Nee, das stresst mich nicht

Morgen kommt der Kindergarten zu Besuch, zu uns nach Hause! Diese jährliche Aktion ist bei den Kindern äußerst beliebt, und dafür gedacht, den Kindern zu zeigen wie unterschiedlich Menschen leben. Schon die kleinsten lernen, dass Lebensverhältnisse unterschiedlich sind und es überall etwas schönes zu finden gibt. Kind A teilt sich das Zimmer mit seinen Geschwistern, Kind B hat ein eigenes Zimmer, Kind C hat gar kein Zimmer und Kinder hat zwei. Jeder anders, jeder gut und jeder zufrieden. Oft hörte ich in den letzten Tagen den Satz: „Stresst dich das nicht?“ in aller Regel gab ich zur Antwort, dass ich da ganz entspannt mit umgehen würde. Ist doch klar.

Heute, einen Tag vor dem Besuch, bin ich das nicht. Wenn ich ganz genau in mich horche, bin ich tatsächlich angespannt und versuche irgendwie alles in Ordnung zu bringen. Selbstverständlich muss das Kinderzimmer aufgeräumt sein, 20 Kinder werden darin spielen. Die Schränke sollten abgestaubt sein, am besten auch die einzelnen Spielsachen – immerhin werden sie durch viele Hände gehen und die Erzieher werden sie sehen. Auch Lichtschalter und Türrahmen sollten sauber sein, ebenso wie die Toiletten, dann ganz bestimmt werden viele Menschen sie Benutzen. Beim staubsaugen der Treppen dachte ich darüber nach, die einzelnen Stufen vorsichtshalber auch zu wischen; schließlich werden die Erzieher auf Augenhöhe der Kinder die Treppe benutzen und sie sicherlich genauer ansehen als sie es sonst tun werden… Ich begann Spinnen weben aus den Ecken weg zu saugen, Badezimmervorleger extra zu waschen und die Zahnputzbecher von innen auszuwaschen. Ja, ich muss es zugeben – ich machte mich fürchterlich verrückt. Der Antrieb der Aktion? Natürlich der, dass es besonders perfekt, wenigstens aber ausreichend gut aussehen sollte.

Und da sind wir mitten im Desaster. Anstatt Kindern beizubringen, wie unterschiedlich Menschen leben, bringt man Müttern bei, dass sie sich verrückt machen sollen. Jedes Mal wird aufgefahren, die Mütter backen, schneiden Obst und schmieren Brötchen. In jedem, oder sagen wir fast jedem Haushalt, wird ausgiebig geputzt und vorbereitet, so dass das Bild für die Besucher immer das gleiche ist: hier ist es ausgesprochen perfekt! Der Druck der dadurch auf alle erzeugt wird ist völlig idiotisch. Wieder einmal versuchen alle irgendeinem Ideal Stand zu halten und nach außen etwas darzustellen, was sie nivht sind. Bei uns zumindest ist es eigentlich nicht schmutzig; nur ganz manchmal schon. Meistens gibt es in irgendeiner Ecke Spinnenweben, irgendeiner der Türrahmen hat immer Fingerabdrücke. Unsere Toiletten sind nie klinisch rein aber immer sauber. Die Kinderzimmer sind selten wirklich aufgeräumt, dafür werden sie regelmäßig ausgiebig bespielt. Auf unserem Sofa liegen Katzenhaare, unsere Teppiche haben oftmals Krümel. Hier ist überhaupt gar nichts perfekt, aber eigentlich ist es genau das, was unser Leben so gut macht. Wir sind ganz einfach normal, langweilig und normal! Wir sind nicht klinisch rein, nicht pedantisch sauber sondern einfach ziemlich menschlich und leben unser Leben. Und ganz genau jetzt höre ich auf wie eine irre zu putzen; und wenn ich Lust habe verteile ich noch ein paar Brötchenkrümel!

Hausbesuch 

Heute war ein ganz besonderer Tag für mein C-Hörnchen, denn heute kam ihre Kindergartengruppe zum Hausbesuch. 

Ganz allein durfte sie den den Kindern den Weg zu uns nach Hause zeigen. Und dann wurde es wuselig. 20 Kinder und zwei Erzieherinnen stürmten unser Haus und C-Hörnchens Zimmer. Und zu meinem großen Erstaunen haben 20 Kinder fast eine Stunde lang vollkommen friedlich in einem Kinderzimmer gespielt. So friedlich, dass wir erwachsenen sogar in der Etage darunter kaffeesieren konnten. Erstaunlich, laut und total cool. Und das Beste zum Schluss:

Am Ende sind alle wieder weg gewesen und ich hatte meine Ruhe. So in der Art muss es sein Oma und Opa zu sein. 

   
    

Nicht die Mama!!

Ein Kind im Kindergarten lobt das wunderschöne Armband der Erzieherin. Ein Sibler-Pinkes Blümchenbanf schmückt das Handgelenk der jungen Frau und der Junge staunt. Dann sagt er:“So eins haben wir auch!“ 

Die Erzieherin lobt den guten Geschmack der Mutter und der kleine Junge erwidert:“Nicht Mama! Papa hat so eins!“

Schweigen

Heute wie Weihnachen

Mein kleines Mädchen kommt nach den Sommerferien in einen neuen Kindergarten. Was eigentlich rein pragmatische Gründe hat, haben wir ihr als großes Highlight verkauft, in dessen Genuss sie nur kommt weil sie ja bald schon vier ist. 

Heute ist nun der Schnuppertag, an dem sie die ersten Stunden dort verbringen darf. Um neun. 

Um halb acht haben die anderen alle das Haus verlassen. „Ist es noch lange?“ fragte sie beim winken schon, und ja! Es ist noch lange. Nun ist es viertel vor acht und im fünf-Minuten-Takt fragt sie, ob es immernoch lange ist. Ist es. Und es ist schlimmer wie Weihnachten; wer macht bloß Schnuppertag um neun????