Monopoly

Meine Hörnchen haben heute Morgen verkündet, dass sie basteln wollen. Ein Monopoly sollte es werden, ganz und gar selbst gemacht. Also zogen wir los und kauften allerlei Pappe. Eineinhalb Stunden später waren wir wieder zu Hause und die Kinder verzogen sich sofort ins Wohnzimmer.

Über 4 Stunden sah und hörte ich nichts von meinen Hörnchen. Einträchtig saßen sie dort, malten, schrieben und bastelten vor sich hin. Sie trafen Absprachen, gaben sich Ratschläge und waren vollkommen harmonisch miteinander. Wann immer ich in der Nähe des Wohnzimmers kam, flog ich wortreich wieder raus. „Das wird eine Überraschung, geh weg!“ riefen sie dann und ich ging weg, wollte ich mir doch nicht meine eigene Überraschung versauen.

Viele Stunden später habe ich das Ergebnis immer noch nicht vollständig gesehen. Jedoch weiß ich inzwischen, dass das Monopoly ein ganz besonderes ist. Die eigentlichen Straßen sind die Räume unseres Hauses. Jeder einzelne ist liebevoll ausgestaltet, alle haben einen hohen Wiedererkennungswert. Die Ereignis- Karten geben klassische Ereignisse in unserem Leben wieder:

Eine Runde aussetzen, du musst den Tisch noch abräumen.

Du bekommst kein Taschengeld.

Deine Schwester hat Geburtstag, schenke ihr 100 Geld.

Noch ist das Spiel nicht fertig, die Figuren fehlen noch und auch der Spielplan ist noch nicht ganz rund. Die Anleitung hat das fünfjährige D – Hörnchen gestaltet. Er durfte in einem Heftchen herum malen, schließlich kennt die Regeln von Monopoly doch jeder.

Ich gehe heute ins Bett mit einem Gefühl von „alles richtig gemacht!“. Es macht mich ungemein stolz und glücklich, dass meine Hörnchen so wunderbar miteinander so großartiges erschaffen können – ganz ohne Streit, ganz ohne Tote und ganz ohne Verletzte! Erstaunlich, bedenkt man, dass sie manchmal keine halbe Mahlzeit ohne Streit über die Bühne bekommen.

Immer wieder duschen

Duschen gehen ist immer wieder ein Erlebnis. Inzwischen sind alle Hörnchen halbwegs groß und dennoch scheint das laufende Wasser die Begehrlichkeiten nach meiner Person arg zu steigern. Eben erst wieder…

Seit etwa einer Stunde hatte ich keinen gesehen, alles war friedlich. Ich hatte auch den 2. Kaffee in Ruhe getrunken, die Zeitung gelesen und ausgiebig dem Twitter-Gott gehuldigt. Als krönender Abschluss wollte ich noch eben in Ruhe duschen. Also machte ich das Wasser an und es war gut. Sekunden später klopft es an der Tür. Ich rufe schroff: Was?!“. „Bist du auf Klo?“ Fragt das Stimmchen des C-Hörnchens und ich antworte: „Nein. Ich dusche!“ Da freut sich das Kind und schneller als ich reagieren kann sitzt sie auf dem Thron und kommentiert: „Gut, dann kann ich ja Kaka machen!“

6 Minuten später ist die Luft im Bad erbärmlich. Die Mischung aus Limetten-Schampoo, warmer Luft und Scheiße ist kaum auszuhalten. Ich japste nach Luft und öffnete verzweifelt das Fesnter. 14 Grad kalte Luft fällt direkt in die Dusche und rettete mein Lebem. Schön warm war hiermit deutlich vorbei und dennoch entscheide ich, auch noch das zweite Bein zu rasieren und harre aus. Sekunden später klopft es wieder.

Das D-Hörnchen steht im Bad. Ich sehe ihn nicht, höre nur die Frage, ob er die Post aufmachen darf. Ich antworte knapp mit der Tatsache, dass ich die Briefe erst sehen müsste um das zu entscheiden und.. fragen Sie nicht! Sekunden später hatte ich zwei Briefe zur Ansicht in der Dusche. Beides war unwichtig, er öffnete es an Ort und Stelle.

Als ich fertig war und frierend dabei war meine Haare zu bändigen, kam das A-Hörnchen mit dem IPad. „Können wir mal eben was wegen meinem Referat machen?“

Ich stand nackt im 14 Grad kalten Bad. Zu meinen Füßen öffnete das D-Hörnchen Post und offenbar erwecke ich in diesem Moment den Eindruck, dass ich mich gern über das Forum Romanum und die Kloaka Maxima unterhalten möchte. Irgendwas mache ich falsch.

Und Leute, morgen ist Wahl. Geht wählen!!!

Ach ja, so war das….

Gestern Abend bin ich wirklich früh ins Bett gegangen, ich war vollkommen k.o. Um 22:30 Uhr ging die Augen zu und ich fiel schnell in Tiefschlaf. Um eins geschah etwas, dass der lange nicht mehr geschehen ist. Ein schreiendes Kind wanderte durchs Haus und suchte Mama. Das D-Hörnchen hatte im Schlaf hohes Fieber bekommen und war völlig hilflos. Es dauerte lange ihn zu beruhigen. Trotz Fieber senkender Mittel, diverser Streicheleinheiten und allem Pipapo dauerte es bis 5:00 Uhr am Morgen bis er wieder halbwegs ruhig war. Als mein Wecker mich um sechs aus dem Schlaf riss, war ich fast tot. Auch der Tag war bisher hochintensiv. Fast ununterbrochen lag das Leidende Kind auf mir drauf, nuckelte am Daumen und litt. Ich lass Bücher vor, kraulte den Kopf und warte darauf, dass der Tag vorbei geht.

Ach ja, so war das! Es ist gar nicht lange her, da waren Tage wie dieser Alltag für mich. Viele, viele Monate lang bin ich nachts aufgestanden um Babys zu stillen, viele weitere Monate was trauriger Alltag (oder All-Nacht), dass ich mehrfach pro Nacht aus dem Schlaf gerissen wurde weil irgendetwas nicht so war, wie es sein sollte. Vollgepinkelte Betten, Kotzarien, Fieber, Husten, Albträume,… Die Palette der nächtlichen Ruhestörungen war gewaltig und durch die kurzen Abständen der Kinder folgte eine Katastrophe auf die nächste. Ich weiß heute nicht mehr wie ich das überstanden habe. Realistisch betrachtet muss ich jahrelang nicht geschlafen haben.

Heute steckt mir diese eine schlechte Nacht mächtig in den Knochen. Ich bin vollkommen gerädert, habe das Gefühl Schmerzen am ganzen Körper zu haben und kann mich kaum dazu aufraffen irgendwas anderes zu tun als zu leiden. Das kranke Kind und ich ergänzen und somit ganz hervorragend. Einzige Unterschied ist, dass ich nicht ganz so gut von umsorgt werde und nicht am Daumen lutsche.

Auf nen Kaffee…

Mit Kindern, anderen Müttern und Verabredungen ist das so eine Sache. Das erste Jahr nach der Geburt fand ich jedes Mal eine Truppe, mit der ich alles teilte. Bei einem Kind war es nur eine Frau, bei eine anderen eine ganze Gruppe (hallo geliebte Muddis, ihr seid die besten!). Wichtig war, in den ersten 12-18 Monate nach der Entbindung nicht allein zu sein, jemanden zu haben, mit dem man spazieren gehen kann. Die sozialen Kontakte der Kinder wurden in dieser Zeit bestimmt durch die Wünsche der Mütter. Wir Frauen konnten uns gut leiden, den Kindern hatte er es egal zu sein.

Irgendwann geht es dann in Richtung Krippe oder Tagesmutter, neue Kontakte werden geknüpft und ein ganz neues Regelwerk wird aufgesetzt. Plötzlich richten sich die Sozialkontakte des Kindes nach den Wünschen des Kindes. Der Hugo möchte gerne einmal mit dem Hannes spielen, und Sophia möchte gerne einmal mit Lisa spielen,… Spieldates werden zur Tagesordnung. Diese laufen nach einem festen Protokoll ab. Für die Kinder werden Obsttellerchen vorbereitet, oftmals liegen auch Hirsekringel oder einfache Kekse mit darauf. Da die Kinder zu klein sind um alleine zu Freunden zu gehen, wird für die jeweilige Mutter Kaffee oder Tee bereitet. Natürlich hat man vorher die Wohnung so in Ordnung zu bringen, dass die zumeist fremde Mutter nicht denkt dass man ein Schwein ist. Die Kinder spielen dann 2-3 Stunden, sind in aller Regel glücklich und laut, und die Mütter sitzen beisammen und halten Kaffeekranz. Das kann mehr oder weniger amüsant sein, manchmal hat man sich was zu sagen – manchmal aber eben auch nicht.

Irgendwann, mit dem vierten Geburtstag, werden die Kinder dann so selbstständig, dass diese Form der Verabredung nicht mehr notwendig ist. Die Kinder verabreden sich nach der Kita, werden einfach von einer Mutter mitgenommen und später von ihrer eigenen wieder abgeholt. Ich selbst befinde mich seit etwa 2,5 Jahren ausschließlich in dieser wunderbar unkomplizierten Phase und habe mich noch keine Sekunde zurück gesehnt. Genau genommen habe ich keine Sekunde mehr an das gedacht, was ich da alles durch habe – mit all den Kindern und all den Muttis. Bis letzte Woche Leon sich verabreden wollte. Leon möchte gerne zu uns kommen, mit Mama. Und so werde ich heute Rückschritte machen, werde Obsttellerchen bereiten und Kaffee kochen. Werde vorher mein Haus aufräumen und irgendwie dafür sorgen, dass diese völlig fremde Frau nicht denkt…

Was mache ich hier eigentlich? Im Grunde genommen sollte es mir Scheiß egal sein, was diese Person denkt. Hier ist es super, vielleicht ein bisschen schmuddelig und chaotisch aber vor allem ist es völlig in Ordnung! Wieder einmal werde ich mir heute vornehmen, nichts zu verändern, mich nicht zu verstellen und nichts vorher aufzuräumen. Wir sind keine Schweine – wir sind großartig! Und lustig und quirlig und vielleicht ein kleines bisschen durcheinander…

Mama

Heute morgen brachte ich mein winziges, inzwischen fast sechs Jahre altes, D-Hörnchen zum Bus. Ausreise mit der Kita, drei Tage ist er nun weg. Zugegeben, ein paar Tränen verlor er beim Aufbruch; auch ich hatte einen ordentlichen Kloß im Hals. Und grad, als ich den Morgen fast vergessen hatte, schenkte mir meine Playlist das Lied, dass vor einigen Jahren den Ausschlag gab diesem Blog zu starten. Menschenjunges von Reinhard Mey; und plötzlich ist alles ganz nah. Mein Baby, mein Menschenjunges, wird nun also auch groß. Im Sommer ruft die Schule und mir wird bewusst, wie lange ich diesen besten aller Jobs schon mache.

Die ersten Momente mit jedem von ihnen, die so unglaublich sind, dass man es nicht in Worte fassen kann. Die endlosen durchwachten Nächte, Schmerz und Erschöpfung. Wie stolz war ich, wenn sie ihre ersten Schritte gegangen sind, der erste Brei und all das. Wie aufregend war es sie das erste Mal in der Kita zu lassen, und wie groß war die Freude sie dann wieder abzuholen- müde, schmutzig und glücklich. Wie viele Verabredungen habe ich vereinbart, und wieviele wieder abgesagt, weil doch wieder jemand krank geworden ist. Die große Sorge wenn jemand krank war, man nichts tun konnte außer zu kuscheln und für sie zu singen. Drei sind schon eingeschult, zwei gehen eigene Wege. Erst gestern paukten wir für den Fahrradführerschein – und einen Vokabeltest.

Jede noch so kleine, schöne, traurige und dramatische Begebenheit war so einzigartig, so wichtig. Jede weitere Sekunde wird es sein, jede auf ihre eigene Art und jede bedingungslos. Also feiere ich jeden Moment, jede Freude und auch jede Träne. Jeder dieser Momente macht mich zu dem was ich bin, und die Hörnchen ebenso. Was für ein krasser Job; Mama!

Zwölf

Heute gratuliere ich meinem wunderbarem, klugem, lustigem, wortgewandtem, hübschem, hilfsbereitem, fairem und einzigartigem A-Hörnchen zu seinem 12. Geburtstag.

12!

Das ist schon ganz schön groß. In einem Jahr ist er ein Teenie und in ein paar Monaten vielleicht so groß wie ich. In den letzten Monaten kann man zusehen wie er selbstständiger wird, immer mehr in seinem eigenen Leben ankommt. Verabredungen, AG, nochmal in die Bücherei. Inzwischen braucht er mich für so vieles nicht mehr. Und dennoch sind da so viele Themen, für die es einfach eine Mama braucht.

Die Schule war nicht nur gut in den vergangenen Monaten. Enormer Stress, Leistungsdruck und zum Schluss die Erkenntnis, dass ein 12-jahres Abitur offenbar nicht für jeden eine Lösung ist. Gemeinsam schafften wir es dennoch zu einem neuen „gut“ zu finden.

Gemeinsam, das ist das tragende Thema. Wir sind ein enorm starkes Team, das A-Hörnchen und ich. Und genauso, wie wir gemeinsam so klug, witzig und stark sein können, können wir auch streiten wie die Berserker. Wenn’s knallt, dann knallt’s – und zwar richtig. Da knallen die Türen und es wird mächtig getönt. nach jedem Kanll folgt dann die Ruhe; denn um Glück können wir uns auch vertragen.

Mein Kleiner, ich bin Stolz auf dich, deinen wirren Ideen, deinen klugen Kopf und deinen Witz. Du bist genial großartig und ich könnte mir keinen besseren vorstellen. Happy Birthday!

Läuft bei uns

Als ich das D-Hörnchen vom Kindergarten abhole, regnet es stark.

„Mama, können meine Schuhe einlaufen von dem Regen?“, fragt das Hörnchen als er sich Regenjacke und Turnschuhe anzieht.

„Nee, das kann nur in der Waschmaschine passieren, wenn man was zu heiss wäscht.“ erkläre ich.

„Und wenn ich auf der Straße laufe und die voller Wasser ist, kann das dann passieren?“ fragte er weiter.

Ich erklärte, dass Regen ja nie so doll warm wäre wie eine heiße Waschmaschiene und, dass im allgemeinen nur Kleidung einlaufen würde. D-Hörnchen grübelte angestrengt.

„Aber wenn die Schuhe in der Waschmaschine sind, kann man sie auskippen, dann sind sie vorher vollgelaufen…“ dachte er laut nach und ich griff den Faden auf.

„Volllaufen ist, wenn etwas voll mit Wasser ist, dass da rein gelaufen ist. Einlaufen ist, wenn etwas von zu heißem Wasser kleiner wird.“, erklärte ich den Unterschied und fügte hinzu, dass der Regen jedoch nicht so stark sei, dass die Schuhe volllaufen könnten.

Wir verließen den Kindergarten und standen im Regen. Das D – Hörnchen sah an sich herab und erkundigte sich, ob seine Hose jetzt voll laufen würde. Ich erläuterte, dass die Hose nicht voll laufen könnte, da sie unten offen wäre und das Wasser immer gleich wieder rauskommen würde. Die Hose könnte also nur nass werden, nicht volllaufen. Das D –Hörnchen nickte verständig und führte den Gedanken fort, dass die Hose nicht nur nicht- volllaufen können, sondern auch nicht leerlaufen können, da sie ja unten offen ist und nicht volllaufen kann. Er war begeistert!

Vor dem Tor des Kindergartens stand ein Erzieher. Er trug eine kurze Hose und stand ebenfalls im Regen. „Michael’s Hose kann auch nicht voll laufen, weil sie unten offen ist. Sie kann auch nicht leerlaufen, weil sie ja nicht voll laufen kann. Aber eingelaufen ist sie schon, deswegen ist sie kurz!“ erläuterte das Hörnchen die Situation. Auf dem Weg nach Hause besprachen wir weiter die Fähigkeiten des Helms leer-, voll- oder einzulaufen, analysierten die Möglichkeiten verschiedenster Kleidungsstücke, Gegenstände und Verkehrsteilnehmer. Man glaubt gar nicht was alles in der Lage ist voll-, leer- oder einzulaufen! Und morgen, dann sprechen wir darüber, wie man Schuhe einläuft, einen Einlauf bekommt, wie Schiffe aus dem Hafen ausläuft, wie man sich verlaufen kann, wie ein Motor im Leerlauf läuft, wie man sich auf eingelaufenen Pfaden bewegt, wie Tiere Auslauf brauchen und und und …

Ich würde sagen: „Läuft bei uns!“

Worauf es ankommt

Meine Haushaltsführung, die damit verbundene Überforderung und vor allem die Unzufriedenheit waren hier immer mal Thema. War es zu Hause schick und schön, litten Kinder und Job, ließ ich den Haushalt schleifen, war ich auf kurz oder lang schlimm unzufrieden, weil es nicht mehr schick und schön war. In dieser Schleife befand ich mich die letzten Jahre. Um einen Ausweg zu finden, habe ich verschiedene Modelle versucht: Mehr Tolaneranz meinerseits (es ist ja gar nicht so schlimm hier…), mehr Mithilfe der Kinder (was oftmals in noch mehr Arbeit endete), gemeinsames Putzen am Wochenende (und, wie war dein Wochenende so?) und immer wieder auch die Suche nach einer Haushaltshilfe. Letztere könnte ich jetzt gefunden haben.

Vergangenen Freitag war sie da und ich muss gar nicht viel sagen; wenn das alles so weiter geht, wie es begonnen hat, habe ich endlich ein Problem weniger. Nach einer kurzen Einweisung ging ich zur Arbeit und als ich nach Hause kam, war endlich alles gut. Anstatt schon beim Reinkommen genervt zu sein, startete ich mit einem wohligen Räkeln ins Wochenende. Anstatt mich über den dreckigen Fußboden aufzuregen, tobten wir zunächst ausgelassen in der Küche um dann entspannt zu essen. In die Wochenendplanung musste kein Kloputzen und Durchsaugen aufgenommen werden, so dass wir am Samstag Vormittag zwei Stunden lang gemeinsam malten und puzzelten und später eine Torte backten. Wir hatten Zeit!

Und spätestens hier wird mehr als deutlich, worum es im Leben zu gehen hat. Entspannt miteinander, zufrieden und ohne Stress. „Krass, du leistest Dir eine Putzfrau?!“, sagte eine Nachbarin am Freitag und heute kann ich sagen: Nein! Ich leiste mir wertvolle Stunden mit meiner Bande, in denen ich mich um nichts kümmern muss als um uns. Diese paar Euro sind das best-angelegteste Geld, das ich jemals ausgegeben habe!!

Hotelsachen

Eine Nacht in Amsterdam mit dem A-Hörnchen. Ich buchte ein Hotel, es sollte die erste Nacht des Hörnchens im Hotel werden. Ich las Bewertungen und suchte sorgsam aus. Schließlich sollte es etwas besonderes werden. Das wurde es ..

Die Gegend, in der das Hotel lag war .. interessant. Plattenbau und vielfältige Gastronomie; genau betrachtet hätte ich dort im Dunkeln nicht umhergehen wollen, es war echt spooky! Vor dem Eingang des Hotels eine riesen Baustelle, die Straße wird erneut; na gut! In der Lobby angekommen dominiert zunächst Staub das Bild. Erst auf den zweiten Blick realisiere ich, dass auch das Hotel offenbar eine Baustelle ist.

Wir checken ein und beziehen das Zimmer. Ein Vierbettzimmer wartet auf uns, gebucht war das nicht. Es riecht penetrant nach Mensch. Schwitzender Mann mit Rasierwasser liegt in der Luft, durchzogen von kaltem Zigarettenrauch. Die weiß bezogenen Betten sind dreckig, auch der Rest des Zimmers ist nicht sauber. Die Strassenbaustelle hämmert gnadenlos.

Ich reklamiere. Wir bekommen ein Zweibettzimmer zur anderen Seite. Die Baustelle ist hier leiser, lediglich die internen Renovierungsarbeiten sind zu hören. Das Zimmer riecht nicht so extrem und ist.. etwas sauberer. Die Betten haben Flecken, in der Gardine kleben undefinierbare Essensreste. Alles ist eben etwas schlecht gepflegt. Das A-Hörnchen ist dennoch begeistert und so beschließe ich, es gut sein zu lassen; um ihm das Erlebnis nicht zu nehmen. Am Morgen, als wir um 7.00 Uhr von intern ratternden Bohrmaschinen geweckt werden, ist alles überzogen von feinem Baustaub. Die Atemwege brennen, nach einer Dusche ist es etwas besser.

Beim Frühstück angekommen traf micht fast der Schlag. Der miefige Kellerraum offenbarte uns das liebloseste Buffet aller Zeiten und ich lasse an dieser Stelle Bilder sprechen…

Nein, es hat nicht geschmeckt und nein, es war nicht ganz ok. Es war wirklich furchtbar. Ich bin nicht kleinlich, brauche keinen Luxus. Ich brauche nicht viel und habe geringe Ansprüche. Wenig Auswahl am Buffet, egal. Einfache Einrichtung, ist mir Wurscht. Auch mit Camping oder einer Nacht im Auto kann ich leben. Aber derart verdreckt und ungepflegt, wie es da war..

Mir tut es in der Seele weh, dass dieser Reinfall die erste Hotel-Erfahrung meines Hörnchens sein musste. Denn spätestens beim Frühstück hatte auch er bemerkt, dass das alles nicht ganz ok ist. Natürlich haben ich den Preis gedrückt, 10% waren drin. Die doofe Erfahrung und die wenig erholsamen Stunden machen die ersparten 9,50€ nicht wieder gut.