Diese ersten Tage

Ich liebe diese ersten warmen Tage im Jahr und genieße sie immer sehr. Eine kleine Komponente meiner Freude ist die Tatsache, dass ich nicht friere – das ist schick. Auch der Verzicht auf Mütze, Schal, Handschuhe, Strumpfhose und die 2. Jacke ist nett jedoch nicht der größere Anteil meiner Freude. Ja, die Sonne im Gesicht zu spüren ist großartig. Aber selbst die bringt mein Herz noch nicht so zum hüpfen, wie das was ich in den letzten Tagen genießen durfte.

Wenn es das erste Mal, nach dem langen, entbehrungsreichen Winter warm ist, eskalieren die Deutschen geradezu. Schon ab etwa 11° Außentemperatur rennen sie, wie die Verrückten, in kurzer Hose und T-Shirt auf der Straße herum. Als gebe es kein Morgen und als wäre der Sommer abgeschafft, rennen sie in kurzen Kleidchen, ohne Sinn und Verstand auf der Straße herum, packen die Sandalen und die Ballerinas aus und eskalieren ohne jeden Schutz im Straßencafe. Ab etwa 12,5° sitzt der gute Deutsche vor dem Café in der Sonne, verzichtet auf’s Deckchen und genießt ein kühles Bier in der Sonne. Manchmal beschleicht mich die Vermutung, dass das was wir in Deutschland eine Grippewelle nennen, in Wirklichkeit eine übergreifende Grippewelle ist, die nur dadurch verschuldet ist, dass eben alle halb nackt auf der Straße herum gelaufen sind.

Ebenfalls eine große Freude sind die vielen offenen Cabriolets. Ja, ich gebe zu – es ist lustig in einem offenen Auto spazieren zu fahren. Und auch mir ist bewusst, dass es selbst bei schneller Fahrt im Auto wenig windet; nichts desto trotz sind 12° nun mal 12° und nicht 28. Und nein, selbst mit ganz viel Wollen kann ich mich dem Eindruck nicht entziehen, dass der Wunsch nach Sommer hier mehr Anteil am sommerlichen Verhalten der Menschen hat als der Sommer selbst.

Morgen ist sie nun erst mal vorbei, die erste große Hitzewelle des Jahres 2019. Und ab 9°, darauf kann man sich verlassen, werden sie wieder schimpfend und schnaufend herum laufen – mit Mütze, Schal, Handschuhe, Strumpfhose und zweiter Jacke!

Coffee to go

Ich trinke leidenschaftlich gern Kaffee, auch unterwegs. Und ja,  ich muss gestehen: Ich kaufe viel zu oft Coffee to go in so ollen Einmal-Bechern. In letzter Zeit hatte ich öfters einen eigenen Becher dabei. Was ich feststellen musste war wenig erfreulich: Die meisten Geschäfte wollen oder dürfen aus hygienischen Gründen den Kaffee nicht in meinen Pott füllen. Noch schlimmer, für den Weg von der Kaffeemaschine an den Thresen musste einige Male aus angeblichen sicherheitstechnischen Gründen sogar der Plastikdeckel auf den Becher gedruckt werden. Ich finde das grässlich! 

Und verstehen tue ich es auch nicht. Becher und Maschine haben in aller Regel keinen Kontakt. Und wenn es dennoch zu unhygienisch ist den fremden, möglicherweise schwer konterminierten Kaffeebecher direkt zu befüllen, sollte nichts dagegen sprechen, den Kaffee in eine kleine Kanne oder einen Keramikbecher zu füllen und dann in den mitgebrachten Becher. Die einigen Grad Temperaturverlust die das Umfüllen bewirken könnte, bin ich gern bereit in Kauf zu nehmen. Umdenken, los!!

Ein Link zum Thema:Coffee to go/ Umdenken

Schwere Krise 

An so einem gewöhnlichen Morgen habe ich allerhand zu tun. Vor allem wenn der Menne morgens nicht da ist reihen sich die Dinge endlos aneinander. Katzen, Bad, Brotdosen der Kinder, Porridge zum Frühstück, Tisch decken, Wasser sprudeln, Medizin für A- und C-Hörnchen bereit stellen, Hörnchen wecken, waschen, anziehen. Ziemlich genau eine Stunde nach dem Wecker klingeln falle ich dann für gewöhnlich auf meinen Stuhl und…

Musste heute feststellen, dass ich etwas enorm wichtiges vergessen hatte. Meinen Kaffee. Und jetzt mal im ernst, kann ein Tag beschissener anfangen als mit vergessenem Kaffee. Ich war dem Nervenzusammenbruch nahe und habe es dennoch überstanden. Eine schwere Krise, das passiert mir nie wieder. Hoffentlich 

Running dinner 

Mein Papa hat heute seinen Geburtstag gefeiert. Ein Brunch, ganz bei uns in der Nähe. Lecker lecker, denkt man sich da so. 

Denkt man so… Ja. 

1. Runde: Ich gehe mit den großen drei Hörnchen ans Buffet. A-Hörnchen macht alles selber; ich assistiere B- und C-Hörnchen und befülle nebenbei einen Teller für das am Tisch wartende D-Hörnchen. 

2. Runde: Am Tisch angekommen vergleichen alle vier Hörnchen ihre Beute und ich bin so nett und renne noch mal los um ‚auch so eine Melone!‘ Oder ’noch mehr Kroketten‘ zu holen. Vermeidung heißt meine Strategie. 

3. Runde: Ich bin wieder am Tisch, Getränke werden bestellt. Als ich los will, mir was zu essen zu holen, sind die ersten Hörnchen fertig und ordern Nachschub. Ich renne also los und liefere Müsli, Pudding, Croissants und hartgekochtes Ei. 

4. Runde: ich gehe los und hole mir ein Brötchen und Käse

5. Runde: Hörnchen weitestgehend fertig mit essen, Kaffee kalt. Ich reinige den Tisch und bestücke ihn mit Malsachen um noch die eine oder andere Viertelstunde zu überbrücken. Ich beiße ein mal von meinem Brötchen ab. 

6. Nachdem ich mein Brötchen mit Käse aber ohne Butter aufgegessen habe, wollen die Hörnchen raus. Ich hole Jacken und Mützen und ziehe die Kleinen an.  Die Hörnchen gehen raus. 

7. Optimistisch belade ich mir, etwa 30 Minuten nachdem alle anderen fertig sind, einen Teller mit Rührei und setzte mich an den Maltisch. Als ich in Begriff bin zu essen, kommen die Hörnchen wieder rein. 

8. Alle Hörnchen sind nass vom Regen. Zwei müssen Pipi, D-Hörnchen hat die Windel voll. Ich gehe wickeln und zum Klo, anschließend kippe ich mir den kalten Kaffee in den Kopf und stopfe mir das Ei rein. Um mich herum stehen die Hörnchen und warten. 

9. Nach exakt 2 Stunden im Lokal verlassen wir es wieder.  Alle Hörnchen sind nass und satt. 

10. Zu Hause angekommen ziehen ich alle um, hänge Kleidung auf die Heizung und 

…. schmiere mir ein Brot!!

Ohne Kaffe. 

Ohne Kaffee 

verließ‘ ich heute fas Haus. 

Ohne ihn sah die Welt so anders aus. 

Sie war dumpf, sie war grau. 

War nicht mehr so schön. 

Da brannte mein Schädel, 

die Synapsen schwammen. 

Alles in Watte, träge und stumpf. 

Doch jetzt ist er bei mir, ich komme zurück. 

Kein Pochen, 

Kein Rasen

Macht mich mehr verrückt. 

Kalter Kaffee macht schön!

Das hat meine Oma immer gesagt. Und nie habe ich kapiert was sie damit meinte. 

Kalter Kaffee ist ekelig und überhaupt gar nicht erstrebenswert. Trotzdem trinke ich jeden Tag voller Genuss viele viele Tassen davon. Das Prozedere ist jedes Mal das Gleiche:

Kaffee einschenken, Milch dazu. 

Kaffee auf Tisch

Popos abwischen, was schnell aufräumen, Herd putzen, Licht an machen, Waschmaschiene schnell eben an machen, oh! Vorher noch eben die Wäsche zusammen suchen. Kurz ein Glas Wasser aufwischen, neu einschenken. Nun ist die Wasserkiste alle, eben ne neue holen. Schnell noch ein Pflaster verteilt und ein Hörnchen getröstet und dann

Hinsetzten! Kaffee trinken.  Kaffee kalt. 

Kaffee in die Microwelle. Ja, ich weiß. Das ist ekelhaft, aber ich hoffe halt auf heißen Kaffee. Danach…

…Wiederholen sich alle oben genannten Schritte ab „Pops abwischen…“ 

Am Ende saufe ich die Plörre kalt. Ist doch egal. Außerdem macht kalter Kaffee schön. Und heute weiß ich: Oma hat auch nur versucht sich das schön zu reden. 

Schon wieder morgen

Es ist wieder einmal zu früh, und wider einmal habe ich jetzt, um halb acht, schon die Wäsche gemacht, das Geschirr abgewaschen. Spülmaschine ist leer und wieder teilbestückt, das Esszimmer grundgereinigt. Und so kommt es, dass ich tatsächlich nichts besseres zu tun finde, als meinem entzückenden Baby anzusehen und der Kaffeemaschiene beim Blubbern zuzuhören. Und auch wenn ich zugeben muss, dass das Geräusch der Kaffeemaschiene großartig ist, D-Hörnchen ist 1000x besser. 

Voller Elan zieht er immer wieder einen kleinen Hocker von A nach B, klettert umständlich drauf und späht aus, was er als nächstes für einen Blödsinn anstellen kann. Grad zerlegt er voller Hingabe ein paar Knäckebrote. Süß!!!! 

So, und nun ist’s gut hier. Ich will Kaffee trinken;)

Awful early morning

Ich bin weißgott kein Frühaufsteher; D-Hörnchen aber schon. Und so kommt es, dass ich etwa alle zwei Tage zu völlig irrealen Zeiten in meiner Küche sitze und für etwa zwei Stunden nicht verstehe, was ich da tu´.

Morgens funktioniert mein Hirn nicht, und der Kreislauf erst recht nicht. Ich kann der Stille der Frühe nichts abgewinnen, ich verachte am morgen zwitschernde Vögel; können die das nicht nachmittags. Tja, und bevor der 3. Kaffee nicht die Blutbahn erreicht hat. klappt einfach mal nix.

Aber wie bitte zu Kaffee kommen, wenn ausgeprägte morgendliche Unfähigkeit und D-Hörnchen alles daran zu setzen scheinen, dass ich keinen ersten Kaffee bekomme. Wasser in der Maschine vergessen, Kanne vergessen. Kind klaut Kaffeelöffel, verzählt. Nein, nein. Das ist nichts für mich, man bin ich müde.