#lovemylife

Zwischen zwei Terminen ergab sich eine dankbare Lücke von 10 Minuten, diese wollte ich effizient nutzen und Katzenfutter kaufen gehen. Ich düse also auf den Parkplatz des ansässigen Discounters und parke elegant und schwungvoll neben einem bemannten Auto. Beim Aussteigen stelle ich fest, dass der äußerlich schwer reich wirkende Typ mit seine Freisprechanlage telefoniert. Er guckt sehr wichtig drein und notiert ununterbrochen. Ich schnappe auf, dass „die Alte sich wieder drei Tage nicht gemeldet hat“, grinse breit und gehe in den Laden.

Noch in der Tür führen Hirn udn Uhr einen Dialog über die Option eines Einkaufswagens; Uhr gewinnt. Ohne Wagen aber mit enormen Muskeln bepackt gehe ich ans Regal und nehme zwei Paletten Katzenfutter. Schwer. Vielleicht ein wenig schwerer als erwartet. Ich trage sie ohne mit der Wimper zu zucken an die Kasse und kann zum Glück schnell abstellen.

Ein erneuter Dialog findet statt. Hirn, Uhr und Arme streiten über die Machbarkeit der Aktion. Das Auto ist so mittel weit weg, Uhr gewinnt. Geschmeidig nehme ich die bezahlten Paletten und schreite aufrecht und zügig aus dem Geschäft. Schnell bin ich am Auto. Der Typ telefoniert immer noch wichtig. „Nee, die hat voll den Arsch offen…“ höre ich, lächle gequält und realisiere, dass der Autoschlüssel in meiner Jackentasche ist. Hirn schaltet sich zu. „Siehste!“ Sagt es, ich antworte:“Schnauze!“

Ich balanciere das Katzenfutter auf den Boden. Wenig elegant, es macht sich selbstständig und die Dosen beginnen zu zu rollen. Einige unter das Auto von Typ. Ich überlege nur ganz kurz ihnen zu folgen und drücke auf den Autoschlüssel. Auf das verlässliche „Klick“ folgt die Erkenntnis, dass hinter dem Kofferraum ein Busch ist. Geht nicht auf. Resigniert schließe ich den ohnehin fast noch geschlossenen Kofferraum und öffne eine Schiebetür. Fachmännisch versuche ich die obere Palette anzuheben; es macht „riss“ und die Dosen rollen wieder. Der Typ im Auto ist inzwischen verstummt. Ich schüttel den Kopf. Wieder öffne ich den Kofferraum, krieche recht hilflos von schräg unten hinein und erbeute einen Jutebeutel. Innerlich schimpfend lade ich Dose um Dose in den Beutel. Mit letzter Kraft lade ich den schweren Beutel auf die Rückbank. Der Typ im Nachbarwagen lässt den Motor an; er grinst breit.

Rückenschmerzen. Hirn verhöhnt mich. Uhr weint.

Mal eben. 

Wir wollten mal eben schnell was einkaufen; ich, B-, C- und D-Hörnchen. Wir mussten schnell eben zum Auto, and Ende der Straße. Danach mal eben zum Laden. 5 Minuten Fahrt, wenn alles glatt läuft. Es fehlten uns nur 4 Teile bis zum Start ins Wochenende und so rechnete ich mit etwa 30 Minuten Zeitaufwand. Wir starteten. 

Fast am Auto angekommen, stolperte das D-Hörnchen. Er schlug sich ein Knie auf, weinte schrecklich und blutete. Ich tröstete ausgiebig und machte mich dann aufbaue Suche nach einem Pflaster. Zugegeben, ich hatte keine Ahnung, wo sich der Verbandskasten aufhält und so durchkämmte ich das ganze Auto. Nach etlichen Minuten endlich ein Erfolg. Pflaster, Knie, los! 

Vor dem Laden angekommen stiegen wir aus. Als alle acht Füße die Straße berührten, stellte ich, zum Glück noch vor dem einkaufen, fest, dass ich mein Portemonnaie vergessen hatte. Malwieder. Leider passiert mir das oft – und nicht jedes Mal fällt es mir rechtzeitig auf. Nun ja, innerlich kotze ich – aber es nützt ja nichts. Wir stiegen alle wieder ein und holten das Geld. Mal eben. 12 Minuten später standen wir abermals vor dem Laden und gingen endlich rein. 

Der winzige Laden war voll. 19 von 20 Einkaufswagen waren unterwegs, wir nahmen den 20, D-Hörnchen einen kleinen Kindereinkauswagen. So zogen wir los und die ersten Teile landeten im Wagen. Ganz genau genommen landete das erste Teil IM Wagen, das zweite leider auf dem Boden. D-Hörnchen stellte ein Glas Joghurt neben seinen kleinen Wagen. Es knallte und schon war der ganze Boden voll mit einem Gemisch aus Joghurt und Scherben. In den meisten Geschäften hatte ich schnell einen Mitarbeiter verständigt und wäre gegangen. Im kleinen, persönlichen Biolädchen hingegen bleibt man natürlich und hilft. Man entschuldigt sich und ganz nebenbei tröstete ich abermals ausdauernd das D-Hörnchen. Er war vollkommen außer sich. 

Der Rest des Einkaufes lief reibungslos. Alles dauerte lange, es war eben voll. Die Hörnchen waren zauberhaft, bettelten kaum und ließen des Rest des Ladens heil. Der „Mal eben-Einkauf “ hat mich 90 Minuten meines Lebens gekostet und mich wieder einmal daran erinnert, niemals „mal eben“ etwas zu machen. Denn eins steht fest: Wenn man schon einplant keine Zeit zu haben, kann man es gar nicht in der Zeit schaffen.