Finally four

Zack, sind sie alle groß, sagte man mir immer und vielleicht ist da was wahres dran. Heute habe ich meinen Kleinsten, mein Baby, eingeschult. Vier Schulkinder, alle groß.

Ab jetzt also wird mein Leben sich enorm wandeln. Vier Schulkinder, das bedeutet auch vier selbstständige Kinder zu haben. Bald schon wird auch das D-Hörnchen allein zur Schule gehen und selbstständig nach Hause kommen. Er wird zunehmend Verabredungen selbst treffen und kann immer mehr Freunde allein besuchen. Ich muss zu keinen Bastelnachmittagen mehr in die Kita, nicht mehr zum Laternelaufen und nicht mehr zum Weinhnachtsfest. All diese Verpflichtungen fallen weg und werden schlussendlich eingetauscht gegen neue.

Schulfeste; na gut. Elternsprechtag x 4, Klassenfahrten, Hausaufgaben, Materialkauf und alles was da so kommt. Bald schon werde ich nicht mehr mit einem Kind über Handy-Zeiten diskutieren, sondern mit zwei, drei oder vieren. Ich werde über hippe Turnschuhe und angesagte Hoodies streiten und um Zeiten. Aufstehen, nach Hause kommen, Ausschlafen; alles Mist. Ich werde die Wutausbrüche vierer Pubertiere ertragen, die Tränen endlosen Liebeskummers trocknen und viele Schlachten schlagen. Doch in den kommenden Wochen kann ich nun erst einmal genießen.

Vier Schulkinder zu haben, bedeutet auch schon ein bisschen was geschafft zu haben. Sie sind groß, und so toll!! Die viele Arbeit, die ich in die Bande gesteckt habe, zahlt sich langsam aus. Ich hab die besten Hörnchen der Welt; sorry, so ist es eben!!

Prag IV

Die Rückreise meiner kleinen Auszeit gestaltete sich beschaulich. Dank eines entsetzlich überfüllten tschechischen Zuges landeten wir nach 30 Minuten auf dem Gang, auf dem es kein Vor- und Zurück gab, in der ersten Klasse. Der Schaffner hatte Mitleid und so reisten wir sehr vornehm. Sieben Stunden in Ledersesseln sind zwar immer noch sieben Stunden, jedoch bieten die geräumigen Ledersessel einigen Comfort. Fast wäre die Fahrt vollkommen ereignislos von statten gegangen, wäre nicht in Dresden dieser Vater mit seinen Kindern eingestiegen.

Der Typ hatte offenbar Kohle, er strotzte vor Stress und Männlichkeit, war enorm beschäftigt und bekam bei jeder Ansprache seiner wirklich friedlichen Töchter roten Ausschlag im Gesicht. Als die Schaffnerin ihn darauf hinwies, dass sein Ticket ungültig sei, wurde er so wiederlich unterschwellig aggressiv, dass ich schon dachte deeskalativ tätig werden zu müssen. Beim aussteigen nötigte er seien Töchter, eine enorme Menge Müll auf den vornehmen Sitzen liegen zu lassen; wozu hat man Bodenpersonal. Dem kleineren Mädchen fiel es sichtlich schwer, ihren Saft und die Kekse zurückzulassen…

Wenige Minuten nach dem traurigen Trio stieg ein Pärchen ein und setzte sich auf die freigewordenen Plätze vor uns. Was zunächst unspektakulär aussah, entpuppte sich als Attrakion für wenigstens 15 Minuten. Denn während Partner A schlief, sah Partner B sich amüsiert Pornos an. Wir hatten gute Sicht und brauchten etwas um zu verstehen, dass die eigenartigen Atemgeräusche von dem Schläfer kamen und nicht von dem anderen.

1,5 h vor dem Ziel waren die Gleise kaputt oder blockiert oder schmutzig. Wir standen abermals 25 Minuten und erreichten unseren finalen Anschlusszug in letzter Minute. Der Rest war Business as usual; wir saßen auf dem Gang.

Drei mal drei 

Nun habe ich also drei Schulkinder… Das C-Hörnchen ist heute eingeschult worden. Aufgeregt wie nie und stolz wie Bolle meisterte sie ihren großen Tag voller Anmut und Grazie. Anschließend gab es Pizza mit der Familie und ganz wichtig, die Schultüte! Als kleines Gimmik habe ich ihr gestern essbare Stifte gebacken. Das Rezept gibt es HIER bei Tollabea. Es ist großartig und kann sich sehen lassen! 

Nun habe ich also drei Schulkinder… ein eindeutiger Beweis dafür, dass sie irgendwie groß werden. Cool! Und erschreckend zu gleich. Drei Schulkinder! Das bedeutet auch, dass ich nur noch einen in den Kindergarten bringe, nur noch einen abhole. Meine Kinder werden groß. 

Weiter Schnuppern

Nachdem das C-Hörnchen gestern überaus erfolgreich geschnuppert hat, und den ganzen Tag vor lauter Glück kaum geradeaus schauen konnte, sind heut die Großen dran. 

B-Hörnchen kommt im Sommer in die 1. Klasse und darf heute schon mal einen Schultag erleben. Und somit habe ich heute morgen auch zum ersten Mal zwei Ranzen befüllen dürfen. Gutes Gefühl! 

Und auch das A-Hörnchen ist hocherfreut. Da ja die Hälfte der Sitzplätze in der 1./2. Klasse heute mit Frischlingen besetzt wird, darf er schon mal antesten, wie die Stühle in der 3. so sind. 

Und ja!! Für die kleinen Menschen hier ist das so aufregend, dass es sich lohnt darüber zu schreiben!!!