Amsterdam

Vor etwa drei Monaten bat das A-Hörnchen darum, das Anne Frank Haus in Amsterdam besuchen zu dürfen. Ich gab ihm zu verstehen, dass er zunächst das Buch lesen solle. Wir würden uns gemeinsam in die Thematik einarbeiten und dann sei das kein Problem. Da mein Sohn nicht liest, niemals nicht, datierte ich die Reise in etwa auf Sommer 2026.

Drei Tage später hatte er das Hörnchen das Hörbuch durch; der Fuchs.

Heute war der große Tag. Wir brauchen in aller Frühe mit dem Zug nach Amsterdam auf; mit den Zügen um genau zu sein, denn wir stiegen fünf mal um. Keine Probleme, alles rollt. In Amsterdam beschlossen wir die traditionelle Form der Fortbewegung zu wählen und mieteten Fahrräder.

Fahrrad in Amsterdam hat es in sich. Eine wahre Freude sind die gut ausgebauten Radwege. Überall gibt es Fahrrad-Autobahnen, fast überall haben Radfahrer Vorrang, so dass man fix voran kommt. Weniger leicht hatten wir es mit dem enormen Verkehrsaufkommen. Massen an Radfahrern, Motorroller auf den Radwegen und eine Geschwindigkeit, die wir auf den Mieträdern kaum halten konnten. Die ins Gesamt 15 zurückgelegten Kilometer waren in Auszügen extrem stressig, in andern aber auch sehr schön.

Durchgängig stressig war die Orientierung. Ich bin eh schlecht orientiert. In einer fremden Grossstadt, dominiert von Radrennen und durchzogen von Grachten, war ich nahezu aufgeschmissen. Es kostete mich alle Konzentration und endete dennoch immer wieder im Chaos. Am Ende rettete es, wie so oft, das A-Hörnchen. Er fand uns den Weg.

Natürlich besuchten wir auch das Anne-Frank- Haus. Das A-Hörnchen war gut vorbereitet, dennoch war der Besuch beeindruckend. Das Museum ist gradezu überlaufen. Glücklicherweise werden nie zu viele Menschen auf ein Mal hineingelassen, so dass man an allen Stationen gut sehen und in Ruhe dem Audio-Guide lauschen kann. Der Weg durch das Versteck ist beklemmend und unwirklich zugleich. Man bekommt einen Eindruck von dem, was Anne und die anderen dort erlebt haben müssen. Mehr als eine wage Vorstellung hingegen kann man sich kaum machen. Jahrelang in Angst zu leben, tagsüber keinen Muks zu machen und auf engstem Raum mit acht Menschen zu leben, abhängig von der Hilfe anderer. Unvorstellbar, zum Glück.

Die Nacht verbringen wir im Hotel; gradezu dekadent selbstbestimmt. Was führen wir ein gutes, freies Leben, so die Essenz des Tages.

Ohne Auto II

Seit einigen Wochen ist das Thema „Auto“ in den Fokus geraten. Abschaffen oder nicht, das ist hier die Frage. Neben der Recherche was Car-Sharing so hergibt, versuche ich so oft es geht im Alltag auf’s Auzo zu verzichten. Mädels zum Ballett; easy. B-Hörnchen zum Schwimmen, Check. Alle am Fasching samt Kuchen und Kostüm pünktlich in Zwei Schulen und Kita schaffen; erbärmlich aber – Check! Auch viele andere Erledingungen konnte ich vollkommen problemlos ohne Auto deichseln, so dass das gehasste Vehikel schon länger rumsteht.

Heute war dann der Kühlschrank recht leer. Also, sehr leer. Da ich aber eh los musste und mein Bio-Markt auf dem Weg lag, beschloss ich den Einkauf mit dem Rad zu machen. Easy, Denkt man. Für gewöhnlich kaufe ich für eine Woche ein, klar, dass das nicht funktioniert. Also strich ich den Einkaufszettel auf das nötigste zusammen und beschloss einen Einkauf für etwa zwei Tage zu machen.

Drei Liter Milch, in Glasflaschen (Plastik vermeiden), zwei 500ml Gläser Joghurt (…), ein Glas Pflaumenmus sowie ein Glas Bockwurst. Dann kamen Obst und Gemüse; ein paar Äpfel eben und Birnen. Suppengrün, eine Gurke, ein Salat und die Feststellung, dass der Wagen schon ganz schön voll ist. Ein Brot, 10 Brötchen, Linsen und Haferflocken später war der Einkauf erledigt, der Wagen halb voll und ich optimistisch.

Tatsächlich passte alles in die monströse Satteltasche, die ich dabei hatte und einen Umgängebeutel. Ich war begeistert und hatte fast leichtfüßig den Laden verlassen, als ich versuchte die 10 Zentner schwere Satteltasche anzuheben. Das kann ja lustig werden, dachte ich noch, und schleppte sie raus.

Es hatte angefangen mächtig zu regnen. Die Tasche am Gepäckträger zu befestigen war nicht leicht; es war ein Staatsakt. Ich war unsicher ob Tasche oder Gepäckträger als erster nachgeben würden und dennoch half es ja alles nix. Los! Die Fahrt im strömenden Regen gestaltete sich wackelig.

Katzenfutter vergessen. Zweiter Laden, halber weg. Katzenfutter in Beutel, los. Schnell war klar, etwa 15 kg einseitig an das Fahrrad zu hängen war nicht übermäßig schlau. An einer holprigen Stelle riss es mit das Rad unter dem Arsch weg, bei dem Versuch es enorm elegant zu fangen, zerrte ich mit den Rücken, wie durch ein Wunder ging kein Glas zu Bruch.

Lastenrad. Was habe ich für ein Lastenrad. Hat wer ein Lastenrad? Bitte.

Mehr Brücken

Mehr Brücken braucht Bremen und breitere Straßen. Und eigentlich auch mehr Straßen, viel mehr. Die Stadt steht vor dem Kollaps, etliche Haupverkehrsadern sind chronisch so überlastet, dass kürzeste Wege 90 Minuten und mehr dauern. Ein neuralgischer Punkt hierbei sind die Weserquerungen, von denen es nur drei gibt. Auf allen drei Strecken geht nix, fast immer. Neue Brücken also.

Ich bin dafür, natürlich! Oft genug will ich nur eben über die Weser, auch per Rad, und muss dafür einen 4km Unweg in Kauf nehmen. Dass ein Plus an Straßen und Brücken jedoch das Problem an sich langfristig löst, kann ich mir nicht vorstellen. Sind denn nicht das eigentliche Problem die zu vielen Auto? Brauchen wir wirklich breitere Straßen, mehr Spuren und all das? Eigentlich nicht, es fahren genug Autos und die Umwelt dankt jede vermiedene Fährt. Ein Großteil der Fahrten könnte vermieden werden, wenn es nur attraktiver wäre die Öffis oder das Rad zu benutzen. Auch Fahrgemeinschaften wären eine Option. Die Frage ist also die, wo es denn hakt? Was bringt Tausende dazu, täglich endlos lange im Stau zu stehen und das auch noch zu einem immens hohen Preis? Hätte ich was zu sagen, wären es einige simple Punkte, die ich verändern würde.

Öffentliche Verkehrsmittel würde ich kostenlos anbieten. Ein Großteil der Betriebskosten ist eh subventioniert, spart man dann die Kosten für Ticketverkauf, Automaten, Kontrolleure und den dazugehörigen Verwaltungsapparat ein, würde es laut Studienlage gut aufgehen. Einfach, fair und eine deutliche Motivation.

Die Stadt würde ich viel fahrradfreundlicher gestalten. Mehr Raum, bessere Radwege, ein Plus an Sicherheit und gern mehr Brücken um Umwege zu umgehen. Die Anschaffung von Fahrräder sollte gefördert werden, zumindest aber könnten Krankenkassen und Arbeitgeber Anreize schaffen.

Park and Ride-Lösungen müssen besser ausgebaut werden. Auch die Möglichkeit ein Fahrrad im Zug mitzunehmen oder es am jeweiligen Bahnhof sicher abzustellen wären für viele Menschen sicherlich ein Anreiz.

Zu guter Letzt würde ich gemeinsam mit Schulen und Kindergärten nach Lösungen suchen, den unglaublichen Kinder-Lieferverkehr einzuschränken. Vielleicht der härteste Brocken; gegen Eltern in Rage kommt keiner an.

Übrigens, ich habe nix zu sagen. Dem entsprechend, vergesst alles was ich gesagt haben.

Neues Fahrrad

Mit Fahrrädern war das bisher immer so: Wir kauften für A-Hörnchen ein Fahrrad, durchaus hochwertig und das fuhr er dann. Nach ihm das B-Hörnchen, danach das C-Hörnchen, danach der Cousin und danach das D-Hörnchen. So lief das mit dem 12 und dem 14“ Rad und mit dem 18er. Das 24er kauften wir für A-Hörnchen neu, ein cooles Jungenrad, für das B-Hörnchen bekamen wir ein zweifach gebrauchtes von einer Freundin. Nie hat sie geklagt, auch keiner der anderen im übrigen. Alle haben ihre Räder immer geliebt. Zuletzt wurde deutlich, dass C-Hörnchen das 24er Rad benötigt und so zogen wir heute los endlich ach dem B-Hörnchen ein echtes eigenes Fahrrad zu kaufen.

Gracie zog ein, und was soll ich sagen? Sie ist super!

C- und D-Hörnchen begannen schon im Laden begeistert die ungeahnten Schönheiten probezufahren. „Die Fahrräder hier glänzen!“ staunte das D-Hörnchen und auch C-Hörnchen glaubte kaum was sie da sah. Träume in Rosa und Pink, keine Beulen, kein Rost. Beide drehten begeistert Runde um Runde und irgehdwann nahm ich mir C-Hörnchen, deren Fahrrad ja viel zu klein geworden ist, zur Seite und erklärte ihr, dass heute aber das B-Hörnchen ein Rad bekommen würde und sie wiederum das alte Rad … Mir zerriss es fast das Herz! C-Hörnchen sah mich verständig an und sagte dann: „Ja! Ich liebe den alten Esel von B-Hörnchen ja auch! Aber hier kann ich ja auch mal mit einem pinken fahren.“ Ja, das konnte sie.

Zu Hause angekommen freuten sich beide Mädchen gleichermaßen über ihre „neuen“ Räder. Voller Freude montierten sie Schlösser und Klingeln, fuhren ihre Schätze ausgiebigspazieren und waren – ein wie die andere – glücklich!

Neue Liebe

Wenn was aufhört, tut das weh. Was man aber oft vergisst ist, dass nach Ende auf wieder Anfang kommt. Und da ich eine extrem Bindungs-und Begeisterungsfähige Person bin, habe ich heute zum schnellen Neuanfang getutet. Genauer genommen wurde ich angetutet. Sie stand in einem Schrauberlädchen, völlig unscheinbar und verdeckt von lauter Größeren. Dennoch stach sie mir gleich ins Auge, ihre Schönheit, aber auch ihr ungewöhnliches Antlitz ließen mir keine Ruhe. Sie ist zierlich, gradezu klein. Trotzdem wirkt sie keineswegs gedrungen; viel mehr ist sie wendig und agil. Sie ist schon alt, ein Kind der 80er, dafür aber noch top in Schuss.

Ihr Rahmen ist aus Columbus SL Rohr, bis auf kleinere Laternenpfahl-Stellen in Lee ist er tadellos. Das Shimano 105er Set ist grad letzte Woche um einen Schaltkranz und eine Kette erneuert worden. Nicht mehr original aber dafür butterweich. Vorbau, Bremsen, Felgen und sogar die Reifen sind original. Mit einer Rahmenhöhe von 52 ist sie kleiner als es die Lorelai war. Und ich muss gestehen, es ist ein Hinmelreich einen passenden Rahmen zu fahren.

Ganz zauberhaft zauberhaft ist sie also, und mein Herz schlägt schon fast wieder im Takt. Was uns nun noch fehlt ist ein Name für das schöne Kind, aber der wird kommen.

Mein Herz

In den 90ern erwarb mein Papa bei einem Fahrradhändler im Dorf ein gebrauches Rennrad. Es war in akzeptablem Zustand, vielleicht ein wenig zu klein; und pink. Er fuhr es einige Zeit, irgendwann zog es in den Schuppen. Dort blieb es lange. Ich hatte es nie ganz vergessen und übernahm den Schatz vor einigen Jahren. Als ich es bekam waren die Reifen platt. Es sah ein wenig jämmerlich aus, dreckig und alt. Ich war sofort verliebt. Ich brachte sie zu einem Rennrad-Opa und bat ihn sie gesund zu machen. Wie durch ein Wunder war sie vollkommen intakt. Bremsen, Mantel, Tretlager, Kette; alles war noch top. Ich taufte sie Lorelai und liebte sie sehr.

Ich fuhr viel und voller Leidenschaft. 9,5 kg Stahlrahmen und ich wurden zu einer Einheit. Meine Rennhexe und ich, so war das. Schon lange haben Fahrräder für mich viel mit Hingabe udn Freiheit zu tun, auf dem Rad bin ich glücklich.

Heute entriss man mir das Herz. Die Lorelai wurde geklaut. Als ich aus der Arbeit kam war sie einfach weg, spurlos verschwunden. Mich zerreißt es, wie kann sowas sein? Wie soll ich jemals wieder ein Rad finden, das ich so lieben kann?

Me and my shadow

Bei prächtigem Wetter wollten A-Hörnchen und ich eine Runde mit den Rennrädern drehen. Vor dem Start am Nachmittag bat ich ihn seine Lampen einzupacken. Er zeterte und war sicher, dass wir vor Einbruch der Dunkelheit wiederkommen würden. Schlussendlich setzte ich mich durch und wir fuhren los.

Auf halbem Weg sellten wir fest, im Omas Nähe zu sein. Wir machen einen Abstecher, ich bekam einen Kaffee und A-Hörnchen Oma. Wir klönten entspannt eine ganze Weile und es wurde dunkel. Erst als es schon stockfinster war, brachen wir zur Heimreise auf. A-Hörnchen machte seine Lampen an und ich… griff ins Leere. Keine Lampen, Scheiss. So fuhren wir los, einer pflichtbewusst beleuchtet, eine irgendwie nicht.

Den ganzen Weg über zeterte ich über meine eigene Dummheit. A-Hörnchen verhöhnte mich kräftig; er fand es herrlich, dass ich so ein bescheidenes Vorbild bin. Am dem letzten Stück Weg standen am Straßenrand diverse kleine Granitplatten als Wegbegrenzung. A-Hörnchen wies auf die Platten und fragte: „Weißte‘ was das sind?“ Ich erklärte, dass es eben Straßenbegrenzungen seien und konzentrierte mich weiter darauf nicht auf die Nase zu fallen. Da entgegnet mein Sohn: „Das sind alles Grabsteine von von Radfahrern, die ohne Licht gefahren sind!“

Ist er nicht zauberhaft, witzig und wortgewandt? Ich liebe diesen Kerl!!

In der Ruhe liegt die Kraft

Gestern habe ich am „die schlechteste Mutter der Award“ teilgenommen und erfolgreich den ersten Platz gemacht. Am Abend war ich mit dem Fahrrad unterwegs, schnell das D- Hörnchen von seiner Freundin abholen. Ich war in Eile, es war kalt und irgendwie war der Tag bisher nicht mein Freund gewesen. So hetzte ich durch die kalte Dunkelheit um möglichst schnell meinen kleinsten nach Hause zu bekommen. Damit er die paar 100 Meter nicht zu Fuß, und damit viel zu langsam, zurücklegen muss, beschloss ich in das kurze Stück eben auf meinem Gepäckträger zu transportieren. Natürlich war mir bewusst, dass das A) gefährlich, B) Sau dumm und C) verboten ist. Trotzdem schaltete ich erfolgreich mein Gehirn aus und startete auf die kurze Reise.

Es kam wie es kommen musste! Entgegen aller Anweisungen hat das D – Hörnchen seine Füße nicht weit genug von den Speichen entfernt und geriet tatsächlich mit einem Fuß in die Speichen. Sein Winterstiefel, den er durch die Bewegung des Rades verlor, verhinderte Schlimmeres und blockierte das Rad. Trotzdem hat der Fuß einiges abbekommen. Er hat Abschürfungen, blutete und hatte natürlich furchtbare Schmerzen. Ein Besuch im Krankenhaus bestätigte zum Glück, dass nichts Schlimmeres passiert war. Vor allem aber bestätigte er, dass ich wirklich vollkommen dämlich und unverantwortlich gehandelt hatte.

Die Eile, so scheint es mir immer wieder, ist die größte Feindin der modernen Mutter. Wir sind immer in Eile! Wir machen immer alles schnell. Wir hetzen von Termin zu Termin, organisieren zwischendurch dies oder das und sind immer auf dem Sprung. Die Eile erlaubt uns Dinge, die die Vernunft und das Herz untersagen würden. Was also hilft uns gegen dieses Verhalten? Wir müssen aufhören uns zu beeilen! Nur ist das natürlich leichter gesagt als getan. Ich für meinen Teil beeile mich selten, oder sogar fast nie, weil ich zu spät losgegangen, verschlafen oder etwas vergessen habe. Ich bin gut organisiert, streng durch getaktet und trotzdem ist mein Tagesablauf oftmals so knapp, dass ich mich chronisch beeilen muss. Der Schlüssel aus dieser Spirale auszubrechen ist also nicht bessere Planung oder ein klügeres System, der Schlüssel ist es weniger Stress zu haben, weniger Termine, weniger Verpflichtungen, weniger Verantwortung. Gute Entscheidung zu treffen, und vor allem auch auszuführen braucht nun mal ein paar Minuten länger als irgend etwas „husch husch“ daher zu machen. Mein Lernstück für diese Woche also ganz klar: in der Ruhe liegt die Kraft!

Das gibt es nicht. 

So langsam braucht das A-Hörnchen mal ein neues Fahrrad. Für ihn stand fest: Ein Rennrad, und zwar ein Altes. A-Hörnchen mag Dinge mit Geschichte, die schon ein Leben hatten und ihm was erzählen können. Für mich stand fest: Wenigstens Schutzbleche und Beleuchtung sollen sein. So zogen wir los. 

Im ersten Geschäft, einem kleinen Schrauberlädchen mit vielen alten Rennrädern, erklärte uns ein alter Rennradnarr, dass so kleine Rahmen, um die 47 cm, sehr sehr selten wären. Es könne Jahre dauern etwas passendes zu finden – und in der Zeit würde das Hörnchen ja wachsen. Warten wäre die Lösung. 

Im zweiten Geschäft, einem gigantischen Fahrradstore einer bekannten Kette, liefen wir lange und ohne Ziel zwischen hunderten Rädern umher. Es gab alles, wirklich alles was man sich wünschen könnte. Die besten Federungen, Bremsen und Schaltungen. Die billigsten Hausmarken und hässlichsten Räder der Welt. Es gab alles; aber kein einziges Rad, das meinen Sohn ansprach. Als er einem unmotiviertem Verkäufer erklärte, was gebau er suche, lachte dieser auf und sagte: „In deiner Größe gibt es nur Mountainbikes!“ So für das A-Hörnchen dutzende Mountainbikes Probe. Keins überzeugte ihn. 

Der dritte Laden war wieder ein ansässiger Einzelhändler. Desillusioniert fragten wir direkt nach einem 26“ Mountainbike und er zeigte uns ein paar. Wenig begeistert testete das A-Hörnchen wieder einige und stimmte schlussendlich einem 450€ eurem Kompromiss zu. Da sah ich aus dem Augenwinkel etwas blaues; und da stand es. Ein altes Rennrad, 47er Rahmen. Leicht, wendig ohne Schnickschnack. A-Hörnchen schluckte, testete und sah mich flehend an. 15 Minuten und eine Probefahrt später wechselte das Schätzchen für 300€ seinen Besitzer. Es hatte lange auf einen neuen Meister gewatete; genau lange genug! 

Nicht von der Stange und gerade richtig speziell, so ist mein A-Hörnchen. Er hat die Ausdauer und die Courage, auf genau das zu warten, was er eigentlich will. Hoffentlich erhält er sich diese Fähigkeit für immer!