Sie piepen

Unsere Katzen sind Freigänger und verbringen, vor allem im Sommer, viel Zeit im Garten. Das ist seit 14 Jahren so und war zumeist eher unspektakulär. Hier und da gab es mal ein Geschenk; ein Mäuschen hier, ein Vögelchen da – alles in einem hielt es sich meist in Grenzen. In diesem Sommer ist alles anders.

Also, eigentlich nicht. Vor allem der Kater ist viel im Garten, rennt da so rum und schläft vornehmlich auf dem Tisch. Das tut er gern, jeden Tag. Leider hat der arme Kater in diesem Jahr ein großes Problem. Na ja, ein kleines Problem mit großer Tragweite, sollte man fairerweise sagen. Denn das Problem ist zwischen 24 und 27 cm groß, 100g schwer und, ebenso wie der Kater, schwarz. Ein Amselpärchen treibt unseren armen Lotti in den Wahnsinn!

Fast ununterbrochen sitzen die gefiederten Kläffer im Garten, einer links, einer rechts vom Kater und piepen Alarm. Sie warnen sich, die Vögel im Umkreis von 3 km und alle anderen Lebewesen unseres Breitengrades vor der brandgefährlichen schwarzen Pelz-Bestie. Die Pelz-Bestie hingegen möchte in Wirklichkeit nur eins: Pennen! Gequält und am Rande eines Kollaps schleppt er sich also von Schlafplatz zu Schlafplatz und versucht zur Ruhe zu kommen. Die Terroristen im Federkleid interessieren ihn, gelinde gesagt, einen Scheissdreck; ebenso ihre Brut, die Brut der anderen, die Vogeleltern der anderen, deren Großeltern oder die Meerschweinchen des Nachbarn drei Häuser weiter. Alles was er will ist schlafen. Zum jagen wäre er genau genommen viel zu faul. Und während der arme Kater versucht ein ruhiges Plätzchen zu finden, piepen die Piepser weiter. Inzwischen allerdings auch wenn keine unserer Katzen draussen ist; wahrscheinlich sogar wenn allgemein keine Katze draußen ist.

Nichts und nichts

Da es am Abend etwas später geworden war und ich nicht zur Arbeit musste tat ich nichts. Es war herrlich. Am Mittag traf ich das A-Hörnchen beim Pizza-Laden. Er kam von der Schule und erkundigte sich, was ich gemacht hätte. Ich strahlte ihn an und erklärte, dass ich, nachdem ich das D-Hörnchen in den Kindergarten gebracht hatte, nichts getan hätte. Fernsehen, im Bett liegen, Baden – so meine Agenda.

Wir betraten das Haus und werden von der laufenden Waschmaschine empfangen. A-Hörnchen runzelt die Stirn und gibt zu bedenken, dass Wäsche waschen nicht „nichts“ wäre. Er geht weiter und kommentiert:“Du hast aufgeräumt und Staub gesaugt!“. Kleinlaut gebe ich zu, wenigstens das getan zu haben und beteure abermals, dass ich aber sonst nichts gemacht hatte. Bett, Glotze, Wanne – der Tag war mein Freund.

Drei Minuten später enttarnt A-Hörnchen, dass ich außerdem im Bad geputzt und die Spülmaschine ausgeräumt habe. Er schüttelt den Kopf und sagt:“ Mama! Dein Nichts ist irgendwie anders als anderes Nichts! Wenn man nichts machen will, dann muss man auch Nichts machen!“ Schuldbewusst gelobe ich Besserung und freue mich darüber, dass mein Kleiner so für mich sorgt.

Motivatives Loch

Pfffffff;

öfffffff… Ich fühle mich wie ein fast leerer Wasserschlauch, oder ein Luftballon, der 6 Wochen unter dem Bett gelegen hat. Ich hänge hier so ab, kollabiere fast vor Langeweile auf neinem Stuhl und kann mich zu nix durchringen. Nix. Gar nix. Es ist nicht mal so, dass ich faul bin. Ich hab einfach zu sehr keine Lust. Motivation alle.

Und was war das noch gleich, was ich jetzt eigentlich tun sollte? Ach ja. Ein Seminar vorbereiten. Im Dezember, da werde ich an der Uni ein paar Tage ein Seminar halten. Für Studenen. Der Titel?

Motiviert Studieren. 

Haha. Da bin ich ja überaus geeignet. Da weiß ich ja wovon ich spreche. Wie wäre es mit

Motiviert Kaffeesieren.  Oder

Motiviert Telefonieren. 

Ach, was denke ich denn darüber nach. So wie es aussieht kommt es ja eh nicht zu Stande. Denn empirische Forschung hat ergeben, dass Seminare sich nicht von selbst schreiben, selbst dann nicht, wenn man Teekannen anglotzt.

Einen Versuch war es wert.

***EDIT*** Ich fleißiges Bienchen hab den Ars** noch hochbekommen und sagenhafte 1,5 Stunden durchgearbeitet!!***

Unnützes Wissen XIII

Wusstet ihr…

…dass der Ausdruck „blau machen“ höchstwahrscheinlich vom Wäschefärben mit Indigo kommt? Während die frisch gefärbten Stoffe in der Sonne trockneten, gab es für die Färber nichts zu tun. 

Nachher färbe ich alles blau. 

Böse Mama

Heut früh war ich auf dem Weg ins Bad. Im Treppe-raufsteigen hörte ich, wir D-Hörnchen beim telefonieren mit der Fernbedienung versehentlich den Fernseher anschaltete. 

Eine Sekunde hielt ich inne. Und dann tat ich es zum ersten Mal. Ich ging einfach weiter und ließ den elektronischen Babysitter ins Haus. 

Binnen weniger Sekunden waren alle Hörnchen auf dem Sofa versammelt. A-Hörnchen übernahm die Kontrolle und schnell war das passende Programm gefunden. Und ich?

Ich böse, faule, ignorante, schlechte Mutter ging für 10 Minuten ins Bad. Ich putze sogar noch das Waschbecken und zog mich an. Niemals zuvor hatte ich das getan, also mit dem Fernseher. Tausendfach hatte ich es verurteilt die Kinder vor der Glotzte abzustellen, und nun haben sie es selbst getan. Wobei, ich war das ja nicht. Ich habe lediglich nicht interveniert. 

Zugegeben, das machs nicht besser, konsequenter oder irgendwas, aber es ist ja auch Urlaub;)

Männer! Ach nee; Männchen

Heute beim Saubermachen…

Ich bin in Begriff in Küche und Esszimmer zu saugen und zu wischen. Stühle usw. sind bis auf einen auf dem Flur, alles mögliche ist hochgestellt. Der Staubsauger steht in den Startlöchern und dann kommt A-Hörnchen rein. 

Er setzt sich mit einem unglaublichem Selbstverständnis auf den letzten Stuhl, den ich grade raustragen wollte, und seufzt tief. 

Ich teile ihn mit, was gerade meine Absicht war, worauf er angestrengt antwortet:“Das stört mich nicht wenn du saugst, Mama. Mach ruhig!“ Ich sah ihn zweifelnd an und teilte mit, dass er im Weg sitze. Kopfschüttelnd deutete er an die Füße hoch zu nehmen; daraufhin geleitete ich ihn raus. 

Männer!! Na ja, was mal einer werden will. 

Idylle

Nun lag ich eine ganze, lange Zeit in meiner neusten Errungenschaft, einer Hängematte. A-Hörnchen las mir Vampirgeschichten vor und C-Hörnchen spielt mit Papa ‚Mensch ärgere dich nicht‘. Ich kann es kaum glauben, aber es ist so friedlich, dass ich glatt eingenickt bin. 

Was für ein Geschenk. Alles wird einfacher. Da ist es wieder. 

Getrübt wird die Ruhe nur durch den Standort meiner Matte. Genau vor dem Fenster des Bades. Und grad als ich ins Land der Träume abtauchen wollte, ging das Fenster auf und B-Hörchen trällerte in den Garten:“Ich hab ein riesiges Aa gemacht. Das stinkt!“ Letzteres kann ich bezeugen. 

Sonntag

Es war Sonntag. Ich war zu faul. Zu faul schon um aufzustehen, zu faul Frühstück zu machen. Zu faul was anzuziehen, zu faul was sauber zu machen; auch mich. Zu faul im Garten zu spielen. Zu faul was zu machen. Zu faul was zu unternehmen. Zu faul einfach nur zu Hause zu sein. Zu faul für Mittag. Zu faul. Auch eigentlich zu faul die Kinder zu versorgen und zu faul den Blog zu schreiben. Am Ende dann doch alles erledigt. Und jetzt kann ich endlich ungeniert und ohne Stress faul sein. Hach…