Mama! Das gibts ja nicht

Heute morgen habe ich verschlafen; um ganze 16 Minuten. Genau genommen habe ich meinen Wecker offenbar ausgemacht und weiter geschlafen. Was für die meisten Menschen eher banal klingt, ist in unserem Hause eine mittlerer Sensation. Verschlafen! Sowas gab es (fast) noch nie. Wir alle stehen morgens auf wie die Roboter; piep – hoch. Ohne zu hadern, ohne nachzudenken. Ein wenig stumpf vielleicht und mehr aus der Notwendigkeit als aus großer Disziplin. Wat mut dat mut.

Völlig ungewöhnlicher Weise traf ich das A-Hörnchen im Bad. Sofort war er hoch beunruhigt: „Ist mein Wecker falsch gestellt!“ fragte er voller Sorge. Auf meine Antwort, ich hatte verschlafen antwortet er knapp: „Krass!“. Ja man, was für eine Sensation!! Auch das C-Hörnchen war erstaunt als ich etwas auf die Tube drückte; immerhin kam ich -4 Minuten oben an. „Was ist loo-os?“ fragte sie etwas gekünstelt. Ich klärte sie über die Lage auf: „Ich habe verschlafen! Wir müssen uns ein bisschen beeilen.“ Augenblicklich fiel dem Kind alles aus dem Gesicht. „Mama! Das gibts ja nicht !!“ brach es aus ihr heraus. „Was machen wir denn jetzt?“

Zugegeben, die Dramatik hielt sich bei meinen eklatanten 16 Minuten von vornherein in Grenzen und spätestens nach dem Duschen, als ich auf vier Minuten aufgeholt hatte, war jeder Spannungsbogen dahin; trotzdem ist es bezeichnend für meine morgendliche Unfelxibilitat und die schwer eingelaufenen Pfade, auf denen ich mich bis 8.30 bewege.

Schuld ist übrigens das Dschubgelcamp, das ich natürlich nicht gucke und das immer so lang geht. Ein Jammer!

Quartett

Im Adventskalender waren heute vier Quartetts. Im Vorfeld hatte ich jedem Hörnchen eins zugedacht, dass seinen Interessen halbwegs nah kommt und so gab es giftigen Tieren für das A-Hörnchen, eins mit Pferden für das B-Hörnchen, Meerestiere für C-Hörnchen und für D-Hörnchen Feuerwehrautos. Der Plan war gut, ich wusste das. Als ich am Morgen runter kam, sass das B-Hörnchen zufrieden vor ihrem bereits ausgepackten Pferdekarten.

25 Minuten bis alle vier das Haus verlassen mussten.

C-Hörnchen hielt mit angeekeltem Gesichtsausdruck die giftigen Tiere in der Hand und traute sich nicht die Ekelviecher auszupacken. D-Hörnchen freute sich auch über die Meerestiere, während A-Hörnchen etwas verwirrt aber mit Fassung ein Spiel mit Feuerwehr-Autos in der Hand hielt. Nein, freuen tat er sich nicht, das sah man deutlich, aber er schwieg. Schnell war klar, ich hatte fast alles vertauscht. Nun gut, ist ja nicht so schlimm, dachte ich. Ich tat überrascht kund, dass ich da einen Fehler gemacht hatte und das nicht jeder das hat, was er haben sollte. Für mich war die Angelegenheit dumm gelaufen, ich entschuldigte mich und dachte es sei damit gut. Haha

In 20 Minuten mussten alle los zur Schule

Das Drama nahm seinen Lauf. D-Hörnchen krallte sich an die Meerestiere vom C-Hörnchen, schnell flossen die ersten Tränen; erst beim D-Hörnchen und dann schnell auch beim C-Hörnchen. B-Hörnchen stimmte mit ein und das große A-Hörnchen stand stoisch guckend neben der Szene. D-Hörnchen kreischte mit jeder Sekunde mehr und mir ging mächtig die Düse.

15 Minuten bis zum Aufbruch zur Schule.

Keiner hatte gefrühstückt, drei heulten, einer schwieg. Was für ein Quartett. Es kostete mich eine Menge Geduld und Fingerspitzengefühl den Knoten zu lösen. Ich hatte einen fatalen Fehler gemacht und dessen dramatisches Ausmaß nicht erkannt. Am Ende waren alle zufrieden, hatten gefrühstückt und drei verließen pünktlich das Haus. Das D-Hörnchen, der am aller meisten geschrien hatte nicht tauschen wollen und plötzlich Feuerwehrautos hasste, zeiget im Kindergarten allen stolz sind Errungenschaft.

Und ich hatte das Quartett gewonnen. Vier Hörnchen zur richtigen Zeit, im richtigen Zustand am richtigen Ort.

Shameless 

Eine Serie hat mich in ihren Bann gezogen, und das obwohl ich diesen Serien-Hype überhaupt nicht schätze. Shameless heisst sie und sie ist absolut.. Shameless! 

Sechs Kinder, verlassen von einer psychisch durchgeknallten Mutter, erzogen von der größten Schwester. Dar Vater, ein schwerer Alkoholiker, der die miesesten Dinger  dreht um an Geld zu kommen. Und jede Minute auf dem Bildschirm liegt irgendwo zwischen tief traurig, tot komisch und Betroffenheit. Immer wieder verschiebt sich das Nild von „Gut und Böse“ weil die vermeintlich guten so Böses tun und die Bösen die dann retten und am Ende war es so oft die Not der Antrieb des ganzen. 

Es zu Schauen hat etwas voyeuristisches, oft auch etwas beschämendes. Immer wider sagt mein Kopf: „Das ist ja alles nicht echt!“ Und dann spricht die Vernunft hinterher:“Oh doch! Tausendfach! So und noch schlimmer.“ All das Grauen, die Drogen, der Dreck, Straftaten, die Verletzungen und die Vernachlässigungen; all das ist fast alltäglich. Man sieht es nur nicht. Viel mehr will man es nicht sehen, denn mit offenen Augen im Leben begegnet einem die immer selbe Szenerie überall. Knappe Kassen, saufende Eltern, sich selbst überlassende Kinder. Mich Sicherheit auch in unserem Land, auch in deinem Stadtteil! Man muss es nur sehen wollen. 

Auf dem Klo

C-Hörnchen hat Tanzstunde. Ich sitze mit D-Hörnchen und acht weiteren Muttis im Vorraum und unterhalte mich gelangweilt. Irgendwann muss ich pinkeln, teile dies dem D-Hörnchen mit und frage ob er mit will. Natürlich will er. Denn wo das Mutti, da das Hörnchen. 

Ich öffne die Toilettentür, die direkt vom Aufenthaltsraum abgeht, schleiße die Tür hinter  mit und verriegle sie. Das D-Hörnchen instruiere ich sorgfältig NICHT mit dem Klopapier oder der Klobürste zu spielen. Dann öffne ich die Hose und setzte mich. Im Moment of ’no return‘ beschließt D-Hörnchen dann, dass es im Klo doch arg öde ist. Um dies effektvoll zu unterstreichen, dreht er ambitioniert am Türschließer und reißt die Tür auf. Ich muss an dieser Stelle nicht erwähnen, dass es mir nicht möglich war, dies im letzten Moment zu verhindern. Ebenso bekam ich es nicht hin mich in 0,3 Sekunden wieder zu erheben und anzukleiden. Somit pinkelte ich plötzlich im Aufenthaltsraum. Mein letzter Gedanke vor dem großen Lacher:“Scheiss auf die Klobürste!!“

Rose und der Doktor 

Heute wurden Rose und der Doktor getrennt. Und wer sich erinnert, wie schlimm ich die rein äußerliche Veränderung des Doktors fand, der kann sich vielleicht in Ansätzen ausmalen, wie getroffen ich dieses Mal bin. 

Da schafft sie es so grad eben noch, ihm zu sagen, dass sie ihn liebt und dann reißt es ab und sie sind für immer getrennt. Und sie lebt dann da weiter, in ihrer quasi-heilen Parallelwelt und kann doch nie wieder glücklich werden. Wie denn auch, wenn er doch immer unerreichbar bleiben wird. Wie soll denn ein anderer an ihn heranreichen?

Und er, nun gezwungen einfach weiterzumachen, kann lediglich noch entscheiden ob er sich immer weitere nimmt oder allein die Jahrtausende überdauert. Wird denn jemals eine an Rose heranreichen? War sie wirklich so besonders? Oder war sie nr eine von vielen und seine Trauer schnell wieder verflogen? 

Herrjeh, was für ein Dama, das hätte Walt Disney mit viel Gesang nicht besser hinbekommen. Ich sollte sowas nicht so nah an mich ran lassen. Schniefff 

Kranke Männer

Wenn Männer einen Schnupfen haben, dann liegen sie im Sterben. 

Jeder Hüstern wird zur Qual, jeder Nieser eine Katastrophe. Der arme, geschundene Mann leidet bei jeder Bewegung, bei jedem Atemzug. Er kann nicht sitzen, stehen oder liegen. Er kann nichts essen, nicht trinken und auch sonst geht nichts. Er kann sich nicht helfen und sich nicht helfen lassen. Er stirbt. 

Bei uns hier ist es genau so. Na ja, nur umgekehrt. Ups…