Die Sache mit der Gerechtigkeit

Manchmal ist es so schwer. Dieses ‚alle gleich zu behandeln‘. Dieses ‚gerecht sein‘ und ‚unvoreingenommen‘.Selbstverständlich liebe ich alle meine Hörnchen bedingungslos, uns selbstverständlich tue ich dies immer; jedoch ist es manchmal einfacher als sonst, und manchmal eben echte Arbeit.

A-Hörnchen ist schon immer anspruchsvoll und diskutier-wütig. Er hat erst mit sechs angefangen gelegentlich in seinem gut bestückten Zimmer zu spielen. Er kann sich zwar gut beschäftigen, jedoch unterhält er sich gern und zeigt was er erschaffen hat. Inzwischen diskutiert er auf Niveaus, so dass die Wortgefechte fast Spass machen. Zu dem ist er oft weg und ich freue mich dadurch viel eher über seine Anwesenheit.

B-Hörnchen ist schon immer extrem anspruchslos. Sie ist zurückgezogen, spielt gern und oft in ihrem Zimmer. Sie hat wenig Bedarf an Kommunikation und wenn man sie in ihrem Zimmer ‚besucht‘, damit sie sich nicht einsam fühlt, fliegt man oft wieder raus. Ich liebe die unkomplizierte Art und es bringt mich an den Rand der Verzweiflung am Ball zu bleiben. Wenn sie ein Problem hat, oder traurig ist, versteckt sie sich. Kein Weinen, kein Buhlen um Aufmerksamkeit. Da muss man feine Antennen haben, und den richtigen Ton treffen. 

C-Hörnchen ist omnipräsent. Sie ist immer da, immer laut und weiß auf sich aufmerksam zu machen. Sie hat das unglaubliche Talent, mit immer neuen Kleinste-Bedürfnissen immer wieder auf sich aufmerksam zu machen. Zwar spielt sie auch mal allein was, jedoch tut sie dies in der Küche, zu meinen Füssen, an mir. Sie liebt Gesellschaft und kann es schwerlich ertragen allein zu sein. Ich wünsche mir gelegentlich eine Auszeit von ihrem Redeschwall. Und ich bewundere ihre Fähigkeit auf sich selbst zu achten. Wenn sie etwas braucht, bekommt sie es. Schnell und unkompliziert. Und so wie sie für sich sorgt, so sorgt sie auch für andere. Voller Energie und Hingabe.

D-Hörnchen ist mit seinen knappen zwei Jahren schon oft und gern solo. Er kann wirklich lange mit einem Bagger oder einem Auto spielen und ist sehr bei sich. Andererseits genießt er aber auch die oft ungeteilte Aufmerksamkeit aller anwesenden. Er weiß es durchaus einzusetzen, dass er drei große Geschwister und zwei Eltern zu seiner freien Verfügung hat. Wenn er vorgelesen haben möchte, muss er nur ein Buch aufheben. Wenn er toben möchte, geht er zu den Großen und wenn er kuscheln möchte zu den ganz Großen. Ich liebe es, dass er allein toll spielt. Zunehmend sehe ich eine kleine Gefahr darin, dass er fleißig von fünf Personen verzogen wird, und bin gespannt, was das wohl noch gibt.

So ist es wohl. Sie sind so verschieden und alle auf ihre Art und Weise so großartig. Was für eine Herausforderung, immer an Allen das Positive und das  Negative gleichermaßen zu sehen. Zu Bestärken und zu Mahnen, im Gleichgewicht und fair.

Herausforderung angenommen; ich liebe euch ihr Hörnchen!!