Als die Lieder Texte bekamen

By the time I got to New York

I was living like a king

Then I used up all my money

I was looking for your ass

This way or no way

You know, I’ll be free

Just like that bluebird

Now ain’t that just like me?

Oh I’ll be free

Just like that bluebird

Oh I’ll be free

Ain’t that just like me?

(David Bowie/ Lazarus)

Bowie lang für das A-Hörnchen und mich im Auto, wie so oft. Und ich sang mit, wie so oft und mit viel Hingabe. „Will er frei sein wie ein Vogel?“ fagte das A-Hörnchen auf einmal. „Oh ja!“ antwortete ich ihm und erzählte von Bowies letztem Album, seinem bevorstehendem Tod und eben dem Lazarus. Mein Hörnchen lauschte aufmerksam und zum ersten Mal schien sein Englisch auszureichen um Zugang zu der großartigen Welt der textlichen Musik zu bekommen.

Ich habe früh angefangen Musik zu lieben. Die ersten Platten lieh ich bei Mama aus; ABBA, Beatles und Queen. Ohne jede Englisch-Kenntnisse ein hoffnungsloses Unterfangen. Es war.. so lala. Mit der 5. Klasse kam der Englisch-Unterricht und damit die große Offenbarung. Mit Dictionary, Stift und Papier bewaffneten arbeitete ich mich durch die Musikwelt.

Bis heute ist für mich primär der Zugang zum Text wichtig. Kann ich da mitgehen, mich wiederfinden und beziehen ist alles willkommen. Übrigens darf es inzwischen auch gern deutsches Textwerk sein. Aktuell hat es mit Judith Holofernes angetan, die in ihren Texten nur zu gut ihren Nagel auf meinen Kopf trifft. Haben ich mich einmal an einem Stück festgebissen, bleibt es; mit all den Emotionen, Gedanken und Erlebnissen, die ich einst an es gebunden haben. So kann das Abspielen einer willkürlichen Spotify-Playlist sowohl hoch-angenehme als auch deutlich anders aufgeladene Überraschungen mit sich bringen.

Ich danke all den großartigen Künstlern, Dichtern, Literaten und Textern dafür, dass sie mich immer wieder so begeistern können, mich über so viele Stunden so sehr begeistert haben und mich aus so manchen Tief gerettet haben. Ohne euch wäre das Leben irgehdwie dumpf.

Mich kriegst du nicht 

Vor einigen Tagen waren der Menne und ich auf einem Depeche Mode Konzert in Hannover im Stadion. Ein großartiges Konzert, ohne jeden Zweifel. Ich bekam alles was ich wollte, 40.000 Menschen feierten. Es war super. Im Rausgehen dann eine ernüchternde Erkenntnis. Wir schoben uns, gemeinsam mit tausenden anderen, eine enge Passage zwischen Gastronomie und den oberen Rängen entlang. Vor uns Menschen, hinter uns auch. Und dann kroch es ganz langsam meinen Nacken hinauf; das fade Gefühl. Zum ersten Mal hatte ich in einer solchen Situation das beklemmende Gefühl, nicht weggehen zu können und mir wurde klar, wenn es jetzt irgendwo knallt, irgendwas passiert, dann trampeln die mich tot. 

Mich macht diese Erkenntnis wütend und traurig zugleich. Bisher war ich ein großer Freund aller Massenveranstaltungen. Ich hatte nie ein Problem mit Menschen, mit Mengen und Massen. Im Gegenteil, ich habe es genossen in der Woge der Menge zu feiern und die Musik zu zelebrieren. Um so wütender macht es mich, dass der scheiss Terror mich nun doch erreicht hat. Wieder allem wissen und obwohl ich es ihm nicht lassen will ist dieses ungute Gefühl in mir geboren und ich befürchte es will bleiben. Terror, du bist ein Arschloch! Ich werde weiter feiern, tanzen und genießen. Mich bekommst du nicht! 

Rechnen

Grade versuchte ich mal eben schnell das Alter von Dave Gahan zu errechnen. Baujahr 1962, das wusste ich. 

Da meine Mutter 59er Baujahr ist, ermittelte ich zunächst ihr Alter, was mir aber nur mit Hilfe des Alters des B-Hörnchens gelang. Denn Oma ist genau 50 Jahre älter als das B-Hörnchen, das weiß ich auch. Also ist Oma 56. Also ist Dave Gahan, der ja drei Jahre jünger ist als Oma, 53. Logo 

Dann rechte ich fieberhaft weiter, wie viel älter er denn dann wäre als ich. Nach einigen weiteren, qualvollen Rechenschritten stellte ich fest, dass er genau 20 Jahre älter ist als ich. Und plötzlich wurde mir so einiges klar: Wenn er 62er BJ, und ich 82er, dann liegen da wohl genau 20 Jahre zwischen. 

Logik. Welten die begeistern. 

Lieber Mann bringt schöner Mann

Mein Mann kam heute recht spät von der Arbeit. Da ich aber ja keine schlechte Ehefrau bin, meckerte ich in den vollständigen ersten 45 Sekunden nicht über die Verspätung. In der 46. Sekunde dann lieferte er die wundervolle Erklärung für seien beeing late: Die brandneue CD von Dave Gahan. 

So manch einer weiß das vielleicht, was diesen Herren angeht, bin ich durchaus begeisterungsfähig und kann in unkontrollierten Momenten sogar latent zur Euphorie neigen. So werde ich nun also ganz genüsslich den Worten des wahrscheinlich schönsten Mannes der Welt lauschen. Hach…