Gerettet

Mein freier Tag wurde gerettet. Ich habe tatsächlich noch etwas zu tun gefunden und musste mich nicht zu Tode langweilen. Es war ganz einfach: Zu erst habe ich drei Etagen gesaugt und gewischt, danach noch eben zwei Bäder geputzt und vorher die Spülmaschiene ausgeräumt. Anschließend habe ich die zwei Holztreppen gereinigt, selbstverständlich auf Knien. Zum Schluss habe ich noch schnell drei Maschinen  Wäsche sortiert und gelegt. Auch das Wohnzimmer ist picobello aufgeräumt. 

Jetzt mache ich mir etwas zum Mittag; nicht lecker aber kalorienarm. Und danach stelle ich mich vor einen Spiegel, spucke mir  ins Gesicht und sage:“Mach weiter du faules Stück! Der Tag ist noch jung!“

Es geht doch nichts über ein gesundes und ausgeglichenes Verhältnis zu sich selbst. Hoffentlich habe ich morgen nicht wieder Langeweile. 

Ich bin frei

Ich sitze in der Küche und habe in Dauerschleife den Titelsong der Eiskönigin im Ohr: Ich bin frei.. Ich bin freeeiiii… Nerv. Aber genau so ist es. Nach endlosen Wochen bin ich zum ersten Mal frei. Ich habe nichts zu tun, keine Aufgaben zu erledigen, niemanden zu betreuen. Ich bin vollkommen frei. Was ich alles tun könnte..!

Ändern wir den Satz etwas ab: Was könnte ich tun? Denn so sieht es aus. An die lange und intensive Prüfungsphase reihten sich die Ferien mit den Hörnchen. Wenigstens drei Monate am Stück war ich jeden Tag voll beschäftigt, ohne Atempause. So mag ich das. Nun habe ich keinen Schimmer was ich tun soll. Das Haus ist ok. Nicht blitzeblank aber… Ich putz doch jetzt nicht die Fenster wo ich zum ersten Mal frei habe. Meine Kaffee-Damen sind arbeiten und haben somit keine Zeit. Ich habe nichts einzukaufen, was wirklich dramatisch ist. Habe sogar das Auto vor der Tür und weiß nicht wo ich hinfahren soll. Langweilig. Und . Doof. So eine Vollbremsung tut mir nicht gut.

Das Dümmste ist, dass selbst das Naheliegenste wie Lesen, Fernsehen (haha, um 10.00 morgens..) oder Laufen gehen mich grad nicht locken können, da ich so angekotzt von sob sob sob bin, dass ich das kaum genießen könnte. Aber jetzt weiß ich es! Ich warte einfach motiviert von jetzt, 8.50 ihr bis 14.50 Uhr bis ich ENDLICH meine Kinder abholen kann. Und bis dahin checke ich 978 mal meinen Facebook-Account und meine Mails. Herrlich, das wird ein Fest. Klasse so ein freier Tag.

 

Kotz

Gemein zu mir 

Manchmal neige ich zur Folter. Nicht etwa dazu andere zu foltern, nein. Ich traktiere mich selbst; mit gnadenlos übertriebenem Perfektionismus. 

Die Sache ist in etwa so: Bin ich bei anderen zu Besuch, stört mich auch  das größte Chaos nicht. Ich kann über alles hinweg sehen und lüge wirklich nicht wenn ich sage:“Ist doch egal, ich fühle mich wohl.“ Im Gegenteil, ich mag ein gewisses  Durcheinander und finde es macht oftmals grade den Charme einer fremden Wohnung aus. 

Anders mit verhält es sich mit meiner Wohnung. Die hat, zumindest wenn sie gesehen wird, immer tip top zu sein und ich schäme mich gern in Grund und Boden wenn etwas nicht so ist wie ich es von mir selbst wünsche. Nun sein wir aber mal realistisch: Es ist immer irgendwas, in schlechten Phasen sogar ziemlich viel, und so mache ich es mir selbst sehr schwer einen Besuch einfach zu genießen. Am liebsten würde ich um ihn herum putzen um zu signalisieren:“Ja ja, ich weiß; aber ich arbeite dran!“ 

Das paradoxe, bin ich in einem gestylten super-sauber Haushalt zu Besuch, fühle ich mich oftmals viel weniger wohl, da ich chronisch Angst habe etwas schmutzig zu machen oder durcheinander zu bringen. Was mache ich mir das Leben schwer, weiß ich es doch sogar. Ich sollte mir einen Therapeuten suchen. Oder einfach mal mein Hirn ausschalten und den Bauch benutzen. 

Haushalt 

Küche feudeln ist für’n Arsch. Da ist alles lupenrein und eine halbe Minute später kommt die Katze und saut alles mit Hühnerhälsen ein. Das muss man sich mal vorstellen, noch bevor die Kinder es dreckig machen konnten. 

Klo putzen ist total für’n Arsch. Echt!! Trotz dessen, dass ich es mehrfach täglich mache, ist es immer vollgesc****en wenn ich drauf will. 

Betten beziehen ist auch für’n Arsch. Grade gemacht und in der nächsten Nacht pieselt einer rein. Oder bekommt plötzlich so doll Schnupfen, dass das Laken am Morgen aussieht, als wäre es von der ganzen Kita als Taschentuch benutzt worden. 

Kochen, das sollte doch eigentlich Spaß machen. Tut es auch; manchmal. Wenn es Nudeln mit Tomatensoße oder Pfannekuchen gibt. Dann weiß ich, dass keiner motzt. Ansonsten motzt immer einer. Um dann am Ende doch alles zu essen; gibt ja nix besseres. 

Und damit bin ich dann gedanklich wieder beim Klo putzen. Denn wer gut isst und gut schläft, der…  An manchen Tagen habe ich das Gefühl im Bad zu wohnen. So, nun auf zum Schüsseldienst. Es ist grad keiner da, vielleicht schaffe ich es mal auf ein sauberes Klo. 

Hausfrau am Limit 

Manchmal bin ich so genervt von meinem täglichen Dasein, da kann ich mir gut vorstellen, dass so manch eine arme Faru in ihrem echt kirre wird. 

Die Blumen brauchen frisches Wasser. Vase also zur Spüle getragen. Spüle voll mit Abwasch, der in die Spülmaschine soll. Diese ist aber just mit der ersten Ladung fertig geworden und muss ausgeräumt werden. Und eigentlich muss ich doch saugen. Und die olle Wäsche legen. Und wenn ich die Blumen jetzt ins Waschbecken auskippe… Das ist aber gerade sauber.. Es ist zwecklos. Warum denn eigentlich nich alles lassen wie es ist, stehe ich doch spätestens morgen wieder vor den selben Problemen und Aufgaben. 

Nun also frisch ans Werk; wollen ja nicht, dass am Ende die Jugendfürsorge kommt;) 

Saugen und Milben

Mein liebes A-Hörnchen hat eine Hausstaubmilbenallergie. Seit ich das weiß, also seit ca. 1,5 Jahren, muss ich jeden Tag beim Staubsaugen schmunzeln.

Nach der Diagnosestellung sagte der Kinderarzt:“Mit Saugen müssen sie jetzt vorsichtig sein. Das ist ganz schlecht.“ Ich fragte nach ob ich dann fegen solle. „Nein! Fegen ist ganz schlecht! Da wirbelt man alles auf.“ Mit nachdenklich gerunzelter Stirn fragte ich vorsichtig nach:“Also lieber saugen? Oder einfach nichts machen…?“ Die Antwort war ein entsetztes:“ Neiiinnn!! Das geht gar nicht. Der Staub MUSS regelmäßig beseitigt werden!!“

Das Gespräch ging noch einige Sätze in diesem Stil weiter, mit dem Ergebnis, dass es eigentlich egal ist. Halt alles doof. Teppich auch. Parkett auch. Und gar kein Fußboden auch.

Inzwischen habe ich einen sensationellen hypoallergenen Dyson Staubsauger. Der macht Fußboden und Gewissen rein und Geldbeutel leer. Hach, was ist das schön; und kennt ihr Swiffer? Der kann fast ganz genau das selbe. Ätz