Berlin II

Aus Kostengründen nächtigen wir in der Jugendherberge, zusammen mit ca. 100 Jugendlichen. Die Teens auf Ausreise sind ein beschauliches Volk. Sie treten in Kleingruppen auf und essen im Rudel. Zum Frühstück und Abendbrot müssen wir dringend vor ihnen kommen, sonst geht für 60 Min. nichts; das kann man organisieren. Ansonsten ist es ein wenig wie ein großer Rückblick in eine vergangene Welt.

Kichernd schieben sich vier bis sechs Mädchen in HotPans über den Flur, irgendwas ist ja immer erstaunlich komisch. Zeitgleich verlässt eine Gruppe angehender Bartträger ein Zimmer. Lauthals tun sie kund, dass Digga noch nicht ferddisch is und der annere, alda noch scheissen gehen muss. Einer verbirgt eine offenbar geschmuggelte Dose Bier unter dem Shirt; zu auffällig. Die Mädchen kichern sich weiter Richtung Tür und der verlassen den Flur außer Atem, ohne ein vollständiges Wort gesprochen zu haben.

In den Toiletten stehen sie, ganz ohne Übertreibungen, Wache wenn eine mal Groß muss. „Achtung!!“, piept eine und die andere unterbricht offenbar hektisch, während mein Hörnchen die danebenliegende Kabine bezieht und laut kundtut, wie genau die riesige Kaka-Wurst aussieht, die sie da produziert. Die Teens sind unbeeindruckt.

Beim Essen sind sie sich alle einig, egal ob Junge oder Mädchen: „Fick dich Alder, ich ess nur Nachtisch!“ blökt ein Prolo vom 1.45 m durch den Speisesaal und meine Hörnchen stimmen alle zu.

Berlin I

Kaum eine Stadt hat mich so sehr bewegt wie Berlin. Also junge Jugendliche fand ich den Gedanken abzuhauen und in Berlin mein Glück zu suchen mega. Punk am Bahnhof Zoo; zum Glück habe ich mich nie getraut. Als junge Erwachsene war ich öfters in Berlin. Hier mal ein Wochenende, da mal ’ne Demo, ich versuchte möglichst viel der Stadt in mich aufzunehmen, genoss den Beat, die schlechte Luft und die vielen Menschen. Berlin machte mich lebendig.

Mit 23 war ich dem Ziel ganz nah; ein Studienplatz in Berlin. Die Sache war klar; Umzug und glücklich sein. Wenige Tage später erfuhr ich, dass ich mit dem A-Hörnchen schwanger bin. Wir entschieden uns gegen Berlin. Ein Medizi-Studium mit Baby, fernab von Familie und allem was man kennt – das traute ich mir nicht zu. Berlin war Geschichte. Seit 13 Jahren war ich nicht da. Bereut habe ich es nie, dennoch frage ich mich ab und zu wie es wohl geworden wäre…

Heute, 13 Jahre, vier Kinder und ein Leben später, sitzen wir im Zug nach Berlin. Die Hörnchen wollen die Hauptstadt sehen und ich kann es nicht erwarten ihnen meine geliebte Großstadt zu zeigen. Mein Herz schlägt mir bis zum Halse und ich kann es kaum erwarten. Berlin Berlin, wir fahren nach BERLIN!! Endlich.

Jetzt sind sie…weg!

Eben war es also so weit. Meine Familie ist in den Urlaub gefahren; ohne mich. Sechs Wochen Sommerferien und zwei Jobs ließen sich nicht besser koordinieren, so dass der Menne jetzt eine Woche mit den Hörnchen fährt und wir danach noch eine weitere zusammen haben. Sieben Tage bin ich nun also allein. Und jetzt?

Im Vorfeld habe ich schon alles durchlaufen, von Vorfreude auf die viele freie Zeit, bis hin zu tiefer Verzweiflung, meine Lieben so lange vermissen zu müssen. Jeder in meinem Umfeld hatte einen klugen Tipp parat, was zu tun sei und ja! Bestimmt werde ich viel schlafen, Fernsehen und Zeit mit Freunden verbringen. Ich werde essen wenn ich hungrig bin, keine Wäsche waschen und nicht staubsaugen. Frei werde ich sein und unabhängig und leider doch auch wehmütig.

Der Abschied war hart; viel härter als erwartet. Zwar versuchte ich mich schwer zusammenzureißen, jedoch missglückte dies sehr, so dass ich alsbald mit mächtig Wasser in den Augen da stand, meine Lieben umarmte und versuchte gute Wünsche mit auf den Weg zu geben. Und bei all dem was ich nun vermeintlich an Freiheit geschenkt bekomme, bin ich viel zu sehr Mama als dass ich den dicken Kloß in meinem Hals hätte ignorieren können. Sieben Tage Frei bedeutet auch sieben Tage allein und dadurch nicht ganz zu sein. Ohne meine fünf nervigen Anhängsel fehlt was. So ist es eben.

Dennoch werde ich versuchen die Zeit zu einer guten zu machen. Und warscheinlich dauert es nur 4-5 Tage bis ich anfange es wirklich zu genießen.. los also, in ein seltsamens Dings.

Du schaffst das Kleiner !

In unserem Garten steht ein Walnussbaum. Er ist 15 Jahre alt und sozusagen mein erstes Kind. In einem Kübel vorgezogen, hat er jahrelang im Wintergarten gewohnt. 2006, als wir das Haus kauften, er in den Garten; heute ist der Kleine größer als unser Haus und gehört zur Familie. Schon seit Jahren klettern die Hörnchen in ihrem Baum, sitzen oft stundenlang dort, machen Picknick oder spielen. Die drei Großen schaffen es schon lange rauf zu klettern; lediglich das D-Hörnchen hat es schwer. Der Baum ist inzwischen recht hoch, der Einstieg für den Zwergen eine echte Herausforderung. Dennoch übt er wie versessen.

Gestern hätte er es zum ersten Mal fast geschafft. Wir ein Faultier klammerte er sich an den untersten Ast und schaffte es dennoch nicht ganz. Traurig und mit hängendem Kopf stand er anschließend im Garten. „Ich kann das nicht“ sagte er und die Augen füllten sich mit Wasser. Ich beobachtete die Szene aus der Küche und war drauf und dran zu ihm zu gehen, da kam das B-Hörnchen vom Baum. Sie hockte sich vor ihn, nahm das Gesicht ihres Bruders in die Hände und sprach: „Du schaffst das Kleiner! Es ist ganz schwer und du musst lange üben. Aber wir helfen dir alle und dann schaffst du das!“. D-Hörnchen lächelte zaghaft und sah den Ast wieder an. Mit neuem Mut ging er wieder zum Baum. Er setzte mutig an und tat was er schon zuvor tat – er kletterte. Oben dass B-Hörnchen und gab ihm strategische Anweisungen, unten stand C-Hörnchen und feuerte ihn gewaltig an. „Du bist doch unser aller bester Kletteraffe!!“ schrie sie und der Kleine Bruder gab alles.

Er schaffte es nicht ganz. Dank seiner lieben großen Schwestern war er jedoch so stark, mutig und motiviert, dass er keine Träne vergoss. Er versuchte es weiter und weiter und seine Schwestern blieben bei ihm. Auch heute klappte es noch nicht ganz. Bald aber, bald wird er es schaffen und dann feiern wir eine Party im Baum.

Zum aller letzten Mal

Vor ziemlich genau neun Jahren begann ich mein damals dreijähriges A-Hörnchen in den Kindergarten einzugewöhnen. Damals hatte ich ihn und das einjährige B-Hörnchen. Alles war wahnsinnig aufregend. Die Eingewöhnung klappte gut und ich war erleichtert. Mein Kind in der Kita zu lassen, das war ein enormer Schritt. Heute, neun Jahre und zwei Kinder später, verlässt mein Kleinster den Kindergarten. Heute ist sein letzter Tag; auf in die Schule.

Ich will es nicht schön reden, der Klumpen in meinem Magen ist enorm. Alles wird neu, etwas geht vorbei und ich muss wieder lernen ein Stück mehr loszulassen. Vier Schulkinder; wie soll das gehen? Objektiv betrachtet wird es mal wieder einfacher. Den Weg zur Grundschule wird das D-Hörnchen schnell allein schaffen, da besteht kein Zweifel. Ich muss dann zum ersten Mal seit neun Jahren morgens nicht raus, kann in Ruhe Duschen wenn alle weg sind. Mein Morgen wird sich entzerren, denkt man so. Tatsächlich tut sich vor mir eine große Lücke auf. Am Kindergarten hängen viele lieb gewonnene Gewohnheiten und ich muss nun lernen ohne sie auszukommen.

Um ehrlich zu sein habe ich es genossen, den Zwergmann jeden Morgen in die Kita zu bringen. Bevor es los ging haben wir immer noch einen Moment gekuschelt, ein paar Minuten für uns. Der Morgen und das damit verbundene Ritual waren Balsam für meine gestresste Seele, das Tempo gab stets das Hörnchen an. Nach dem Kuscheln folgte ein Plausch mit den Erzieherinnen; erwähnte ich, dass meine Hörnchen tolle Erzieher hatten? Es war immer nett, nach so vielen Jahren ist man vertraut, manchmal gab es einen Kaffee. Der Abschied war, besonders in den letzten Monaten, innig aber auch robust. Das große D-Hörnchen hätte längst verstanden wie der Hase läuft und so startete ich fast jeden Morgen mit einem guten Gefühl im Herzen in den Job.

Ja, ich jammere auf hohem Niveau. Vier selbstständige und starke Kinder zu haben ist ein Segen, morgens Zeit für eine gemütliche Dusche oder eine Runde Laufen zu haben ist grandios und doch bin ich so schlecht darin Dinge enden zu lassen. Und so werden heute Tränen fließen. Beim Bringen und beim Abholen, so wie vor zwei Jahren, und vor vier und vor sechs. Herrjeh, lass sie nie ausziehen.

Vor dem Tor der Kita liegen fünf große Steine. Jeden Morgen hüpfte er sie einzeln ab. Früher an zwei Händen, mit viel Hilfe. Dann eine Weile an einer Hand. Seit etwa einem halben Jahr, hüpft er ohne jede Hilfe darüber; vielleicht ist es einfach an der Zeit.

Die 4 Elemente

In der Stadt der Familie Frost herrschen, wie überall im Land, sehr sommerliche Temperaturen. Um den Kindern einen Gefallen zu tun, sichert Muetterchen Frost zu, im Garten ein Planschbecken aufzubauen.

Vorspiel/ Erde

Da der Garten in diesem Jahr in einem extrem ungepflegten Zustand ist, bedarf es einiger Vorarbeiten um überhaupt Platz für das Planschbecken bereitzustellen. Unter anderm muss ein gut 5t schwerer Pferd von A nach B bewegt werden um anschließend das Becken an B aufzustellen. Während muetterchen Frost mit der Hilfe von A- und B-Hörnchen den Gaul versetzt, befördern C- und D-Hörnchen das Planschbecken aus dem Karton; mit Hilfe einer besonders scharfen und spitzen Schere. Wie durch ein Wunder ist das Becken noch heile. Alle Hörnchen gehen in die Schule/ den Kindergarten und Muetterchen Frost macht sich ans Werk.

1. Akt; Luft

Weil Muetterchen alles besser weiß, wies sie den Menne kürzlich an, die Luftpumpe in der Garage zu verwahren, wo sonst braucht man eine Pumpe. Muetterchen latscht also in erster Instanz in die Garage um die Pumpe zu holen. Zu Hause angekommen stellt sie schnell fest, dass Pumpe nicht zu Becken passt. Die Fahrrad-Luftpumpe beherrscht alle gängigen Fahrradventile, ist jedoch nicht im Geringsten für Planschbecken-Ventile geeignet. Zum Glück verfügt Familie Frost über eine zweite Pumpe; eine für Gummiezeugs. Diese ist, auf Wunsch von Muetterchen, auf der Pazelle; wer braucht denn schon zu Hause eine Luftpumpe für Gummiezeugs?

Muetterchen macht sich also abermals auf zur Garage, holt ihr Fahrrad und fährt zur Pazelle. Nur 25 Minuten später ist sie mit Gunmieviecherluftpumpe wieder da und beginnt nun endlich das Becken aufzupusten. Es dauert etwa 8 Stunden, dann steht es ganz wunderbar auf der Erde.

2. Akt, Wasser

Nun soll es endlich zum wichtigsten kommen. Wasser muss ins Becken! Der Gartenschlauch liegt gut vertüddelt im Garten, ist kunstvoll an das Klettergerüst gebunden und für Menschen über 35 kg kaum zu erreichen (das Klettergerüst ist so morsch…). Außerdem stellt sich heraus, dass das eingangs erwähnte 5t schwere Pferd auf dem anderen Ende des Schlauches steht. Irgendwann sind alle Probleme behoben und der Schlauch liegt im Becken. Das Wasser läuft. Minuten lang läuft das Wasser so vor sich her und Muetterchen steht daneben und staunt noch wie groß doch das Becken ist, da stellt sie fest, dass ihre Füße nass sind.

Fassungslos über ihre eigene Dummheit versucht Muetterchen nun den Bodenverschluss des Beckens zu schließen, um nicht noch weitere 2000l wertvolles Trinkwasser in den ruinierten Rasen sickern zu lassen. Sie scheint überfordert, stellt sich massiv dumm an und ist nun nass. Endlich füllt sich das Becken.

3. Akt, Feuer

Die Sonne brennt wie Feuer, die Erde ist heiss. Kein fulminantes Finale, kein flammender Abgang. Muetterchen kriecht mit brennenden Muskeln über die heißen Platten zurück ins Haus und schafft es knapp auf einen Stuhl. Ende.

Wehe die Blagen wissen das nachher nicht zu schätzen!!

Alles wird gut Mutti

Heute morgen stieg eine junge Mutter mit drei kleinen Kindern in den Bus. Ein Baby und ein etwa zweijähriges Kind saßen in einem Kinderwagen, ein etwa vierjähriges lief neben her. „Genau wie bei mir.“ , dachte ich und stellte fest, dass die Frau ausgesprochen gerädert aussah. „Wie bei mir.“ , dachte ich noch einmal und schwelgte ein wenig in Erinnerungen. Wie anstrengend diese Zeiten waren, wie unglaublich erschöpft und müde ich oftmals war. Rückblickend habe ich über Jahre nur funktioniert und nur allzu gut weiß ich es noch. Eine eigenständige Person war ich zu der ganzen Zeit nicht, ich war eine Art Roboter – ich funktionierte.

Das etwa vierjährige Mädchen, das auf einem Sitz im Bus saß, blickte friedlich vor sich hin. Sie schwiegen. Meine Gedanken gingen weiter zu meinen eigenen Kindern, ob auch die unter der Situation zu leiden hatten? Die jeweils größeren Kinder mussten immer zurückstecken. Früh musste jeder von Ihnen selbstständig werden, früh habe ich viel von ihnen erwartet. Dennoch habe ich uns immer als ein gutes Gespann, als ein liebevolles Team wahrgenommen, in dem jeder seinen Platz hat und jeder das bekommt, was er braucht. (Außer mir natürlich, ich hätte Schlaf gebraucht und habe keinen bekommen). Die geschaffte Mutter der drei kleinen Kinder lehnte sich erschöpft an den Bus. Ihr Blick ging ins Leere, vielleicht genoss sie die Ruhe. Vielleicht rekapitulierte sie denn Morgen, dachte darüber nach was sie schon alles geschafft hat. Vielleicht plante sie auch die kommenden Stunden, versuchte all das, was noch zu erledigen ist, unter einen Hut zu bekommen. Spontan überkam mich der Impuls ihr auf die Schulter zu klopfen und ihr mitzuteilen, dass es eines Tages besser wird. Ein paar Jahre müsste sie noch aushalten, dann würde alles von selbst laufen…

… da klingelte mein Handy. Die Grundschule rief mich an. Ich hätte den Läusezettel nicht ausgefüllt. Ein Läusezettel muss man ausfüllen, wenn in der Schulklasse des Kindes Läuse sind. Man untersucht sein Kind auf Läuse, und unterzeichnet auf dem Zettel, dass es keine hat. Hat man das nicht gemacht, darf das Kind nicht in die Klasse und muss abgeholt werden. Was soll ich sagen? Ich hatte versagt! Im alltäglichen Chaos ist mir der scheiß Läusezettel durchgerutscht. Mein armes Kind saß nun also im Lehrerzimmer und wartete auf meine Rettung. Ich selber war furchtbar im Stress, musste einen Vortrag im Amt halten. Mit Engelszungen und ganz viel Spucke schaffte ich es die Situation zu retten, Kind durfte in die Klasse, ich war pünktlich bei meinem Vortrag.

Und plötzlich war ich ganz froh, dass ich der armen geschafft Mutter nicht versprochen hatte, dass alles irgendwann besser werden würde. Es wird Nicht besser, genau genommen ist es zu jederzeit o. k. Es wird anders, ständig und dauernd wird alles anders und das ist auch schon alles!

Monopoly

Meine Hörnchen haben heute Morgen verkündet, dass sie basteln wollen. Ein Monopoly sollte es werden, ganz und gar selbst gemacht. Also zogen wir los und kauften allerlei Pappe. Eineinhalb Stunden später waren wir wieder zu Hause und die Kinder verzogen sich sofort ins Wohnzimmer.

Über 4 Stunden sah und hörte ich nichts von meinen Hörnchen. Einträchtig saßen sie dort, malten, schrieben und bastelten vor sich hin. Sie trafen Absprachen, gaben sich Ratschläge und waren vollkommen harmonisch miteinander. Wann immer ich in der Nähe des Wohnzimmers kam, flog ich wortreich wieder raus. „Das wird eine Überraschung, geh weg!“ riefen sie dann und ich ging weg, wollte ich mir doch nicht meine eigene Überraschung versauen.

Viele Stunden später habe ich das Ergebnis immer noch nicht vollständig gesehen. Jedoch weiß ich inzwischen, dass das Monopoly ein ganz besonderes ist. Die eigentlichen Straßen sind die Räume unseres Hauses. Jeder einzelne ist liebevoll ausgestaltet, alle haben einen hohen Wiedererkennungswert. Die Ereignis- Karten geben klassische Ereignisse in unserem Leben wieder:

Eine Runde aussetzen, du musst den Tisch noch abräumen.

Du bekommst kein Taschengeld.

Deine Schwester hat Geburtstag, schenke ihr 100 Geld.

Noch ist das Spiel nicht fertig, die Figuren fehlen noch und auch der Spielplan ist noch nicht ganz rund. Die Anleitung hat das fünfjährige D – Hörnchen gestaltet. Er durfte in einem Heftchen herum malen, schließlich kennt die Regeln von Monopoly doch jeder.

Ich gehe heute ins Bett mit einem Gefühl von „alles richtig gemacht!“. Es macht mich ungemein stolz und glücklich, dass meine Hörnchen so wunderbar miteinander so großartiges erschaffen können – ganz ohne Streit, ganz ohne Tote und ganz ohne Verletzte! Erstaunlich, bedenkt man, dass sie manchmal keine halbe Mahlzeit ohne Streit über die Bühne bekommen.

Immer wieder duschen

Duschen gehen ist immer wieder ein Erlebnis. Inzwischen sind alle Hörnchen halbwegs groß und dennoch scheint das laufende Wasser die Begehrlichkeiten nach meiner Person arg zu steigern. Eben erst wieder…

Seit etwa einer Stunde hatte ich keinen gesehen, alles war friedlich. Ich hatte auch den 2. Kaffee in Ruhe getrunken, die Zeitung gelesen und ausgiebig dem Twitter-Gott gehuldigt. Als krönender Abschluss wollte ich noch eben in Ruhe duschen. Also machte ich das Wasser an und es war gut. Sekunden später klopft es an der Tür. Ich rufe schroff: Was?!“. „Bist du auf Klo?“ Fragt das Stimmchen des C-Hörnchens und ich antworte: „Nein. Ich dusche!“ Da freut sich das Kind und schneller als ich reagieren kann sitzt sie auf dem Thron und kommentiert: „Gut, dann kann ich ja Kaka machen!“

6 Minuten später ist die Luft im Bad erbärmlich. Die Mischung aus Limetten-Schampoo, warmer Luft und Scheiße ist kaum auszuhalten. Ich japste nach Luft und öffnete verzweifelt das Fesnter. 14 Grad kalte Luft fällt direkt in die Dusche und rettete mein Lebem. Schön warm war hiermit deutlich vorbei und dennoch entscheide ich, auch noch das zweite Bein zu rasieren und harre aus. Sekunden später klopft es wieder.

Das D-Hörnchen steht im Bad. Ich sehe ihn nicht, höre nur die Frage, ob er die Post aufmachen darf. Ich antworte knapp mit der Tatsache, dass ich die Briefe erst sehen müsste um das zu entscheiden und.. fragen Sie nicht! Sekunden später hatte ich zwei Briefe zur Ansicht in der Dusche. Beides war unwichtig, er öffnete es an Ort und Stelle.

Als ich fertig war und frierend dabei war meine Haare zu bändigen, kam das A-Hörnchen mit dem IPad. „Können wir mal eben was wegen meinem Referat machen?“

Ich stand nackt im 14 Grad kalten Bad. Zu meinen Füßen öffnete das D-Hörnchen Post und offenbar erwecke ich in diesem Moment den Eindruck, dass ich mich gern über das Forum Romanum und die Kloaka Maxima unterhalten möchte. Irgendwas mache ich falsch.

Und Leute, morgen ist Wahl. Geht wählen!!!