Nie wieder Lego

Schon einige Male haben wir auf dem Flohmarkt Lego gekauft. Im Laden unerschwinglich, ist es auf dem Flohmarkt zwar immer noch teuer – aber wenigstens allgemein machbar. Gestern entdeckte B- Hörnchen auf dem Flohmarkt DAS EINE!! Lego Paket! Das eine, in dem DAS EINE DRACHENBABY ist. Im Freudenrausch gab sie drei Euro für das kleine Päckchen aus und wir gingen weiter.

Zu Hause angekommen packte sie zu aller erst ihren Karton aus. Zwei Minuten später kam sie weinend runter. Das DRACHENBABY fehlte. Eine Anleitung war auch nicht dabei, außerdem waren die Figuren zum Teil falsch. B-Hörnchen war endlos enttäuscht. Wer macht denn sowas? Wer verkauft einem Kind so einen Müll? Natürlich hätte sie besser vorher nachsehen sollen, natürlich sollte man vorsichtig sein. Nichts desto trotz – Mein Armes Mädchen!

Die Drachenfigur kann man online nachkaufen, die Anleitung runterladen. Aber letztlich behebt das nicht den eigentlichen Schaden – das flaue Gefühl, beschissen worden zu sein. Nie wieder Lego auf dem Flohmarkt; oder eben sehr sorgfältig.

Und eins muss ich mal feststellen: Im Grunde waren mir diese Leute, die Lego Kartons über Jahre aufbewahren, immer suspekt. Eigenartig, gradezu perfide und berechnend und irgendwie pedantisch, und nun ist es erwiesen; alles komische Kauze. Lego Karons müssen im Anfall der Leidenschaft zerfleddert werden. Am Tag des Erhaltens schon an den Tag des Weiterverkaufs zu denken – nicht meine Art. Und am Ende alles traurig aber logisch. Wenn man 5 Jahre lang einen Karton konserviert hat und dann, wenn der große Tag endlich gekommen ist, fehlt ein einzelner Drache, was macht man dann? Eben! Man bescheißt andere, damit der alberne Aufwand nicht umsonst war. Pfui bah!!!

Was man so anhäuft

Heute ist Flohmarkt. Ein reiner Mutti-Kind-Flohmarkt. Alles was irgendwie mit Schwanger, Baby und Kind zu tun hat wird umgeschlagen. Auch ich werde dort zum wiederholten Male eine ganze Kofferraumladung voll verkaufen; hoffentlich erfolgreich. Und wie ich so vor dem vollen Kofferraum stehe läuft es mir kalt den Rücken runter. 


Was man doch so anhäuft, denke ich. Und dabei wird bei uns schon gut verwertet. Ich kaufe viel gebraucht und gebe nahezu alles weiter. An meine Hörnchen, gern auch an die Kinder meiner Schwester oder Freunde. Und trotzdem fällt mindestens einmal im Jahr ein Wagen voller Resten an. Unfassbar. 

Das Reduzieren ist kompliziert. Klamotten braucht man halt, und mit drei Jeans und vier T-Shirts kommt man nicht hin – selbst mit täglich waschen und nicht-pingelig-sein ist da nicht viel zu machen. Am Spielzeug könnte man sparen, wird doch so vieles viel zu selten genutzt. Und irgendwie ist dann doch zu bald schon wieder Weihnachten und die Omas und Opas und Onkels und Tanten fragen was denn die Hörnchen sich wünschen. Und dann zieht das 500. Paket Lego ein und die 8. Puppe. Auch hier versuche ich weiterzugeben. So hat A-Hörnchen vor acht-Komma-fünf  Jahren eine Kinderküche zum Geburtstag bekommen. Vor drei Jahren hat C-Hörnchen selbige zu Weihnachten bekommen und nun steht sie beim D-Hörnchen. Ebenso wie die unsägliche Plastikwerkbank, die das A-Hörnchen mit sechs zum Kindergeburtstag bekam und die zum dritten Geburtstag des D-Hörnchens reanimiert würde. 

Und es gibt die Möglichkeit Events zu verschenken. Einen Kino-Besuch oder einen Tag im Freizeitpark. Über solche Dinge freuen sich die Hörnchen ungemein und ich glaube am Ende haben sie davon oftmals weit mehr als von all den Legopacks, Playmos und Puppen. 

Schlappi

C-Hörnchen hatte, als sie klein war, ein Schnuffeltuch namens „Schlappi“. Vor etwa einem halben Jahr beschloss sie, dass sie zu groß für ein Schnuffeltuch wäre und legte es ab. Gut drei Monate lag Schlappi so da und er wurde vergessen und zog in den Schrank um. Nach letztlich einem halben Jahr nahm ich Schlappi mit zum Flohmarkt und verkaufte ihn. 

Heute saß C-Hörnchen auf dem Schaukelpferd und voltegierte. Plötzlich schoss es verzerrt von Schmerz aus ihr heraus:“Ich will Schlappi haben!!“ „Oh mein Gott!“ Das war mein erster Gedanke. Was soll ich denn jetzt nur tun? Und warum jetzt? Und: wird sie jemals aufhören zu weinen???

Sie hörte auf. Aber erst nachdem sie sich vom D-Hörnchen ein anderes Schnuffeltuch ausleihen konnte; so lange bis ich auf dem Flohmarkt einen neuen Schlappi gefunden habe. Und ich bin mir sicher: So traumatisiert man die Messis von morgen. 

Treppen

Eben saßen wir zusammen und ich bat den Menne darum, unsere drei Treppengitter zeitnah abzuschrauben, da wir sie nicht mehr brauchen, und ich sie verkaufen möchte. Der Menne bejahte und das Thema schien beendet. 

Schien. Gegenüber am Tisch saß das C-Hörnchen und begann plötzlich zu weinen. Fragend schaute ich sie an und erkundigte mich, was denn nun los sei. C-Hörnchen stammelte unter Tränen:“Dann kann ich ja nie wieder in mein Zimmer!“ 

Armes, kleines Ding. Da hat sie tatsächlich gedacht, wir würden einfach so mal eben die Treppen abbauen und verkaufen. 

Markt mit Floh

Ich gehe regelmäßig und überaus gern zum Flohmarkt. Einkaufen, Verkaufen; egal. Ich mag beides. Das Einzige was mich immer mächtig stört, sind die vielen, jaulenden Kinder, die von ihren unmöglichen Eltern gezwungen werden an diesem engen, lauten, chaotischen Ort zu gehen; an dem es so viel zu gucken gibt, so viel zu kaufen und sie fast nichts bekommen. Besonders gegen Mittag wächst die Zahl der brüllenden Buggybewohner, die verzweifelt an einem Brötchen lutschen und sich doch eigentlich nur der Masse entziehen und schlafen möchten. 

Nun ja, heute wollte mein A-Hörnchen unbedingt mal mit. In der Tat sind ihm viele viele Klamotten ziemlich zu klein geworden und es war an der Zeit für ein bisschen was Neues. 

An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich nicht von hübschen Flohmärkten mit lauter Trödel und Kuriositäten spreche; ich spreche von Kinderhöllen. Alles rund ums Kind. Verkäufer: Eltern. Kunden: Eltern und werdende. Da herrscht Krieg. Jeder muss das Beste, Tollste und Billigste bekommen. Keiner hat Zeit, alle sind genervt. 

Nun also. Das Resultat des Vormittags: Toller Tag, toller Junge, tolle Beute. Gelassen und interessiert quälte mein Liebchen sich fast vier Stunden lang durch die Massen. Aufmerksam nach Schönigkeiten schauend und immer an Ball was den Preis anging. Was für ein Mann; wenn er sich das dann beibehält.