Mangroven 

Das gruseligste Buch, das ich mal gelesen habe, war „Der Ruf der Trommel“ von Diana Gabaldon. Und ich warne euch vor, das was jetzt folgt ist nichts für schwache Nerven. Die Heldin kommt an einer Stelle am Ufer irgendeines eher tropischen Gewässers an. Ich kann mich an die genauen Umstände nicht mehr erinnern, jedoch weiß ich noch sehr lebhaft, wie sie barfuß durch oder über einen endlosen Mangrovenwald musste. Heftig, wirklich heftig. Ich konnte diese Passage nur zusammengekauert und unter Auferbringung aller Selbstbeherrschung lesen, denn bei Mangroven hört der Spaß auf! 

Es ist schon eigenartig. Ansich bin ich hart im nehmen. Ich kann schlimme Schicksale ertragen, Wunden, Fäkalien und auch sonst so einiges. Aber bei Mangroven, da hört es auf! Ich ekel mich nämlich sehr vor allem Wurzelgeflecht. Bei umzutopfenden Geranien gelingt es mir, den Kindern zur liebe, mich zusammenzureißen und die Wurzel Wurzel sein zu lassen. Aber Mangroven..! No thx. 

Wie ich da heute drauf komme? Die Zeitung! Sie schreibt, dass Mangroven wichtig und lebensspendend wären, und das viel zu viele von ihnen zugunsten von Aquakulturen abgeholzt würden. Und während jede Faser meines Körpers vom Hals abwärts die Machete schwingt, siegessichere Kampflaute ausstößt  und mit dem Fuß stampft, schaltet sich das Hirn hinzu und gibt zu bedenken, dass Gewalt doch nie eine Lösung ist. Warscheinlich sollten meine Wurzeln und ich mal einen kompetenten Psychologen aufsuchen. Aber ob das zumutbar ist? Womöglich weint der am Ende, oder hat auch Angst vor Wurzeln.  

Jamie und der Doktor 

Vor vielen Jahren hat mir eine Freundin die Highland-Saga von Diana Gabdon zu lesen gegeben. Ich begann mich durch 9000 Seiten in neun Bänden zu lesen und war schnell gefangen. Obwohl ich kein Roman-Konsument bin hat diese Liebesgeschichte gefesselt und mich zum hemmungslosen Dahinschmelzen gebracht. Jamie! Dieser Mann aller Männer und diese Liebe und dieses Bedingungslose  über alle Zeit und … ah! Inzwischen, viele Jahre später, ist die Romanreihe verfilmt worden. „Outlander“ ist ok, aber eben nur eine Romanverfilmung. 

Vor einem halben Jahr oder so hat man mir Dr. Who empfohlen. Und auch dieses Mal war ich wie angeschossen, konnte nicht mehr aufhören und war abermals hingerissen von den verschiedenen Hauptdarstellerkonstellationen. Grusel, Drama, Tauer, Liebe, Witz und immer wieder große Überraschung; eine tolle Kombination. 

Und gestern Abend dann sehe ich ein Interview mit der Erfinderin von Jamie und da erzählt die gute Frau Gabaldon, wer bzw. was sie inspiriert hat diese Geschichten von Liebe und Angst zwischen den Welten zu schreiben. 

Mein Doktor! Es war Dr. Who! 

Jetzt wird mir alles klar. Hach! 

Nächstes Jahr

Schon vor vielen Jahren bin ich den Büchern von Diana Gabaldon verfallen. Die Highland-Saga. Mittelalter, Zeitreise, Liebe, Hass… Es war so schön. Dann vor einigen Monaten ein Freudenschrei: Die Bücher wurden verfilmt. Eine Serie, jede Woche zwei Folgen. 

Und es war himmlisch. Ich liebte jede einzelne Minute, jeden Vorspann und jeden Moment. Und heute dann die Ernüchterung. 

12 Folgen sind sehr schnell vorbei; vor allem wenn immer zwei nach einander gezeigt werden. Und dann, kurz vor Ende der 12. Folge der Hammer: Fortsetzung folgt. 2016. Kotz. Wie soll ich denn jetzt all die heiße Liebe und die Hingabe so lange auf Eis legen?