Tiramisu

Tatsächlich sieht die Sache ja mal so aus. Immer wenn ich Tiramisu sehe, denke ich: Boa Wahnsinn, sieht das gut aus, ich sterbe vor Verlangen! Dann lade ich auf, trage das Zauberzeug an meinen Platz und das Wasser läuft mir im Mund zusammen! Tiramisu; der Wahnsinn. Ein Himmelreich, ein Träumchen!!

Dann nehme ich den ersten Löffel, voller Vorfreude, lasse es mir langsam auf der Zunge zergehen und nach einigen Sekunden stelle ich fest: Urgs! Tiramisu; mag ich ja gar nicht. Also, was heißt nicht, zumindest dieses hier mag ich nicht. Vielleicht war der erste Löffel nur nix – und dann nehme ich den zweiten. Der ist dann auch nix und schnell kapituliere ich vor dem vermeintlichen Lecker. Meistens zerlege ich es vorher noch in seine Einzelteile, um die nicht-schmeckende Komponente ausfindig zu machen. Ohne Erfolg, ich mag sie alle nicht.

Es ist ein Rätsel, mein Hirn weigert sich die Information: „Mag das nicht“ anzuerkennen und so tappe ich immer wieder in die böse Falle. Ab heute male ich mir schwarze Striche auf den Arm, als Erinnerung!

Essen

„Was wollt ihr essen?“. Jede Woche die selbe Frage; und jede Woche die selben Antworten. „Keine Ahnung “ oder „Nudeln“. In ausgefallenen Wochen schlägt noch jemand Pfannekuchen vor.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht gern koche. Prinzipiell mag ich es. Mit Zeit und so. Das all abendliche Abwurschteln jedoch ist mitunter eher unattraktiv. Noch schlimmer die Tatsache, dass das Volk gern murrt. Also, nicht dass sie es besser könnten oder Ideen hätten – aber motzen! Das könne sie alle. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Zu scharf, zu süß, zu heiss. Zu flüssig, zu dick oder zu doof. Zu körnerig, zu stückig. Was man an essen alles aussetzten kann; erstaunlich!

Letzte Woche habe ich dann verkündet, eine Woche lang Nudeln mit Ketchup zu servieren. Mir wurde das glatt reichen, meine Ansprüche sind gering. Und plötzlich kam Bewegung in das Trauerspiel. Tränen flossen und es wurde beschwichtigt. Mal sehen, vielleicht hat ja die Androhung gereicht.

Silvester

Das Essen zu Silvester ist natürlich irre wichtig. Eben aus diesem Grund entscheiden in diesem Jahr die Hörnchen was wir essen. Der Plan ist nicht etwa, dass wir kaufen was sie sagen, nein nein. Sie haben 50€ und einen kleinen Laden zur Verfügung. Wir harren der Dinge die da kommen. Abgesprochen ist nur das nötigste: Wir haben keine Fritteuse und es passen keine 6 Tiefkühl-Pizzen in den Ofen. Den Rest machen die Hörnchen.

Nach 30 Minuten Kinderkonferenz kam das A-Hörnchen zu mir und bat mich aufzuschreiben, was man für Brokkolisuppe braucht. Weitere 15 Minuten später verschwanden A- und C-Hörnchen mit dem Bollerwagen ins Geschäft. Eine Stunde später karrten sie reiche Beute nach Hause.

Unser Dinner zu Silvester:

Vorspeise: Gemüseplatte

Hauptgang: Brokkolicremesuppe

Dessert: Schokoladen Bananen.

Dazu gibt es KiBa für alle. Zum weiteren Verlauf des Abends wurden Chips und Weingummie besorgt.

Ich bin schwer beeindruckt von meinen Hörnchen! Sie haben sich geeinigt, alles organisiert und am Ende nur die Hälfte der 50€ ausgegeben.

Ich wünsche euch allein einen guten Start ins 2018. Ich selber werde ihn warscheinlich wieder einmal verschlafen, denn eigentlich mache ich mir schon lange nichts mehr als Silvester. Aber vielleicht beflügelt uns ja das gute Essen.

Meine Schokolade 

Manchmal treffen einen die Kinder mitten dorthin, wo es besonders weh tut. Ich glaube sie wollten mich nicht so treffen, jedoch sass der Schlag. Sie haben meine Schokolade gegessen. Einfach so! Wisst ihr, ich bin nicht so der Typ Frau, der gelegentlich mal ein Stündchen Schokolade isst. Ein Eckchen abbrechen und dann die Tafel wieder weg; drei Weingummie und fertig. Das ist alles nicht mein Style. Ich bin so der Typ: Eine Tafel, eben mal aufessen und dann ist auch schon wieder gut. Ich finde süß gut und Zucker ist eben ungesund, ja. Wusstet ihr, dass ich auch noch rauche?! 

Jedenfalls haben sie meine Schokolade gegessen. Grad sind sie alle in einem Zimmer und ich betrat es eben mit traurigstem Gesichtsausdruck. „Ich müsst euch entschuldigen, das ist das mindeste!!“ Sie wollten schon anfangen irre zu kichern und all sowas, da schaute ich noch trauriger und gab zu verstehen: „Bei meiner Schokolade hört der Spaß auf!“, ich sprach in einem Tonfall, der vermuten ließ mein Hamster wäre gestorben oder mein Handy ins Klo gefallen. A-Hörnchen war der erste der verstand: „Entschuldige Mama! Das war doof.“ B- und C-Hörnchen folgten dem guten Beispiel und entschuldigten sich ebenfalls. Dann stand da noch das D-Hörnchen. Er kicherte und fand das alles zum schießen. Ich guckte immer noch genau so tief getroffen wie ich war. Da bückt sich das A-Hörnchen zum kleinen Bruder und sagt: „Du musst dich entschuldigen! Dieses Mal haben wir was wirklich schlimmes gemacht!“ 

Diese Einsicht! Und wie gut sie doch ihre Mama kennen. Handy und Essen, damit kann man mich kriegen. Alles andere ist halt eben Schwund. Gleich fahren wir zur Tanke und kaufen Nachschub. Der Sonntag ist noch jung… 

Weight watchers 

Wie jedes Jahr bin ich auch in diesem Januar zu einer guten, alten Ttadition zurückgekehrt; ich habe mich im Januar bei Weight watchers angemeldet. Ganz ohne gute Vorsätze und all sowas, einfach nur weil es mir jedes Jahr gut tut! 

Zum ersten Mal habe ich mich vor drei Jahren, in der Abstillphase des D-Hörnchens, angemeldet und war schnell überzeugt. Eigentlich muss ich immer noch über mich selbst lachen, denn genau genommen bietet das Programm nichts, was ich nicht auch mit meinem Kopf könnte. Ich weiß genau was ich gutes esse, weiß genau was ich an Mist in mich rein stopfe. Ich weiß, dass Sport gut ist und kein Sport schlechter. Trotzdem nützt mir diese ganze kluge wissen gar nichts. Denn am Abend auf dem Sofa weiß ich vor allem, dass ich kaputt bin und meine geschundene Seele belohnen muss – mit Schokolade. Und so futtere ich mich Abend für Abend glücklich; oder auch nicht. 

Weight Watchers ist für mich wie ein Weckruf. Ich besuche keine Treffen oder so, alles was ich mache ist mein Essen im Handy zu protokollieren. Die App zeigt mir dann an, wieviel ich noch essen darf. Peng, das ist das ganze Geheimnis. So nutze ich das Programm wie ein Lesezeichen im Hirn. Die ersten Monate eines jeden Jahres protokolliere ich streng und verliere ein paar Kilo. Den größten Teil des Jahres zehre ich dann von den strengen Anfangsmonaten. Das regelmäßige Ins-Gedächtnis-Rufen der Mengen und die Auseinandersetzung mit Ernährung und Bewegung hält eine Weile an, so dass ich problemlos einige Monate einfach so vormochhin esse und lebe. Gegen Ende des Jahres kehrt dann der Schledrian ein. Ich scheisse auf das gesunde Leben und finde wieder jeden Tag einen guten Grud meine geliebte Schokolade zu essen. In dieser Endphase des Jahres futtere ich mir dann meine Kilos vom Vorjahr wieder rauf und so ist im Januar alles beim Alten. 

Nun heißt es auf ein Neues. Ich bin motiviert und habe Lust zu meiner gesunden Form zurückzufinden. Desillusioniert und in vollem Bewusstsein, dass ich weiß, wie ich es nutzen werde, fällt es mir leicht dem Konzern WW ein paar Euronen in den Rachen zu schmeißen. Schließlich bekomme ich ja auch was dafür: Das gute Gefühl! Zumindest ein dreiviertel Jahr lang. 

Nicht mehr übers essen streiten

Die Essgewohnheiten des C-Hörnchens sind von jeher kompliziert. Zwar isst das Kind prinzipiell alles was der Markt hergibt, jedoch in einem erbärmlichen Tempo. Mal mangelt es an Konzentration und das Essen wird vergessen, mal hat sie zu viel zu erzählen und hat schlicht keine Zeit zum Essen. Bei fast jeder Mahlzeit kommt es zu Streit. Wir Eltern drängen zum schnelleren essen und zum Aufessen und das Hörnchen versucht irgendwie ihre eigenen Vorstellungen zu verdeutlichen. Das Ergebnis: Streit ums essen. In den letzten Monaten haben sich zu dem sehr hässlichen Muster in das beidseitige Verhalen eingebaut. Wir versuchen durch immer mehr Sanktion und Kontrolle das Kind in die bin uns gesetzte Norm zu bringen und C-Hörnchen rebelliert. Es war madig und sinnlos. 

Gestern fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Wir basteln ein echtes Problem. Kontrollverlust, Zwang und Identifikationsprobleme; das sind die klassischen Vorläufer der bekannten Essstörungen. Übermächtige Eltern, die alles kontrollieren und den Kindern keinen Raum lassen sich selbst zu verwirklichen. Als letztes Mittal dann der Schritt in die Krankheit. Die Betroffenen wollen Kontrolle Erlangen; über sich und ihren Körper. Schrecklich! 

Bei uns bestimmt jetzt wieder jeder selbst. Gestern habe ich mir mein kleines Mädchen zur Seite genommen und ihr erklärt, dass ich ihr in Zukunft glauben werde wenn sie satt ist. Ich vertraue ihr und den Bedürfnissen ihres Körpers. Die beiden, Körper und Kopf des Hörnchens, machen das schon. Und ganz bestimmt schmeckt es doppelt und dreifach so gut, wenn man einfach nur so, mit Lust und Appetit essen kann bis man satt ist. 

Guten Appetit! 

Klassisches Neujahrsessen

Seit Jahren essen wir an Neujahr fast das gleiche. 

Reste! 

Denn an Silvester gibt es Raclette und so kommt es, dass wir an Neujahr einen Kühlschrank voller Gutem von Gestern haben. Alles ist dabei. Das heutige Menü enthält:

Eisberg mit Dressing

Gemischter Gemüseauflauf mit Falaffeln, überbacken mit Mozarella, Gouda und Weichkäse 

Wraps mit Hummus; gefüllt mit Oliven, Feta und Salatvariationen. 

Ich finde es gut; vor allem für ein sogenanntes Resteessen! 

Traurig einkaufen 

In einem Gespräch über Bio oder nicht Bio erklärte mit jemand, dass das Biozeug einfach zu teuer sei. Im Laden stünden zB Bio-Joghurt zu 0,79€ und konventioneller Joghurt zu 0,29€ neben einander. Da falle die Wahl auf den billigeren. 

Ich nutze an dieser Stelle meinen Verstand und meine eigenen Erfahrungen    Sehe ich den konventionellen Joghurt, denke ich an die Kuh. An das übervolle Euter und für Hormone, die ihr über Jahre vorgaukeln gerade ein Kalb bekommen zu haben. Ich denke an das Kalb, das direkt nach der Geburt von der Mutter genommen wird, damit es nicht die gute Milch trinkt. Das Kalb, das in einem Bretterverschlag steht, allein. Und dann sind 0,79€ für den Joghurt ok. Ich zahle ihn sogar gern. Denn mein Joghurt ist teurer weil er aus fairer Milch gemacht wurde. Weil das Kalb bei der Mutter bleiben konnte, weil die Kuh nicht ständig die Schmerzen eines zu vollen Euters erleiden musste. Einfach; eigentlich. Ich habe selber vier Kinder gestillt, ich würde auch 2€ für den scheiss Joghurt zahlen. 

Und wenn ich ein Hähnchen kaufe, ein mageres, drahtiges Bio-Hähnchen, dann denke ich auch dabei an die schlimmen Bilder, die einige meiner Freunde bei Facebook posten. Und dann fällt es mir leicht 30€ für ein glückliches Huhn auszugeben, dass vor einer Wochen noch im Dreck gescharrt hat. Dann ist das ok. Und wenn das alles machen würden, dann würden vielleicht eines Tages wieder viel Mehr Hühner im Gebüsch scharren und viel weniger Kühe leiden. Und vielleicht wäre die Welt dann ein kleines bisschen besser. 

Zu dick? So’n Quatsch!!

Die Zeitschrift ‚Medizini‘ hat sich einen Faupax erlaubt, der auch hier bei uns eine wachsende Rolle einnimmt. Der Stern erläutert in DIESEM ARTIKEL den Ausrutscher des ‚Medizini‘, in dem Kinder zwischen 5 und 12 Jahren dazu angehalten werden, sich kritisch mit ihrer Figur auseinander zusetzen. 

Schrecklich! Trotz dessen, dass ich ja quasi die lebende Definition für ‚Figurprobleme‘ bin, ist es mir enorm wichtig vor und für meine Kinder gut, genug und normal zu essen. Figur ist kein Thema, sollte es zumindest sein. Denn trotz aller Vorsicht und gelebter Normalität kam es schon vor, dass meine spindeldürren Töchter sich erkundigten, ob sie dick wären, oder würden oder es einmal werden könnten. So lautet das Motto hier: Wer sich einfach nur gut und reichlich gesund ernährt, der kann gar nicht dick werden. 

Wie sehr ich hoffe, dass meinen Kindern dieses Thema erspart bleibt, und sie auch in der Pubertät einfach normal essen können; ja sich trauen dieses auch zu tun. Ich für meinen Teil möchte alles tun, einen guten, gesunden Weg einzuschlagen und den Gedanken an all dies nichtmal aufkeimen zu lassen.