Sisyphus 2.0

Unser Haus hat viele Treppen. 48 Stufen auf drei Treppen um genau zu sein. Und wie das dann so ist, steht meistens an jeder Treppe etwas, das in irgend eine Andere Etage transportiert werden soll. Was runter soll, steht am oberen Treppenabsatz, was rauf soll am unteren. 

Der Menne und ich verstehen dieses komplexe System und nehmen halt mit was mit will. A- und B-Hörnchen ignorieren alles was an den Treppen steht, und steigen zur Not auch drüber. D-Hörnchen muss nix mitnehmen, der braucht seine zwei Hände um selbst heil anzukommen. Und C-Hörnenchen, die hilft wie sie kann!

C-Hörnchen nimmt alles mit, wan an irgendeiner Treppe steht; zur Not sogar das D-Hörnchen. Nur leider ist ihr unser richtungsweisendes Sytem nicht im Geringsten vertraut. So kann man sich im Moment fast sicher sein, dass alles was man irgendwo hin transportiert haben wollte, auf einer der anderen Etagen angekommen wurde, und dort nach Kräften weggeräumt worden ist. Somit erreicht sie durch pures Mithelfen, dass wir nicht nur jeden Gang mehrfach machen, sondern auch noch alles suchen dürfen. Tolles Kind! Und so schön wenn sie freiwillig im Haushalt helfen. 

Geht es mir eigentlich zu gut?

Ich habe mütterliche Pflichten, denen ich gern und gewissenhaft nachkomme. Auch habe ich berufliche oder persönliche (wie Verträge,…) die stets gut bedient werden. In letzter Zeit denke ich immer öfter an meine menschlichen Pflichten. Um es anders zu sagen: Geht es mir eigentlich zu gut? 

Wir leben hier mit sechs Personen mehr als gut. Jedes Kind hat ein eigenes Zimmer und mehr Spielzeug als es brauch. Obwohl ich es versuche zu vermeiden, werfen wir Lebensmittel weg. Genaugenommen haben wir von allem zuviel – wo ich ja prinzipiell kein Problem mit habe sollte. Trotzdem geht es mir aber mächtig gegen den Strich. In meinem Leben ist noch Raum. Ohne größere Einschränkungen, würden wir noch wen mit durchbekommen. Ich wette, finanziell betrachtet würden wir es nicht mal merken. 

Was also ist das Richtige? Spenden? Patenschaften? Pflegekind? Oder sollte man Flüchtlinge aufnehmen? Was tun um ein kleines Bisschen zur Gerechtigkeit beizutragen? Und wo steht geschrieben, was man selbst, also jeder Einzelne leisten kann?

In einem bin ich mir sicher: Fast jeder kann weit mehr zum „globalen Wohl“ beitragen, als er es aktuell tut.  Doch wo fange ich an..

Putztag

Wärend ich den Tisch abwischte, fand das D-Hörnchen es eine ausgemachte Frechheit, dass ich den Lappen hatte, und nicht er. Nachdem ich ihn vertröstet hatte wischte ich weiter. Als ich das nächste Mal hinsah, putze er emsig mit seinem Pulli er die Bank. Süß!!!!

   
 

Praktische Solidarität 

Vorhin saugte ich Staub und saugte so vor mich hin, da sagte C-Hörnchen zum D-Hörnchen:“ Komm Hörnchen, wir hopsen in Mamas Bett. Die hört uns nicht!“ 

C-Hörnchen weiß ganz genau, dass das Hopsen in Mamas Bett sehr verboten ist, und ich glaube selbst D-Hörnchen weiß das. Nun ja, talentiert weghörend saugte ich weiter und beobachtete die beiden was sie da wohl tun. 

Beide trabten in Schlafzimmer und C-Hörnchen sprang sofort in mein Bett. D-Hörnchen stand am Bett und kam nicht hoch. Er jaulte und schimpfte, aber es half alles nichts. Da kletterte die große Schwester wieder von der Matratze, ging und Bad und holte einen kleinen Hocker. Diesen stellte sie ans Bett und sagte:“ Hier Hörnchen. Du ist ja noch ein Baby!“ 

Anschließen hopsten beide ultra verboten und ultra niedlich im Bett und ich war ein bisschen stolz auf die gute Zusammenarbeit der zwei kleinen Menschen.