Urlaub – allein! 

Meine Freundin war allein im Urlaub! Na ja, sie war mit einer anderen Freundin im Urlaub, aber eben allein, ohne Kinder und Mann. Eine Woche Kaffee saufen am Starnd, klönen, lästern und rauchen ohne heimlich zu sein. Ausschlafen, Bummeln und das alles ohne jaulenden Anhang. Ich war hin und weg! 

Für den Menne war schnell klar: Gibt’s nicht! Die Begründung ist etwas holprig aber dennoch sowas ähnliches wie logisch: Wenn ich eine Woche meine Ruhe habe, muss auch er eine Woche seine Ruhe haben. Da er aber keine Lust hat allein (oder mit einem Kumpel oder sonst wem) in den Urlaub zu fahren, kann er ja keinen Ausgleich schaffen. Die einzige Lösung die er sehe wäre es, wenn ich im eine Woche mit allen Vieren wegführe und er dann seine Ruhe hätte. Da wir uns das aber nicht leisten können, ist Urlaub für Mama gestrichen. 

Danke Schatziiiii. 

Hier haben sie also das ganze Licht versteckt

Heute habe ich das C-Hörnchen bei ihrem Freund abgeholt. Unweit unseres Hauses fuhr ich in ein Neubaugebiet. Einfamilienhäuser auf der einen Seite, Mehrfamilienhäuser auf der anderen. Alles neu, alles gleich. Ich schloss mein Fahrrad vor dem Mehrfamilienhaus 18g an und betrat es. Marmor, ein Irrer Glanz und ein Aufzug. Ich stieg die schweren Stufen in den dritten Stock und betrat die Wohnung. Was mich erwartete raubte mit kurz mal den Atem. Schnell erlangte ich die Fassung zurück. Alles was ich dann von mir geben konnte war ein staunendes „Ist das schön hier!“. Dieser Wohnpalast war in etwa drei mal so groß, wie ich es erwartet hätte. Die riesigen Räume waren mit großen, raumfüllenden Möbeln bestückt, trotzdem war alles luftig und hell. Eine Dachterrasse und riesige Fenster rundeten das Gesamtbild ab, um es frei nach Carry Bradshaw zu sagen:“Hier haben sie also das ganze Licht versteckt!“ 

Die Mama des Kumpels arbeitet jeden Tag von 8-16.30 Uhr, der Papa noch viel mehr. Der kleine Junge verbringt seine Tage in der Kita. Er kommt mit den ersten und geht als letzter. Eine Verabredung zu Stande zu bekommen ist ein Kuststück; selten ist Zeit. Und das ist er, der realistische Preis für’s vermeintliche Paradies. Und bitte, wer braucht denn schon Licht. Ich mag unser Haus, mit all seinen Macken und dunklen Ecken. Und am aller meisten mag ich es, weil in ihm gelebt wird. So viel Zeit wie möglich versuchen wir hier gemeinsam zu verbringen. Nicht pompös oder luxuriös aber fast aller immer meistens total glücklich! 

In die Bälle

Schnell was umgetauscht und danach von hinten  das Feld aufgeräumt. Fundgrube, dann langsam und in Ruhe durch die Abteilungen. Hier was beguckt, da was befummelt. Ein entspanntes Gespräch und ein paar dumme Sprüche. Nach 45 Minuten dann oben am Ende angekommen. Kurze Pipi-Pause und das ganze nochmal zurück. 

Ikea ohne Kinder. Der Menne und ich haben heute zum ersten Mal einfach so alle vier Hörnchen abgegeben, im Småland. Bisher war immer ein Hörnchen zu klein. Oftmals waren auch keine  Plätze frei, oder zu wenige. Gestern dann stimmte alles. D-Hörnchen, endlich drei, wollte auch gern. Es waren vier Plätze frei und so gaben wir die gesamte Brut ab. 

75 Minuten waren es am Ende. Dann wussten wir nichts mehr zu tun und holten uns unsere Kinder wieder. Wollen es ja nicht gleich übertreiben. 

Bore-out

Die Welt ist im Wandel. Zumindest meine kleine Mutti-Welt steht grad kopf und will neu sortiert werden. Ursprung der Unruhen ist die plötzliche Ruhe. Nach Jahren im Dauerlauf bin ich es gewohnt immer irgendwas zu tun zu haben. Ich habe mit viele Jahre lang nichts sehnlicher gewünscht als ein paar Minuen am Tag für mich. Meistens hat es nicht mal für einen Gang aufs Klo gereicht. 

Neuerdings ist alles anders. Die Hörnchen sind immer mal wieder über Stunden in ihren Zimmern. Ganze Nachmittage lang besteht meine gesamte Arbeit aus drei mal Äpfel schneiden und ein mal Popo abwischen. In der restlichen Zeit schmeiße ich geschmeidig meinen Haushalt und dann beginnt das Debakel. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Für ein Buch reicht es noch nicht. Und sonst? Ich habe kein Repertoire für diesen Fall; aber ich sollte dringend an einem arbeiten. 

Denn diese komische neue Situation macht mich ebenso kirre wie es Schlafmangel und Überforderung einst getan haben. Ich bin misslaunig und unzufrieden. Wie ein unausgelasteter Hütehund oder ein Tiger im Käfig. Ich hospitalisiere zusehend. Nicht gut, wirklich gar nicht. Unglaublich, dass ich solche Probleme einmal haben werde. 

Not yet dead

Immer wieder bin ich über mein und unser Timing erstaunt. Wir sind eingeladen am heutigen Sonntag. Und da ich eine lange, anstrengende Zeit hinter mit hatte und zudem Lust auf Gespräche mit erwachsenen hatte, habe ich mich ein wenig ins Zeug gelegt alle vier Hörnchen wegzuorganisieren. Mit Erfolg. Zwei zu Oma 1 und zwei zu Oma 2, alle tutti. 

In aller erster Konsequenz wurde ich nun krank, in zweiter hat es das D-Hörnchen erwischt. So wird aus „vier weg und zwei haben frei“ wieder einmal etwas ganz anderes. Es ist erstaunlich wie oft es genauso kommt. Aber warum? Ist es wirklich Timing oder bin ich am Ende selber Schuld? Oma hatte vorhin den Vorschlag die Meute einfach öfters auszuquartieren; dann wüssten sie nicht, dass es in diesem seltenen Fällen um was geht. 

Oder bin ich einfach unfähig ohne alle zu sein? Werde ich krank auf Knopfdruck? Wie dumm! Was auch immer es ist, ich habe den Rüssel gestrichen voll. Hiermit beantrage ich beim Universum offiziell und in angemessener schriftlicher Form etwas freie Zeit mit echten Erwachsenen. 

Danke!

Sparsam und mit offenen Augen 

Ich bin in einer Facebook-Gruppe für ‚kleine Hilfen in unserer Region‘. Dort kommt es immer wieder zu Fragen wie:“ Was kann man mit einem 2 Jährigen heute machen? Zoo, IndoorSpielplatz, Schwimmbad und Kino (!!) hatten wir schon.“

Mich haut sowas um. Mit einem so kleinen Kind kann man so viel machen, so unglaublich vieles was das kleine Gesicht lachen lässt. Steine sammeln, Kantsteine hüpfen, malen, kneten, Spielplatz. Pfützen baden, Gummistiefel ausführen, Flugzeuge angucken, den Bahnhof besuchen. Man kann Höhlen bauen und Laufrad fahren gehen. Man kann Enten am See besuchen und wenn es mal was ganz irres sein soll, dann fährt man in den Park zum Tiergehege. Ich weiß nicht woher der Anspruch kommt, einem kleinen Kind jedes Mal ein riesen Highlight bieten zu müssen. Viel klüger fände ich es, dem kleinen Menschen diese  ganze Welt als Highlight zu verkaufen. Denn für die ersten Jahre sind all die Dinge, die wir schon lange nicht mehr sehen, ein Highlight. Also lasst euch doch von euren Kindern einfach zeigen, was es alles gibt. Denn die wahre Schönheit des Frühlings erkennen nur kleine Kinder, die mit aufgerissenen Augen vor einem Feld Krokusse stehen und es voller Achtung bestaunen. 

Natürlich gibt es Momente für den großen Ausflug. Zoo, Spaßbad und auch IndoorSpielplatz sind irgendwann dran. Geht man aber mit diesen Dingen etwas sparsamer um, hat man am Ende viel länger was davon. Denn schneller als man sich versieht ist auch das dickste Event langweilig und irgendwann hat man alles durch. 

Harte Zeiten

Harte Zeiten brechen an. Anfang März habe ich zwei wichtige Prüfungen. Wichtig beide, und eine fast unlösbar. Seit inzwischen vier Monaten bereite ich mich vor so gut ich eben kann, und komme doch immer mehr zu dem Schluss, dass mein Bestehen viel mit Glück zu tun haben wird. Mir bleibt der Eindruck, dass ich nur fragmentarisch begriffen habe, worum es geht. 

Trotzdem, ich werde in den kommenden Wochen meinen opulenten Arsch ganz gewaltig aufreißen um diese fast letzten Hürden meines Endlos-Studiums zu nehmen. Und hoffen werde ich, dass alle gesund bleiben und ich keine Notbremsung einlegen muss. 

Mögen die Spiele beginnen. 

Willkommen ihr Guten

Ferien!! Wie habe ich euch erwartet, die Tage gezählt. Frühstück im Schlafanzug, abends lange wach. Kein Stress, keine Verpflichtungen. Ich bin so froh. 

Ab heute: Sechs Wochen glücklich sein! Und morgen dann mit allen Kindern zum Zahnarzt. Aber na ja, Schwund ist überall.