Evolutionärer Bullshit

Noch gestern schwärmte ich von dem ersten Schnee in diesem Jahr. Heute möchte ich mich der Kehrseite der Jahreszeit widmen: der unfassbaren Kälte!

Der Kater kommt aus dem Garten und hockt sich vor den Ofen, offensichtlich mit der temperaturmäßigen Gesamtsituation unzufrieden.

B-Hörnchen schaut mitleidig und kommentiert: „Der Kater ist wie Mama. Sitzt dick angezogen vor dem heißen Ofen und friert trotzdem.“

So schrieb es der Menne kürzlich bei Twitter, und genauso ist es. Kälte kann ich wirklich schlecht ertragen. Um ganz genau zu sein, friere ich auch bei 20° leicht. Ich bin im Sommer die letzte, die sich den Pullover ausziehet und im Frühherbst die erste, die ihn wieder über streift. Mein Duschwasser ist“ zum Schweine abbrühen“ und nicht selten schlafe ich mit dicken Pullover unter mehreren Decken. Ja, frieren, das kann ich! Bleibt die Frage danach, was das soll!

Biologisch betrachtet soll es ganz einfach sein. Frauen haben weniger Muskelmasse als Männer, erzeugen deshalb weniger eigene Körperwärme und frieren leichter. Rein statistisch betrachtet verteilt es sich so, dass Männer etwa 40 % Muskelmasse haben und 15 % Fett. Bei Frauen hingegen ist beides mit durchschnittlich 25 % vertreten. Übersetzt bedeutet dies, dass die Männer mit ihren 40 % Muskeln eine Menge Wärme erzeugen und diese mit den 15 % Fett halbwegs gut speichern können. Bei Frauen ist es so, dass sie zwar theoretisch ein wenig besser isoliert sind, dafür aber auch wesentlich schlechter Wärme erzeugen können. Hinzukommt das allgemein schlanker Schönheitsideal, dass dieses Ungleichgewicht noch begünstigt (nicht jedoch in meinem speziellen Fall).

Ein weiterer Aspekt ist die viel dünnere weibliche Haut. Durch die dünne Hautstruktur wird Kälte im allgemeinen schneller wahrgenommen. Hinzukommt, dass die Kapillarengefäße sich bei Kälte automatisch zusammen ziehen und das Blut aus den Gliedmassen entfernt. Bei dünner Frauen-Haut funktioniert dies wesentlich schneller als bei dickerer Männer-Haut. Das bedeutet, dass Frauen nicht nur schneller merken, dass ihnen kalt ist sondern ihr eigener Körper auch noch dafür sorgt, dass dies so bleibt. Erzieht das wärmende Blut zurück, versorgt alle lebenswichtigen Teile im Körperinneren und ist schnell dazu bereit, lästige Gliedmassen ab sterben zu lassen.

Diese Beschreibung kommt in etwa dem nahe, was ich im Moment bei jedem Schritt aus dem Haus durch mache. Nach 6 bis 7 Schritten habe ich das Gefühl, dass meine Hände und Füße absterben. Nach 15 Schritten sind auch meine Beine so gut wie ab gefroren, die Arme ziehen dann schnell nach. Ganz im Ernst, evolutionär betrachtet kann das nicht sinnvoll sein. Würde ich nicht im Hier und Heute leben, vor meinem Ofen sitzen können und regelmäßig in der heißen Wanne auftauen, ich wäre nicht überlebensfähig. Dennoch haben sich diese Dummheiten, diese biologischen Fauxpas irgendwie durchgesetzt und erfüllenden jetzt nur noch einen einzigen Zweck: mich zu quälen!

Von Brüsten

Heute morgen zwitscherte ein Bild-Artikel vielfach durch meine Twitter-Timeline: „Kann jede Frau den BH weglassen?“. „Oh man!“, dachte ich noch, die BILD befasst sich mit den wirklich wichtigen Themen. Denn was sind schon Ertrinkende im Mittelmeer, Verdurstende in der Sahara, Regierungskreise im eigenen Land und gefährliche Voll-Deppen überall sonst gegen so eine bahnbrechende und wissenschaftlich anspruchsvolle Frage.

Leben ohne BH also, krass banal. Womit sich genau der mit Sicherheit tiefgründige Artikel befasst kann ich nicht sagen; Gesundheitsrisiken, Muskulaturauf- und Abbau, Bindegewebe, bla. Und während ich noch bedauerte, dass die Menschen sich mit so einem irren Shit beschäftigen, begann ich die Kommentare zu lesen. Und da, ganz plötzlich, wurde mir das eigentliche Problem bewusst.

Der allgemeine Akt, morgens ein Kleidungsstück auszusparen ist keinen Satz wert. Die Tatsache, dass sich am Oberkörper von menschlichen Weibchen eine Brust befindet ist im Grunde unspektakulär. Schlimm ist der geistige Dünnpfiff, der dem Thema zugedacht wird. „Sollte ab Körbchengrösse D verboten werden“ und „das will aber auch keiner sehen“ stehen Aussagen wie „Boa geil, Nippelalarm“ und „dann aber bitte ein weißes Top“ gegenüber. Zu Hunderten reihen sich die dreisten, bösen und sexistischen Kommentare aneinander und teilen die Frauen in zwei Kategorien: Die jenigen, die immer ihre Titten zeigen sollten, und die jenigen, dessen Titten keiner sehen will. Alter!!

Die traurige Quintessenz meines morgens: Wir müssen offenbar noch sehr viel sprechen. Über Respekt, Anstand und das Recht auf Unversehrtheit. Über BHS und Brüste hingegen ist im Grunde alles gesagt. Also Bild, wie wäre es mal mit einer Sonderausgabe über Menschenreche?

Eine Geschichte voller Missverständnisse

Die Geschichte der Menstruation ist eine Geschichte voller Missverständnisse; so lehrete es uns die Werbung in den 90er Jahren. Und während wir damals offenbar kaum wussten, wo das Zeug rauskommt, sind es heute neue Probleme, die das Phänomen „Bluten“ umgeben. In den Sozialen Netzwerken beobachte ich zwei Strömungen:

Zun ersten ist es die Entdeckung der öffentlichen Menstruation. Im Broadway-Format werden dort Stimmungsschwankungen, Hautausschläge, Schmerzen in allen erdenklichen Regionen sowie alle anderen erdenklichen Anzeichen der bevorstehenden Schächtung vorgetragen. Hat das Blut dann endlich begonnen zu laufen, werden in den schillerndsten Rot-Tönen die damit verbundenen Unannehmlichkeiten verwertet. Mitlesen soll oder darf jeder der es eben will, oder nicht rechtzeitig weggeguckt hat.

Die zweite Strömung ist die Entdeckung der Solidarität. Neben den ausführlichen Beschreibungen ist es nämlich durchaus erwünscht, dass auch Menschen mit einem Y-Chromosom und der Geschlechtszuordnung „männlich“ oder „meist männlich“ sich bemitleidend, anerkennend oder beeindruckt von dem Gemetzel zeigen und dies durch ein paar Worte zum Ausdruck bringen. Ist dies nicht der Fall; ok. Ist aber ein Y-Chromosom-Träger nicht begeistert, dann wird es hässlich. Menstruation ist schließlich jedermanns Sache…

Ich verstehe das alles nicht. Menstruation ist eben da. So in der Art wie Kacken, Pinkeln udn Ejakulation. Ganz genau betrachtet ist es mir egal, wie oft andere auf den Pott gehen. Auch ob sie dabei Krämpfe haben, welche Konsistenz das ganze hat und wie es aussieht ist mir scheiss-egal. Und, um es abzuschließen, es ist mir ebenfalls egal mit welcher Häufigkeit und welchem Drick oder ähnlichem andere Flüssigkeiten aus Menschen kommen. Ich habe Verständnis dafür, dass nicht jeder an dem Rotz interessiert ist, der da regelmäßig aus mir raus kommt und ich glaube fest, dass dieses Desinteresse kein boshafter Sexismus ist. Es zu akzeptieren, dass nicht jeder immer alles wissen will ist mir wichtig – ebenso wie ein achtsamer Umgang mit Beschwerden und all dem. Die Welt bietet genug Raum um Erfahrungen und Wissen auszutauschen, dutzende Gruppen beschäftigen sich mit den pikantesten Themen. Wer das möchte, der darf das. Und wer nicht, der muss doch auch nicht.

_Shitstorm los_

echt jetzt?

Der Menne mariniert Grillfleisch und ich trinke Kaffee. Irgendwie dauert es lange, aber das wundert mich nicht. Um nichts falsches zu sagen, und ihn womöglich unter Druck zusetzen, trinke ich in Ruhe weiter meinen Kaffee und nehme auch nur ganz am Rand folgendem Dialog zwischen B-Hörnchen und dem Menne wahr

B-Hörnchen:“Was machst du da Papa?“

Papa:“Ich mache sauber. Mir ist erst das Öl ausgekippt und dann auch noch das Salz!“

B-Hörnchen:“Oh! Das ist aber doof!“ sie geht!

Papa:“hmmmm…“

Ich sitze ein paar Meter abseits und trinke also weiter meinen Kaffee, keine Regung. Noch einige Minuten später stehe ich dann doch mal auf, finde den Menne auf salzigem Boden. Er wischt und fegt. In etliche Küchentücher saugt sich ambitioniert Öl. Ich erstaune und frage:“Was machst du da???“ Gradezu verzweifelt guckt er mich an, den Lappen in der Hand, und sagt:“Ich habe doch gesagt, dass mir erst das Öl und dann das Salz ausgekippt ist!!“ Ich staune. Das war echt ernst gemeint. Ich ersparte ihm und mir eine Debatte über Sinn und Unsinn und über die Langsamkeit und musste dann doch etwas kichern. „Echt jetzt“, war alles was ich sagte, und dann putzte er weiter. 

Heute bin ich scheiße 

Heute bin ich scheiße. Ich motze alle an. Den Mann, die Kinder, die Nachbarin, die Katzen und das Flugzeug das eben über unseren Garten geflogen ist. Ich bin gereizt und unzufrieden. Alle sind doof zu mir. Der Mann, die Kinder, die Nachbarin und die Katzen. Und bestimmt auch der blöde Pilot des blöden Fliegers. Alles ist schlecht. 

Bestimmt habe ich schlecht geschlafen, zu viel geträumt, bekomme meine Tage oder habe mich an einem Hustenbonbon verschluckt. Bestimmt ist eine höhere Macht schuld, ein Phänomen, eine Naturgewalt. Bestimmt kann ich nichts dafür. Und auch sonst keiner. 

Und wenn es doch ich bin die scheiße ist? Wenn der Fehler doch bei mir liegt, und nicht bei allen anderen, der großen weiten Welt und dem Universum? Dann ist es plötzlich besser auszuhalten. Dann sind wenigstens die Menschen in meinem Umfeld gut, dann muss ich die wenigstens nicht mehr anmotzen. Dann kann ich einfach mal, ganz frei und ungeniert, scheiße sein. Nicht schön, nicht heldenhaft. Aber manchmal nicht zu ändern. 

Passt, wackelt und … Scheiße!

Gestern Abend kam ich spät vom Einkaufen nach Hause. In unserer Straße sind Parkplätze etwas Mangelware und so nahm in die Herausforderung  an, mich in eine winzige Lücke zu quetschen. Natürlich gelang es mir mühelos unsere 5m Auto in die Ca. 5.40m Parklücke zu rangieren und ich war stolz. 

Genau so lange bis mit der Einkauf im Kofferraum einfiel. Um an diesen zu kommen, bräuchte ich am Heck nämlich mindestens einen halben Meter. Nichts zu machen also. Die Lösung lag auf der Hand! Ich rief den Menne zur Hilfe, kletterte in den Kofferraum und reichte den Einkauf durch. Easy. 

Gut, dass es dunkel war…Sonst hätte der Menne noch gesehen, was ich für einen Mist eingekauft habe;)

Frauenprobleme

…Dieser Beitrag richtet sich an die Frauen unter euch…

Da bestelle ich bei meinem lieben Rewe-Lieferdienst Slipeinlagen, Ultra thin, long natural ohne Wäscheschutz mit Acti-Pearls und Cotton-Dry, die waren aus. Da bringt mir der junge Mann doch tatsächlich Slipeinlagen in normal mit FlexiForm und Aloe Vera. Das ganze mit Wäscheschutz, luftdurchlässig und mit „free to be yourself“ Tec. Da reklamiere ich und sage:“Das geht ja gar nicht!“ Und er sagt tatsächlich:“Ist das nicht das selbe?“

Mann Mann Mann. Natürlich, er kann es ja nicht wissen… Oder hat er am Ende etwa doch recht? 

Heute ist Weltfrauentag

Eigentlich mache ich mir nichts aus Weltfrauentag, Muttertag etc. Hübsch wäre es doch, wenn man einfach jeden Tag respektvoll behandelt würde, jeder gerecht entlohnt würde und man jeden Tag gut und gesichert leben könnte; überall. Einen Tag oder einen Grund sollte es dafür nicht brauchen. 

Der Weltfrauentag bietet mir trotzdem die Möglichkeit nach Hinten zu schauen. Damals, in der Weimarer Republik, da habe die Frauen tatsächlich hart für ihre Rechte gekämpft. Für banale Rechte, wie das Recht wählen zu gehen (heute tut es trotzdem keine mehr…) oder das Recht nicht geschlagen zu werden. Nutze ich also den Tag dazu, mir vor Augen zu führen, dass es nicht immer so gut war wie heute (auch wenn heute es alles schlecht scheint). 

Im Dritten Reich war der 8. März als Weltfrauentag verboten, weil er von den Sozialisten kam. Die Nazis feierten ihren eigenen Muttertag, an dem sie andere Werte ehrten als Freiheit und Kampfgeist. Der Weltfrauentag wurde trotzdem begangen. Im Verborgenen, unter der Androhung von Strafe. Er galt fortan als Symbol des Wiederstandes und des Protestes. Nutze ich den Tag also um an die Mutigen und Klugen zu denken, die in den schlimmen Zeiten den Mut nicht verloren haben. 

Heute Weltfrauentag. Und auch wenn das eigentlich egal ist, war es das nicht immer. 

Vati hat gekocht

Papa hat gekocht, schließlich lag das Mutti kränkelnd im Bett. So her er im Schweiße seines Angesichts einen Topf ChilliconCarne gezaubert und dazu einen Pott Reis. Um 12 Uhr eilte er dann zur Arbeit und ich müsse nur noch mit den Kindern essen. Soweit so gut.

Ich füllte die Teller und pustete D-Hörnchens essen. Wir wünschen uns ‚guten Appetit‘ und alle begangen zu essen. D-Hörnchen spuckte die erste Gabel wieder aus und sagte es wäre zu heiß. Ich nahm seinen Teller und pustete erneut. Da bekam C-Hörnchen einen knallroten Kopf und hechelte. Auch B-Hörnchen rang um Fassung und trank viel Wasser. A-Hörnchen versuchte es mit Coolness; und versagte. 

Erst jetzt kam ich dazu das Essen zu probieren. Das Chilli machte seinem Namen alle Ehre: Es was sauscharf!! Selbst mit viel Reis verdünnt könnte es keiner von uns essen. So gab es zum Mittag Reis mit ohne alles und Papa hat einen riesen Topf Chilli zum Abendessen.