchen antwortete kurz und bündig mit einem Fragezeichen. Ich teilte ihm freudig mit, dass ich das bekommen hätte und es ihm zeigen wollte. Er antwortet mir mit 20 Stickern und weiteren GIFS. Über alle Maße erstaunt fragte ich ihn, wo er die denn alle her hätte.

„Du musst dein WhatsApp updaten.“ Lautete die wiederrum kurz und knappe Antwort. „Wie geht denn das?“ erwiderte ich seine Nachricht worauf hin er sich auf den langen, beschwerlichen Weg nach unten machte. 15 Stufen später hatte er mein Handy in der Hand und weitere 15 Sekunden später war meine WhatsApp ge-updated. Liebevoll und fürsorglich erklärte er mir nun, wo ich die unterschiedlichen Sticker finden und dann weitere runterladen könnte, wo die ganzen GIFS zu finden wären und, dass der inflationäre Gebrauch beider gesellschaftlich nicht akzeptabel ist. Nach etwas mehr als 1 Minute war ich voll im Bilde und mein Söhnchen wieder weg.

Ist es nun also soweit? Bin ich so alt, ist er so groß, oder ist die Zeit einfach soweit fortgeschritten, dass mein Sohn mir zeigt wie meine Technik funktioniert? Die Gerätschaften, mit denen er vor zwei Jahren noch nicht einmal hantieren durfte. Ist das wirklich passiert? Ganz offensichtlich ja! Denn auch in Sachen Computer mache ich dem Wurm nichts mehr vor. Brauche ich eine PowerPoint, bezahle ich ihn dafür sie mir zu machen. Und durch diese erstaunlichen Spielen die er spielt, blicke ich sowieso nicht durch. So ist es nun also, ich bin alt und er ist groß. Herzlich willkommen!

Cyborg

„Was genau macht denn ein Psychologe?“ fragte das A-Hörnchen nicht zum ersten Mal und ich erklärte. Sogenannte Störungen im Gehirn, der Stoffwechsel gerate durcheinander. Die Störungen sehen ganz unterschiedlich aus, manche machen ein bisschen verrückt, andere traurig, wieder andere laut. Ich helfe den Menschen die Störungen zu finden und vor allem helfe ich ihnen es wieder heile zu machen oder damit zu leben.

Das A-Hörnchen nickt verständig, sinniert einen Moment und ergänzt dann: „Dann machst du eigentlich das selbe wie A. (ein befreundeter Informatiker). Störung suchen, Störungen finden, reparieren.“ Ja, die Parallelen konnte ich erkennen, wenn auch ein wenig hinkend, da führte er fort:“Du bist ein Menschentherapeut und A. ist ein Robotertherapeut.“ und wieder stimmte ich bedingt zu und fragte mich, ob Informatiker eigentlich auch von ihren Patienten angeschrien werden, da erklärte das A-Hörnchen freudig, er würde später so eine Mischung daraus machen wollen. Kurz knotete mein Hirn und beinahe hätte ich gesagt, dass das wohl eher schwierig sein könnte, da schoss es mir durch den Kopf: Mein Sohn wird Cyborg-Therapeut! Irgehdwie gar nicht so unrealistisch! Gescheiterte künstliche Intelligenzen wieder zu rentablen Mitgliedern der Konsumgesellschaft machen; ein Träumchen! Ab morgen darf er an Siri üben.

Mein Freund der Computer

Mein neuer Job teilt sich in vier Viertel:

1/4 Mit Klienten Sprechen

2/4 Telefonieren

3/4 Mit Kollegen sprechen

4/4 Sachen am Computer machen

Mit den ersten 3 Vierteln habe ich überhaupt gar kein Problem. Ich rede gern und viel, bin hoch-kommunikativ und tausche mich gern aus. Probleme bereitet mir das vierte Viertel.

Schon in meiner ersten Arbeitswoche hackte ich irgehdwie den Schreibschutz der Arbeitszeiterfassung und killte sie. Keine Ahnung wie mir das passierte. Klug angelegte Ordner, auf die wie von Zauberhand alle zugreifen können, umschiffe ich galant, in dem ich versehentlich eine Kopie des Ordners anlege, diese fleißig bearbeite und nicht verstehe, dass das Ergebnis keiner sieht. Wenn ich etwas drucke, ist es immer ein bisschen wie Lotto, in wessen Büro das Dokument so raus kommt (der Kollege hat mir die drei identischen Stundenzettel dann aber gebracht…) und erst gestern verwustelte ich verschiedene digitale Klientenakten zu einem spannenden Knoten. Und die letzte Teamsitzung eröffnete ich mit den Worten:

„Eigentlich würden wir nun zunächst das Protokoll genehmigen, leider habe ich das an einen mir völlig unbekannten Ort gespeichert. Praktischerweise habe ich meinen Stundenzettel versehentlich in den Protokoll-Orner geschoben, somit könntet ihr den genehmigen.“

Der Lacher war auf meiner Seite und eine Kollegin gab zu, vor über 10 Jahren ein Dokument auf der Festplatte verloren zu haben, und es bis heute zu suchen.

Mein Computer

Vor gut 10 Jahren kaufte ich mir ein MacBook Air. Ich liebte es vom ersten Moment an. In vielen Vorlesungen hat es mir treu zur Seite gestanden, es war immer schnell, lief stabil und konnte 1000 Dinge auf einmal. So mag ich das. Vor allem aber war es pflegeleicht. Hat alles, kann alles, braucht nix. So lief es acht Jahre lang.

Vor etwa zwei Jahren vermeldete es unverhofft: Voll. Ich lösche etwa 1.000.000 Bilder, die mein Handy automatisch auf den Computer geschoben hatte, eliminierte den einen oder anderen Brief und das Problem war… behoben. Zunächst. Seit etwa einem halben Jahr ist er wieder voll. Voll mit irgendwas, denn Fotos sind es nicht. Schon seit Monaten muss ich einzelne Briefe löschen um ein neues Dokument zu speichern und nun, seit ein paar Tagen geht nix mehr. Er stirbt. Der Menne sagte mir, schon vor zwei Jahren, ich solle einfach mal alles runter holen und den neu machen.

Nun ja. Um dem A-Hörnchen zu erklären, warum diese Anforderung mich zum jammern und kreischen bringt, sagte ich eben: Es ist wie in ’nem dunkeln Raum zu stehen und einer schreit immer: „Mach mal Licht an!“ Ich aber weiß nicht was Licht ist. Ich kenne keinen Lichtschalter, keine Lampe. Ich stehe im Dunkeln und jammere. Erbärmlichest. Zur Stunde versucht mein Computer mit letzter Kraft „alles“ auf einen Stick zu schieben. Hoffentlich alles wichtige, alles lebenswichtige für den Kleinen und … na ja, von mir war nicht mehr viel drauf.

Und nachher werde ich ihn dann neu machen. Was immer das heißt; aber vielleicht werde ich den Lichtschalter ja finden.

VPN

Im Oktober 2010 erklärte mir ein Professor an der Uni ausführlich, wozu ich ein VPN brauchte und wie ich es mir einrichten könnte. VPN, das seht für ??? und bewirkt, dass man wegen irgendwas ganz einfach auf Daten von der Unibibliothek zugreifen kann, oder so. All die Jahre fand ich immer wieder Wege mit Mittel dieses Dings zu umgehen. Meistens fanden sich Kommilitonen die das Benötigte schon auf dem Rechner hatten und alles war gut. 

Nun steht meine aller aller letzte Uni-Klausur an. Um mich auf diese vorzubereiten brauche ich viel Literatur. Ganz viel! Wieder fehlte das der dieses VPN, wieder sprangen Kommilitonen ein. Am Ende fehlte ein einzelner Artikel von vier Seiten Länge. In der Bibliothek verwies man mich an VPN, der Verlag verwies mich auf die Möglichkeit 58€ zu zahlen. Verdammt! 

Ich versuchte es ernsthaft. Vom Mac, vom Handy, vom IPad. Nichts zu machen, ich weiß nicht was klemmte, aber es klemmte enorm. Kein VPN, kein Artikel. Kann denn das sein? Am Abend setzte sich der Menne an seinen Rechner. Binnen 15 Minuten hatte ich meinen Artikel. Klasse! Und dafur habe ich jetzt 6,5 Jahre studiert. Damit mein Mann nun endlich kapiert, dass ER das machen muss. 

Angstschweiß 

Die Sache muss in etwa so sein: Informatiker sind ein grundböses Volk! Sie programmieren in Computer etwas ein, das es wittert wenn der User unsicher ist oder Angst hat. So ähnlich wie es angeblich bei Hunden ist; zeig keine Angst, sonst beißt er dich. Und dann beißt der Hund. Beim Computer ist das dann der Moment, in dem der Computer anstürzt oder alles kaputt macht. Schluss Ende aus. 

Ich formatiere derzeit meine Bachelorarbeit. Nun bin ich eh nicht gut in sowas, gerate schnell in Panik und stinke bestimmt schlimm nach Angstschweiß. Und der Computer  wittert das.  In Wahrheit nämlich, haben die Gurken von Apple die Macs mit boshaften Raubtierprogrammen gespickt, deren einziges Ziel es ist mich und meine Existenz zu vernichten. Ich hasse euch!!

Schön mal daddeln

Haha! Der große Sohn wollt‘ heut Abend sein blödes Spiel mal schön im Garten daddeln. Das Ergebnis hat ihn höchst massiv total genervt! 

Die drei Kleinen scharrten sich um ihn und quatschten ihn ununterbrochen voll. Das Highlight bildete D-Hörnchen, der immer wieder seine kleinen, klebrigen Finger Richtung Computer schob und ambitioniert „druck“ sagte.  

Ich bin ein Held!!!

Für die Uni brauchte ich heute Zugang zu irgendeinem Proxy-Dings. Also, ich bin ja nicht doof, habe ich im Client geproxiet und das ging nicht mehr weil erst seit September 2013 der Server der Uni ausgeproxiet hat. Und nun muss man einen anderen Client installen, der das dann für einen anproxxet. Also, ich bin ja fluchs und pfiffig, habe ich so mirnichtsdirnichts und hastdusienichtgesehen einen AnyConnect Dingend installiert, hab sogar hier und das die richtigen, oder zumindest irgendwelche Haken gesetzt, und binnen nur 10 Minuten hatte ich einen super Proxy zum Client, oder zum Server.

Also, jedenfalls alles ohne Schreien oder Heulen oder Kaputtmachen, und nun funktioniert es. Toll!!

Das beste daran? Ich weiß nicht mal, was ich da gemacht habe, aber es macht was ich wollte, dass es das machen kann. Tja, somit bin ich nun ein wahrer Held. Ein Volksheld. Ein Nation… Nee, der möchte ich nicht sein.