Sparsam und mit offenen Augen 

Ich bin in einer Facebook-Gruppe für ‚kleine Hilfen in unserer Region‘. Dort kommt es immer wieder zu Fragen wie:“ Was kann man mit einem 2 Jährigen heute machen? Zoo, IndoorSpielplatz, Schwimmbad und Kino (!!) hatten wir schon.“

Mich haut sowas um. Mit einem so kleinen Kind kann man so viel machen, so unglaublich vieles was das kleine Gesicht lachen lässt. Steine sammeln, Kantsteine hüpfen, malen, kneten, Spielplatz. Pfützen baden, Gummistiefel ausführen, Flugzeuge angucken, den Bahnhof besuchen. Man kann Höhlen bauen und Laufrad fahren gehen. Man kann Enten am See besuchen und wenn es mal was ganz irres sein soll, dann fährt man in den Park zum Tiergehege. Ich weiß nicht woher der Anspruch kommt, einem kleinen Kind jedes Mal ein riesen Highlight bieten zu müssen. Viel klüger fände ich es, dem kleinen Menschen diese  ganze Welt als Highlight zu verkaufen. Denn für die ersten Jahre sind all die Dinge, die wir schon lange nicht mehr sehen, ein Highlight. Also lasst euch doch von euren Kindern einfach zeigen, was es alles gibt. Denn die wahre Schönheit des Frühlings erkennen nur kleine Kinder, die mit aufgerissenen Augen vor einem Feld Krokusse stehen und es voller Achtung bestaunen. 

Natürlich gibt es Momente für den großen Ausflug. Zoo, Spaßbad und auch IndoorSpielplatz sind irgendwann dran. Geht man aber mit diesen Dingen etwas sparsamer um, hat man am Ende viel länger was davon. Denn schneller als man sich versieht ist auch das dickste Event langweilig und irgendwann hat man alles durch. 

Moi, war des sche ‚!

      
   
Ein gelungener Tag im Garten neigt sich dem Ende. Und was da so theatralisch anklingt, bedeutet, dass wir nun alle dreckig sind und nach Qualm stinken, der Garten mächtig gestutzt ist und es so saucool ist, dass wir nen Garten haben. Den haben wir zwar schon immer, jedoch ist er jedes Jahr wieder ein Highlight das wir sehr feiern. 

Auf einem Stuhl!!

Gestern berichtete ich ja von dem Ferienprogramm meiner drei großen Hörnchen. Als sie dann wieder kamen (weitestgehend trocken) gab es viel zu berichten. Sie haben gefilzt, gerutscht und den Zitkushund kennengelernt. Außerdem kann man zaubern lernen und allerlei andere Dinge.

C-Hörnchen berichtete glücklich, sie hätte beim Mittagessen AUF EINEM STUHL GESESSEN!! 

Leicht verwundert wartete ich auf den Rest der Geschichte; der folgte aber nicht. Sie war stolz auf den Stuhl. Und dann fiel es mir wieder ein. Im Jahr zuvor musste sie, als Kleinste im Programm, beim Mittag in einem Hochstuhl sitzen. Das fand sie schon damals eine ausgemachte Schweinerei und war nun um so glücklicher, dass sie in diesem Jahr ein großes Mädchen war. 

Können wir malwieder..

… Eis essen?

… schwimmen gehen?

…mit Fingerfarben malen?

…kokeln?

….Osterhasen basteln?

…Marmeldade kochen?

…in den Zoo?

…Bonbons essen?

… einen Ausflug machen?

…. ans Meer fahren?

…Kürbisbrot backen?

….Oma besuchen?

……………..

Es ist seltsam!!! Obwohl wir gefühlt von einem Highlight zum anderen hechten, scheinen meine Kinder den Hals nicht voll zu bekommen. Oder immer was anderes zu wollen, oder immer noch mehr zu wollen? Jedenfalls muss ich langsam feststellen, dass der Satz: „Können wir malwieder…..?“ mich zunehmend aggressiv macht. Selbst wenn es ja schön ist, dass die Mäuse sich offenbar an viele tolle Dinge erinnern, wünsche ich mir öfters mal ein Danke, anstatt schon auf der Rückfahrt im Auto das nächste Happening einzufordern.