WhatsApp

Heute bekam ich zum ersten Mal ein GIf geschickt, eines dieser Mini – kurz – Filmchen, die über Facebook, Twitter und WhatsApp im Moment unterwegs sind. Ich war ganz begeistert über mein erstes eigenes Dingens und schickt es stolz meinem Sohn. Das A– Hörnchen antwortete kurz und bündig mit einem Fragezeichen. Ich teilte ihm freudig mit, dass ich das bekommen hätte und es ihm zeigen wollte. Er antwortet mir mit 20 Stickern und weiteren GIFS. Über alle Maße erstaunt fragte ich ihn, wo er die denn alle her hätte.

„Du musst dein WhatsApp updaten.“ Lautete die wiederrum kurz und knappe Antwort. „Wie geht denn das?“ erwiderte ich seine Nachricht worauf hin er sich auf den langen, beschwerlichen Weg nach unten machte. 15 Stufen später hatte er mein Handy in der Hand und weitere 15 Sekunden später war meine WhatsApp ge-updated. Liebevoll und fürsorglich erklärte er mir nun, wo ich die unterschiedlichen Sticker finden und dann weitere runterladen könnte, wo die ganzen GIFS zu finden wären und, dass der inflationäre Gebrauch beider gesellschaftlich nicht akzeptabel ist. Nach etwas mehr als 1 Minute war ich voll im Bilde und mein Söhnchen wieder weg.

Ist es nun also soweit? Bin ich so alt, ist er so groß, oder ist die Zeit einfach soweit fortgeschritten, dass mein Sohn mir zeigt wie meine Technik funktioniert? Die Gerätschaften, mit denen er vor zwei Jahren noch nicht einmal hantieren durfte. Ist das wirklich passiert? Ganz offensichtlich ja! Denn auch in Sachen Computer mache ich dem Wurm nichts mehr vor. Brauche ich eine PowerPoint, bezahle ich ihn dafür sie mir zu machen. Und durch diese erstaunlichen Spielen die er spielt, blicke ich sowieso nicht durch. So ist es nun also, ich bin alt und er ist groß. Herzlich willkommen!

Abarbeiten

Vor wenigen Tagen war es soweit. Das A – Hörnchen trat in meine dramatischen Fußstapfen und zertrümmerte sein Handy (Eigentlich bin ich ja in der Familie die, dass ständig und viel zu häufig passiert). Das Display war Schrott und nur noch durch eine Reparatur zu retten. Ich liest das Handy für 70 € reparieren und zusätzlich eine Panzerfolie springen. Das ganze war binnen zwei Tagen erledigt, Mutter glücklich, Hörnchen glücklich, Handy glücklich. Was bleibt wsr die Frage um’sGeld. 70 € sind 70 € und zumindest dieses Mal war es nicht ich, der das Telefon runtergefallen ist.

Mein erster Gedanke war, er soll etwas dazu geben. Ziemlich folgerichtig argumentierte er jedoch, dass von den 15 € Taschengeld im Monat nicht viel übrig bleiben würde, wenn er noch an einer so hohen Sommer abzahle. Da hatte er Recht! „Das Sparbuch“, Schlug das Hörnchen vor und ich argumentierte, dass die dort angesammelten Rücklagen für wichtige Dinge auszugeben wären, nicht für kaputte Handy Displays. Nein, das Sparbuch sollte auch nicht die Lösung sein. Dann überlegte ich weiter, was ich denn mit dieser Sanktion eigentlich bezwecken wollte.

Im Grunde war es Strafe genug, dass das Display kaputt war. Ein angehenden Teenager, der zwei Tage auf sein geliebtes Handy verzichten muss, das ist Drama genug! Außerdem stand es für mich keine Sekunde zur Debatte das Display reparieren zu lassen. Ich möchte das mein Sohn kommunizieren kann, ich halte den Luxus „Handy“ für wichtig und somit war es auch mein eigener Wunsch, dass es als bald wieder ganz ist. Im Grunde ging es mir nur darum, dass er auf irgendeine Art und Weise spürt, dass das ganze natürlich nicht ganz umsonst war. Ich war mit Aufwand, Ärger und Geld verbunden. Und plötzlich lag die Lösung auf der Hand!

Mein Sohn arbeitet ab. Wir einigten uns darauf, dass er zehn nützliche Tätigkeiten im Haushalt übernehmen wird. Müll raus tragen, Katzentoiletten sauber machen, Sonntags morgens Brötchen holen, im Notfall etwas einkaufen,… Die zehn Aktion waren leicht gefunden und wir verhandelten auf einem guten Niveau um nützlich und unnützlich. Es war ganz klar, ich habe etwas für ihn getan, nun ist er daran etwas für mich zu tun. Jeder gibt das was er kann, jeder in seinen Möglichkeiten. Natürlich kann mir ein elfjähriger keine 70 € geben, aber er kann viel mehr als das! Ich bin wirklich glücklich über diese Lösung. Auch wenn sie sicherlich nur dadurch gut funktioniert, dass kein Vorsatz vorlag und der Unfall an sich die „Strafe“ war. Trotzdem haben wir wieder einmal gut zueinander gefunden und gehen beide zufrieden aus der Sache heraus.

Fundstück 

Mal wieder ein Elternabend. Heute gab’s aber mal was lustiges. 

Nach dem Auflösen des Stuhlkreises lag unter einem Stuhl ein Handy. Eine besorgte Mutter hielt das Gerät in die Luft und rief:“Hier hat jemand sein Handy verloren!“

Alle 60 anwesenden Eltern begannen hektisch auf Hosen- und Jackentaschen zu klopfen und wühlten in Handtaschen. Keiner hatte einen Verlust zu melden. 

Dann dämmerte es der ehrlichen Finderin. Das Telefon war ihr eigenes und der Lacher auf ihrer Seite. 

Manchmal… Weiß ich es auch nicht

Heute um 13.00 Uhr war im Feriencamp meiner Hörnchen Die große Show geplant. 

Normalerweise isst D-Hörnchen, der ja bei mir zu Hause war, um 12 Uhr zu Mittag. Um 1 ist er im Bett, bis 3. aber gut. 

13.00 also. 

Der Plan: 11.14 Uhr die Bahn an Haltestelle 1, dort den Bus bis Haltestelle 2 und von dort Bus 2 bis Ende. Um 12.00 Uhr da sein, schön vor Ort mit dem Hörnchen essen und dann entspannt in die Vorstellung. 

Die Bahn um 11.14 Uhr haben wir erwischt. Im strömenden Regen. Der Bus fuhr dann einfach ohne uns. Im strömenden Regen. Und so standen wir da, mittags  Halb 12, im Regen. Der nächste Bus um 12, strömender Regen und im Kopf die endlos enttäuschten Gesichter der Hörnchen, wenn wir nicht kommen würden. 

Ein Taxi sollte die Rettung sein. Ich rief an und während ich der Dame erklären wollte, was für einen Kindersitz ich bräuchte, war dann wohl zu viel Regen in mein Handy gelaufen. Lautsprecher tot. Schweigen im Walde. 

Trauriges Bei-Highlight. Wärend das Handy starb, zupfte das D-Hörnchen an einem Döner-essendem Mann und sagte immer:“Essen! essen!“ 

Gestrandet also. Am Ende gelang es mir, einen Notrf an den Menne abzugeben. Der kam dann mit dem Auto vom Camp, packte uns nasse Kreaturen ein, und lieferte uns pünktlich zur Show. D-Hörnchen bekam Börek. 

Die Show war großartig. Meine Kinder sind herausragende Akrobaten; aber das war ja klar. 

   
 

Meine Telefonzelle

Grad kam ich rauf in C-Hörnchens Zimmer. Madame stand da, einen Lego-Duplo Telefonhörer am Ohr und war fröhlich am plappern. Als ich sie höflich aufforderte, das Gespräch langsam zu beenden und einen Schlafanzug anzuziehen, blaffte sie mich schroff an:“Mama! Siehst du nicht, dass ich techoniere?“ Ich entschuldigte mich höflich und wiederholte meine Bitte. 

Meine süße, kleine Tochter verdrehte die Augen und sagte entnervten Tons:“Ich muss auflegen; meine Mama nervt!“ Zum Abschluss legte sie das Telefon schwungvoll in ihre Nachttisch-Schublade und sagte bestimmt in meine Richtung:“ Das ist meine Techonzelle!“