Mein Mann

Nun ist es aber offenbar so, dass sich hier ein scheinbares Ungleichgewicht entwickelt hat. Wovon ich spreche? Na von meinem Mann natürlich. Denn die Sache stellt sich wir folgt dar: In etlichen meiner Anekdoten taucht der Menne auf, nur allzu oft in eher negativem Kontext. Mal isst er dem Kinde einen Keks weg, ein anderes Mal baut er eine Bank falsch zusammen. Was ich aber viel zu wenig erwähne ist, wie toll der Typ eigentlich ist. Denn, soviel steht fest, ich habe ihn vor 12 Jahren nicht geheiratet weil er so doof ist. Nein nein! Das Problem, wenn ich es so nennen darf, scheint zu sein, dass mein Mann ein so elementarer Teil in meinem Leben ist, ein so präsenter und so wichtiger Gefährte, dass ich glatt vergesse daran zu denken wie großartig genau dies ist.

Ich habe vor 12 Jahren (mit gerade einmal 21 Jahren) einen Mann geheiratet, der damals ganz schnell aus dem ‚du und ich‘ ein WIR gebaut hat. Obwohl er, schon seit ich ihn kenne, viel arbeitet, hat er es dank meiner freundlichen Unterstützung noch nicht zu großem Reichtum gebracht. Mein immer mal wieder aufkeimendes schlechtes Gewissen beruhigt er stets mit der Aussage, wir seien Team sind, alles ist gut. So hat er mir in all den Jahren nie einen Vorwurf gemacht unrentabel zu sein. Nicht in der 1. Ausbildung, nicht in der 2. und auch nicht während der vielen Jahre der Elternzeit die er finanziert hat. Er war einfach immer da. Erst für mich und dann für uns.

Nun aber weg vom Geld. Zwar kann man nicht ohne, jedoch ist es ja längst nicht alles. Ich habe einen Mann, der sich einfach so bereit erklärt hat, das Projekt ‚kleine Großfamilie‘ mitzutragen. Denn machen wir uns nichts vor: Ein Mutti allein schafft das alles nicht. Der Erfolg dieses Unternehmens liegt darin, dass wir gut zusammenarbeiten, und er immer wieder zurück steckt. Mit Jedem Monat in dem ich anderen Eltern begegne, bemerke ich mehr und mehr, wie wertvoll dieser verlässliche und hilfsbereit Partner ist. Früher Feierabend wegen einer Kinderarzt-Terminei? Kein Problem! Urlaub verschieben, Schichten Tauschen, Bowling Abende ausfallen lassen,… Ich kann mich auf meinen Mann verlassen. Wir stehen an erste Stelle, obwohl wir ihn oft so nerven.

Auch als Papa ist er einfach ein Segen. Spielplatz, Schwimmbad oder Schulaufführung; wir treten fast immer im halben Dutzend auf. Für mich klingt das total normal, schaut man sich aber mal um, sind es fast immer einzelne Mamis die dort sitzen. Mein Mann will nichts verpassen und genießt die Jahre mit den Kindern. Auch hier zu Hause ist er alles andere als ein klassischer Teilzeit- Papa. Mein Mann kann den Laden hier einfach so übernehmen. Und auch wenn ich viel zu oft motze und meckere, so weiß ich ganz genau, dass DAS etwas wirklich besonderes ist. Viele, viele Papas bekommen den Alltag selbst mit einem Kind nicht auf die Reihe. Zum einen weil sie selten da sind, zum anderen aber auch, weil sie es nicht müssen und wollen. Ich weiß ganz sicher, wenn ich mir heute noch das Bein breche, würde es hier zwar anders aber nicht schlechter. Alles würde laufen. Schule, Kita, Essen, Wäsche, Gitarrenstunde und Ballett. Er würde den Laden schmeißen, und er hat ihn schon geschmissen. Zum Beispiel als ich kurz nach D-Hörnchens Geburt einfach mal vier Tage mit dem Neugeborenen weggefahren bin. Oder wenn ich mal ’nen Tag Auszeit nehme oder Abends ausgehe.

Tatsächlich, ich sollte mir viel öfter vor Augen führen wie gut ich es habe. Und wieviel schlechter ich es hätte treffen können.

Danke! Du bist nicht selbstverständlich!

 

Prioritäten

Ein kluger Mensch hat mal zu mir gesagt:“In deiner Familie sollte es wie folgt aufgestellt sein: An erster Stelle kommst du selbst, an zweiter dein Partner (falls vorhanden) und erst dann die Kinder.“ Und je mehr ich darüber nachdenke, desto sinniger finde ich es. Immer mehr Eltern, mit denen ich zu tun habe, vergessen sich, ihre Bedürfnisse und ihre Partnerschaft. Das immer gleiche Resultat sind gestresste, unglückliche Eltern, die ihren Kindern alles geben, kaufen und erfüllen und dabei alles vermitteln außer dem Zustand <Glücklich mit Familie>

Dabei ist es eigentlich so einfach! Um Kinder halbwegs stressfrei und ausgeglichen zu erziehen muss man halbwegs stressfrei und ausgeglichen sein. Um zu vermitteln, dass es sich lohnt in eine zwischenmenschliche Beziehung zu investieren (egal ob Freundschaft, Ehe oder sonstige) sollte man in der Lage sein eine zu führen. Und um Glück zu leben, hilft es enorm glücklich zu sein. 

Natürlich gibt es hierfür kein Patentrezept. Natürlich ist das auch alles nicht so einfach in einer Welt aus Job, Geld, Kommerz und Konsum, jedoch täten viele in meinen Auen gut daran den Fokus ein wenig von ihrer Brut zu nehmen und auf sich selbst zu lenken. Die eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken ist enorm stressig, macht traurig und unzufrieden. Das eigene ‚früher‘ im eigenen ‚Eltern‘ wiederzufinden ist eine riesen Quelle der Zufriedenheit. Und wenn man selbst zufrieden ist, dann ist es am Ende auch für die Kids ein echter Gewinn. Kinder brauchen zufriedene Eltern, Liebe und Grundversorgung. Alles weitere ist Luxus; und zu viel davon ist sogar eher hemmend als fördern. 

Ich möchte nicht dazu aufrufen, Kinder zu vernachlässigen oder zu missachten. Ich denke aber schon, dass wenn es hakt und klemmt, es manchmal klug ist, das System einfach mal zu überdenken anstatt es immer weiter aufzublasen. 

117 Monate

Dieses Jahr im April wohnen wir ganze 10 Jahre in unserem Haus. Eine wirklich lange, lange Zeit. 

Vor etwa neun Jahren bekamen wir unser erstes Kind, das A-Hörnchen. Und ich erinnere mich noch wie heute, wie ich das kleine Wesen eines Tages zum ersten Mal oben, im kleinen Bad, in der Duschwanne hatte und feststellte, dass diese total undicht ist. Von dem Tag an duschte ich regelmäßig das A-Hörnchen und später auch seine Geschwister und feudelte anschließend das ganze Bad. 

Mein Mann postulierte lange, dass ich einfach unfähig wäre und beim Duschen rumsauen würde; bis er im vergangenen Herbst zum aller ersten Mal selber dort oben duschen musste, da im Hauptbad ja renoviert wurde. Und da fiel es ihm auf: Die Dusche ist ja total undicht!! 

Seit dem sind weitere Monate vergangen und heute dann kam ich nach Hause, er strahle mich an ich teilte mir mit, er habe mir einen großen Wunsch erfüllt! Tatsächlich, nach nur 117 Monaten in diesem Haus ist die Dusche abgedichtet. Das ging ja mal flott. 

Kleine Geheimnisse

Heute hatten der Menne und ich einen freien Vormittag. Alle Kinder waren in Kita und Schule, ich hatte mir frei gegeben und der Menne musste erst um 12 zur Arbeit. 

Am Vormittag waren wir unter anderen auf einen Kaffee bei den Schwiegereltern. Man sprach über dies und das und es war entspannend, mal ohne die Hörnchen bei Oma und Opa zu sein. 

Um halb 12 stiegen wir uns Auto und ich warf einen Blick auf mein Telefon. 

2.10.15

2.10.!! 

Das ist unser Hochzeitstag. Unser 12. Hochzeitstag. Ganz harmonisch haben wir ihn vergessen und dann lachend beschlossen, die eine,  halbe Stunde, die uns von ihm bleibt, vornehm essen zu gehen. Wir fuhren heimlich zu McDonalds. Heimlich, da die Hörnchen da ja nicht essen wollen, und wir Anfang diesen Jahres beschlossen haben, den Laden zu beukottieren. 

Nun ja, kleine Geheimnisse schweißen zusammen; und somit war es genau das richtige für diesen denkwürdigen Tag. 

2xSt

Immer wieder zu den Sommerferien  bekommen wir einen Brief. Einen Brief vom Finanzamt, in dem sinngemäß steht: Haltet euch ran!

Steuererklärung. Das heißt: Unterlagen sortieren, Daten erfassen, Fachchinesisch und leider auch jedes Mal Streit. Dabei sind die Aufgaben klar verteilt! 

Mann: Steuerprogramm besorgen, aufspielen und mit allen grundlegenden Tatsachen füttern. 

Frau: Papiere zusammensuchen, ordnen und zusammenrechnen. 20 Kubikmeter Zettel sortieren und feststellen, dass es klüger wäre, das regelmäßig zu tun. 

Im Finale setzten wir uns dann zusammen und versuchen den ganzen Mist in den Computer einzugeben. In aller Regel dauert das ganze um die 5 Stunden; wobei mindestens drei mit Streiten verbracht werden. Heute dann der Durchbruch: 2 Stunden, ohne Streit. Alles fertig!! Und im kommenden Jahr bleibe ich am Ball und sortiere von Anfang  an… Bestimmt!!

Kalender ohne November

Einmal kaufte ich einen neuen Kalender für die Wand. Lange her, in grauer Vorzeit, waren nur der Menne und ich im städtischem Kaufhaus und suchten einen geeigneten aus. Als ich bezahlen gehen wollte, sage der Menne ich solle die Kalenderblätter nachzählen, man wisse ja nie. Ich erklärte ihn für vollkommen bekloppt und bezahlte meine Beute. 

Zu Hause angekommen begann ich sofort damit, die diversen Geburtstage in den neuen Kalender  zu übertragen. Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, Dez…

Ja, und tatsächlich fehlte bei meinem doofen Kalender der doofe November. Unfassbar, nun musste ich wieder in die Stadt um das Scheissding umzutauschen. 

Und viel schlimmer: Der blöde Mann hatte Recht behalten!! 

Mit dem Feuerzeug

Heut morgen in der Küche habe ich sehr gefrohren. Da wir die Wohnküche mit einem Ofen beheizen, habe ich mich daran gemacht, diesen anzufeuern. 

Holz. Anzünder. Mehr Holz. Und Zeitung. Mehr Zeitung. Ganz viel Zeitung. Und mehr Anzünder. Und dann Feuer. 

Kurz Feuer. Dann wieder kein Feuer . Mehr Zeitung, mehr Anzünder und noch mehr Zeitungen. Wieder Feuer. Kurz. Dann wieder aus. 

Argh!!! Zu dumm. Das Feuer oder ich. Einer auf jeden Fall. Immer noch kalt. Mist. 

Dann kam C-Hörnchen. Sah das Dilemma und teilte mir mit, dass ich es doch einfach mit dem Feuerzeug machen solle. 

Weiterer Versuch. Siehe oben. 

Dann kam der Menne. Und dann ging es. Blödmann!!

Katzenkacke

Kürzlich kam ich spät Abends vom Einkaufen nach Hause. Ich liebe es nach 20.00 Uhr stundenlang bei Real meine Ruhe zu haben. Die Party der Armen Hausfrau.. 

An diesem Tag kam ich in die Wohnküche im Souterrain und es roch nach Katzenkacke. Iirrghs!!! Ich machte alle Lichter an und kroch umher um den Ursprung der Duftnote zu finden. Im gesamten Souterrain war nichts. Also kroch ich treppauf und war sehr vorsichtig. Nichts. Kein Kaka. Auch im Erdgeschoss, in dem zu diesem Zeitpunkt zwei Kinder schliefen, war nichts zu finden. Der ekelhafte Gestank aber, wurde immer deutlicher. Auf der Treppe in die 1. Etage war es echt doll, ich erwartete jeden Moment das Übel, und fragte mich, wie mein Menne bei diesem Gestank seelenruhig Fernsehen konnte. 

Und dann fand ich es. Auf dem Sofa saß mein Gatte und aß irgendwelche Snacknüsse Asia-Style; und die stanken über drei Etagen nach Katzenklo. Guten Appetit.  

Kleines Anekdötchen

Mama braucht neue Schuhe. Findet keine; lediglich in einem Katalog gibt es den perfekten Schuh; mit 4 Wochen Lieferzeit. Mist!!

Gestern Abend fragte der Menne nach dem Preis, wegen des allgemeinem Boho kam ich über die Antwort jedoch hinweg.

Eben dann verkündete ich freudig, dass das Versandhaus meiner Wahl morgen eine 10% Aktion hat und ich die Schuhe dann erst mal bestellen werde. Wenn ich dann in 4 Wochen keine besseren habe, behalte ich sie. Außerdem, so gab ich triumphal kund, würde ich so satte 20 Euro sparen!!

Mein Mann schauderte sagte vorsichtig:“Du meinst nicht wirklich, dass du 200 Euro-Schuhe brauchst?“

Ich rechnete fieberhaft und entschuldigte mich dann schnell für meine Unzulänglichkeit. Die Schuhe sollten 100 Euro kosten, morgen dann nur 90. Immer noch viel aber… Man, ich kann echt nicht rechnen!!!