Wusstet ihr

Wusstet ihr, dass Alkohol vom Körper in drei Stufen verstoffwechselt wird? Im ersten Schritt verwurstet das Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH) den Alkohol Acetaldehyd. Hierauf folgt der zweite Schritt vom Acetaldehyd zur Essigsäure, das zuständige Enzym hierfür ist das Aldehyddehydrogenase (ALDH). Erst danach wird die Essigsäure durch eine ganze Reihe von Enzymen zu Kohlendioxid und Wasser und kann dann ausgeschieden werden.

Spannend sind hier bei drei Fakten:

1. Wirklich schädlich für den Organismus ist das Acetaldehyd. Vieleln Asiaten fehlt das Enzym ALDH, wodurch sie die schädliche Zwischenstufe nicht verstoffwechseln können. Deshalb werden sie von kleinsten Mengen betrunken und diese sind wiederum viel schädlicher als sie es für eine Person mit ALDH wären.

2. Den Kater verursacht ebenfalls das Acetaldehyd. Schädlich und so.

3. Auch der Typische Geruch des „morgens nach der Nacht davor“ ist den Abbauprodukten geschuldet. Er hat also nichts mit Ethanol im Atem zu tun, viel mehr ist es das Acetaldehyd, das wir ausatmen und das aus jeder Pore steigt, mit dem wir unsere Umwelt beglücken. Somit kann man vom Atem eines Menschen der am Vorabend getrunken hat, nicht betrunken werden – ganz entgegen dem Volksmund.

Und wieso mir das grad einfällt? Ganz einfach, ich sitze in der Bahn in der Mann neben mir hatte definitiv eine harte Nacht.

Mich kriegst du nicht 

Vor einigen Tagen waren der Menne und ich auf einem Depeche Mode Konzert in Hannover im Stadion. Ein großartiges Konzert, ohne jeden Zweifel. Ich bekam alles was ich wollte, 40.000 Menschen feierten. Es war super. Im Rausgehen dann eine ernüchternde Erkenntnis. Wir schoben uns, gemeinsam mit tausenden anderen, eine enge Passage zwischen Gastronomie und den oberen Rängen entlang. Vor uns Menschen, hinter uns auch. Und dann kroch es ganz langsam meinen Nacken hinauf; das fade Gefühl. Zum ersten Mal hatte ich in einer solchen Situation das beklemmende Gefühl, nicht weggehen zu können und mir wurde klar, wenn es jetzt irgendwo knallt, irgendwas passiert, dann trampeln die mich tot. 

Mich macht diese Erkenntnis wütend und traurig zugleich. Bisher war ich ein großer Freund aller Massenveranstaltungen. Ich hatte nie ein Problem mit Menschen, mit Mengen und Massen. Im Gegenteil, ich habe es genossen in der Woge der Menge zu feiern und die Musik zu zelebrieren. Um so wütender macht es mich, dass der scheiss Terror mich nun doch erreicht hat. Wieder allem wissen und obwohl ich es ihm nicht lassen will ist dieses ungute Gefühl in mir geboren und ich befürchte es will bleiben. Terror, du bist ein Arschloch! Ich werde weiter feiern, tanzen und genießen. Mich bekommst du nicht! 

Alkohol

Mit dem Alkohol ist es komisch. Früher hab ich gut und gern getrunken, am Wochenende versteht sich. Wenn es mir am nächsten Morgen elend ging war das nie cool, aber toleriert habe ich es dennoch. Welchen Gewinn ich vom Alkohol hatte? Keine Ahnung! Genau genommen zeigt die Bilanz hauptsächlich Verluste: Geld, Wohlbefinden und Kontrolle machen sich von dannen während die Seele glaubt sich was gutes zu tun. 

Heute trinke ich fast leinene Alkohol mehr. Gelegentlich ein Bier, wenn ich Appetit drauf habe. Wirklich betrunken war ich seit Jahren nicht mehr. Und je weniger ich trinke, desto weniger verstehen ich warum ich es jeh getan habe. Erst gestern war ich auf einer auf einer Feier, auf der etliche es deutlich krachen ließen. Und dann, wenn man da so nüchtern zwischen sitzt ist es wirklich erschreckend. Während die einen mehr stolpern als gehen und das Klo dekorieren, leisten andere einen seelischen Striptease und kauen mir ein Ohr ab. Früher war alles besser und hoffentlich ist mein Leben gut so, wie es ist. Immer wieder die Geschichten von gesellschaftlichen Zwängen, Unzufriedenheit und Frustration. Ein Elend! 

Ich bin nicht unzufrieden, auch nicht frustriert. Mein Leben läuft in etwa so, wie ich es will. Und wenn es mal Schieglage bekommt, dann korrigiere ich es nach meinen Vorstellungen. Ich Gefälle nur mir, ich genüge mir selbst und verstelle mich nicht. Und vielleicht sind das die Gründe, warum ich es heute nicht vermisse gelegentlich die Kontrolle durch Alkohol abzugeben. Ich lebe in der Wirklichkeit und diese liegt imme an der Oberfläche. Ich verberge nichts und habe somit auch keinen Dang etwas raus zu lassen. 

Der Morgen nach der Nacht davor 

Es ist vollbracht. Alle Kinder glücklich, alles verwüstet. Die Arbeit von drei vollen Tagen; dahin in wenigen Stunden. Und während ich gestern um diese Zeit dachte, sie würden mich zu Tode nerven, sind sie nun alle beschäftigt. 

Was am Ende bleibt ist eine Kiste Altpapier, glückliche Kinder, eine Brandblase beim A-Hörnchen (er hat einen Lötkolben bekommen) und die Erkenntnis, dass man lieber alles selber machen sollte:

Der Menne hatte gestern Abend die Geschenke rausgeholt und unter den Baum gelegt; und prompt vier vergessen. Hihi; da muss der Weihnachtsmann heute noch in Nachlieferung gehen.