The living Tinder

„Der Bachelor“ auf RTL ist gelaufen und wie so oft habe ich mir die erste Folge angesehen, Tipps abgegeben und eben, nach der letzten Folge, verglichen. Für die, die den Quatsch natürlich nicht gucken: In der ersten Folge steigen nacheinander viele, viele Damen aus einem Auto, begrüßen den Bachelor an einer Tür und gehen dann in eine Villa. Das ganze ist endlos langweilig und dennoch so aufschlussreich!

In diesem Jahr habe ich mir die Arbeit gemacht genau zu notieren, welche der Damen an welcher Stelle aussteigen wird. Für jede einzelne habe ich also einen Prozentrang aufgestellt, also die Wahrscheinlichkeit notiert, mit der sie am Ende die Auserwählte sein wird oder eben auch nicht. Tja, und was soll ich sagen? Ich bin sowas ähnliches wie eine lebendige Partner-Suchmaschine, ein lebendiges Tinder. Die durchschnittlich 90 Sekunden an dieser albernen Tür, reichen mir offenbar um alles zu sehen, was ich sehen muss. Aber seht selbst:

Für diejenigen, die sich diese bescheuerte Sendung selbstverständlich nicht angeguckt haben: die obersten drei Plätze habe ich richtig getippt, die hinteren ebenso. Lediglich im Mittelfeld gab es leichte Irritation, jedoch nicht signifikanter Natur.

Was lehrt uns das jetzt? Nun, im Prinzip sollte ich reich werden. Ich sollte mich in irgendwelchen Discos dafür bezahlen lassen, dass ich Menschen zusammenführen, die zwar wahrscheinlich nicht auf Dauer für einander gemacht sind, jedoch vermeintlich viel Spaß miteinander haben können und zumindest auf der ganz oberflächlichen Ebene hervorragend harmonieren. Was für eine Gabe! Was für ein Geschenk des Himmels – mit dem ich jetzt überhaupt nichts anfangen kann. Außer eben einmal im Jahr damit zu prahlen, dass ich den Ausgang des Bachelors vorher sagen kann. Heureka!

Ich bin raus

Ich habe versagt! Mit der TV-Sendung „Der Bachelor“ kann ich im allgemeinen nicht viel anfangen. Auch trifft sie in Sachen Frauenbild nicht gerade meinen Ton, so dass ich es mir nicht ansehe. Na ja, fast nicht. Denn die aller erste Sendung, die sehe ich immer.

In der ersten Sendung steht der angebliche Traummann die ganze Zeit vor einem Haus und nacheinander kommen alle möglichen Frauen an. Das Prozedere ist immer das gleiche: Auto fährt vor, Frau steigt aus, Begrüßen, Frau geht in Haus, nächste. Ich liebe es diese vielen ersten Begegnungen ganz genau zu begutachten und habe es mir zum Sport gemacht, anhand dieser ersten Minuten die schlussendliche Gewinnerin auszumachen.

Mit bahnbrechendem Erfolg! Bisher lag ich satte sechs mal richtig. Mit geschultem Blick war es mir jedes Mal möglich, die Jenige Welche sowie die Damen der engeren Auswahl auszumachen. Bisher.

Eben sah ich die Vorschau für das diesjährige Finale und mit blankem Entsetzen musste ich feststellen, dass meine Favoritin nicht unter den Finalistinnen ist. Ich habe versagt; ich bin kaputt. Dahin meine Kartiere als Paar-Orakel. Wenn jemand eine Problem hat, fragt nicht mich. Ich bin raus.