Oh Tannenbaum 

Was gibt es schöneres, als das liebliche Stimmchen eines Dreijährigen wie er voller Hingabe „Oh Tannenbaum “ singt. Einen glücklichen, zufriedenen, ausgeglichenen Dreijährigen, der es kaum erwarten kann sich der  Welt mitzuteilen und jedem zu sagen: 

„Ich bin wach!!!!“ 

Morgens um 5.15 Uhr. 

Denn es ist so, jeder Magen-Darm-Infekt beginnt unerwartet und plötzlich mit Erbrechen oder Durchfall und endet ebenso unerwartet und grausam mit einem final ausgeruhtem Kind. Als fürsorgliche Mutter habe ich natürlich in der Kita schon gesagt, dass er bis Montag nicht kommt. Und somit wird der Zwerg ab heute 5.15 Uhr all seine viele neue Energie dafür kanalisieren, mir meine zu rauben. 

Soll es das gewesen sein?

Heute Abend sind wir zum aller ersten Mal seit vielen Jahren kinderfrei. Anlässlich einer Betriebsfeier der Firma meines Mannes, haben wir alle vier Hörnchen zu den Großeltern organisiert und uns schon seit Wochen auf den Abend gefreut. Das Highlight sollte das ‚echte Ausgehen‘ mit Freunden nach der Betriebsfeier sein.

Schon in den letzten Tagen stand das Unterfangen dank meiner Krankheit unter keinem guten Stern. Heute war ich dann primär aufgeregt. Alles packen, organisieren und was ziehe ich an… 

Schon am Anfang de Feier ging es mir eher schlecht. Ich dachte ich schaff das. Beim Essen dann wurde klar: Ich schaff das nicht! Statt zu essen, war ich damit beschäftigt, nicht vom Stuhl zu rutschen, vor Schmerzen und Schweißausbrüchen. Nichts ging mehr. 

Also ab nach Hause. Um dort festzustellen, dass ich keinen Schlüsel hab. Nachdem der Menne seinen dann per Taxi geschickt hat, konnte  ich endlich ins Bett. Und hier liege ich nun. Zugedröhnt mit Schmerzmitteln, einsam, traurig und enttäuscht. Das war’s also… Mein schöner Abend. 

Vollbremsung 

Seit drei Tagen liege ich hier nun rum. Mehr oder weniger durchgängig. Ich bin krank, wirklich doof krank. Und ich langweile mich zu Tode. 

Im normalen Leben habe ich nie Zeit oder Leerlauf. Tagsüber bin ich zwischen Kinder, Haushalt, Job und Uni. Abends liege ich meistens erschöpft und lethargisch vor der Glotze und penne um 21.00 Uhr ein. 

Liebe Krankheit! Ich habe ausgeschlafen. Ich bin fertig. Ich habe auch fertig ferngesehen. Ich bin zu Ende ausgeruht und kann es von jetzt an keine Sekunde länger ertragen, nichtsnutzig herumzuliegen. Ganz aggressiv macht mich das alles. Glaubt mir, bald fresse ich die Fernsehzeitung oder schlage stumpf mit dem Kopf gegen die Wand. 

Aaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhh!!! Ich will mein Leben wieder haben!!!!!!!!!!!!!