Meine Schokolade 

Manchmal treffen einen die Kinder mitten dorthin, wo es besonders weh tut. Ich glaube sie wollten mich nicht so treffen, jedoch sass der Schlag. Sie haben meine Schokolade gegessen. Einfach so! Wisst ihr, ich bin nicht so der Typ Frau, der gelegentlich mal ein Stündchen Schokolade isst. Ein Eckchen abbrechen und dann die Tafel wieder weg; drei Weingummie und fertig. Das ist alles nicht mein Style. Ich bin so der Typ: Eine Tafel, eben mal aufessen und dann ist auch schon wieder gut. Ich finde süß gut und Zucker ist eben ungesund, ja. Wusstet ihr, dass ich auch noch rauche?! 

Jedenfalls haben sie meine Schokolade gegessen. Grad sind sie alle in einem Zimmer und ich betrat es eben mit traurigstem Gesichtsausdruck. „Ich müsst euch entschuldigen, das ist das mindeste!!“ Sie wollten schon anfangen irre zu kichern und all sowas, da schaute ich noch trauriger und gab zu verstehen: „Bei meiner Schokolade hört der Spaß auf!“, ich sprach in einem Tonfall, der vermuten ließ mein Hamster wäre gestorben oder mein Handy ins Klo gefallen. A-Hörnchen war der erste der verstand: „Entschuldige Mama! Das war doof.“ B- und C-Hörnchen folgten dem guten Beispiel und entschuldigten sich ebenfalls. Dann stand da noch das D-Hörnchen. Er kicherte und fand das alles zum schießen. Ich guckte immer noch genau so tief getroffen wie ich war. Da bückt sich das A-Hörnchen zum kleinen Bruder und sagt: „Du musst dich entschuldigen! Dieses Mal haben wir was wirklich schlimmes gemacht!“ 

Diese Einsicht! Und wie gut sie doch ihre Mama kennen. Handy und Essen, damit kann man mich kriegen. Alles andere ist halt eben Schwund. Gleich fahren wir zur Tanke und kaufen Nachschub. Der Sonntag ist noch jung… 

Ernährungsfragen

D-Hörnchen trinkt total gern Milch. Locker ’nen halben Liter, manchmal auch mehr. Es schmeckt ihm einfach. Kuhmilch! Milch, die für Kälber gemacht wird. Das Böse! Milch; das heißt Laktose pur, Allergene und verklebte Schleimhäute. Ganz schlimm, mit Sicherheit. Und verantwortungslos. 

A-Hörnchen ist Vegetarier. Er isst keine toten Tiere, weil er Tiere mag. Verantwortungslos, sagt meine Oma. Bekloppt, sagen andere. Fleisch ist gesund und wichtig, fördert das Wachstum und den Verstand. Fleisch ist gut für die Muskeln und grad so ein Heranwachsender braucht das gute Protein um kräftig und männlich zu werden. 

C-Hörnchen isst Fleisch. Dramatisch, ich weiß. Eigentlich baucht der Körper kein Fleisch und der faschistische Konsum von Lebenwesen ist egoistisch und wiedersagt jedem humanistischem Streben. Fleisch, und eigentlich auch tierische Erzeugnisse, sind nicht zum menschlichen Verzehr vorgesehen. Es ist verantwortungslos, der Natur gegenüber und den kommenden Generationen. 

B-Hörnchen mag gern Süßes. Sie kann es gut vertragen – denke ich manchmal. Dabei strotzen all diese Dinge nur so vor Zucker. Weißem Zucker! Unverantwortlich! Kohlenhydrate, und ins besondere eben dieser Kristallzucker, sind schlecht für die Zähne und machen dick. Sie verkleben den Organismus und machen und krankheitsanfällig und schwerfällig. Kohlenhydrate sollten, logisch betrachtet, einfach umgangen werden und der Körper in eine gesunde Ketose geführt. 

Ich selber weiß manchmal nicht was ich essen soll. Verzichte ich auf Kohlenhydrate, denke ich an Brot. Lebe ich vegan, denke ich an Käse. Ich trinke gern mal Milch und mag gelegentlich ein Ei. Ich liebe Süßes und manchmal ist eine Steak toll. Was ist denn eigentlich  aus dem Grundsatz der ausgewogenen Ernährung geworden? Ist denn wirklich alles so schlecht? Ich bleibe dabei, mit Gemüse allein bekomme ich meine Kinder nicht groß! Zucker in Maßen macht nicht krank und dick und gut ausgewählte tierische Erzeugnisse sind nicht faschistisch. Und diese ganzen Dogmen was das Essen angeht machen erst recht krank. Denn was kann es denn gesünderes geben als einen ordentlichen Appetit und Lust auf gutes Essen?! 

Post-Apokalyptische Plätzchen 

Heute wollen wir mal wieder backen. Da ja inzwischen jedes Kind weiß, dass Weißmehl ungesund, gefährlich und fast tödlich ist, haben meine Kinder vorgeschlagen, ohne böses Mehl zu backen. 

Die Lösung a’la Kind: Butter, Zucker, Vanillezucker und Ei. Bestimmt ein Hochgenuss. Und jetzt, wo das elende Fest geschafft ist, und alle wieder glücklich und entspannt sind, macht das Backen auch gleich doppelt so viel Spaß. Und dann noch so gesund!!!

Gut gewollt und gut gekonnt

Mein Mittagessen steht aktuell unter keinem guten Stern. Nachdem der Versuch einen Burger zu essen ja gestern mächtig in die Hose ging, habe ich mir gestern Abend so einen fertigen, ollen Salat gekauft. Ja, ich weiss; soll man nicht machen, mach ich auch sonst nicht und mach ich auch nicht wieder. Denn als ich das Ding eben öffnete, schlug mir der unwiderstehliche Duft verdorbener Eier entgegen. Getoppt wurde das Ensemble von einigen glibberig-welken Paprikastückchen und ebenso wabbeligen Salatblättern. Nein danke! Ich verzichte auf meinen pseudo-gesunden Salat und bringe ihn dem Schweineladen gleich zurück.

Vorher muss ich aber was essen, mein Magen hängt in den Kniekehlen! So tiegere ich also durch die Küche, auf der suche nach einer Alternative. Und was macht mein Kohlenhydrat- und fettliebender,  dummer Körper in Zusammenarbeit mit meinem willensschwachen Hirn? Er schiebt eine Tiefkühlpizza in den Ofen.

Na toll. Und ich schauen willenlos ergeben zu. Ja! Und ich esse sie sogar, wie ausgeliefert. Vollkommen übervorteilt von der Angst meiner Innereien zu verhungern, stopfe ich also das Ding in mich und denke dabei noch: Immerhin besser als der olle, gammelige Salat!!