Oh Tannenbaum 

Was gibt es schöneres, als das liebliche Stimmchen eines Dreijährigen wie er voller Hingabe „Oh Tannenbaum “ singt. Einen glücklichen, zufriedenen, ausgeglichenen Dreijährigen, der es kaum erwarten kann sich der  Welt mitzuteilen und jedem zu sagen: 

„Ich bin wach!!!!“ 

Morgens um 5.15 Uhr. 

Denn es ist so, jeder Magen-Darm-Infekt beginnt unerwartet und plötzlich mit Erbrechen oder Durchfall und endet ebenso unerwartet und grausam mit einem final ausgeruhtem Kind. Als fürsorgliche Mutter habe ich natürlich in der Kita schon gesagt, dass er bis Montag nicht kommt. Und somit wird der Zwerg ab heute 5.15 Uhr all seine viele neue Energie dafür kanalisieren, mir meine zu rauben. 

Pure Berechnung 

Der Mittagsschlaf unseres D-Hörnchens ist ein klares Auslaufmodell. In der Kita schläft er schon länger nur noch sporadisch, und nun nimmt es auch hier zu Hause ab. Dass das irgendwann so kommt, kann uns als erfahrene Eltern nicht überraschen. Auch die drei großen Hörnchen haben diese Phase durchlaufen und jedes hat seine eigene Strategie entwickelt, mit der ‚wachen Zeit‘ im Bett umzugehen. 

A-Hörnchen hat stets in Bett gespielt und gesungen wenn er nicht schlafen wollte. Das war ok, wir haben ihn einfach eine halbe Stunde mit sich gelassen und alle waren zufrieden. 

B-Hörnchen ist nach drei Minuten motzen einfach immer doch eingeschlafen, was ich persönlich angenehm fand und sie (so würde ich denken) auch ganz ok. 

C-Hörnchen hat im Bett gebrüllt wenn sie nicht nach kurzer Zeit eingeschlafen war. Da ich es nicht akzeptabel fand sie schreien zu lassen, bin ich dann wieder zu ihr zurück. Bald konnte  ich nicht mehr klar sagen, ob sie brüllt damit ich komme, oder ob sie was hat, und brüllt damit ich komme weil sie was hat. Der Mittagschlaf war also Geschichte und ich weiß bis heute nicht, ob es Wut oder Klug war. 

D-Hörnchen ist Ultra-geschickt. Wenn er nicht schlafen will, ruft er:“Aa! Popo Aua!“ Man rennt also zu ihm, weil man sein Kind nicht in einer vollen Windel liegen lassen will, und stellt fest: Kein Aa. Diesen Trick wendet er gern an und jedes Mal renne ich, wie beim Schreien des C-Hörnchens, weil ich es einfach nicht mit mir ausmachen kann, mein Kind da in seinen eigenen Exkrementen sitzen zu lassen. 

Tja, ist bestimmt Absicht. Nix da mit:“Das kann der in dem Alter noch gar nicht!“ Geschickt ist der! Und schlau! Und das ist auch gut so. 

Kein Ende in Sicht

Zur Stunde fehlt mir jeder Humor. Weiterhin besteht mein Dasein aus Waschen und Wischen. C- und D-Hörnchen sind arg undicht und ich bin es leid. Nachdem ich heut Vormittag fast Grund zur Euphorie sah, ergossen sich zum Nachmittag etliche Nudeln auf den Teppig und zu viel Kot an zu viele andere Stellen.

Ich dachte wirklich, in Sachen Krankheiten und Pflege haut mich nichts mehr um. So viel habe ich in über 10 Jahren Pflege in, an und aus Menschen kommen sehen. Aber das heute übertraf alles. Bäh!!! Wirklich Bäh!! 

Nun denn. Mal sehen was die Nacht bringt. Und der morgige Tag. Und wann es der nächste bekommt.